Wirkung der bisherigen Sanktionen

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_RGP_

Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von _RGP_ »

m1009 hat geschrieben:Droht nun der Ausschluss aus der EU ? :shock:
Für die Lausitz oder für Kursk? :lol:

Aber ein böser Anruf aus Washington liegt sicher im Bereich des Möglichen.
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klaupe
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von klaupe »

_RGP_ hat geschrieben:
m1009 hat geschrieben:Droht nun der Ausschluss aus der EU ? :shock:
Für die Lausitz oder für Kursk? :lol:
Aber ein böser Anruf aus Washington liegt sicher im Bereich des Möglichen.
Da müssen die in Washington erst mal Sorbisch lernen :D
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
kamensky
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von kamensky »

Was nun, Wirkung oder nicht? Gemäss Putin und seinen Abtrünigen sollen die Sanktionen nicht spürbar sein und jetzt fährt ihm und diesen ein Vizepremier in den Rücken. Hat Putin bei seiner Zeit als KGB`ler nicht gelernt, dass auch lügnerische Aussagen aufeinander abgestimmt werden sollten?

http://de.ria.ru/business/20140522/268561237.html
Zuletzt geändert von kamensky am 23 Mai 2014, 08:08, insgesamt 1-mal geändert.
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klaupe
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von klaupe »

kamensky hat geschrieben:Was nun, Wirkung oder nicht? Gemäss Putin und seinen Abtrünigen sollen die Sanktionen nicht spürbar sein und jetzt fährt im und diesen ein Vizepremier in den Rücken. Hat Putin bei seiner Zeit als KGB`ler nicht gelernt, dass auch lügnerische Aussagen aufeinander abgestimmt werden sollten?
Ich denke mal beim Sankt Petersburger Wirtschaftsforum wird Moskau noch ein paar Dämpfer bekommen. Irgendwann sollte Putin mal beginnen, Ausreden zu erfinden, die auch geglaubt werden.

Hochinteressant sind auch die Beiträge von Jan Techau:
"Russland braucht robuste Ansagen" und
"Deutschland ist in fast panischer Angst vor Russland gefangen".

Immerhin hat die Geschichte schon mehrmals bewiesen, das diese Herumeierei mit Russen wenig einbringt.
Knallharte Aktionen haben damals schnell die Kubakrise beendet und auch die CCCP zu Fall gebracht. Putin und sein System sind auch nicht unverletzlich und im Moment schon deutlich angeschlagen.

Man darf nicht vergessen, dass bei einem Öl-/Gaseinfuhrempargo der EU in Russland die Kassen weitaus schneller leer sind, als hier die Energie. 80 % des Exports (= Deviseneinnahmen) Russlands hängen an diesen Rohstoffen. Bevor hier der kalte Winter kommt, kann das Thema schon erledigt sein!
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Gunnar
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von Gunnar »

Sehr interessante Interviews mit Techau, dank für die beiden Links Klaupe!

Dieser Satz ist gut:

"... das ist die russische Opferlyrik, die wir da hören, die alte russische Obsession - dieses Gefühl, vom Westen umzingelt und gedemütigt zu werden, reicht weit ins Zarenreich zurück."

Die alte russische Obsession, vom Westen eingezingelt zu werden. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Auch Putin schürt diese Parnaoia mit allen möglichen und unmöglichen Behauptungen.
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Dietrich
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von Dietrich »

Interessant ist auch der Teil aus dem zweiten Link:
Techau: Die Nachbarschaftspolitik der EU ist gescheitert, weil sie einen zentralen Denkfehler enthält. Der Westen ist immer davon ausgegangen, dass das Ziel der Machthaber in den östlichen Nachbarstaaten sei, ihre Länder zu modernisieren. Das stimmt aber nicht. Das Ziel dieser Machthaber ist einzig und allein, an der Macht zu bleiben.

ZEIT ONLINE: Müssen sie ihre Länder dafür nicht modernisieren?
Techau: Nein, überhaupt nicht. Der Westen ging immer davon aus, dass diese Staaten auf einen Deal einsteigen. Der lautete: Wenn ihr eure Länder transformiert, dann helfen wir euch, modern zu werden und eure Wirtschaft zu entwickeln. Die Machthaber im Osten haben das aber ganz anders wahrgenommen: Die Europäer wollen uns von der Macht verdrängen. Denn Demokratie und Modernisierung bedeuten natürlich, dass diese Eliten über kurz oder lang ihre Macht verlieren werden. Wir bieten also etwas an, was die Eliten dort unter allen Umständen vermeiden wollen.
Es ist sogar noch tragischer. Weil die Eliten unwillig sind, schlägt der Plan des Westens ins Gegenteil um. Die Eliten nehmen das westliche Geld an und tun so, als würden sie Reformen umsetzen. In Wirklichkeit nutzen sie es aber dafür, bestehende Machtstrukturen zu festigen. So zementiert der Westen ungewollt den status quo, statt Transformation zu erreichen.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von klaupe »

Gunnar hat geschrieben:Sehr interessante Interviews mit Techau, dank für die beiden Links Klaupe!

Dieser Satz ist gut:

"... das ist die russische Opferlyrik, die wir da hören, die alte russische Obsession - dieses Gefühl, vom Westen umzingelt und gedemütigt zu werden, reicht weit ins Zarenreich zurück."

Die alte russische Obsession, vom Westen eingezingelt zu werden. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Auch Putin schürt diese Parnaoia mit allen möglichen und unmöglichen Behauptungen.
Ja, mir fielen da auch einige Passagen auf, die im Moment aus "Diplomatie" eher verdrängt werden. Um Gottes Willen nur Herrn Putin nicht auf den Schlips treten, damit er seine gute Laune nicht verliert und weiter den Telefonhörer abnimmt, wenn Merkel, Steinmeier oder Obama mal anbimmeln.
Merken die denn nicht, dass er alle -- aber ganz gründlich -- verarscht?

Diese Sanktiönchen, obwohl sie ja auch schon etwas Wirkung zeigen, sind doch Zeitverschwendung. Immer wird herumgeeiert und nur angedeutet oder etwas mit dem Finger gedroht. Das ist langsam so glaubwürdig, wie der ständige Grenz-Manöver-Truppenabzug, der bisher auch noch keinen Meter vorwärts gekommen ist.

Entweder man kriecht weiterhin Putin in den Allerwertesten oder zeigt ihm endlich mal, wo der Hammer hängt.

Zu Themen wie alternative Energieversorgung, z.B, der polnische Vorschlag des europäischen Verbundes, Flüssiggaslieferungen per Tanker, Schiefergas-Fracking etc. konnte man doch schon mal konkrete Verhandlungen aufnehmen (China und Russland haben auch 10 Jahre verhandelt). Man kann sich mal laut mit der deutschen Industrie über Sanktionsfolgen bei den russischen Filialen unterhalten und nach Lösungen suchen, ggf. alternative Produktionsstandorte und Märkte erschließen. Vielleicht lässt sich der Import von Matroschkas, Kaviar und -- jetzt russischen -- Krimsekt oder gar Wodka auffällig drosseln. Die Palette könnte sehr breit sein, aber die Gespräche sollten so laut geführt werden, dass es Moskau auch ohne FSB-Hilfe hört und Putin nachhaltig in den Ohren dröhnt.

Ich denke da an Reagan und das SDI-Projekt, der Deal mit den Saudis und die Konferenz mit Gorbatschow beim Gipfel in Reykjavik im Oktober 1986, wo Reagan auf eine Journalistenfrage, wann sie sich wieder treffen werden, ganz knapp und klar antworte "Nie!" Das hat nachhaltigen Eindruck und bald verblüffende Wirkung hinterlassen! Das Pille-Palle-Palaver ist doch für die Katz und hofiert Putin mehr, als er verdient.
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von kamensky »

Gestern zeigten die Sanktionen gemäss eines Vizepremiers Wirkungen und heute gemäss eines Vizeaussenministers wieder nicht. Also muss man doch eher davon ausgehen, dass "Kompetenz und Kommunikation im Network" in der Duma eher ein Fremdwort ist, dafür "Plauderei" gewichtig und massgebend.

http://de.ria.ru/politics/20140523/268571809.html
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von klaupe »

kamensky hat geschrieben:Gestern zeigten die Sanktionen gemäss eines Vizepremiers Wirkungen und heute gemäss eines Vizeaussenministers wieder nicht. Also muss man doch eher davon ausgehen, dass "Kompetenz und Kommunikation im Network" in der Duma eher ein Fremdwort ist, dafür "Plauderei" gewichtig und massgebend.
Ein echtes Possenspiel!
„Leider können die USA ein einfaches Ding nicht begreifen: Sanktionen als Instrument funktionieren nicht, und es ist unmöglich, die von Washington gewünschten Ziele mit Sanktionen zu erreichen“, so Rjabkow. Der Schaden, der dabei den Beziehungen zwischen Moskau und Washington zugefügt werde, sei aber sehr groß."
Auf die Idee, dass Moskau bereits mehr als Genug für schlechte Beziehungen gemacht hat, ist Rjabkow scheinbar noch nicht gekommen. Nennt er das etwa politische Harmonie?
Offensichtlich funktioniert das besser als erwartet, sonst würden die beiden Vize das etwas lässiger sehen.
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Re: Wirkung der bisherigen Sanktionen

Beitrag von Norbert »

Inzwischen hört man hier schon einige Stimmen, die sagen, dass die Eiszeit zwischen Europa und Russland zu großer Zurückhaltung bei Investitionen führt. Also nicht die Sanktionen selbst, sondern die russische Unberechenbarkeit im Allgemeinen. Das wollen immer weniger Firmen riskieren und selbst Touristen bleiben inzwischen aus. Ich sehe es auch an meiner eigenen Familie - die plötzlich von Besuchen Abstand nimmt.
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