Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Die "Trassa E95" Moskau-Piter kennst Du wie Deine Westentasche und willst dieses Wissen mit anderen teilen, dann verewige Dich hier. Anfragen zum Thema Autofahren in Russland sind hier ebenso willkommen.
Nikolaus
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Nikolaus »

Ja, die Anzahl der Transvestiten, ... ist freilich so klein, dass sie kein Gewicht in der angefuehrten Verkehrsstatistik haben kann. Wenn schon, waere relevant zu wissen, ob diese Personengruppe in der Vergangenheit ueberdurchschnittlich viele Verkehrsunfaelle verursacht hat.
Hm, da hat eine Journalistin, EIN Mitglied des Rates fuer die Entwicklung der Zivilgesellschaft und Menschenrechte, sich ein "dankbares" Thema gefunden. Sie ist freilich klug genug, dass sie nicht kategorisch behauptet, es laege eine Diskriminierung vor, sondern lediglich anregt, doch einmal zu ueberpruefen, ob nicht vielleicht so ein Sachverhalt gewollt oder ungewollt entstanden ist.
Eigentlich so etwas von unwichtig - so kann man doch fast jede Rechtsbestimmung voellig zu Recht in Frage stellen!
Ich bin ja ein Befuerworter, moeglichst Originaldokumente zu lesen. Da findet man z.B., dass die Kleinen (unter 1,50) durchaus Auto fahren duerfen, nur keine grossen Lkw, Omnibusse, ... Ich habe keine Ahnung, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass solche Fahrzeuge i.a. fuer eine minimale Koerpergroesse konstruiert sind. Der Fahrer muss ja z.B., auch wenn er bremst oder Gas gibt, wenigsten noch aus dem Fenster schauen koennen. Die Miss Masljuk regt da ganz richtig an, dass man dazu durchaus sich die Regeln im Ausland ansehen sollte. Wer sagte eigentlich, dass es nicht schon passiert ist?! Ich habe das jedenfalls schon oft bei Gesetzesprojekten bemerkt.
Wie sind denn eigentlich die Anforderungen an die anatomischen und psychischen Besonderheiten fuer den medizinisch-psychologischen Test in D (den "Idiotentest")?
Es gab ja auch schon Anregungen, wenn ich mich richtig erinnere, einen solchen Test nicht erst nach entstandenen Problemen, sondern bereits vor Erteilung einer Fahrerlaubnis zu fordern... :)
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zimdriver
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von zimdriver »

Die beiden wunderschönen Transen, die in meinem Eingang leben, verursachen eher Unfälle, weil vorbeifahrende Autolenker den Verkehr angesichts der langen Beine und der superkurzen Shorts vergessen. Die Beiden schweben, sie laufen nicht.
Ansonsten sehe ich diese neue Regelung mal wieder als ein Produkt eines Bürokraten aus einem hinteren Dienstzimmer, die es bis nach vorn geschafft hat. Es gibt viele solcher Erlasse, deren Sinn ein gewöhnlicher Sterblicher nicht verstehen kann. Soweit ich weiss, ist auch die EU voller guter Ideen, wovon die Bananen- Regelung nur ein Beispiel ist. Erklärt mal einem Russen den Sinn von Hundesteuer ...
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Wladimir30
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Wladimir30 »

Mal was Off-Topic:
zimdriver hat geschrieben:Erklärt mal einem Russen den Sinn von Hundesteuer ...
Hab ich mal versucht, ging natürlich nicht. Ebenso den Begriff "Sperrmüll". Wo es doch die Datsche gibt und und und
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Nikolaus
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Nikolaus »

Och, mir scheint aber, ich haette gelesen, dass es Bestrebungen gibt, moeglichst noch in diesem Jahr eine Hundesteuer zumindest in Moskau einzufuehren... Alles Gute kommt doch aus dem Westen, das ist ein Axiom fuer jeden russischen Buerokraten. :lol:
Berlino10
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Berlino10 »

Hinweis der Ständigen Publikumskonferenz e.V.
https://publikumskonferenz.de/forum/vie ... f=30&t=352
Sehr geehrter Herr Buhrow,
sehr geehrter Herr Dr. Gniffke,

wir beziehen uns auf den Beitrag „Neues Gesetz in Russland - Kein Führerschein für Transsexuelle“ vom 09.01.2015 wonach die russische Regierung Transsexuellen und Transvestiten das Autofahren untersagt habe.
http://www.tagesschau.de/ausland/russla ... e-101.html

Da dieser Beitrag, bar jeglicher Quellenangaben und angemessener Hintergrundinformationen, entgegen des Programmauftrages offenbar dazu dienen soll, die internationale Verständigung und die Wahrheitspflicht zu umgehen, möchten wir gerne postum mit einigen Anregungen zur Verbesserung dieses Berichtes und zu einer angemessenen Information des Publikums beitragen.

Zunächst, es handelt sich um kein Gesetz, sondern um eine Regierungsverordnung und ist somit weder durch das Parlament, noch durch das Präsidialamt und auch nicht durch die Menschenrechtskommission gegangen. Premier Medwedew hatte diese kurz vor dem Jahreswechsel unterzeichnet, womit sie am 06.01. in Kraft trat.
http://government.ru/media/files/A5X9GSAYrpA.pdf

Es sind in der Verordnung Ausschlusskriterien aufgeführt, die ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen machen, als bisher fehlende Durchführungsverordnung zur entsprechenden Vorschrift des seit 1995 geltenden russischen Fahrerlaubnisgesetzes.

Im Teil Römisch I, ganz am Anfang, sind die psychiatrischen Kontraindikationen erfasst. Und hier hat man es sich leicht gemacht: Man hat einfach praktisch auf den gesamten Teil F der durch die Weltgesundheitsorganisation erstellten ICD10 pauschal (nur nach der ersten Gliederungsebene differenziert) verwiesen und lediglich die Verhaltensauffälligkeiten herausgenommen.

Dabei fällt auf, dass die WHO Transsexualität bis heute als "Krankheit" führt.

Damit stimmt es scheinbar, dass man transsexuellen Menschen das Fahrzeugführen untersagt.
Genauso gut könnte man aber auch titeln:

• "Russland: Menschen mit Depressionen dürfen keinen Führerschein haben"
• "Russland: Kleptomane dürfen keinen Führerschein haben"
• "Russland: Impotente dürfen keinen Führerschein haben,
• "Russland: Starke Kaffeetrinker dürfen keinen Führerschein haben"
• "Russland: Asexuelle dürfen keinen Führerschein haben"

Aber derartige Schlagzeilen hätten nicht diese schicke negative Publicitywirkung.

Was ist nun tatsächlich Regelungsinhalt?
Die Antwort gibt der erste Satz des Teils Römisch I der Verordnung, insbesondere das, was dort in Klammern steht: Die Diagnosen laut ICD führen zur Versagung "bei Vorliegen chronischer oder langandauernder psychischer Störungen, die von schweren dauerhaften oder sich regelmäßig verschärfenden Schmerzzuständen begleitet sind". Die Diagnosen laut ICD10 sind damit lediglich das Eingangskriterium, die Prüfung des Krankheitswertes und der Fahrtüchtigkeit erfolgt nach der soeben zitierten Definition.

Es geht also um den Krankheitswert, um schweren Krankheitswert einer psychischen Erkrankung. Diesen haben weder Transsexualität, noch Kleptomanie, wohl eher Depressionen und Impotenz. Kein Arzt wird einem Transsexuellen jemals bescheinigen, es liegen bei ihm "schwere dauerhafte oder sich regelmäßig verschärfende Schmerzzustände" vor. Kein Arzt wird einem Transsexuellen aufgrund der Veranlagung bescheinigen, zum Führen von Fahrzeugen ungeeignet zu sein. Daher wird auch kein transsexueller Mensch um seinen Führerschein bangen müssen.

Wie war es bisher?
Bisher musste jeder Anwärter auf einen Führerschein eine Bescheinigung der für seinen Wohnsitz zuständigen psychiatrischen Ambulanz beibringen, dass er dort nicht erfasst ist. Falls er erfasst ist, musste er eine ärztliche Bescheinigung beibringen, dass seine "Erkrankung" die Fahrtüchtigkeit nicht einschränkt.

Wonach beurteilte sich, ob jemand in dem "Dispanser" registriert war?
Nach ICD10.

Wonach beurteilte sich die Einschränkung der Fahrtüchtigkeit?
Danach, ob Krankheitswert vorlag.

Was ändert somit die Verordnung? Nichts. Jeder wird auch weiterhin eine Bescheinigung beibringen müssen und jede/jeder Transsexuelle(r) wird auch weiterhin bescheinigt bekommen, dass seine "Erkrankung" keinen (schweren) Krankheitswert hat und die Fahrtüchtigkeit nicht einschränkt.

Die in hohen (auch russischen) Beamten innewohnende Bequemlichkeit hat es offenbar für effektiver gehalten, statt die Eingangskriterien selbst zu formulieren, gleich auf ICD10 Bezug zu nehmen.
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Axel Henrich
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Axel Henrich »

Berlino10 hat geschrieben:Hinweis der Ständigen Publikumskonferenz e.V.
https://publikumskonferenz.de/forum/vie ... f=30&t=352
Da dieser Beitrag, bar jeglicher Quellenangaben und angemessener Hintergrundinformationen, entgegen des Programmauftrages offenbar dazu dienen soll, die internationale Verständigung und die Wahrheitspflicht zu umgehen, möchten wir gerne postum mit einigen Anregungen zur Verbesserung dieses Berichtes und zu einer angemessenen Information des Publikums beitragen.
Sehr schön ausgedrückt, ... ;)
THX!

-ah-
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Wladimir30
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Wladimir30 »

Axel Henrich hat geschrieben:
möchten wir gerne postum mit einigen Anregungen zur Verbesserung dieses Berichtes und zu einer angemessenen Information des Publikums beitragen.
Sehr schön ausgedrückt, ... ;) THX!
Tja, sehr schön ausgedrückt ist nur bedingt richtig. Das Wort "postum" bedeutet "nach dem Tode eintretend". So werden z.B. Orden postum verliehen.

Ich hoffe mal sehr, daß dieser Ausdruck nicht im eigentlichen Sinne des Wortes verwendet wurde, sondern fälschlicherlicherweise, anstelle von Ausdrücken "im nachhinein" oder so ähnlich.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
Nikolaus
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Nikolaus »

Danke fuer den Beitrag, Berlino.
Und Hochachtung fuer den absolut kompetenten Hinweis der Publikumskonferenz an ARD und Konsorten. Der Spiegel, ... kann ja mitlesen. :)
Aendern wird sich nichts, da die Hetze ja systemimmanent ist und lukrativ fuer den konkreten Journalisten.
Berlino10
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Berlino10 »

Nikolaus hat geschrieben: Aendern wird sich nichts, da die Hetze ja systemimmanent ist und lukrativ fuer den konkreten Journalisten.
lukrativ passt wohl nicht so ganz ... man wird ja nicht unbedingt konkret bestochen, um hetzerisch zu schreiben ...
Vielmehr ist es so, dass man keine Aufträge mehr bekommt, bzw. gar gekündigt wird, wenn man nicht bereit ist, einseitig hetzerisch gegen RUS zu schreiben.
Gutes Beispiel ist etwa Ulrich Heyden, seit 1992 freier Korrespondent für deutschsprachige Medien in Moskau.
Mitautor eines Buches über die zeitgenössische Opposition in Russland.
Er konnte früher für SPIEGEL, FAZ, ... schreiben, hatte Verträge mit div. Regionalzeitungen.
Die wurden ihm aber alle gekündigt, weil er sich weigerte, die lügnerische Hetze des Deutschen Mainstreams zu betreiben.
Und so muss er erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen - und einen Nebenjob an der Uni - weil von Freitag, Heise o.ä. kann man ja nicht leben.
Nikolaus
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Re: Transsexuelle dürfen keinen Führerschein machen

Beitrag von Nikolaus »

Ja, genau so ist das, leider.
Ich hatte mit "lukrativ" natuerlich auch weniger einen Briefumschlag mit Geld im Sinne, sondern "vorteilhaft" im weitesten Sinne, insbesondere auch karrierefoerdernd, ...
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