Infiltration.... auf eigenem Staatsgebiet. Nette Bezeichnung eines ganz normalen, durch die Veträge der OSZE abgedeckten Vorgangs.Berlino10 hat geschrieben:Und Dietrich meint, das als Skandal aufbauschen zu müssen, aber natürlich wieder mal nicht, was der Westen an Infiltration betreibt, sondern was RUS angeblich zulässt.
Denn auch wenn du die Übergangsregierung in Kiew noch so oft als Putschisten bezeichnest (scheinst ja wirklich mit dem Herzen am armen Janukovich zu hängen), ist es eben NICHT so, dass sich da Putschisten-West und Putschisten-Ost gegenüberstehen.
Die "West-Putschisten" wurden nämlich von ausreichend großen Teilen der demokratisch gewählten ukrainischen Rada zur Übergangsregierung bestimmt (außer ein paar die soviel Dreck am Stecken hatten, dass sie bereits auf dem Weg bzw. in Russland waren), während die Ostputschisten sich ÜBERALL mit Waffengewalt Zugang zu Rathäusern etc. verschafft haben und diese nun besetzt halten.
Die Übergangsregierung ist soweit demokratisch legitimiert wie es die Vorgänge, die aufgebrachten Massen (nicht nur die paar Faschisten die auch darunter waren, sondern Tausende auf dem Maidan) und die feige Flucht des Präsidenten-Kleptokraten überhaupt zuließen.
Das der Großteil der ukrainischen Bevölkerung hinter der Übergangsregierung steht zeigt doch auch, dass es, außer durch die Pro-russischen Verbrecher(*) im Osten keine expliziten Proteste gegen diese gibt, sondern höchstens noch durch Protestcamps der erreichte Status-Quo durch die Bevölkerung weiterhin unterstützt wird.
Die "Gefahr" für die russischstämmigen Ostukrainer war und ist doch eine reine Erfindung Moskaus. Bis auf den "Versuch" die russische Sprache nicht mehr als Amtssprache zuzulassen ist doch von Seiten der Übergangsregierung gar nichts gegen diese unternommen worden. Da man diese Gefahr aber unbedingt argumentativ benötigte, ist man dort zu Plan B übergegangen: Weil aus Richtung Kiew nichts kam, gegen das man die Menschen dort schützen musste, hat man selber dort Leute bewaffnet, die gewaltsam öffentliche Gebäude besetzten. Nur um dann jegliches Vorgehen der kiewer Übergangsregierung das in solchen Fällen eine logische Folge gewesen wäre dann als genau diese Gefahr darstellen kann, die man für eine weitere Destabilisierung benötigt.
Und jetzt verhält sich doch Kiew tatsächlich weiterhin relativ ruhig und besonnen, obwohl im Westen des Landes die Leute der Übergangsregierung schon Schwäche vorzuwerfen beginnen und verhandelt mit Moskau über eine Entwaffnung und die Räumung. Und als danach so langsam klar wird, dass sich die im Osten jetzt auch mal so langsam bewegen müssten - was sie natürlich nicht wollen, weil es gegen ihre Ziele ist - nimmt man dort schnell Geiseln und eskaliert die Lage weiter.
Und alles nur, um die Wahlen zu verhindern, die dem Land wieder eine Regierung geben könnten, bei denen es dann auch Putin und Berlino schwer fallen würde diese weiterhin als Putschisten zu bezeichnen.
(*) Oder wie würdest du Geiselnehmer sonst bezeichnen?

