Wir weigern uns, Feinde zu sein!

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Zejtnot
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von Zejtnot »

Sogar Novosibirsk hat schon von dieser Städtepartnerschaft profitiert. Vor rund zehn Jahren war die Erlangener Band Fiddler's Green in Russland (Wladimir, Novosibirsk) - initiiert vom Kulturattaché des Novosibirsker Konsulats, aber ebenso realisiert mit der Unterstützung von Erlangen. Bravo!
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klaupe
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von klaupe »

Wladimir30 hat geschrieben:Die Städtepartnerschaft Erlangen - Wladimir ist die älteste deutsch (zumindest westdeutsch)-russische.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es fast 100 Städtepartnerschaften RUS-DEU geben soll.

Von ähnlich spektakulären und engagierten Beziehungen vermisse ich ebenso erfreuliche Berichte.

Es wäre sehr traurig, wenn dieses fantastische Beispiel nicht Nachahmer findet, da es jenseits aller politischen Differenzen und aktuellen Strömungen offensichtlich von Mensch zu Mensch hervorragend funktioniert.
Solche Leute bringen echte Freundschaften zusammen, die nicht vom Politikergeblubber verordnet werden, ....
Politiker sind in solchen Fällen eher kontraproduktiv. Partnerschaft zählt für die nur, wenn es die Selbstdarstellung fördert und vielleicht auch noch paar nette Reisen auf Kosten der Steuerzahler einbringt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Wladimir30
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von Wladimir30 »

m1009 hat geschrieben: Verehrter Wladimir30, wuerden Sie uns bitte erleuchten?
Hochverehrter m1009!
Ihr Wunsch ist mir Befehl. Ich habe hiermit die Ehre, Ihnen die gewünschte Erleuchtung zu erweisen.
http://erlangenwladimir.wordpress.com
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Jenenser
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von Jenenser »

Wladimir30 hat geschrieben:Die Städtepartnerschaft Erlangen - Wladimir ist die älteste deutsch (zumindest westdeutsch)-russische. Sie geht bis ins Jahr 1984 zurück. Sie wurde 2004 vom Bundespräsidenten mit einem Großen Preis für Bürgerengagement ausgezeichnet. Nach der Wende kam Jena hinzu....
Vielen Dank für Deine Informationen!
Soweit ich mich noch erinnern kann, pflegte Jena eine langjährige Städtepartnerstadt mit Welikije Luki in der Oblast Pskow. Überhaupt war diese Oblast das Partnergebiet für den einstigen DDR-(Verwaltungs)bezirk Gera. Vielleicht weiß Axel da noch mehr.

Noch unter den Bedingungen des Kalten Krieges gelang 1987 die Städtepartnerschaft Jena-Erlangen. Da ich im Westen keine Verwandten und Bekannte hatte, war Erlangen Ende 1989 nach erfolgter Grenzöffnung erstes Ziel für einen spontanen Besuch...

Nach dem gesellschaftlichen Umbruch 1990 waren die Vorbehalte Richtung Osten auch in unserer Stadt sehr groß. Die neuen Politiker und zahlreiche Unternehmer scheuten sich vor einer Kontaktaufnahme nach Russland. Man hatte tatsächlich Bedenken, ein mögliches Erbe der DDR damit aufzunehmen, was den eigenen Ruf schädigen könnte...

Naja, letztendlich hat uns Erlangen in Bayern dann das Tor nach Russland geöffnet. Manchmal braucht es eben so einen Umweg. Und aus der „Kooperationsvereinbarung“ kann ja auch mal eine richtige „Städtepartnerschaft“ werden, zu der sich Politiker und Unternehmer unserer Stadt öffentlich bekennen....

Quelle: Jena.de
Wladimir
Schon 1992 hat unsere Partnerstadt Erlangen die Chancen gesehen, die in einer Dreiecks-Partnerschaft unter Einbeziehung von Jena liegen könnten.

Im Oktober 2008 wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Städten Wladimir und Jena unterzeichnet, die die langjährige Beziehung untermauerte und Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport beinhaltet..
«А ещё мир прекрасен потому, что можно путешествовать»
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Wladimir30
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von Wladimir30 »

Jenenser hat geschrieben: Nach dem gesellschaftlichen Umbruch 1990 waren die Vorbehalte Richtung Osten auch in unserer Stadt sehr groß. Die neuen Politiker und zahlreiche Unternehmer scheuten sich vor einer Kontaktaufnahme nach Russland. Man hatte tatsächlich Bedenken, ein mögliches Erbe der DDR damit aufzunehmen, was den eigenen Ruf schädigen könnte...

Naja, letztendlich hat uns Erlangen in Bayern dann das Tor nach Russland geöffnet.
Ich hatte während meiner Assistentenzeit an der Uni in Erlangen Anfang der 90er Jahre die Möglichkeit, nach Jena an die dortige Uni in "offizieller Mission" zu reisen. Von unserer Seite war das Interesse sehr groß, da die Kontakte zu Russland dort natürlich viel besser waren als bei uns, und ich war derzeit oft in Jena. Andererseits wollten wir im Gegenzug anbieten, nicht nur Russistik zu betreiben, sondern eine echte Slawistik aufzubauen.

Genau wie Du gesagt hast: die Vorhalte in Jena uns gegenüber waren sehr groß. Und unser Angebot, die Uni Jena in die Partnerschaft mit der Uni in Wladimir einzubeziehen, wurde erst recht blockiert. Nicht, weil es Argumente dagegen gab, sondern man spürte sehr stark einfach große innere Vorbehalte.

Deshalb ist es schon ein dolles Ding, dass die Völkerverständigung zwischen Russland (in Form von Wladimir) und Deutschland (West, sprich Erlangen) gleichzeitig noch als Motor für die Überbrückung der Mauern zwischen Deutschland West und Deutschland Ost dienen konnte.

Sprich für alle ein absoluter Glücksfall.
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von Wladimir30 »

klaupe hat geschrieben: Partnerschaft zählt für die nur, wenn es die Selbstdarstellung fördert und vielleicht auch noch paar nette Reisen auf Kosten der Steuerzahler einbringt.
Stimmt auch nicht so in dieser absoluten Form. Die Städtepartnerschaft Erlangen - Wladimir kam durch persönliche Initiative des damaligen OB von Erlangen zustande. In einer Zeit Anfang-Mitte der 80er Jahre, als über die Stationierung von Pershing-Raketen, die gegen die UdSSR gerichtet waren, in Westdeutschland diskutiert wurde (NATO-Doppelbeschluss), als R. Reagan von der Sowjetunion als dem "empire of evil" sprach, in dieser Atmosphäre hat er sich aus eigenem Antrieb und innnerer Überzeugung für die Errichtung einer derartigen Städtepartnerschaft eingesetzt und sie trotz aller Vorbehalte (sowohl hier als auch dort!) umgesetzt. Politischen Vorteil hatte er hieraus keinen, es war einfach seine Überzeugung, die er hartnäckig durchgesetzt und jahrelang aktiv gefördert hat.
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von Bluewolf »

@Klaupe
Die meisten dieser Städtepartnerschaften gehen auf Beziehungen zurück, die schon lange vor dem Zerfall der SU geknüpft wurden.

http://www.karlsruhe-krasnodar.de/index ... -seit-1979

Ok Nischni kam etwas später, aber auch schon 1991
http://deutsch-russische-begegnung.de/
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klaupe
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von klaupe »

Wladimir30 hat geschrieben:
klaupe hat geschrieben: Partnerschaft zählt für die nur, wenn es die Selbstdarstellung fördert und vielleicht auch noch paar nette Reisen auf Kosten der Steuerzahler einbringt.
Stimmt auch nicht so in dieser absoluten Form.
War ach garnicht so absolut gemeint.
Aber OBs oder Kommunalpolitiker sind nun mal per se nicht die Außenpolitiker, sondern im Ausland schon fast Privatpersonen.

Es wäre ja keine schlechte Idee der Außenpolitiker, sich gelegentlich des "zweiten Kanals" zu bedienen, wenn ihnen zu den Beziehungen nur unverbindliches Gelaber einfällt. Vielleicht kann man dann auf kommunalen Ebenen zeigen, dass z.B. Sanktionen nur eine Zieladresse haben und nicht die breite Bevölkerung im Fokus der Massnamen ist. Dann landen wir genau bei der Aussage "Wir weigern uns, Feinde zu sein!"
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
m1009

Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von m1009 »

Wladimir30 hat geschrieben:
m1009 hat geschrieben: Verehrter Wladimir30, wuerden Sie uns bitte erleuchten?
Hochverehrter m1009!
Ihr Wunsch ist mir Befehl. Ich habe hiermit die Ehre, Ihnen die gewünschte Erleuchtung zu erweisen.
http://erlangenwladimir.wordpress.com
Vielen Dank, Herr wladimir30!
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Wladimir30
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Re: Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Beitrag von Wladimir30 »

m1009 hat geschrieben:Vielen Dank, Herr wladimir30!
Aber bitte doch, gern geschehen. Ich freue mich, wenn ich behilflich sein kann.

Du darfst nun auch Du zu mir sagen.
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