Russlands Aussenpolitik

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Wladimir30
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von Wladimir30 »

Berlino10 hat geschrieben:Eine unaufgeregte Analyse Russischer Aussenpolitik in Syrien kommt von Prof. Gerhard Mangott
Vielen Dank, Berlino. für diesen Beitrag. Hat mir sehr gut gefallen.
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Berlino10
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von Berlino10 »

Ich würde mir viel mehr solcher klugen und informativen Stimmen wünschen.
Leider ist in den Deutschen und wohl auch Russischen Leitmedien fast nur noch dämlichste Propaganda zu bekommen.
Sachse007
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von Sachse007 »

Ich frage mich nur verschiedene Dinge (in der Wissenschaft muß man häufig erst einmal die richtige Frage finden. die Antworten sind dann eigentlich das kleinere Übel...). Was ich mich so frage:
1. Die USA und ihre allierten bombardieren dort schon seit über einem Jahr, aber jetzt, wo es die Russen machen, ändert sich die Lage sehr schnell. Konnten die USA nicht oder wollten sie nicht?
2. Wenn sie nicht konnten, war es Unfähigkeit (Warum sind die Leute dann noch im Amt oder ist Unfähigkeit in der Politik kein Kündigungsgrund?), wenn sie nicht wollten, nun, darüber nachzudenken weigert sich der gesunde Menschenverstand. Was von beiden ist der Fall?
3. Wo befndet sich die vielgerühmte Freie Syrische Armee? Womit ist sie beschäftigt? Wenn sie Interesse an einer Beseitigung des IS hat (was ihr ja vom Westen bescheinigt wird), um welche wichtigen Dinge kümmert sie sich gerade? Warum tut sie nicht das, was ein logisch denkender Mensch tun würde: Die Gunst der Stunde nutzen, jetzt mit Syrien gegen des IS vorgehen und sich damit für eine Regierungsbildung empfehlen? Was hält sie davon ab?
4. Es gibt einen Punkt, in dem Russen und Amerikaner einer Meinung sind: Die effektivsten Kämpfer gegen den IS waren (und sind vielleicht noch) die Kurden. Sie haben Christen aus einem Gebirge im Nordirak befreit und um eine Stadt im Nordirak gekämpft und die Bundesregierung hat sie (in diesem Falle meiner Meinung nach nicht komplett zu Unrecht) mit Waffen versorgt. Warum aber werden jetzt die von Deutschland (einem NATO-Mitglied) unterstützten Kurden von der Türkei (einem weiterem NATO-Mitglied) bombardiert und somit von ihrem wichtigsten Problem, dem Kampf gegen den IS, abgehalten? Gut hier hätte ich den Vorschlag einer Antwort: Sie dürfen um nichts in der Welt einen eigenen Staat bekommen..., aber hat die NATO in diesem Falle als Militärbündnis überhaupt so etwas wie einen Plan? Oder ist man sich nur gegen Russland einig?
5. Was eigentlich hält die USA davon ab, in diesem Falle mit Russland zusammenzuarbeiten? Wäre das nicht eine Gelegenheit, um der ganzen Welt zu zeigen, dass gegen den Terrorismus zwei Großmächte zusammenarbeiten können? Das wäre ein machtvolles Signal für die ganze Welt: Man kann es als Terrorgruppe mit den USA und jetzt auch mit Russland gemeinsam zu tun bekommen. Ich wüßte dann nicht, vor wem ich mehr Angst haben sollte...
Was hält die USA davon ab, diese (auch für ihre eigene nationale Sicherheit günstige) Gelegenheit zu ergreifen? Was ist ihnen in diesem Falle wichtiger als ihre eigene vielbeschworene nationale Sicherheit?

Also bin ich aus Petersburg mit mehr Fragen als Antworten zurückgekommen, merke mir meine Fragen, hab's ja außerdem aufgeschrieben (ich bin für logisch begründete Antworten dankbar :) ) und gehe in die Badewanne...
P.S. ... und Kommentare zur Bundesregierung schenke ich mir, deren Außenpolitik in diesem Falle ist von der Amerikanischen nicht zu unterscheiden und hat mit der Wahrung deutscher Interessen nichts gemein. Hat unser Land in diesem Falle eigentlich eigene Interessen zur Konfliktregelung, außer das fügsam nachzuplappern, was ihr aus Washington vorgelegt wird? :shock: Du liebe Güte, jetzt habe sie doch kommentiert...
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lausi
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von lausi »

Sachse007 hat geschrieben: ...
Was hält die USA davon ab, diese (auch für ihre eigene nationale Sicherheit günstige) Gelegenheit zu ergreifen? Was ist ihnen in diesem Falle wichtiger als ihre eigene vielbeschworene nationale Sicherheit?
Die nationale Sicherheit ist ein Schmarrn. Lies mal Brzezinski: http://globale-evolution.net/images/media/316.pdf
Eine Rezension dazu: http://peds-ansichten.de/2015/09/brzezi ... ychogramm/
Oder sieh Dir ein paar Videos mit Daniele Ganser an, z.B.:
https://www.youtube.com/watch?v=CgLers9rXEs

Oder ausführlicher:
https://www.youtube.com/watch?v=Jyj-ofBUILw
https://www.youtube.com/watch?v=RwRam-RZ_zo
https://www.youtube.com/watch?v=PH3FnTXqGCw
https://www.youtube.com/watch?v=tO8OkrOxNOA
https://www.youtube.com/watch?v=6NMZcz0pTi0
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von Berlino10 »

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Zuletzt geändert von Berlino10 am 13 Okt 2015, 01:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von Berlino10 »

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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von Berlino10 »

Sachse007 hat geschrieben:Ich frage mich nur verschiedene Dinge ...
Meine Meinung: 1. Die USA bekämpfen den IS nicht ernsthaft. Sie wollen nicht.
2. Die USA haben lieber ein destabilisiertes Land (mit krieg gegen IS), als einen stabilen Gegner. Der IS ist geopolitisch weniger relevant als eine Syrien-Iran-RUS Connection. Für RUS ist der Kampf gegen den IS ein denkbar günstiger Vorwand, "ihren" Assad zu stützen.

3. Die FSA ist eine westliche Überhöhung, sowohl was deren tatsächliche Stärke anbelangt, als auch deren tatsächliche Gesinnung.
Laut dem Syrischen Erzbischof spreche der Westen zwar weiterhin von gemäßigten Rebellen, doch die gebe es nicht: in der Galaxie der bewaffneten Gruppen sind die Soldaten der Syrischen Befreiungsarmee nur mit einer Lupe zu finden. Alle anderen, abgesehen vom IS, haben sich in der Al-Nusra-Front zusammengeschlossen, ein Ableger der Al Kaida in Syrien www.fides.org In Europa findet man einige FSA Exil-NGOs

4. Für den Westen kann es keinen Plan geben, weil es ausser der Mini-FSA keinen Partner in Syrien gibt. Für RUS ist es leichter, die unterstützen Assad, als einzige Alternative zu den gemässigten ;) Islamisten der Al-Quaida und den Radikalen des IS. Dass Assad ein Tyrann ist ... interessiert Moskau weniger ..

5. Die Nationale Sicherheit der USA ist doch durch den IS nicht gefährdet. RUS hat schon eher Ängste, dass sich der IS in den Kaukasus ausbreitet.

Zusammenfassend müsste der Westen aufhören, Krieg gegen Assad zu führen und RUS politisch auf Assad verzichten (gegen Garantien), um Syrien von Innen heraus eine politische Entwicklung zu ermöglichen, aber ich kann mir das Ganze kaum ohne Abspaltung zumindest eines islamistischen Teils vorstellen.
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von lausi »

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Zuletzt geändert von lausi am 13 Okt 2015, 08:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von lausi »

Berlino10 hat geschrieben:... und RUS politisch auf Assad verzichten (gegen Garantien), um Syrien von Innen heraus eine politische Entwicklung zu ermöglichen, aber ich kann mir das Ganze kaum ohne Abspaltung zumindest eines islamistischen Teils vorstellen.
Das Problem dabei ist nur, dass es ohne Assad in Syrien libysche Zustände geben wird. Wer soll dort eine politische Entwicklung vorantreiben,
etwa die vom Westen finanzierte Opposition, die im Land über keinen Rückhalt verfügt?
Wen in den westlichen Staaten interessiert schon, dass Assad ein von den Syrern gewählter Präsident ist und im Gegensatz zu seinem Vater, der zuvor regierte, eine deutlich gemäßigtere Politik betrieb? Die Presse bezeichnet ihn nun als Schlächter. Wer braucht dafür noch Beweise, es stand doch in allen Zeitungen? Sicher, auch Gaddafi war kein Vorzeige-Demokrat, aber in Libyen lebten Christen und Moslems recht friedlich zusammen und muslimische Frauen ohne Kopftuch waren auch keine Seltenheit. Doch heute ist Libyen ein Land, in dem absolutes Chaos herrscht, nachdem man Gaddafi auf bestialische Weise abgeschlachtet hat. Doch den USA war es recht und sie konnten sich nun Syrien zuwenden. Aber mit Assad hat das bisher nicht so recht geklappt.
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Re: Russlands Aussenpolitik

Beitrag von Sachse007 »

Syrische Kurden und Vertreter der Opposition haben sich zum Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) liiert. Wie die kurdische Volkswehr YPG am Montag auf ihrer Website berichtete, wurde die neue Vereinigung „Syrische demokratische Kräfte“ getauft.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/ausland/20151 ... z3oQHe1QhO
Na, endlich hat sich jemand gefunden. Und wie ich dachte, selbstredend die Kurden. Sie wollen eben doch ihren Staat haben, sind ja bei der Aufteilung des Nahen Ostens nach dem ersten Weltkieg durch Europa irgendwie "vergessen" worden...
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