Kultgrieche hat geschrieben:Hey, dann treten ja die Westukrainer den Polen hier auf die Füße, die stechen hier nämlich vorwiegend den Spargel.
Hier in Brandenburg werden es immer weniger Polen. Die finden inzwischen auch zu Hause mehr Arbeit oder Dank Freizügigkeit in anderen Branchen. Außerdem wollen die paar €uro mehr sehen. Hier treten vermehrt Ukrainer, Weißrussen und auch Rumänen/Bulgaren auf. Der größte Spargelbauer hier, holt die Arbeiter mit eigenen Bussen aus der Ukraine ab und bringt sie nach der Saison zurück. Die wohnen in einer ehemaligen Kaserne (incl. Verpflegung) und werden alle paar Tage auch zum Einkaufen zu den Supermärkten gefahren. Dort kann man an der Kasse gut beobachten, dass sie extrem sparsam sind. Bei Aldi/Lidl/Netto/Norma sind sie als "russische Wolke" eher unbeliebt, da sie Busweise einfallen, überall neugierig rumkramen, Sachlangen an der Kasse bilden und relativ wenig Umsatz machen.
Nach dem Ende der Spargelsasion geht nämlich das Gehalt der Westukrainer auf 0 EUR herab.
Wieso das? Die bekommen hier alle z. Zt. 5,35 €/Stunde incl. Kost/Logis (bald 8,50) und nach Vereinbarung wird nur ein Taschengeld ausgezahlt. Entweder sie überweisen in die Heimat oder bekommen die recht ansehnliche Summe vor der Heimreise ausgezahlt.
Wer Familie hat, der muss nicht unbedingt auf die Walz gehen ins Ausland, wenn im Stahlwerk nebenan ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Immerhin ist ja das pro-Kopf-Einkommen in der Ostukraine höher als in der Westukraine.
... und trotzdem deutlich niedriger als für Saisonarbeit hier!
Immrehin ist die Nachfrage aus der Ukraine so hoch, dass die für jede Spargelstange einen eigenen Arbeiter einstellen könnten. Lt. Buschmann&Winkelmann (der grüßte Spargelbaubetrieb hier) haben die schon Anmeldungen/Bewerbungen für die nächsten Jahre.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.