GIN hat geschrieben:Das mit den Waffensystem und der Raumfahrt ist so eine Sache die für Moskau sicherlich eine Rolle spielt. Ohne wichtige Betriebe in der Ukraine und Weissrussland könnte Russland zbs viele Raketenmotoren nicht in Russland produzieren.
Deswegen nannte ich ja die CCCP und nicht nur Russland, obwohl sicherlich die Planung und Koordination von Moskau ausging.
Auch optische Komponenten in vielen Russischen Waffenprodukten können nicht ersetzt werden.
Selbst die DDR war da nicht unbeteiligt.
Man müsste die Werke in der Ukraine ersetzen. Dieses klappt zbs seit Jahren schon nicht für Pumpen die bei Atomkraftwerken in der Kühlung eingesetzt werden. Auch hier wir aus der Ukraine eingekauft.
Nicht zu vergessen die Düsentriebwerke, die in einigen Flugzeugen und fast allen Helikoptern eingesetzt werden. Aber diese Fabriken liegen ja in den Gebieten, die nun zur "Befreiung" anstehen
Des Weiteren bringt dem normalen Russen die Wirtschaft mehr als dem Standartdeutschen in den letzten 20 Jahren.
Man darf nicht vergessen, das das Wirtschaftswunder entstand, weil es nach dem Krieg einen enormen Aufbau- und Nachholbedarf gab. Da liefen alle Produktionsbetriebe heiß und Arbeit gab es so viel, dass man Gastarbeiter brauchte, um es zu schaffen.
Was hat den ein Facharbeiten vom deutschen Exportwunder in den letzten 20 Jahren bekommen ausser einen Stellenerhalt. Vermögen konnte er nicht wirklich bilden und die Gewinne flossen in den Sack von fleissigen Managern und viel mehr in Unternehmerfamilien.
Sieht man sich reale Zahlen an und die Kaufkraft und Konsum, dann sieht es so schlecht auch nicht aus. Man darf ja nicht vergessen, dass der Markt gesättigt ist. Ich habe auch keine Lust mehr, immer wieder eine neue Küche zu kaufen, die Wohnung neu einzurichten und mit dem dritten Porsche bekomme ich langsam Parkplatzprobleme. Die Kisten halten einfach zu lange. Aber nicht nur das, in den traditionellen Exportländern sieht es ähnlich aus.
Da kann man sich nur auf Jagd machen in Ländern, die noch nicht übersättigt sind. Ukraine wäre da so ein Kandidat, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Baltikum etc. sind willige, gierige Abnehmer einerseits, aber auch als Billigarbeiterpotential interessant. das Problem unserer Zeit: die Arbeitskraft wird nicht zusätzlich gebraucht, sondern statt gut bezahlter Einheimischer. Das drückt hier die Löhne.
Den Managern, Unternehmern und ihren Clans kann das egal sein, wo sie ihre Gewinne machen. Wird hier zu teuer produziert, weicht man aus und lässt es woanders zum Schleuderpreis herstellen, was zusätzlich noch die Gewinnmarge erhöht.
Dazu kommt die Automatisierung. Ich erinnere mich an das frühe VW-Werk in Wolfsburg, wo nach Feierabend Menschenmassen herausströmten, die alle dort in Lohn und Brot standen. Jetzt stehen Automaten an ihrer Stelle und bei Schichtwechsel verlassen ein paar Spezialisten das Gelände, ein echt langweiliger Abtrieb. Schlangen bilden sich nicht mehr am Werkstor, sondern beim Job-Center. Das Dumme am System: Die Automaten zahlen keine Steuern, Sozialabgaben und auch nicht in die Rentenkasse ein. der wachsende Konzerngewinn wird auf ein paar Top-Manager und den Großaktionären verteilt.
In Russland konnte aber etwas Vermögen und viel Konsum gebildet werden. Deshalb fliessen die Erlöse doch stärken in die Taschen der Menschen als zbs in Deutschland.
Man muss mal überlegen: Es funktioniert schon bei relativ niedriger Wertschöpfungsrate. Außerdem vergleicht man größtenteils, sofern man sich in der Konsumgesellschaft etablieren konnte, mit Zuständen vor den Reformen, statt mit Produktionsziffern im Ausland.
Natürlich bin ich auch in Russland der Meinung man müsste die Oligarchen noch einmal nachversteuern. Theoretisch könnte jeder Russe zu 1/4 wie ein Bürger Saudi Arabiens leben.
Dann bricht das kleptokratische System des Hyperkapitalismus zusammen. Da aber die Führung massiv beteiligt ist, bricht damit auch der Staat zusammen.
In Deutschland gibt's kein Öl aber man könnte durch Systemveränderungen schnell man 1/3 mehr in die Kasse spülen.
Ich fürchte, das ist ziemlich theoretisch. Das System hat sich selbst überholt. Wenn man aber die Billigimporte ausbremst und so was im Land produziert, könnte es funktionieren. Aber was ist, wenn z.B. chinesische Elektronik ausbleibt und entsprechend unserer Lohnvorstellungen hier gefertigt wird? dann werden PC, Laptop, Handy usw zur Anschaffung fürs Leben. Ohne regelmäßige Neuanschaffungen (wer kann es sich leisten?) bricht aber auch die Produktion zusammen.
Es mag jetzt pervers und idiotisch klingen, aber was uns fehlt sind Naturkatastrophen, radikale Revolutionen und vernichtende Kriege. Erst dann entsteht wieder ein echter Bedarf, der die Produktion ankurbelt und ein gesundes, wachstumsorientiertes Wirtschaftssystem in Gang bringt.
So gesehen lebe ich lieber etwas bescheidener im Frieden.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.