Anna Riccola hat geschrieben:... Ihm wird bewusst sein, dass die Russen noch nicht so weit sind, in einer Demokratie ihre Selbstständigkeit umzusetzen. Dafür lastet Zarenreich und Sowjetreich zu stark auf den Menschen.
Das ist nun eine olle Klamotte, die trotz häufiger Wiederholung nicht wahrer wird. Eigentlich ist es eher eine Beleidigung für das russische Volk.
Zugegeben, auch nach Kaiser- und Nazireich klappte es mit der Demokratie in Deutschland auch nicht so reibungslos. Adenauer hat schon sehr den Obervater raushängen lassen, unterstützt von den Amis und in der Verwaltung saßen zwangsläufig noch viele von Vorgestern. Aber nach Anlaufschwierigkeiten hat es doch ganz gut geklappt.
Jetzt hat die Regierung mehr Probleme mit dem mündigen Volk, als umgekehrt.
Die DDR, die noch paar Jahrzehnte mehr Diktatur genießen durfte, hat es da deutlich schneller geschafft.
Aber auch in den ehemaligen Ostblock- und ex-CCCP-Staaten lief es nicht reibungslos, gab es heftige Startschwierigkeiten und mitunter Rückfälle. Einige hängen immer noch am alten System, aber es sind überwiegend deutliche Fortschritte erkennbar.
Bei der russischen Kleptokratie habe ich den Eindruck, dass sie den Rückwärtsgang eingelegt haben. Der Zarputin und sein devoter, oligarchischer Hofstaat bestimmen das Geschehen und die Zukunft. Das Volk wird mit Hinweis auf seine Demokratie-Unmündigkeit immer mehr zu Vasallen degradiert.
Statt politischer Mündigkeit werden Urinstinkte aktiviert (Patriotismus, Herrscherkult, Nationalstolz usw.), damit das System läuft und sich im Sinne des Führers stabilisiert.[/quote]
Und in dieser Situation tut er das für sich selber Praktikabelste. Im Ergebnis hat er es geschafft, in Russland der reichste Mann zu sein und vom Volk verehrt zu werden.
Ich warte eigentlich auf den Tag, an dem er sich zum Herrscher und Oberkassierer auf Lebenszeit küren lässt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.