Offener Brief an Frau Krone-Schmalz

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Wladimir30
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Re: Offener Brief an Frau Krone-Schmalz

Beitrag von Wladimir30 »

Jenenser hat geschrieben:Den Scholl-Latour habe ich auch geachtet. Sein Buch „Russland im Zangengriff“ ist immer noch aktuell. Gibt es denn keinen, der in seine Fußstapfen tritt?
Tja, eine - leider - gute Frage. Seht Ihr jemanden? Vielleicht bin ich nur zu weit weg, um das beurteilen zu können? Wer könnte denn mit Fug und Recht als seriöser Russlandberichterstatter derzeit bezeichnet werden?
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klaupe
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Re: Offener Brief an Frau Krone-Schmalz

Beitrag von klaupe »

Dietrich hat geschrieben:Klaupe, halte dich mit Aussagen über die "Person Krone-Schmalz" bitte zurück.
Wenn ich so die Äußerungen der Dame in den letzten Wochen/Monaten betrachte, dann ist sie gegenüber ihren Kollegen nicht seht zurückhaltend, sogar mitunter sehr deftig. Einige Formulierungen habe ich nahezu wörtlich übernommen und es kann doch kaum ein Fehler sein, wenn man den gleichen Ball zurückspielt.
Offensichtlich ist sie der Meinung, dass sie die Weisheit, insbesondere zum Thema Russland, gepachtet hat.

Ja Mann, die Frisur ist ihr unverwechselbares Markenzeichen und immerhin pfiffig. Die habe ich ja auch als interessant herausgestellt.
Ich habe ein Sammlung wertvoller Fossilien im Haus, die ich nie hergeben würde. Also wenn man will, kann man sich alles so hinbiegen, wie man es gerade braucht. Auch Ruge ist und Scholl-Latour war ein Fossil, allerdings mit bedeutend mehr Format.
Scholl-Latour war auch nicht zimperlich, andere Personen, Organisationen oder Staaten heftig aufs Korn zu nehmen und das knallhart. Aber dahinter sah ich erheblich mehr Substanz.
Wladimir30 hat geschrieben:Wer könnte denn mit Fug und Recht als seriöser Russlandberichterstatter derzeit bezeichnet werden?
Keine Ahnung, das wechselt scheinbar nach Thema und Tagesstimmung, sowohl des Berichters, als auch des Zuhörers.
Frau Krone-Schmalz sehe ich da in keiner Sonderstellung, die hat ihren Job genau so gut oder schlecht erledigt, wie ihre Kollegen.

Sie hat natürlich inzwischen ein blendendes Verhältnis zu Russland.
Die Puschkin-Medaille mit dem Autogramm von Putin auf der Ernennungsurkunde, sei ihr gegönnt und die hat sie sich sicherlich auch in Russland brav verdient. Hier hat sie auch mal Auszeichnungen bekommen.
Dass sie nicht abstreitet, des öfteren für kremlnahe Unternehmen zu arbeiten zeugt wenigstens von Aufrichtigkeit, ist aber kein Nachweis für Neutralität in der Betrachtungsweise russischer Interessen und kein Freibrief zur Verurteilung von Kollegen, nur weil sie eine andere Sichtweise haben.

Aber hat sie damit nun automatisch den Anspruch auf die alleinseligmachende Kompetenz zur Beurteilung russischer Angelegenheiten erworben?
Zudem sollte man nicht vergessen, sie war Korrespondentin in der UdSSR. Als der neue Russische Staat entstand, durfte sie es von außen betrachten.
Die Kollegen, die sie aufs Korn nimmt, haben aber Russland als Staat hautnah erlebt.

Meint sie wirklich, dass sie mit ihrer pauschalen Kollegenschelte generell auf der richtigen Seite steht? Klar, nur der Westen ist arrogant (siehe Buchtitel).

Offensichtlich ist sie der aktuellen Entwicklung nicht gewachsen. Vor ein paar Jahren urteilte sie weitaus kompetenter.
Es lohnt sich, mal "Der Kalte Krieg ist längst nicht zu Ende" aufmerksam durchzulesen.
Inzwischen hat sie irgendjemand verbogen oder das Rentnerleben in Spanien hat sie von der Realität entfernt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Okonjima
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Re: Offener Brief an Frau Krone-Schmalz

Beitrag von Okonjima »

Aber hat sie damit nun automatisch den Anspruch auf die alleinseligmachende Kompetenz zur Beurteilung russischer Angelegenheiten erworben?
Zudem sollte man nicht vergessen, sie war Korrespondentin in der UdSSR. Als der neue Russische Staat entstand, durfte sie es von außen betrachten.
Die Kollegen, die sie aufs Korn nimmt, haben aber Russland als Staat hautnah erlebt.

Meint sie wirklich, dass sie mit ihrer pauschalen Kollegenschelte generell auf der richtigen Seite steht? Klar, nur der Westen ist arrogant (siehe Buchtitel).

Offensichtlich ist sie der aktuellen Entwicklung nicht gewachsen. Vor ein paar Jahren urteilte sie weitaus kompetenter.
Es lohnt sich, mal "Der Kalte Krieg ist längst nicht zu Ende" aufmerksam durchzulesen.
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@klaupe
Mal ne ketzerische Frage! Auf welche jahrzehntelange Russlanderfahrung stützt sich Deine Kompetenz?
Ich kann für mich sagen, das ich zu Scholl-Latour oder Krone-Schmalz o.ä. einfach eine eigene Meinung habe, ich würde jedoch niemals
Ihre Kompetenz in Frage stelle!
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Wladimir30
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Re: Offener Brief an Frau Krone-Schmalz

Beitrag von Wladimir30 »

Okonjima hat geschrieben: Ich kann für mich sagen, das ich zu Scholl-Latour oder Krone-Schmalz o.ä. einfach eine eigene Meinung habe, ich würde jedoch niemals Ihre Kompetenz in Frage stelle!
Das sehe ich grundsätzlich auch so.

Die Frage ist nur immer dieselbe: wie definiert man Kompetenz?
  • Ist es das reine Wissen um das, was vor Ort passiert?
    Ist es die Anzahl der Kontakte und guten Quellen, auf die man zurückgreift?
    Ist es die Fähigkeit, analytische Schlüsse zu ziehen?
    Ist es die Fähigkeit, Fakten von Meinungen klar zu trennen?
All diese Punkte (und sicher noch ein paar mehr) sind bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. Abhängig von der Gewichtung dieser einzelnen Punkte entstehen dann wohl unterschiedlich Bewertungen der Leistungen des einen oder anderen.

Was für Russland sicherlich in höherem Maße als für viele andere Länder gilt ist, dass sich vieles zuweilen sehr schnell ändert. Die Stimmung, die diese zuweilen rasanten Änderungen im Land erzeugen, erschließen sich für jemanden von "aussen" (also z.B. von Deutschland aus) in der Regel nur lückenhaft. So sage ich beispielsweise nichts zu Themen, die Deutschland betreffen, da ich das Gefühl verloren habe, was in DE so alles passiert, trotz intensiver Versuche, den Kontakt lebendig zu halten. Manchmal würde ich mir deshalb auch wünschen, dass in diesem Forum von manchen ähnlich zurückhaltend diskutiert wird, wenn es nicht so sehr um Fakten an sich, sondern um die Stimmungen in Russland geht. Aber das nur am Rande.

Deshalb sind auch Reporter, Journalisten, die vielleicht lange in RUS gelebt haben, aber nun eben nicht mehr, sicherlich nicht mehr so "kompetent" wie sie wohl mal waren. Das ist dann in meinen Augen keine Kritik oder gar Herabsetzung der Leistungen und grundsätzlichen Kompetenz. Es ist einfach so. Daraus rührte ja meine Frage, wer denn aktuell als Koryphäe im Bereich der Berichterstattung aus und über Russland gelten kann.
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klaupe
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Re: Offener Brief an Frau Krone-Schmalz

Beitrag von klaupe »

Okonjima hat geschrieben:Mal ne ketzerische Frage! Auf welche jahrzehntelange Russlanderfahrung stützt sich Deine Kompetenz?
Was soll die Frage? Trete ich etwa im TV auf oder verbreite meine Weisheiten in Massenmedien?
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Okonjima
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Re: Offener Brief an Frau Krone-Schmalz

Beitrag von Okonjima »

Was soll die Frage? Trete ich etwa im TV auf oder verbreite meine Weisheiten in Massenmedien?
Das hat für mich nichts mit TV oder Massenmedien zu tun. Du verbreitest Deine Weisheiten ja hier und von hier kommt die Frage!
Mich würde einfach nur interessieren woher diese gesammelten Weisheiten so kommen? Denn Frau Krone-Schmalz wirfst Du ja z.B.
vor, das Sie nur 4 Jahre Russlanderfahrung hat und deshalb ja schonmal weniger Ahnung haben kann als z.B.Herr Ruge.
Und bei solchen Aussagen frage ich mich halt immer wie es denn so mit der Erfahrung des Behaupters dieser Aussagen so ist!
Ich persönlich halte es dann doch eher mit Dieter Nuhr ...
"Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal Fresse halten..."

aber die Menschen sind ja verschieden... [run]
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Re: Offener Brief an Frau Krone-Schmalz

Beitrag von klaupe »

Okonjima hat geschrieben:Ich persönlich halte es dann doch eher mit Dieter Nuhr ...
"Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal Fresse halten..."
Richtig, aber dann würde hier nahezu Totenstille eintreten.
... das Sie nur 4 Jahre Russlanderfahrung hat und deshalb ja schonmal weniger Ahnung haben kann als z.B.Herr Ruge.
Und bei solchen Aussagen frage ich mich halt immer wie es denn so mit der Erfahrung des Behaupters dieser Aussagen so ist!
Zugegeben, ich habe deutlich weniger, als Herr Ruge und Frau KS hat sicherlich länger in der Sowjetunion verbracht, als ich, aber auch da sicherlich nicht mit Fritz Pleitgen und Anderen mithalten kann.
Der Herr Reitschuster, der ja gerne und heftig von russophoben Kreisen beschossen wird, hat Russland deutlich länger hautnah erlebt, als die Dame, die es glaubt, besser zu wissen.

Für mich sind hier die Teilnehmer weitaus interessanter und informativer, die tatsächlich in Russland wohnen, arbeiten und sich tagtäglich mit den Gegebenheiten auseinandersetzen müssen, somit zwangsläufig einen echten, differenzierten Einblick hinter die Kulissen haben.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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