Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

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Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von Berlino10 »

Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer
Die Finanzierung von internationalen Agrarholdings durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) steige rasant an, was dem „Landgrabbing“ Vorschub leistet
FR 13.2.15
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von klaupe »

Berlino10 hat geschrieben:Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer
Die Finanzierung von internationalen Agrarholdings durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) steige rasant an, was dem „Landgrabbing“ Vorschub leistet
So ungewöhnlich und fremd ist das doch in der Ukraine auch nicht. Bild
Bis 1991 nannte man das Kolchos oder Sowchos und es funktionierte doch über 70 Jahre erfolgreich und zum Wohl des Volkes.

Doch '91 wurde dieses System leider zerstört, viele Bauern nahmen sich das Erbe der Urahnen zurück oder haben sich Land listig erworben und in kleineren unrentablen Einheiten betrieben.
Das war etwas problematisch, denn die vorhandenen Maschinen und Anlagen waren auf große Flächen und Massenproduktion optimiert, jetzt gibt es eher Kleinbetriebe (fast etwas bessere Hausgärten) in Ortsnähe und die weiten Flächen können von diesen Bauern überhaupt nicht bewirtschaftet werden.
Bild Bild

Trotz zunehmendem Landgrabbing findet man immer noch riesige Areale bester Schwarzerde-Landschaft, die einfach versteppen. Die Verarbeitungsanlagen und Zuchtfabriken zerfallen und die Großgeräte rosten still vor sich hin.
Zudem ist die Lebensmittel-Versorgung der Bevölkerung miserabel, wenn es nicht gerade russische Spenden gibt, wie im Donbass.

Zwischen Kiev und Saporoshje bin ich viel durch diese langweiligen Regionen gefahren und wunderte mich nur, warum die "Kornkammer" brach liegt.

Betrachten wir es mal nüchtern:

Eine so vorbildliche, mittelständische oder klein-bäuerliche Agrarkultur wie in Russland wird es in der Ukraine kaum geben, außer vielleicht bald in Novorossija und auf der Krim. Da werden auch diese Betriebe optimal gefördert, statt das Geld in Korruptionskanälen versickern zu lassen.

Riesige fruchtbare Landflächen sind in der Rest-Ukraine immer noch unbewirtschaftet und die Arbeitslosen lungern und hungern in den Städten herum. Entweder sie flüchten nach Russland oder sie stören den Frieden als faschistische Unruhestifter und von den USA aufgehetzte Maidan-Umstürzler mit schmutzigen EU-/NATO-Phantasien. Aus diesem kriminellen Potential rekrutieren sich ja auch die Zivilistenmörder im Donbass.

Ausländische Investoren und Banken, inzwischen sogar schon aus China, wollen Geld satt verdienen und sehen eine Chance, das Land auszubeuten. Vielleicht ein Trugbild, denn nur Investitionen in Russland sind sicher und rentabel. Doch diese Einsicht setzt sich -- sanktionsgestört -- nur schleppend durch.

Die mit EU-Förderung ergaunerten Ackerflächen könnten wieder bearbeitet werden, das natürlich nur mit importierten Ackergeräten (von uns Steuerzahlern subventioniert.) Es schafft vor Ort ein paar billig entlohnte Arbeitsplätze, aber immerhin genug bezahlt, um McDoof-Filialen zu fördern und Absatzmärkte für unnützen westlichen Plunder zu schaffen.

Der ukrainische Staat kassiert etwas Steuer, um weiterhin Bürgerkriege zu finanzieren und die Exporterlöse wandern direkt in die Taschen der Oligarchen.

So haben alle etwas davon!
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von Sachse007 »

war das Sarkasmus oder war das ernst gemeint? Ich bin verwirrt...
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von klaupe »

Sachse007 hat geschrieben:war das Sarkasmus oder war das ernst gemeint? Ich bin verwirrt...
Mein Osterei! Jeder darf sich seine Version aussuchen :?
Ich vermute mal, dass ich Einigen aus dem Herzen spreche ;)
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von Sachse007 »

Also, mir haben meine Freunde aus Petersburg und Moskau gesagt, dass die Ukraine immer das Sorgenkind auch der GUS war. Da hat wohl auch Russland Geld ohne Ende hineingepumpt und nichts ist dabei herausgekommen. Das alles endete in dem Ausspruch: "... das könnt ihr behalten!" Schönen Dank auch...
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von klaupe »

Sachse007 hat geschrieben:... dass die Ukraine immer das Sorgenkind auch der GUS war.
Immerhin war es ein in der Sowjetzeit bedeutender Lieferant für Landwirtschaftsprodukte, das in der Perversion sogar zum Holdomor führte.
Das Sorgenkind war auch industriell nicht unbedeutend in der Waffenproduktion, Luftfahrzeugen, Triebwerken, Fahrzeugen, Stahl etc..
Da hat wohl auch Russland Geld ohne Ende hineingepumpt und nichts ist dabei herausgekommen.
Vielleicht weil die GUS der Auffassung war, dass man weiterhin, wie zu Sowjetzeiten, beliefert wird, ohne entsprechend dafür zu zahlen?

Die Ukrainer sind eher der Meinung, dass sie schamlos ausgeplündert wurden und die Gewinne sind in größtenteils Russland verblieben.

Da prallen die Meinungen aufeinander und wer nun wirklich im Recht ist, wird kaum eindeutig feststellbar sein.

Nun wollen die Wessis Geld ohne Ende reinpumpen und eines Tages sieht es so aus, wie mit Griechenland, nur ein paar Nummern größer und teurer.
Das alles endete in dem Ausspruch: "... das könnt ihr behalten!" Schönen Dank auch...
Dann wäre es aber unverständlich, dass sich Russland so bemüht, die Ukraine im Verbund zu behalten oder möglichst sogar komplett einzugliedern. Logischerweise müssten sie doch froh sein, wenn sie den Ballast loswerden.

Dass es nur um die Rettung/Befreiung ethnischer Russen geht, das nehme ich nicht ab. Bei anderen Ethnien zeigt sich Russland nicht so edel und verständnisvoll.
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von Sachse007 »

Ich glaube schon, dass Russland das Elend nicht haben will (haben mir auch einige Leute gesagt, welche es eigentlich wissen müßten). Der Osten ist eine ganz andere Sache. Vielleicht hat Russland einfach die amerikanische Methode übernommen, welche da heißt: "Das Wohlergehen der amerikanischen Bürger kann auf der ganzen Welt ohne Rücksprache mit den jeweiligen Regierungen mit Waffengewalt verteidigt werden...". Die "Freie Welt" macht es doch vor, warum soll es da Russland nicht nachmachen? Brzezinski hat doch einmal gesagt: "Wenn Russland bei uns (ich glaube, das waren die G7) mitspielen will, dann aber nach unseren Regeln." Und wenn Russland jetzt genau diese Regeln übernimmt, ist es auch nicht recht...
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von klaupe »

Sachse007 hat geschrieben:Und wenn Russland jetzt genau diese Regeln übernimmt, ist es auch nicht recht...
Das Problem ist, dass Russland eigene Regeln nach dieser Vorlage entwickelt hat, die nun mal mit den amerikanischen Regeln nicht konform gehen.
Orientierungsgröße ist nicht alleine die militärische Stärke, da ist Russland gleichwertig. Wirtschaftlich klafft noch eine gewaltige Lücke.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von Sachse007 »

klaupe hat geschrieben:Das Problem ist, dass Russland eigene Regeln nach dieser Vorlage entwickelt hat, die nun mal mit den amerikanischen Regeln nicht konform gehen.
Orientierungsgröße ist nicht alleine die militärische Stärke, da ist Russland gleichwertig. Wirtschaftlich klafft noch eine gewaltige Lücke.
Läuft es also darauf hinaus, dass man, wenn man militärisch UND wirtschaftlich stark ist, machen darf, was man will? Und so stark ist die USA auch nicht mehr (gut, die drei großen Ratingagenturen und damit eine der eigentlichen Weltregierungen neben der Wall Street sitzen in New York). Aber ob das ewig gut geht, die Finazmärkte so ausufern zu lassen und die Realwirtschaft zu vernachlässigen? Obowohl, die nächste Finanzkrise werden auch wieder wir bezahlen.
Und im Vergleich zu den USA übt sich Russland wahrlich noch in Zurückhaltung.
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Re: Ukraine: Zugriff auf die Kornkammer

Beitrag von klaupe »

Sachse007 hat geschrieben:Läuft es also darauf hinaus, dass man, wenn man militärisch UND wirtschaftlich stark ist, machen darf, was man will?
Ob man es darf, weiß ich nicht, aber es wird einfach gemacht. Vielleicht hat die UNO da schon Kriterien definiert oder wird es mal machen. Das ist aber auch ein Tiger ohne Zähne, denn das Sündenregister beider Großmächte ist gewaltig und das Urteil der Weltgemeinschaft, also der Mehrzahl der Mitglieder wird nachhaltig ignoriert, wenn es nicht in den Kram passt.
Und so stark ist die USA auch nicht mehr (gut, die drei großen Ratingagenturen und damit eine der eigentlichen Weltregierungen neben der Wall Street sitzen in New York).
Da wundere ich mich schon lange, dass in Moskau noch keine Ratingagenturen gegründet wurden, die ihre Einschätzungen nach realen Ergebnissen einstufen und damit die Finanzwirtschaft endlich auf stabile Füße stellen.
Aber ob das ewig gut geht, die Finazmärkte so ausufern zu lassen und die Realwirtschaft zu vernachlässigen?
Obowohl, die nächste Finanzkrise werden auch wieder wir bezahlen.
Das finde ich auch furchtbar, aber wahrscheinlich auch nur, weil ich mit meinen bescheidenen Finanzen nicht so richtig an der Schlacht gewinnbringend teilhaben kann.

Andererseits, wenn ich so meine persönliche Situation betrachte, hat mir der verbliebene, klägliche Rest von Realwirtschaft in den letzten Jahren so viel eingebracht, dass ich noch etwas profitierte und die Verluste, die mir die Finanzjongleure und staatlich verordneten Krisen zufügten, mehr als ausgleichen konnte.

Wenn ich da meckern würde, dürfte man mich zurecht als Heuchler beschimpfen.
Und im Vergleich zu den USA übt sich Russland wahrlich noch in Zurückhaltung.
Na auf jeden Fall, denn solche Spotlights wie Sotschi, das Krim-Abenteuer, die wohlwollende Verteilung von Milliarden an tapfere Verteidiger der Regierungsinteressen, die wohlgemeinte Unterstützung von Freiheitskämpfen usw., das sind doch Peanuts.

Diese albernen EU/USA-Sanktionen fördern die heimische russische Wirtschaft und bestrafen gleichzeitig die Sanktionierer, die nun in Absatzkrisen stürzen und zudem von der Lieferung wertvoller, notwendiger Rohstoffe und Fertigprodukte aus Russland ausgeschlossen werden.
Der Schuss ging also voll nach hinten los.

Der Preisverfall am Öl-/Gasmarkt, der ja von den USA und Saudis losgetreten wurde, war nur ein kläglicher, ziemlich misslungener Versuch.
Inzwischen steigen die Preise wieder und der Wechselkurs des Rubels klettert deutlich nach oben. Noch ein paar Wochen und dann werden US-$ und €uro locker überrundet.

Da bleibt nur ein unschöner Punkt, der sich eigentlich schon seit der Oktoberrevolution wie ein roter Faden durch russische Gemüter zieht:
Immer wieder wird "im Vergleich mit den USA" erwähnt, ein System, dass es zu schlagen galt.
Das steckt selbst in der RF noch in den Köpfen.
Kann man Kaviar mit stinkendem Fischmehl vergleichen? Soll der Kaviar denn auch so stinken?

Im real existierenden DDR-Sozialismus, Bewunderer und Nachahmer des großen Bruders und ML-Lehrmeisters, war es immer der Blick auf dem kapitalistischen Klassenfeind mit seinen US-Schergen gerichtet, den es zu überrunden galt. Hätten die Bonner Ultras denn jemals die DDR überholen können?
Dabei verschoben sich die vom Politbüro festgesetzten Überholtermine immer wieder, so wie jetzt die Eröffnung des BER, der als SXF noch perfekt funktionierte.

Haben diese Arbeiter- und Bauernparadiese und deren Nachfolger überhaupt einen Vergleich nötig? Hat es Gott im Himmel nötig, sich mit dem Satan zu vergleichen?

Irgendwann beginnt das total lächerlich zu werden und der Verdacht kommt auf, dass man an alten, vererbten Komplexen krampfhaft festhält. Warum?

Nicht mal militärisch kann der Westen (USA/NATO/EU) eine Bedrohung sein. Selbst dann nicht, wenn er schon auf der Schwelle steht.
Die demoralisierte NATO-Resttruppe, faschistisch unterwandert und motivationslos, überwiegend mit Schrott ausgerüstet, der der russischen Präzisionstechnologe in den Händen aufrechter, hochqualifizierter Patrioten nichts entgegenzusetzen hat, außer dummdreiste Lügenpropaganda.

Vielleicht hilft ein Pfeifchen zur Beruhigung der Nerven:
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Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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