Also ist das Klauen von Milliarden völlig okay?

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Gunnar
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Re: Also ist das Klauen von Milliarden völlig okay?

Beitrag von Gunnar »

da hier alle so schön am "Über-den-Kamm-scheren" sind möchte ich meinen Senf auch nicht ersparen ;)

Ich mag an den Russen, dass sie häufig eine ziemlich hohe Toleranzschwelle haben und für meist überraschend gut funktionierende Provisiorien zu haben sind.
Funktioniert das Provisorium, kommt keiner auf die Idee zu sagen: so und jetzt machen wir es nochmal und dann perfekt.

Genau mit diesen irgendwie liebenswerten Eigenschaften kann es aber eben auch zu Problemen kommen, sei es am Büffet im Ferienressort, wo man einfach nicht auf das Benehmen am Nachbartisch achtet und dieses maßregelt, sich dementsprechend aber auch selbst eher leger benimmt, oder etwa im (Hoch-)Technologiebereich, wo halt die totale Präzision das Zauberwort ist.
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klaupe
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Re: Also ist das Klauen von Milliarden völlig okay?

Beitrag von klaupe »

Gunnar hat geschrieben:Ich mag an den Russen, dass sie häufig eine ziemlich hohe Toleranzschwelle haben und für meist überraschend gut funktionierende Provisiorien zu haben sind.
Funktioniert das Provisorium, kommt keiner auf die Idee zu sagen: so und jetzt machen wir es nochmal und dann perfekt.
Genau so ist es! Man muss sich einfach auf das Land einstellen und auf die speziellen Eigenarten. Wer das nicht schafft, sollte lieber zu Hause bleiben.
Das gilt durchaus für beide Seiten.

Letztendlich ist es doch entscheidend, ob man mit den Provisorien leben kann. Auch mit der hochglanzpolierten Perfektion ist das Leben nicht immer einfach und z.B. viele Deutsche stellen sich mit solchen hohen Ansprüchen selbst ein Bein.
kamensky hat geschrieben:Ich spreche hier spezifisch die Russen an, welche sich gerne als "arbeitsfreudige" darstellen, welches aber zu 90% NICHT der Tatsache entspricht. Leider!!
Ich habe schon oft den Arbeitseifer bewundert. Der entwickelt sich aber erst nach Feierabend, wenn das eigene Anwesen ausgebaut wird oder bei der "Nachbarschaftshilfe" noch ein paar Rubel in die Haushaltskasse wandern :lol:
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
Anna Riccola
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Re: Also ist das Klauen von Milliarden völlig okay?

Beitrag von Anna Riccola »

klaupe hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben: Idiot ist Putin sicherlich nicht, auch wenn manche seiner Aktionen idiotisch erscheinen mögen.
Das denke ich auch. Ihm wird bewusst sein, dass die Russen noch nicht so weit sind, in einer Demokratie ihre Selbstständigkeit umzusetzen. Dafür lastet Zarenreich und Sowjetreich zu stark auf den Menschen. Und in dieser Situation tut er das für sich selber Praktikabelste. Im Ergebnis hat er es geschafft, in Russland der reichste Mann zu sein und vom Volk verehrt zu werden.
Also sprach Zarathustra...
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klaupe
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Re: Also ist das Klauen von Milliarden völlig okay?

Beitrag von klaupe »

Anna Riccola hat geschrieben:... Ihm wird bewusst sein, dass die Russen noch nicht so weit sind, in einer Demokratie ihre Selbstständigkeit umzusetzen. Dafür lastet Zarenreich und Sowjetreich zu stark auf den Menschen.
Das ist nun eine olle Klamotte, die trotz häufiger Wiederholung nicht wahrer wird. Eigentlich ist es eher eine Beleidigung für das russische Volk.

Zugegeben, auch nach Kaiser- und Nazireich klappte es mit der Demokratie in Deutschland auch nicht so reibungslos. Adenauer hat schon sehr den Obervater raushängen lassen, unterstützt von den Amis und in der Verwaltung saßen zwangsläufig noch viele von Vorgestern. Aber nach Anlaufschwierigkeiten hat es doch ganz gut geklappt.
Jetzt hat die Regierung mehr Probleme mit dem mündigen Volk, als umgekehrt.
Die DDR, die noch paar Jahrzehnte mehr Diktatur genießen durfte, hat es da deutlich schneller geschafft.

Aber auch in den ehemaligen Ostblock- und ex-CCCP-Staaten lief es nicht reibungslos, gab es heftige Startschwierigkeiten und mitunter Rückfälle. Einige hängen immer noch am alten System, aber es sind überwiegend deutliche Fortschritte erkennbar.

Bei der russischen Kleptokratie habe ich den Eindruck, dass sie den Rückwärtsgang eingelegt haben. Der Zarputin und sein devoter, oligarchischer Hofstaat bestimmen das Geschehen und die Zukunft. Das Volk wird mit Hinweis auf seine Demokratie-Unmündigkeit immer mehr zu Vasallen degradiert.
Statt politischer Mündigkeit werden Urinstinkte aktiviert (Patriotismus, Herrscherkult, Nationalstolz usw.), damit das System läuft und sich im Sinne des Führers stabilisiert.[/quote]
Und in dieser Situation tut er das für sich selber Praktikabelste. Im Ergebnis hat er es geschafft, in Russland der reichste Mann zu sein und vom Volk verehrt zu werden.
Ich warte eigentlich auf den Tag, an dem er sich zum Herrscher und Oberkassierer auf Lebenszeit küren lässt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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