Danke an euch alle!
Also zum Thema Russisch in der Schule gibt es einiges zu berichten. Der Status der Sprache ist meiner Erfahrung nach von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. Ich bin an einem relativ kleinen Landgymnasium mit 600 Schülern. Deswegen gab es nur die Wahl zwischen Russisch und Französisch. In meinem Jahrgang war der Trend klar zu Russisch, 2/3 haben die Sprache gewählt.
Wie es an anderen Schulen aussieht kann ich schlecht bewerten, da alle anderen Gymnasien meist zusätzlich Spanisch und Latein zur Auswahl haben und die Schüler an der Regelschule keine 2. Fremdsprache belegen müssen.
Allerdings wird an den Regelschulen meist nur fakultativ Russisch angeboten, da die Lehrer im DDR-System oft Russisch zusammen mit Englisch studiert haben.
Ich kann natürlich nur aus Thüringer Sicht sprechen. Ein Deutschland, 16 Bildungssysteme.

Die Jahrgänge nach mir fangen schon in der 6. Klasse mit der 2. Fremdsprache an (Gymnasium), mit Englisch wird meist in der 3. Klasse, sprich für alle in der Grundschule, begonnen. Allerdings in der Grundschule noch ohne Bewertung, dafür mit Worturteil.
Und nun zu meinem kleinen Moskau-Trip.
Meine Schule pflegt seit letztem Jahr eine Partnerschaft mit einer Moskauer Schule. Im November 13 war eine kleine Gruppe Moskauer Schüler bei uns in der Rhön zu gast. Es war schon relativ interessant zu sehen, wie sie beeindruckt waren von unseren Dörfern. Die meisten dachten, dass keine geteerten Straßen gibt, die Leitungen frei hängen und Internet nicht vorhanden wäre. (Als wir in Moskau im Kolomenskoe waren, meinten die Schüler, dass so die russischen Dörfer noch immer aussehen.)
Mitte März 14 ging es dann von Frankfurt los, 17 SchülerInnen, 2 Lehrer und 1 Referendarin. In Scheremetewo um 16:00 angekommen, war ich erstmal fasziniert von dem "neuen" Flughafen. Und dann die Fahrt in die Stadt, an der Mega-Mall vorbei und den 100000 Autohäusern. Uns wurde bisher ein ganz anderes Bild von Russland oder zumindest Moskau vermittelt.
An der Schule in Severnoe Tuschino angekommen wurden wir abgeholt, alle in Severnoe Tuschino untergebracht außer mein Kumpel und ich. Wegen den kleinen Wohnungen haben sich unsere Austauschpartner eine Wohnung angemietet und nicht irgendwo, sondern am Neuen Arbat in einem der großen Hochhäuser. Sie meinten, dass die Wohnungen in Tuschino teurer seien als in der Stadt. Aus dem Auto ausgestiegen fährt mal eben so ein Porsche und danach ein Audi Q8 an einem vorbei. Alles ein bisschen anders als gewohnt.
Im 14. Stock angekommen, hat die Gastmutter schon Abendbrot zubereitet. Allgemein waren unsere russischen Austauschfamilien alle sehr nett und die russische Gastfreundlichkeit ist wirklich sehr groß. Sie fuhren uns jeden morgen eine halbe Stunde durch die Stadt zu Schule und haben jeden Abend gekocht.
Da wir in der Stadt wohnten, war der Arbat nicht weit weg und der Rote Platz auch nicht. Alle, sogar die Lehrer, haben uns beneidet. Und dann der Moment, zum ersten Mal auf dem Roten Platz, fantastisch. Es war abends, alles angeleuchtet. Wunderschön. Allerdings war die Freude getrübt, denn es wurden Bühnen aufgebaut für die Willkommensfeier für die Krim.
Die weiteren Tage waren wir noch im Kolomenskoe, im Kreml, in der Waffenkammer des Kreml, Bolschoi Theater, Tretjakow-Gallerie, eine Metro-Tour unternommen. Also eigentlich die typische Touritour. Mit unseren Gastbrüdern waren wir dann noch privat im Nikulin-Zirkus. Für mich war die Woche in Moskau eine tolle Erfahrung.
Ich stand zwar auch ungewollt im militärischen Sperrgebiet, aber das ist eine andere Geschichte...
Das war glaub ich erstmal genug für eine Kurzbeschreibung.
Grüße
Lukas