Lichtblick China?
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Lichtblick China?
Um die russische Wirtschaft sieht es derzeit nicht gerade rosig aus. Rubelverfall, Inflation und Kaufkraftverlust, fast stagnierende Wachstumsraten und Exporte.
Indierekt hinterlassen die bisherigen "Sanktiönchen", die ja gerne von Moskau belächelt werden, auch ihre deutlichen Spuren.
In den letzten Wochen wurden fast 160 Milliarden €uro aus Russland abgezogen und etliche geplante Investitionen zumindest aufgeschoben. Ein Ende diese Aktionen ist noch nicht abzusehen.
Immense geplante Militärausgaben und der Anschluss der Krim, möglicherweise auch noch anderer Teile der Ukraine, werden den Haushalt enorm belasten.
Dazu kommt das Bestreben Europas, sich langfristig aus der Abhängigkeit vom russischen Öl und Gas zu befreien. Das wäre für Russlands Wirtschaft fatal.
Nun tritt China als Retter auf den Plan.
Die Ukraine-Krise mit ihren Folgen für Russland schafft ideale Bedingungen im Poker um Konditionen und Preise.
Die seit 1997 langjährig verschleppten Verhandlungen über ein Gaslieferabkommen wurden wieder aufgenommen und könnten bald zum Ergebnis führen. Ab 2018 könnten dann durch eine noch zu bauende Pipeline pro Jahr 38 Milliarden m³ Gas aus Sibirien nach China fließen. Das Abkommen würde auf 30 Jahre angelegt werden.
China bekommt derzeit Gas aus Turkmeninstan und dem Golf von Bengalen zu recht günstigen Konditionen. Auch der rapide wachsende Bedarf könnte noch gedeckt werden, aber China will sich nicht von diesen Lieferanten abhängig machen und daher diversifizieren. Ziel ist es, die Abhängigkeit von der umweltschädlichen Kohle als Energielieferant abzubauen.
Nahezu alles ist schon ausgehandelt, aber über den Preis ist man sich noch nicht einig. Da muss Russland noch deutliche und schmerzhafte Zugeständnisse mache, denn China will keinesfalls mehr bezahlen, als an die anderen Lieferanten.
Russland wird wohl klein beigeben müssen, denn die Chinesen sind stark und stur. Als Wirtschafts-Weltmacht haben sie Russland inzwischen weit überholt.
Während sich Russland immer mehr isoliert bzw. isoliert wird, hat China ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut. So gesehen ist Russland der deutlich schwächere Partner, dem kaum eine andere Wahl bleibt.
Indierekt hinterlassen die bisherigen "Sanktiönchen", die ja gerne von Moskau belächelt werden, auch ihre deutlichen Spuren.
In den letzten Wochen wurden fast 160 Milliarden €uro aus Russland abgezogen und etliche geplante Investitionen zumindest aufgeschoben. Ein Ende diese Aktionen ist noch nicht abzusehen.
Immense geplante Militärausgaben und der Anschluss der Krim, möglicherweise auch noch anderer Teile der Ukraine, werden den Haushalt enorm belasten.
Dazu kommt das Bestreben Europas, sich langfristig aus der Abhängigkeit vom russischen Öl und Gas zu befreien. Das wäre für Russlands Wirtschaft fatal.
Nun tritt China als Retter auf den Plan.
Die Ukraine-Krise mit ihren Folgen für Russland schafft ideale Bedingungen im Poker um Konditionen und Preise.
Die seit 1997 langjährig verschleppten Verhandlungen über ein Gaslieferabkommen wurden wieder aufgenommen und könnten bald zum Ergebnis führen. Ab 2018 könnten dann durch eine noch zu bauende Pipeline pro Jahr 38 Milliarden m³ Gas aus Sibirien nach China fließen. Das Abkommen würde auf 30 Jahre angelegt werden.
China bekommt derzeit Gas aus Turkmeninstan und dem Golf von Bengalen zu recht günstigen Konditionen. Auch der rapide wachsende Bedarf könnte noch gedeckt werden, aber China will sich nicht von diesen Lieferanten abhängig machen und daher diversifizieren. Ziel ist es, die Abhängigkeit von der umweltschädlichen Kohle als Energielieferant abzubauen.
Nahezu alles ist schon ausgehandelt, aber über den Preis ist man sich noch nicht einig. Da muss Russland noch deutliche und schmerzhafte Zugeständnisse mache, denn China will keinesfalls mehr bezahlen, als an die anderen Lieferanten.
Russland wird wohl klein beigeben müssen, denn die Chinesen sind stark und stur. Als Wirtschafts-Weltmacht haben sie Russland inzwischen weit überholt.
Während sich Russland immer mehr isoliert bzw. isoliert wird, hat China ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut. So gesehen ist Russland der deutlich schwächere Partner, dem kaum eine andere Wahl bleibt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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kamensky
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Re: Lichtblick China?
Ähnliches war doch schon 2009 mit dem Milliardendeal für Öl, wo im Endefekt die Chinesen den Russen den Preis vorgaben. Leider finde ich die Infos über den damalig abgemachten Preis nicht mehr, welcher bis 2030 ausgehandelt wurde, jedoch meinte ich mich im entferntesten Sinne zu erinnern, dass es ca. 65$ pro Barel waren (ohne Gewähr). Kudrin war von der Langzeit- Preisvereinbahrung nicht wirklich angetan.Nahezu alles ist schon ausgehandelt, aber über den Preis ist man sich noch nicht einig. Da muss Russland noch deutliche und schmerzhafte Zugeständnisse mache, denn China will keinesfalls mehr bezahlen, als an die anderen Lieferanten.
Russland wird wohl klein beigeben müssen, denn die Chinesen sind stark und stur. Als Wirtschafts-Weltmacht haben sie Russland inzwischen weit überholt.
Während sich Russland immer mehr isoliert bzw. isoliert wird, hat China ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut. So gesehen ist Russland der deutlich schwächere Partner, dem kaum eine andere Wahl bleibt.
http://www.russland.ru/schlagzeilen/mor ... item=46530
http://www.handelsblatt.com/finanzen/ro ... 61178.html
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
Re: Lichtblick China?
Ihr kennt doch nicht die Selbstkosten die Russland hat. Wie kann man dann von einem schlechten Deal reden?. Ich hab für 40 USD Selbstkosten und verkaufe zum politischen Preis von 65 USD.. immer noch IO. Des Weiteren gibt es ja momentan auch Gespräche mit Nordkorea und Südkorea mit Ziel einer Erdgaspipeline nach Südkorea. Der Iran-Russland Deal sowie die Gespräche mit Japan zur Erweiterung des Flüssiggasterminals in Sakhalin.
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kamensky
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Re: Lichtblick China?
Wer hat hier von einem schlechten Deal gesprochen? Niemand!GIN hat geschrieben:Ihr kennt doch nicht die Selbstkosten die Russland hat. Wie kann man dann von einem schlechten Deal reden?. Ich hab für 40 USD Selbstkosten und verkaufe zum politischen Preis von 65 USD.. immer noch IO. Des Weiteren gibt es ja momentan auch Gespräche mit Nordkorea und Südkorea mit Ziel einer Erdgaspipeline nach Südkorea. Der Iran-Russland Deal sowie die Gespräche mit Japan zur Erweiterung des Flüssiggasterminals in Sakhalin.
Noch ein interessanter Artikel zwar vom Nov. 13 aber grosse Unterschiede (Veränderung in der Preisbildung der Förderung) wird es zu dato nicht geben.
http://de.rbth.com/wirtschaft/2013/11/0 ... 26653.html
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Re: Lichtblick China?
Wenn man die Spekulationen für die Förderkosten betrachtet, die von 40 US$ (lt. "GIN") bis zukamensky hat geschrieben:Wer hat hier von einem schlechten Deal gesprochen? Niemand!
Dagegen stehen Abgabepreise am Beispiel EU oder gar Ukraine, die sicherlich kein Zuschussgeschäft sind.
Mit der Perspektive einer von Russland zunehmenden Abkopplung der EU und Versorgung mit Alternativen, könnte dann auch aus dem Westen ein ordentlicher Preisdruck entstehen, der sich ggf. an Abgabepreisen an China orientiert.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Re: Lichtblick China?
Oder eben Putin dreht den Spieß um, und verkauft das Gas zu dem Preis an die EU, zu welchem die EU verflüssigtes Gas auf dem Weltmarkt kaufen kann.klaupe hat geschrieben:Mit der Perspektive einer von Russland zunehmenden Abkopplung der EU und Versorgung mit Alternativen, könnte dann auch aus dem Westen ein ordentlicher Preisdruck entstehen, der sich ggf. an Abgabepreisen an China orientiert.
Die Erschließungskosten sind kein Problem. China ist sicher gerne bereit in russische Förderanlagen und Pipelines zu investieren. In diesem Fall könnte man den niedrigeren Preis dann einfach durch erhöhte Fördermengen kompensieren.
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Re: Lichtblick China?
Nicht alles muss flüssig geliefert werden. Ein Teil Gas ist ja schon vorhanden, nur in naher Zukunft erschöpft. Flüssiggas wäre allenfalls eine ergänzende Notlösung, wenn es mit den alternativen Energien nicht so reibungslos klappt, wie vorgesehen.weltenbummler hat geschrieben:Oder eben Putin dreht den Spieß um, und verkauft das Gas zu dem Preis an die EU, zu welchem die EU verflüssigtes Gas auf dem Weltmarkt kaufen kann.
Putin kann Spieße drehen, so viel er will, wenn er jemanden findet, der hineinläuft. Wenn er mal unter Druck steht, wird er, wie jetzt bei China, nicht mehr so viele Trümpfe in der Hand haben.
Im Moment habe ich den Eindruck, dass die Chinesen nicht mehr so großzügig sind. da wird wohl eher der die Konditionen bestimmen, der die besseren Karten hat. Aber auch Kompensationsgeschäfte sind keine Geschenke. Möglicherweise sehen auch die Chinesen das Gasdebakel mit der Ukraine etwas kritisch an und gehen lieber auf Nummer Sicher. Als zuverlässiger Vertragspartner hat Russland inzwischen einen zweifelhaften Ruf erarbeitet.Die Erschließungskosten sind kein Problem. China ist sicher gerne bereit in russische Förderanlagen und Pipelines zu investieren. In diesem Fall könnte man den niedrigeren Preis dann einfach durch erhöhte Fördermengen kompensieren.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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weltenbummler
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Re: Lichtblick China?
Aber alle Lösungen wären für die EU sehr viel teurer als das Gas aus Russland, oder? Also hätte Putin eine gute Verhandlungsposition und könnte vermutlich höhere Preise durchsetzen, oder?klaupe hat geschrieben:Nicht alles muss flüssig geliefert werden. Ein Teil Gas ist ja schon vorhanden, nur in naher Zukunft erschöpft. Flüssiggas wäre allenfalls eine ergänzende Notlösung, wenn es mit den alternativen Energien nicht so reibungslos klappt, wie vorgesehen.weltenbummler hat geschrieben:Oder eben Putin dreht den Spieß um, und verkauft das Gas zu dem Preis an die EU, zu welchem die EU verflüssigtes Gas auf dem Weltmarkt kaufen kann.
Putin kann Spieße drehen, so viel er will, wenn er jemanden findet, der hineinläuft. Wenn er mal unter Druck steht, wird er, wie jetzt bei China, nicht mehr so viele Trümpfe in der Hand haben.Im Moment habe ich den Eindruck, dass die Chinesen nicht mehr so großzügig sind. da wird wohl eher der die Konditionen bestimmen, der die besseren Karten hat. Aber auch Kompensationsgeschäfte sind keine Geschenke. Möglicherweise sehen auch die Chinesen das Gasdebakel mit der Ukraine etwas kritisch an und gehen lieber auf Nummer Sicher. Als zuverlässiger Vertragspartner hat Russland inzwischen einen zweifelhaften Ruf erarbeitet.Die Erschließungskosten sind kein Problem. China ist sicher gerne bereit in russische Förderanlagen und Pipelines zu investieren. In diesem Fall könnte man den niedrigeren Preis dann einfach durch erhöhte Fördermengen kompensieren.
Für Investitionen in Öl und Gasförderanlagen finden sich immer bereitwillige Investoren. Selbst die unsichersten Staaten Afrikas finden hierfür Investoren. Für China ist es sehr viel sicherer und einfacher in Russland zu Investieren als in Nigeria oder im Kongo. Und Turkmenistan gehört ganz sicher auch nicht zu den stabilen Staaten der Welt.
Bisher hat es diese Geschäfte nicht gegeben weil die Russen (das ist mein Subjektiver Eindruck) eine sehr ausgeprägte Antipathie gegen die Chinesen haben. Aus diesem Grund wurden viele Waren auch nicht in China sondern in Europa gekauft.
Aber in der jetzigen Situation sind die Chinesen scheinbar das kleinere Übel....
Re: Lichtblick China?
In Russland heutzutage alles schlimm also.. sie haben wahrscheinlich keine Ahnung was wirklich schlimm ist.. Ich habe mal als Diplomingenieur gearbeitet; und Gehalt reichte gerade noch um eine Paar Schuhe zu kaufen, und zum Essen.. Wenn Ich mir heutige Situation anschaue, fehlt mir schwer zu glauben das solche Zeiten irgendwann zurückkehren.. Egal was für Sanktionen..
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Re: Lichtblick China?
Abwarten und Tee trinken. An Krisen glaubt keiner gerne, aber immer wieder kommen welche.Alex KA hat geschrieben:In Russland heutzutage alles schlimm also.. sie haben wahrscheinlich keine Ahnung was wirklich schlimm ist.. Ich habe mal als Diplomingenieur gearbeitet; und Gehalt reichte gerade noch um eine Paar Schuhe zu kaufen, und zum Essen.. Wenn Ich mir heutige Situation anschaue, fehlt mir schwer zu glauben das solche Zeiten irgendwann zurückkehren.. Egal was für Sanktionen..
Auch die Ukrainer haben vor 1/2 Jahr noch nicht geglaubt, dass es so schlimm kommt und die Krim-Bewohner haben letzten Sommer noch nicht geahnt, dass die jetzt Russen auf einer abgesperrten Halbinsel sind.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.