Wladimir30 hat geschrieben:Meine Einstellung zur Behandlung dieser Fragen in den Medien und deren Bewertung scheint dagegen bei uns beiden tatsächlich unterschiedlich sein.
Da braucht man sich nicht nur auf das eigene Gefühl und Einstellung zu verlassen. Die Deutschen sind da extrem statistiksüchtig.
Das betrifft auch die Berichterstattung in den Medien, wo nicht nur die Themen, deren Gewichtung und Umfang der Darstellung, sondern auch das Echo bei den Zuschauern/Lesern erfasst wird.
Letztendlich richtet sich die Berichterstattung nach dem Erfolg, den sie hat. Das ergibt verkaufte Auflage und Zuschauerquoten und das bedeutet bares Geld. Die Wirtschaft verteilt z.B. Webemillionen da, wo die Auflage/Einschaltquote interessant ist.
Die Idee, dass die Berichterstattung von der Regierung oder anderen mysteriösen Kräften gesteuert wird, ist für Deutschland kaum anwendbar.
Da sind die Russen deutlich weiter, ein Zustand, den ich aber hier nie erleben möchte.
Interessant ist z.B., dass die Talkshows der letzten Monate, die sich irgendwie mit Putin befassten, deutlich höhere Zuschauerquoten hatten, als bei anderen Themen, auch wenn sie vielleicht wichtiger sind.
Wladimir Wladimirowitsch als Zuschauermagnet? Kurios, aber wahr und das wird ihn sicherlich freuen, dass er so eine starke Resonanz in Deutschland hat, egal ob der da als Wohltäter oder Bösewicht dargestellt wird.
Wen wundert es da, dass diese diversen Putin-Themen häufig gesendet werden und sich wiederholen? "Das Liebesleben der Krümelkäfer im Permafrost" lockt keinen vor den Bildschirm, aber "Sex bei Putins kalten Käfern", das muss man unbedingt gesehen haben! In den Webepausen konsumieren wir dann Propaganda von heißem Bio-Tee (gluten- und laktosefrei) und kuschelig-weich-warmen Damenbinden

Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.