Gewollt oder ungewollt?

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Berlino10
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von Berlino10 »

klaupe hat geschrieben:Wird nicht so schlimm sein, er wiederholt das ja öfter [gaehn]
Jedesmal, wenn Dietrich wieder anfängt, historische Wahrheiten, die jeder im TV hat sehen können, zu verleugnen:

Die offene Ablehnung der Friedensvereinbarung, u.a. auch von UDAR, Vaterland, sogar Svoboda unterzeichnet
durch radikale, extremistische, gewalttätige und faschistische Kräfte des Maiden - u.a. durch Jarosch
die daraufhin angekündigte und erfolgte Erstürmung und Besetzung der Kiewer Staatsgebäude mit Todesopfern

diesen offensichtlichen Putsch zu leugnen ... ist ein starkes Propaganda-Stück - wie die grünen Männchen auf der Krim.
Und von Janukowitsch zu fordern, er hätte in die vom Lynch-Mob besetzten Gebäude zurückkehren sollen ... nur noch lachhaft.

Dass dann auch noch Moskau in die Schuhe schieben zu wollen ... das ist Verschwörungstheorie at its best .. da verblassen alle 9/11 Fantasien.
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klaupe
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von klaupe »

Berlino10 hat geschrieben:
klaupe hat geschrieben:Wird nicht so schlimm sein, er wiederholt das ja öfter [gaehn]
Gewollt oder ungewollt? Ich habe es geahnt :lol:
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
kamensky
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von kamensky »

Russische Vorstöße zur „Heimholung“ der Krim gab es schon früher
....

.... von welchen der Kreml und Putin logischerweise keine Kenntnisse hatten. :lol: Man spricht dann lieber von "Staatsstreich" im Kontext mit dem Majdan. Doch sollte Putin und seine Kremlgenossen doch eine Kleinigkeit betreffend der "Heimholung" inne gehabt haben, dann wäre es doch am russischen Präsidenten gelegen, dieser Vorschlag seinem Kumpel Janukowitsch einst an`s Herz zu legen und dieser wiederum hätte den das ihm Angetragene in die Rada einbringen können, worauf, je nach demokratischem Verständnis, das letzte Wort (Abstimmung) an den Souverän zu delegieren gewesen wäre. Aber Nein, der Herr im Kreml und seine Crew hat ein eigener "Staatsstreich" einer Volksentscheidung in einem souveränen Staat den Vorrang gegeben mit der wirklich lapidaren Begründung "einer angeblich sprachlichen Unterdrückung", oder gibt es Beweise, dass die Ukrainer auf der Krim unzählige Volksmorde an russischsprachigen Ukrainern, wie auch Russen und Bewohner anderer Nationalitäten vorgenommen haben?
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von klaupe »

kamensky hat geschrieben:.... oder gibt es Beweise, dass die Ukrainer auf der Krim unzählige Volksmorde an russischsprachigen Ukrainern, wie auch Russen und Bewohner anderer Nationalitäten vorgenommen haben?
Klar, wollen wir wetten? Unser Spezi (ach wie hieß er doch gleich?) hat sicherlich die passenden Quellen schon rausgefischt. Passt dann zum täglichen Blutbad.
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Jenenser
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von Jenenser »

Klaupe, wer hat sich in der EU/USA mit der Geschichte der Ukraine jemals beschäftigt? Wer war überhaupt schon mal in der Ukraine? Auf diesem Gebiet hat Russland die besseren Karten, beim Kampf um! die Ukraine!

Faschistische Parolen, die Du verwendest, und die zum Beispiel auf der Krim völlig unbekannt sind, lasse ich heute mal liegen.

Deine Erlebnisse aus dem Donbass verfolge ich jedoch mit Aufmerksamkeit und vergleiche.

Ich denke, Russland, vertreten durch Putin, hatte keinen Eroberungsplan. Sah jedoch seine Interessen, wirtschaftliche und geostrategische, nach dem Staatsstreich in der Ukraine in Gefahr. Aus dem Reagieren wurde Agieren.

Das längst verblasste Wort „Neurussland“ kam wieder an die Oberfläche. Hier würde sich die Frage stellen, was die Menschen heute dort bewegt. Städte werden in den Artikeln genannt, die ich so einigermaßen kenne: Charkow (1,4 Mio Einwohner), Dnjepropetrowsk (1,0 Mio Einwohner). Es gibt dort eine Menge junger Leute, die in der unabhängigen Ukraine geboren sind, die hervorragend mit den sozialen Netzwerken umgehen können, die Brückengeländer blau-gelb anmalen und die Kraft haben, Lenin-Denkmale zu stürzen. Die Mehrheit der Bewohner wartet garantiert ab. Wohlstand a la EU – wäre nicht schlecht. Wichtiger ist aber der Frieden. Und Russland! Dort wohnen doch unsere Bekannten und Verwandten – nicht in den Karpaten oder in Lemberg!

Mariupol steht zur Zeit im Brennpunkt. Offiziell sind mehr als 50 % der Einwohner Russen. Wer glaubt denn eigentlich an die Theorie, dass die Russen der Stadt durch Westukrainer von anderen Russen geschützt werden müssen?
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von klaupe »

Jenenser hat geschrieben:Klaupe, wer hat sich in der EU/USA mit der Geschichte der Ukraine jemals beschäftigt? Wer war überhaupt schon mal in der Ukraine? Auf diesem Gebiet hat Russland die besseren Karten, beim Kampf um! die Ukraine!
Ich vermute mal, es sind eine ganze Menge. Gerade im Norden und über die Grenze nach Kanada wohnen sehr viele ausgewanderte Ukrainer. In Russland ist vielleicht die Anzahl größer, denn viele wurden ja zwangsumgesiedelt.
Deine Erlebnisse aus dem Donbass verfolge ich jedoch mit Aufmerksamkeit und vergleiche.
Schön. Ich kenne die Region einigermaßen, denn viele der inzwischen zerstörten Gebäude habe ich vor ein paar Jahren noch völlig intakt mit eigenen Augen gesehen. Ich kenne dort etliche persönlich durch längeren Aufenthalt und kann deren Auffassung einschätzen.
Ich denke, Russland, vertreten durch Putin, hatte keinen Eroberungsplan. Sah jedoch seine Interessen, wirtschaftliche und geostrategische, nach dem Staatsstreich in der Ukraine in Gefahr. Aus dem Reagieren wurde Agieren.
Ich denke, es gibt viele Pläne auf allen Seiten. Die meisten Pläne werden nie umgesetzt, aber wenn sich eine passende Situation ergibt, holt man sie aus der Schublade.
Das längst verblasste Wort „Neurussland“ kam wieder an die Oberfläche. Hier würde sich die Frage stellen, was die Menschen heute dort bewegt.
Das würde mich auch sehr interessieren. Die derzeit verbreiteten, prorussischen Ansichten passen einfach nicht zu den Erfahrungen, die ich damals dort machte. Da waren es astreine Ukrainer mit einem eher nach Westen ausgerichteten Weltbild, die 'zufällig' überwiegend russisch sprachen.
Städte werden in den Artikeln genannt, die ich so einigermaßen kenne: Charkow (1,4 Mio Einwohner), Dnjepropetrowsk (1,0 Mio Einwohner). Es gibt dort eine Menge junger Leute, die ....
Auch da kenne ich mich einigermaßen aus, wenn auch nicht ganz so gut wie im Donbass. Es ist ja bezeichnent, dass gerade diese Städte nicht mit fliegenden Fahnen auf den Zug der "Befreiung" aufspringen, obwohl sie nahezu genau so 'russisch' sind
Mariupol steht zur Zeit im Brennpunkt. Offiziell sind mehr als 50 % der Einwohner Russen. Wer glaubt denn eigentlich an die Theorie, dass die Russen der Stadt durch Westukrainer von anderen Russen geschützt werden müssen?
Geht es denn dort überhaupt um Menschen oder nur un strategisch wichtige Geländegewinne? Mariupol ist ein wichtiger und interessanter Hafen. Das da auch Menschen leben, egal ob Ukrainer oder Russen, ist eher ein Störfaktor.

Mit den Zahlen habe ich immer so meine Probleme. Wie definieren sich die 50 % Russen?
Es gibt 'Russen', die Russisch sprechen und russische Kultur bevorzugen, die aber stolz ihren ukrainischen Pass vorzeigen und die blau-gelbe Fahre raushängen. Es gibt da auch Russen, die gerne den Pass gegen einen russischen tauschen würden. Davon arbeiten auch viele als Pendler in Russland. Es gibt Russen mit russischem Pass (oder staatenlos) mit Hauptwohnsitz in der Ukraine. Die sind (oder waren) in der Minderheit, selbst auf der Krim. Ja, dann gibt es noch 'echte' Ukrainer, die sich trotz Deportationen und Holodomor und Genozid dort halten konnten oder später wieder in der alten Heimat angesiedelt haben. Durch die Vermischung der Familien ist das Durcheinander noch größer geworden und meine Zweifel an den statistischen Zahlen wachsen täglich.

Ich bin durchaus für eine Föderation, ggf. sogar mit Autonomie einiger Regionen, wenn international kontrollierte und wirklich freie Abstimmungen eine eindeutige Mehrheit der Bewohner ergeben. Entsprechende Signale vermisse ich aus Kiew.
Möglicherweise wäre dabei auch die Krim ganz legal zu Russland gekommen. OK, dann muss man das auch akzeptieren und allenfalls den Schutz der Minderheiten im Auge behalten. Was aber da abgelaufen ist und noch abläuft, ist in jeder Hinsicht ein Skandal.
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von Dietrich »

Jenenser hat geschrieben:Mariupol steht zur Zeit im Brennpunkt. Offiziell sind mehr als 50 % der Einwohner Russen. Wer glaubt denn eigentlich an die Theorie, dass die Russen der Stadt durch Westukrainer von anderen Russen geschützt werden müssen?
Das hat dann was zur Folge? Das man die Stadt der DNR/den Russen übergeben sollte? Das diese die Stadt trotz Waffenstillstands ruhigen Gewissens angreifen können sollen?

Und was bedeutet in diesem Zusammenhang "Russen"? Russischsprachige Ukrainer oder reine Russen (so mit russischem Pass und so)?

Was macht den Russland, wenn übermorgen China im fernen Osten anklopft und feststellt, in der und der Stadt sind ja mehr als 50% der Bevölkerung Chinesen oder sprechen zumindest chinesisch?

Müssen demnächst Länder wie die Ukraine nach Möglichkeit sehen, dass sich Volksgruppen, auch webnn sie ansich Minderheiten sind, gleichmäßig im Land verteilen, damit es keine Städte gibt, in denen sie über 50% kommen?
Verläßt die DNR denn auch Dörfer etc. außerhalb von Donetzk und Lugansk in denen es mehr Ukrainer als Russen gab/gibt?

Mariopol ist - genau wie Donetzk, Lugansk und auch Simeropol - eine Stadt in der Ukraine. In einer Ukraine, der Russland territoriale Unverletzbarkeit garantiert hatte. Wie viele "Russen" dort auch leben möchten.... Wenn diese Russen gerne in Russland leben möchten, dann geht es ihnen wie den Russen in Deutschland auch: Sie sollen gefälligst auswandern.
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von Jenenser »

klaupe hat geschrieben: Es gibt 'Russen', die Russisch sprechen und russische Kultur bevorzugen, die aber stolz ihren ukrainischen Pass vorzeigen und die blau-gelbe Fahre raushängen. Es gibt da auch Russen, die gerne den Pass gegen einen russischen tauschen würden. Davon arbeiten auch viele als Pendler in Russland. Es gibt Russen mit russischem Pass (oder staatenlos) mit Hauptwohnsitz in der Ukraine. Die sind (oder waren) in der Minderheit, selbst auf der Krim. Ja, dann gibt es noch 'echte' Ukrainer, die sich trotz Deportationen und Holodomor und Genozid dort halten konnten oder später wieder in der alten Heimat angesiedelt haben. Durch die Vermischung der Familien ist das Durcheinander noch größer geworden und meine Zweifel an den statistischen Zahlen wachsen täglich.
Es gibt innerhalb dieser Familien schon große Zerwürfnisse. Diese sind erst ausgebrochen im Zusammenhang mit dem Euromaidan. Wie das je wieder gekittet werden soll – keine Ahnung. Danke für Deine Meinung!
Dietrich hat geschrieben: Das man die Stadt der DNR/den Russen übergeben sollte? Das diese die Stadt trotz Waffenstillstands ruhigen Gewissens angreifen können sollen?...
Ich bin zwar ein Freund des militärischen Zeremoniell. Kann mich aber für Strategien, um Menschen umzubringen, nicht begeistern. Die Parteien, die Interesse am Schicksal der Ukraine haben, saßen in Minsk mit Ausnahme der USA alle am Tisch bzw. im Nebenzimmer. Grundsätzlich unterstütze ich alle Bemühungen, den Konflikt friedlich zu lösen. Welche Flagge in Mariupol am Ende weht, ist für mich zweitrangig. Eine weitere Unterhaltung über den demografischen Wandel in der Welt würde jetzt zu weit gehen.
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Re: Gewollt oder ungewollt?

Beitrag von klaupe »

Jenenser hat geschrieben:Es gibt innerhalb dieser Familien schon große Zerwürfnisse.
Das liegt vermutlich in der Natur der Sache. Das ann man auch hier bei Deutsch-Türkischen oder Deutsch-Russischen Familien feststellen.
Diese sind erst ausgebrochen im Zusammenhang mit dem Euromaidan.
Ich hatte den Eindruck -- und etliche meiner Freunde dort bestätigten das -- dass es damals noch recht harmonisch ablief. Allenfalls die Extremisten von Rechts- und Linksaußen stifteten Unruhe und der Südosten blieb irgendwie vor der Tür stehen.
Wie das je wieder gekittet werden soll – keine Ahnung.
Die Geschichte zeigt in ähnlichen Fällen, dass so was wieder ins Lot kommt, sobald Ruhe einkehrt. Das Leben hat andere Prioritäten zu bieten, als Nationalitätskonflikte.
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