Anna Riccola hat geschrieben:Also ich finde schon, dass die Russen besonders krasse - und weniger professionelle - Propaganda machen als die Amis. Wir Deutschen kennen die Amis und wissen deren Propaganda durchaus einzuschätzen.
Wenn man die Wahrheit nicht kennt, sind beide Seiten schlecht einzuschätzen. Von Deutschland aus kann man den Westen besser überprüfen und alternative Quellen einsehen. Logisch, dass man mit amerikanischer Propaganda aufgewachsen ist und sie besser beurteilen kann.
Bei den Russen sind viele sicherlich überrascht, wie platt das dort läuft. Ich meine, Putin trifft sich vor der Kamera mit seinem Außenminister und fragt ihn leutselig: Na mein Lieber, was gab es diese Woche Neues. Und der antwortet: Na ja, dies und das. Hallo??
Es könnte dort ja auch eine sehr spannende Berichterstattung geben, aber man zieht es vor, sich auf die wichtigsten Themen zu konzentrieren und sie so darzustellen, dass sie verstanden werden. das erspart eigenes denken -- Dient am Volk! Was wichtig ist und welche Sichtweise vorzuziehen ist, wird zentral geregelt. Wer das Volk mit anderen Denkweisen und Informationen verunsichern will, hat die Konsequenzen sich selbst zuzuschreiben.
Auf der anderen Seite muss man wissen, dass die Mitarbeiter von Axel-Springer-Medien wie der WELT vor Unterschreiben ihres Arbeitsvertrags zusichern müssen, dass sich ihre Arbeit sich niemals gegen die Politik der USA und Israels richten wird. Das ist schon heftig.
Im Prinzip haben auch Burda, Bertelsmann, Holtzbrinck und alle anderen Verlage/Verlagsgruppen ihre Richtlinien und politischen Präferenzen. Aber die Medienlandschaft ist so bunt und vielfältig, dass man von Schrippedoof bis Höchstintelligent genau sein Medium findet. Auch bei der politischen Himmelsrichtung gibt es genug Auswahl.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.