Dietrich hat geschrieben:Das widerspricht sich dann doch aber mit dem, was Belino schrieb...
Berlino10 hat geschrieben:die Opposition wolle wohl mehr RUS-Nähe und Stabilität
Die berlinosche Logik kann ich nur bedingt nachvollziehen. Wenn ich es richtig sehe, ist die amtierende Regierung prorussisch und eine Opposition wäre eher progeorgisch, allenfalls national-abchasisch. Dazu dürfte er Einfluss Russlands schon wegen der 45 russischen Militärbasen in Abchasien mehr als deutlich sein. Eine Opposition mit nahezu gleicher Zielsetzung, wie die amtierende Macht wäre schon denkbar. Im Moment wäre ja hier auch die FDP in der Opposition, falls sie paar Stimmen mehr hätte, und die gehört ja wirklich nicht auf die rote oder grüne Seite.
Stabilität und Ehrlichkeit ist wohl die Forderung, die RUS-Nähe halte ich für weniger relevant. denn die ist ja durch die Regierung gegeben.
Dietrich hat geschrieben:Ich gebe zu, ich kenne mich mit der politischen Landschaft in Abchasien überhaupt nicht aus. In welche Richtung will denn die Opposition jetzt? Ich hatte aus der recht sachlichen/freundlichen Berichterstattung auf rian auch eher den Eindruck, dass (wie Berlino es schrieb) Russland nicht soo unzufrieden mit einem Wechsel wäre. Wobei "Sturz des Präsidenten aufgrund Einwirkens der Opposition" natürlich ansich schon eine Sache ist, die Russland grundsätzlich kritisch beurteilt.
Möglicherweise ist der Präsident etwas von geraden Weg abgewichen und mag nicht mehr so ganz, wie Moskau es will. Da wäre dann eine linientreue Ablösung sicherlich willkommen. Aber ob sich Russland im Moment Grabenkämpfe leisten will? Aktuell sollte der Bedarf daran erst mal gedeckt sein. Außerdem sind die kaukasischstämmigen Ukrainer als Freiheitskämpfer sicher noch in und um Donetzk herum im Einsatz. Ich weiß nicht, ob man die so schnell zu Abchasen umdekorieren kann.
Interessant ist ja, das Moskau nahezu blitzschnell sich um konstruktive Vermittlung bemüht hat. Die Lage dort scheint für Referendum mit Anschluss noch nicht reif zu sein. Vielleicht ist das Agressionspotential auch zu hoch, denn dort gab es schon mal erbitterte, blutige Auseinandersetzungen, die man ungern wieder aufleben lassen will. So "friedlich" wie die Ukrainer scheinen die Abchasen nicht zu sein.
Gerade habe ich noch einmal nachgeforscht.
Der Ansatzpunkt der Unruhen ist wohl, dass es erhebliche Hilfszahlungen aus Russland gibt, die aber nicht in die Landesentwicklung umgesetzt werden, sondern vermutlich in dunklen Kanälen verschwinden. Da fühlt sich das Volk, egal ob pro- oder contra-russisch einfach betrogen und ruft nach Ordnung.
Moskau wird es auch nicht gefallen, dass russisches Geld verplempert wird und wird somit zum Fürsprecher der "Opposition".
So gesehen dürfte es eher ein lokaler, interner Konflikt sein, der wenig Chancen hat, über die Grenzen zu schwappen.