Ich denke ein Teil des Problems liegt in der Größe Russlands. In den Großstätten entspricht das Leben, in meinen Augen, mehr oder weniger osteuropäischem Standard (auch wenn Moskau scheinbar das Eldorado für Auftragskiller ist...Berlino10 hat geschrieben:Mir ging es in diesem Fred um die Gegenüberstellung von Spitzen- und Schlusslicht-Positionen RUS in weltweiten Statistiken.
Um Positionen, die Stärke und Potentiale RUS aufzeigen,
aber auch um wohl noch grosse Aufgabengebiete,
ob und was sich da ggfls. tut,
warum das so ist, und was man dagegen tun könnte,...
In der Sowjetunion wurden aber in den entlegensten Regionen Kombinate gebaut und Menschen angesiedelt. Die können unter Marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht rentabel wirtschaften und verfallen. Was sollen die Menschen tun? Sie sind arbeitslos, haben praktisch keine Perspektive und kein Geld um weg zu ziehen. Da bleibt nur Saufen, vö..., Drogen nehmen und sich als Konsequenz gegenseitig oder selbst umbringen. Ich denke so kommt die Statistik zum großen Teil zustande.
Dieses Buch bietet da sehr interessante Einblicke: [amazon]3937431616[/amazon] Fremde Heimat Sibirien: Leben an der Seite eines Taigajägers
Die Lösung ist schwierig.
1. Der Aufbau eine Industrie in diesen Regionen macht wenig Sinn. Sowohl die Rohstoffe als auch die fertigen Produkte müssten sehr weit transportiert werden. Spezialisten würden nur für exorbitante Gehälter in den Regionen arbeiten. Und ein Großteil der Bewohner ist, aufgrund ihrer Alkohol und Drogen Probleme wohl nicht für eine reguläre Arbeit zu gebrauchen. Die Produktion wäre unendlich teuer. Das funktioniert nur mit planwirtschaftlichen Staatsunternehmen, und dann ist man wieder beim Kommunismus.
2. Man könnte die Betroffenen therapieren und umsiedeln. Bei Süchtigen ist aber nicht mit rationalen Entscheidungen zu rechnen, so dass sie sich wohl wehren werden. Und Zwangstherapie und Zwangs Umsiedlung,.... wie schon gesagt, Kommunismus.
3. Man könnte ein paar europäische "Entwicklungshelfer" hinschicken, die dort eine ökologische Landwirtschaft und umweltverträglichen Tourismus, natürlich mit demokratischer Beteiligung, Gleichberechtigung von Frau und Tierschutz für das bedrohte Sumpfhuhn durchsetzen. Den Erfolg dieser Aktionen kann man sich in Afrika anschauen.
4. Man könnte mit Hilfe der Orthodoxen Kirche und starken Führungspersonen versuchen, alte Werte wieder zu beleben (Glauben, Patriotismus, Zusammenhalt, Fleiß, Genügsamkeit, Pioniergeist...) und hoffen, dass sich wenigstens ein Teil der Bevölkerung fängt. Die jungen ziehen irgendwann in die größeren Städte, die älteren folgen ihnen, wenn sie alleine nicht mehr zurecht kommen. In diesen "Regionalzentren" versucht man mit staatlicher Unterstützung eine halbwegs erträgliche Infrastruktur und Jobs zu schaffen.
Das ist der Weg, den Putin, meiner Meinung nach, versucht zu gehen. Das die Kombination aus Armut und starker staatlicher Förderung zu Korruption führt und sich einige Unternehmer hierbei massiv bereichern, ist, in meinen Augen, kaum zu vermeiden.
Und die Rolle als starker Mann, die Putin hierfür spielen muss, kommt, wie man hier oft genug lesen kann im Westen schlecht an.


