Wirkung der bisherigen Sanktionen
Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
Hier ein sehr lenswerter und nachdenklicher Artikel von Klaus von Dohnanyi in der FAZ
Thema:
"Putin-Versteher“ sind nicht automatisch Befürworter der russischen Politik im Krim-Konflikt. Und geht es nicht auch um „Obama- Versteher“, wenn man die Ukraine-Krise richtig beurteilt?"
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"Putin-Versteher“ sind nicht automatisch Befürworter der russischen Politik im Krim-Konflikt. Und geht es nicht auch um „Obama- Versteher“, wenn man die Ukraine-Krise richtig beurteilt?"
- Sibirier
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
Auszug..
Wie kann es nun weitergehen? Um der Einigkeit im Westen willen musste Deutschland wohl den ersten Sanktionen zustimmen. Aber weiter so lieber nicht. Der Abbruch der Gespräche, auch innerhalb der G8, war kein Fortschritt: Mit Russland können wir nur vorankommen, wenn wir geduldig gemeinsame Interessen suchen und formulieren. Heute heißt das: keine Aufteilung der Ukraine, aber auch keine Ukraine in der EU oder in der Nato. Wirtschaftsöffnung der Ukraine zur EU, ohne aber Putin an einer Öffnung zu seiner Zollunion zu hindern. Berücksichtigung auch russischer Industrieinteressen in der Ostukraine. Europa braucht eine gesunde Ukraine; und das wird teuer genug für beide Seiten.
Wie kann es nun weitergehen? Um der Einigkeit im Westen willen musste Deutschland wohl den ersten Sanktionen zustimmen. Aber weiter so lieber nicht. Der Abbruch der Gespräche, auch innerhalb der G8, war kein Fortschritt: Mit Russland können wir nur vorankommen, wenn wir geduldig gemeinsame Interessen suchen und formulieren. Heute heißt das: keine Aufteilung der Ukraine, aber auch keine Ukraine in der EU oder in der Nato. Wirtschaftsöffnung der Ukraine zur EU, ohne aber Putin an einer Öffnung zu seiner Zollunion zu hindern. Berücksichtigung auch russischer Industrieinteressen in der Ostukraine. Europa braucht eine gesunde Ukraine; und das wird teuer genug für beide Seiten.
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
ich teile nicht alles was Dohnanyi da schreibt, aber es hat auf jeden Fall Hand und Fuß und ist eine bedenkenswerte Sicht auf die Dinge.
Übrigens glaube ich, dass vieles einfacher und vor allem weniger ruppig und bedrohlich abliefe, wenn die vergleichbare russische Politik nicht von einem Macho wie Putin sondern einer anderen Persönlichkeit verfolgt würde. Das ist das immer wiederkehrende Phänomen: Bush, Putin, Berlusconi, Schröder... alles Egomanen, die einfach die Provokation um ihrerselbstwillen lieben und genießen. Man muss sich nur mal die alten Spiegelreportagen von 2000 über Putins Lebensweg angucken und man kriegt eine Vorstellung davon, was ihm Freude bereitet. So berichtet seine alte Schulehrerin, dass er schon als Kind überdurchschnittlich frech war, bei Prügeleien zur Stelle war und erheblichen Geltungsdrang hatte.
Übrigens glaube ich, dass vieles einfacher und vor allem weniger ruppig und bedrohlich abliefe, wenn die vergleichbare russische Politik nicht von einem Macho wie Putin sondern einer anderen Persönlichkeit verfolgt würde. Das ist das immer wiederkehrende Phänomen: Bush, Putin, Berlusconi, Schröder... alles Egomanen, die einfach die Provokation um ihrerselbstwillen lieben und genießen. Man muss sich nur mal die alten Spiegelreportagen von 2000 über Putins Lebensweg angucken und man kriegt eine Vorstellung davon, was ihm Freude bereitet. So berichtet seine alte Schulehrerin, dass er schon als Kind überdurchschnittlich frech war, bei Prügeleien zur Stelle war und erheblichen Geltungsdrang hatte.
- Sibirier
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
Russland und nicht nur Putin wird immer "trotzig" auf Ausschluesse reagieren. Ich uebrigens als Deutscher auch...
So, wenn unsere Politiker das meinen, gebe ich Ihnen die Schuld an einen evtl. Neuen Krieg.
Wie heute der tuerkische Praesident sagte, Gauck fuehlt sich wohl noch als Pfaffe, aber nicht als Praesident...
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kamensky
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
Das ist die typische Art, mit Informationen umzugehen. Erdogan drückte sich schon etwas gewählter aus.Sibirier hat geschrieben:Gauck fuehlt sich wohl noch als Pfaffe, aber nicht als Praesident...
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
Er hat in vielen Dingen durchaus recht, allerdings beschäftigt er sich meiner Meinung nach zuwenig mit der "anderen Strategie" und der Frage, die er selbst stellt:Gunnar hat geschrieben:Hier ein sehr lenswerter und nachdenklicher Artikel von Klaus von Dohnanyi in der FAZ
Außer der Frage "hat das (überhaupt) eine Chance" geht er auch zu wenig der Frage nach "welche Folgen hätte diese Strategie für die Ukraine", wenn man Russland klar signalisiert, dass man nur kritisieren und reden, aber sonst garantiert nichts machen wird.Die andere Strategie, eher der deutschen Position nahe, lautet: die völkerrechtliche Verurteilung der Annexion aufrechterhalten, aber Spannungen durch Gespräche und Verhandlungen entschärfen; politische Zusammenarbeit und Handel fortführen und geduldig daran arbeiten, dass sich auch in Russland zivilgesellschaftliche Interessen und völkerrechtliche Grundsätze durchsetzen werden. Hat das eine Chance?
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
Ist es denn die "Annexion", die in der Kritik steht oder das Verfahren, wie es durchgepeitscht wurde?Dietrich hat geschrieben:Außer der Frage "hat das (überhaupt) eine Chance" geht er auch zu wenig der Frage nach "welche Folgen hätte diese Strategie für die Ukraine", wenn man Russland klar signalisiert, dass man nur kritisieren und reden, aber sonst garantiert nichts machen wird.
Trickreich die Lage in Kiew ausgenutzt, dazu etwas Randale veranstaltet, sich mit mafiösen Politikern einlassen, dann die sogenannte "Wahl" ohne Auswahl und das Eingliederungs-Blitzverfahren in der Duma, das hat doch die Kritiker auf die Palme gebracht.
Putin mag ja in manchen Punkten Recht haben -- wenigstens aus seiner Sicht und Interessenlage -- und es ist ja nicht illegitim, die Ukraine als russisches Stammland zu betrachten. Auch seine Werbung um die Ukrainer kann man verstehen und muss es nicht verurteilen. Aber der Ton macht die Musik und da vergreift er sich zu oft und setzt zweifelhafte Mittel ein.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
Ich finde die gleich am Anfang stehende Aussage Dohnanyis so wahr wie sie simpel ist:
Und ohnehin kann die streitige Übernahme des Teiles eines anderen Staates nicht rechtens sein.
Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen
Hier ein weiterer Artikel für die Nicht-Hampelmänner zum Aufregen:
Die Ukraine – eine Tragödie in mehreren Akten
Besonders dieser Absatz hier zeigt, wie naiv doch der Autor ist:
Die Ukraine – eine Tragödie in mehreren Akten
Besonders dieser Absatz hier zeigt, wie naiv doch der Autor ist:
Naja, sieht man ja schon am der Web-Seite, dass es sich da um ein CIA-Projekt handelt. Also erst den Aluhut aufsetzen, bevor man dort etwas liest! Oder am besten erst gar nicht lesen und sofort allgemein darüber ablästern....Der zweite Akt der ukrainischen Tragödie ging von der ukrainischen Bevölkerung aus in Gestalt des Aufstandes im Westen des Landes und auf dem Maidan in Kiew gegen die gewählte Regierung Janukowitsch, der sich genau gegen diesen Schritt der Ukraine zurück unter die Fittiche des Kremls richtete. Er führte zum Sturz Janukowitschs und zum vorläufigen Scheitern von Moskaus Plänen der friedlichen Rückgewinnung der Ukraine. Entgegen aller Legendenbildung waren es nicht die Nato, nicht Europa und nicht Amerika gewesen, die sich gegen die Ostverschiebung der Ukraine stellten, sondern wesentliche Teile der ukrainischen Bevölkerung.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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