Romy80 hat geschrieben:Es ist doch eigentlich nahe liegend, dass in einem Land, wo traditionelle Werte und Familienwerte sehr hoch gehalten werden, eine gewisse Intoleranz gegenüber Homosexualität da ist.
Nein, ist es nicht. Ich bin selbst eher konservativ und halte traditionelle und auch Familienwerte bestimmt recht hoch. Was das aber mit Intoleranz gegenüber Homosexualität zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht, zumal Höflichkeit und Toleranz definitiv auch zu den "traditionellen Werten" gehören.
Intoleranz gegenüber derartiger Randgruppen, die - wenn man sie einfach in Frieden leben lässt - niemandem etwas tun ist kein Zeichen von "traditionellen Werten" sondern von fehlendem eigenen Selbstbewusstsein.
Romy80 hat geschrieben:Vor 100 Jahren haben Deutsche oder Westeuropäer auch ganz anders über das Schwulsein bzw. Homosexualität gedacht...
In Russland war man da auch schon mal weiter... siehe TATU, Vera Serdutchka oder auch den dritten Platz von Conchita Wurst bei russischen Telefonvoting.
Diese staatlich propagandierten "traditionellen Werte" die aber einhergehen mit einer Intoleranz gegenüber allem (angeblich) nicht traditionellem ist aber sehr ärgerlich und gefährlich. Weil sie allen Intoleranten mit fehlendem eigenen Selbstbewusstsein auch noch das Gefühl gibt, das sie mit ihrer Intoleranz recht haben und auf dem richtigen Weg sind.
Traditionell in der Ausprägung "Nationalismus minus Toleranz" geht im Extrem defintiv in Richtung Faschismus.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)