Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
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kamensky
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Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
- Wladimir30
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Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
Berlino hat ausführlich über die idealen Varianten des Staatsaufbaus in RUS referiert. Was man merkt und was sehr positiv zu beurteilen ist, ist, dass er das Wohl des Volkes im Auge hat, das er erreichen will. Das muss in der Tat immer Ausgangspunkt und Ziel sein.
Allerdings erscheinen mir diese Ausführungen allzu sehr durch die westliche / deutsche Brille gesehen. Das, was in DEU funktioniert (obwohl auch mit viel Knirschen und Knarzen, da viel Sand im Getriebe ist, das hat Berlino ja aber zum Teil auch selbst beschrieben), muss nicht in RUS funktionieren. "Demokratische Strukturen" ist ja erstmal ein weitgefasster Begriff. Was sich dahinter konkret verbirgt ist dann Auslegungssache.
Ich habe am Anfang all meiner Tätigkeiten in RUS, egal ob an der Uni oder als Leiter eines Produktionsbetriebes, ähnlich versucht, mit den mir aus DEU bekannten und auch bewährten Prinzipien die Leute zu motivieren, zu leiten. Ist ständig mehr oder weniger in die Hose gegangen. Die Leute fanden immer, dass ich ja ein netter Kerl sei, aber mehr auch nicht. Erst als ich - anfangs noch gegen meinen Willen - die Zügel immer straffer angezogen und einen gewissen Gehorsam (genau den) eingefordert (genau so) habe, erst dann lief es. Und das Erstaunliche. Die Leute akzeptieren das und halten mich immer noch für einen netten Kerl. Manchmal ist es mir immer noch unangenehm, scharf etwas einzufordern und frage dann bei passender Gelegenheit, ob das nicht zu scharf war. Regelmäßig ernte ich erstaunte Blicke: "Nee, wieso denn?"
Das Einzige, worauf ich immer noch achte und worin ich mich von den anderen Führungspersonen hier unterscheide ist, dass jeder immer direkt zu mir kommen kann, ohne zu hören zu kriegen, dass der Dienstweg eingehalten werden muss. Das machen die Leute auch, wobei sie kapiert haben, dass ich sie bei Banalitäten eben doch an den Produktionsleiter oder Chefmechaniker oder sonstwen verweise, weshalb sie nur bei wichtigen oder persönlichen Fragen kommen. Das wiederum funktioniert sehr gut.
Sprich demokratische Strukturen haben in meinem Umfeld und in meinem Bekanntenkreis, den ich regionalübergreifend aufgebaut habe, nicht funktioniert. Es braucht eben doch eine starke Hand (oder Faust, wie auch viele sagen).
Was im Kleinen nicht funktioniert, funktioniert auch im Großen nicht.
Allerdings erscheinen mir diese Ausführungen allzu sehr durch die westliche / deutsche Brille gesehen. Das, was in DEU funktioniert (obwohl auch mit viel Knirschen und Knarzen, da viel Sand im Getriebe ist, das hat Berlino ja aber zum Teil auch selbst beschrieben), muss nicht in RUS funktionieren. "Demokratische Strukturen" ist ja erstmal ein weitgefasster Begriff. Was sich dahinter konkret verbirgt ist dann Auslegungssache.
Ich habe am Anfang all meiner Tätigkeiten in RUS, egal ob an der Uni oder als Leiter eines Produktionsbetriebes, ähnlich versucht, mit den mir aus DEU bekannten und auch bewährten Prinzipien die Leute zu motivieren, zu leiten. Ist ständig mehr oder weniger in die Hose gegangen. Die Leute fanden immer, dass ich ja ein netter Kerl sei, aber mehr auch nicht. Erst als ich - anfangs noch gegen meinen Willen - die Zügel immer straffer angezogen und einen gewissen Gehorsam (genau den) eingefordert (genau so) habe, erst dann lief es. Und das Erstaunliche. Die Leute akzeptieren das und halten mich immer noch für einen netten Kerl. Manchmal ist es mir immer noch unangenehm, scharf etwas einzufordern und frage dann bei passender Gelegenheit, ob das nicht zu scharf war. Regelmäßig ernte ich erstaunte Blicke: "Nee, wieso denn?"
Das Einzige, worauf ich immer noch achte und worin ich mich von den anderen Führungspersonen hier unterscheide ist, dass jeder immer direkt zu mir kommen kann, ohne zu hören zu kriegen, dass der Dienstweg eingehalten werden muss. Das machen die Leute auch, wobei sie kapiert haben, dass ich sie bei Banalitäten eben doch an den Produktionsleiter oder Chefmechaniker oder sonstwen verweise, weshalb sie nur bei wichtigen oder persönlichen Fragen kommen. Das wiederum funktioniert sehr gut.
Sprich demokratische Strukturen haben in meinem Umfeld und in meinem Bekanntenkreis, den ich regionalübergreifend aufgebaut habe, nicht funktioniert. Es braucht eben doch eine starke Hand (oder Faust, wie auch viele sagen).
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Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
Ich finde Deinen Beitrag, die Ansichten und Erfahrungen hochinteressant. Teilweise decken sie sich mit Vorkommnissen, die ich bereits zur Breschnew-Zeit als Wessi in leitender Position auf sowjetischen Kreuzfahrtschiffen machen musste. Da habe ich auch viel Lehrgeld zahlen müssen, ehe es reibungslos(er) klappte.
Der Status Quo ist sicherlich das, was das aktuelle Handeln bestimmt und da muss man sich einfach damit abfinden, dass es deutliche Unterschiede in der Weltanschauung und in den Verhaltensmustern gibt.
Das schließt aber nicht aus, dass in der Zukunft gravierende Änderungen möglich sind und sicher auch kommen werden.
Wenn wir hier und heute diskutieren, dann ist es ja legitim, sich "in aller Freundschaft" über sinnvolle Veränderungen den Kopf zu zerbrechen. Das die Vergangenheit anders ablief und die Gegenwart nicht unseren Ansprüchen genügt, ist ein unveränderbares Faktum.
Ich wehre mich aber auch vehement dagegen, wenn man etwas als statisch ansieht. Noch schlimmer ist es, wenn die Führung sich auf einen bestimmten Volkscharakter beruft, um den dann für eigene Interessen auszuschlachten. Sind die Russen wirklich so und nicht anders, können die nicht dazulernen und sich in ein anderes System hineinfinden?
Schon Deine offene Tür für die Sorgen/Ideen/Vorschläge der Mitarbeiter ist doch ein Schritt in die ungewohnte, aber richtige Richtung. Das wird nicht der letzte Schritt sein und so was spricht sich dann noch herum und schafft gute, nachahmenswerte Beispiele.
Das es gravierende Umstellungen geben muss, halte ich für notwendig. Die Frage ist nur, wie schnell man so etwas vorantreiben kann.
Der Status Quo ist sicherlich das, was das aktuelle Handeln bestimmt und da muss man sich einfach damit abfinden, dass es deutliche Unterschiede in der Weltanschauung und in den Verhaltensmustern gibt.
Das schließt aber nicht aus, dass in der Zukunft gravierende Änderungen möglich sind und sicher auch kommen werden.
Wenn wir hier und heute diskutieren, dann ist es ja legitim, sich "in aller Freundschaft" über sinnvolle Veränderungen den Kopf zu zerbrechen. Das die Vergangenheit anders ablief und die Gegenwart nicht unseren Ansprüchen genügt, ist ein unveränderbares Faktum.
Ich wehre mich aber auch vehement dagegen, wenn man etwas als statisch ansieht. Noch schlimmer ist es, wenn die Führung sich auf einen bestimmten Volkscharakter beruft, um den dann für eigene Interessen auszuschlachten. Sind die Russen wirklich so und nicht anders, können die nicht dazulernen und sich in ein anderes System hineinfinden?
Schon Deine offene Tür für die Sorgen/Ideen/Vorschläge der Mitarbeiter ist doch ein Schritt in die ungewohnte, aber richtige Richtung. Das wird nicht der letzte Schritt sein und so was spricht sich dann noch herum und schafft gute, nachahmenswerte Beispiele.
Das es gravierende Umstellungen geben muss, halte ich für notwendig. Die Frage ist nur, wie schnell man so etwas vorantreiben kann.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
Ich finde gut und richtig, was Du ausgeführt hast, und habe auch grossen Respekt vor den Besonderheiten RUS. Ich würde mir auch nicht von aussen anmaßen, da RUS konkrete Empfehlungen zu geben. Aber wie klaupe ausgeführt hat, sind auch in RUS Veränderungen ja wohl möglich.Wladimir30 hat geschrieben: Allerdings erscheinen mir diese Ausführungen allzu sehr durch die westliche / deutsche Brille gesehen. Das, was in DEU funktioniert (obwohl auch mit viel Knirschen und Knarzen, da viel Sand im Getriebe ist, das hat Berlino ja aber zum Teil auch selbst beschrieben), muss nicht in RUS funktionieren. "Demokratische Strukturen" ist ja erstmal ein weitgefasster Begriff.
UND auch ich halte sie für notwendig. Erfolgreiche Alternativen zu kapitalistischen, marktwirtschaftlichen Systemen gibt es nur in Theorie. Denn ohne Marktwirtschaft, Dezentralisierung gelingt es nicht, Kräfte, Willen, Möglichkeiten des Einzelnen zu wecken und zu schützen. Autoritärer Zentralismus ist per se suboptimal bis vernichtend. Mag sein, dass RUS noch auf Jahrzehnte einen starken Zentralstaat benötigt, aber das ist mMn ein Grund mehr, so bald wie möglich, den Weg der Dezentralisierung und Demokratisierung zu beginnen. RUS hätte gar die Chance, einen eigenen Weg zu beschreiten, Marktwirtschaft ohne die Übermacht der internationalen Finanzoligarchie aufzubauen. Leider führt Putin RUS zu mehr Zentralisierung und verhindert die Entwicklung eines privatwirtschaftlichen Sektors.
- Wladimir30
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Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
Ok, dann sind ja grundlegende Punkte geklärt. Freut mich! Auf also zu neuen Ufern.
Zur Frage der Dezentralisierung. Ein so riesiges Land zentralistisch zu führen ist schlicht und einfach nicht möglich. Die Autonomie der einzelnen Föderationssubjekte ist wesentlich größer als z.B. der Landkreise in DEU. Das reicht in vielen Punkten an die Bundesländer heran. Moskau ist weit, ich denke mal, Zejtnot wird meinen Eindruck bestätigen, denn als ich ne Zeitlang in Novosibirsk war, merkte ich sehr deutlich, dass hier eine andere Musik spielte, die sich deutlich von derjenigen im europäischen Dunstkreis von Moskau unterschied. Die Zentrifugalkräfte in RUS sind aufgrund der geographischen Größe, der ethnischen, religiösen etc. Unterschiede viel zu groß, als dass man ihnen freien Lauf lassen darf. Als Jelzin kaum noch handlungsfähig war, bestand ja die reale Gefahr, dass immer mehr Regionen immer größere Autonomie bis hin zur Abspaltung forderten. Und zwar nicht nur an den Rändern, wie z.B. Tschetschenien, sondern auch im Inneren, wie z.B. Tatarien. Das war dann ja auch das erste Großprojekt von Putin, als er RUS vor dem drohenden Auseinanderbrechen bewahrte.Berlino10 hat geschrieben:Denn ohne Marktwirtschaft, Dezentralisierung gelingt es nicht, Kräfte, Willen, Möglichkeiten des Einzelnen zu wecken und zu schützen.
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Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
Die Chance war schon mal da unter Gorbatschow, sie wurde aber leider verpasst.Berlino10 hat geschrieben:Autoritärer Zentralismus ist per se suboptimal bis vernichtend. Mag sein, dass RUS noch auf Jahrzehnte einen starken Zentralstaat benötigt, aber das ist mMn ein Grund mehr, so bald wie möglich, den Weg der Dezentralisierung und Demokratisierung zu beginnen. RUS hätte gar die Chance, einen eigenen Weg zu beschreiten, Marktwirtschaft ohne die Übermacht der internationalen Finanzoligarchie aufzubauen. Leider führt Putin RUS zu mehr Zentralisierung und verhindert die Entwicklung eines privatwirtschaftlichen Sektors.
OK, Gorbatschow hatte eine Menge Fehler gemacht. Ich verstehe das auch, das musste fast zwangsläufig so sein, denn ein bestehendes und stark eingefahrenes -- nein eingerostetes -- System zu ändern ist eine Mammutaufgabe, die mit Sicherheit scheitern muss, wenn die Zeit drängt.
Man darf ja nicht vergessen, dass es damals viele Widersacher und Gegner gab, die ihre Privilegien und Vorteile verloren hatten.
Dazu kamen noch einige unpopuläre Aktionen, unnütz und zum falschen Zeitpunkt, wie z.B. Alkoholverbot. Nur ein Beispiel von vielen "Fehlern".
Ich hätte nicht in seiner Haut stecken wollen.
Sein Nachfolger hat weitaus mehr Mist gebaut. Hier steht sein Denkmal im Regal "Wodka Jelzin"
Putin ist ert mal positiv durchgestartet und bekam eine Menge Vorschusslorbeeren, meines Erachtens ziemlich voreilig. OK, sein Volk hat ihn bejubelt und die Entwicklung war ja auch so gut, dass er das Lob der Landsleute verdiente, auch wenn einige auf der Strecke blieben.
Doch nun ist er lange genug im Amt, dass es nur noch besser laufen müsste. Stattdessen beginnt er mit eigenartigen Experimenten und nutzt die (noch) vorhandene Zustimmung innenpolitisch schamlos aus. Im Ausland hat er den ehemals guten Ruf gründlich verspielt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
In der CCCP wurden sie zentral geregelt und mehr oder minder zwangsweise zusammen gehalten. Dazu kam noch der "kluge" Gedanke, die Wirtschaftszentren der Republiken zu russifizieren. Das stieß nicht selten auf Widerstand, zumindest war die Begeisterung extrem verhalten. Nicht zuletzt wurden auch die interessanten Pöstchen eher an Russen vergeben. Sich dagegen zu wehren war nicht ratsam, denn der kalte Osten hatte genug Platz für Erziehungsmaßnahmen.Wladimir30 hat geschrieben:Die Zentrifugalkräfte in RUS sind aufgrund der geographischen Größe, der ethnischen, religiösen etc. Unterschiede viel zu groß, als dass man ihnen freien Lauf lassen darf.
Sagen wir mal eher, er hat der Forderung nachgegeben, da es an attraktiven Argumenten für einen weiteren Zusammenhalt fehlte. Nun ging es den Republiken, die sich verselbständigten ja nicht automatisch besser, eher im Gegenteil. Die Attraktivität der Moskauer Zentralgewalt war aber in den Keller gesunken. Dazu kam der aufkeimende Nationalismus.Als Jelzin kaum noch handlungsfähig war, bestand ja die reale Gefahr, dass immer mehr Regionen immer größere Autonomie bis hin zur Abspaltung forderten.
Mal abgesehen von den Krisenregionen im Kaukasus, die nun mit anderen Grenzen gespalten sind, kann ich nicht erkennen, was da wieder zusammengekittet wurde. Kasachstan und Belarus wurde zwar wieder etwas auf Linie gebracht, bleiben aber vorerst eigenständige Staaten, die auch ohne Moskau entscheiden können. Die Ukraine wurde/wird häppchenweise auf Moskau-Kurs gebracht, was nicht nur die ausländischen Beobachter ärgert.Das war dann ja auch das erste Großprojekt von Putin, als er RUS vor dem drohenden Auseinanderbrechen bewahrte.
Was hat nun Russland wirklich zu bieten, dass eine freiwillige und friedliche Eingliederung unter Moskauer Verwaltung attraktiv machen könnte?
Das ist doch der Knackpunkt! Das gute Vorbild reicht nicht aus, um glücklich zu sein, sich einer UdFSR anzuschließen und Putin als Kleister aller Massen anzuerkennen.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
Hör auf ein paar Millionen Menschen die sich zum westlichen Kulturkreis zählen als "Ausland" zu sprechen. Sage doch lieber ein Teil des Auslands.klaupe hat geschrieben:Die Chance war schon mal da unter Gorbatschow, sie wurde aber leider verpasst.Berlino10 hat geschrieben:Autoritärer Zentralismus ist per se suboptimal bis vernichtend. Mag sein, dass RUS noch auf Jahrzehnte einen starken Zentralstaat benötigt, aber das ist mMn ein Grund mehr, so bald wie möglich, den Weg der Dezentralisierung und Demokratisierung zu beginnen. RUS hätte gar die Chance, einen eigenen Weg zu beschreiten, Marktwirtschaft ohne die Übermacht der internationalen Finanzoligarchie aufzubauen. Leider führt Putin RUS zu mehr Zentralisierung und verhindert die Entwicklung eines privatwirtschaftlichen Sektors.
OK, Gorbatschow hatte eine Menge Fehler gemacht. Ich verstehe das auch, das musste fast zwangsläufig so sein, denn ein bestehendes und stark eingefahrenes -- nein eingerostetes -- System zu ändern ist eine Mammutaufgabe, die mit Sicherheit scheitern muss, wenn die Zeit drängt.
Man darf ja nicht vergessen, dass es damals viele Widersacher und Gegner gab, die ihre Privilegien und Vorteile verloren hatten.
Dazu kamen noch einige unpopuläre Aktionen, unnütz und zum falschen Zeitpunkt, wie z.B. Alkoholverbot. Nur ein Beispiel von vielen "Fehlern".
Ich hätte nicht in seiner Haut stecken wollen.
Sein Nachfolger hat weitaus mehr Mist gebaut. Hier steht sein Denkmal im Regal "Wodka Jelzin"
Putin ist ert mal positiv durchgestartet und bekam eine Menge Vorschusslorbeeren, meines Erachtens ziemlich voreilig. OK, sein Volk hat ihn bejubelt und die Entwicklung war ja auch so gut, dass er das Lob der Landsleute verdiente, auch wenn einige auf der Strecke blieben.
Doch nun ist er lange genug im Amt, dass es nur noch besser laufen müsste. Stattdessen beginnt er mit eigenartigen Experimenten und nutzt die (noch) vorhandene Zustimmung innenpolitisch schamlos aus. Im Ausland hat er den ehemals guten Ruf gründlich verspielt.
Diese Überheblichkeit kotzt an.
Ich komme gerade von einer langen Asienreise zurück. In höchsten Kreisen der chinesischen, koreanischen und türkischen Wirtschaft konnte ich über Putin und den Konflikt reden.
Zu meiner Überraschung finden die Unternehmer das Vorgehen Putins super. Gerade in der Türkei zu meiner grossen Verwunderung hat er viele Fans. Neben der aggressiven Politik gegen Genderpolitik bewundert man seinen harten Umgang mit diesen sehr unbeliebten Westmächten. Übrigens habe ich auch viele Bekannte in Frankreich die diese Politik von Putin gut finden. Also... so einfach ist es nicht.
Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
Klar, wenn man bereit ist alles an individualschützenden Errungenschaften des Westens in Frage zu stellen bzw. schlichtweg abzulehnen, wie dies Putin, die Chinesen, die Türken der Front National (zumindest bezüglich bestimmter Minderheiten) tun, dann sind die Optionen vielfältig und dann ist ein Verhalten à la Putin genauso legitim wie jedes andere Verhalten. Das Motto "Erlaubt ist was ich mir erlauben kann" eröffnet eine enorme Klaviatur an Winkelzügen zur Zweckerreichung. Ist man ausreichend skrupellos und sind einem die einzelnen Menschen, Bürger, die Umwelt, die Nachhaltigkeit usw. scheissegal dann kann man da virtuos drauf spielen.so einfach ist es nicht.
- klaupe
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Re: Russland ohne Putin = ein "besseres" Russland?
Immerhin befindet sich da Putin in allerbester Gesellschaft von Gleichgesinnten.Gunnar hat geschrieben:Klar, wenn man bereit ist alles an individualschützenden Errungenschaften des Westens in Frage zu stellen bzw. schlichtweg abzulehnen....
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.