Russlands Aussenpolitik
Re: Russlands Aussenpolitik
Putin ist und bleibt ein Underdog. Wir kennen ja alle seine Kindheit und seine Schlüsselerlebnisse, die er selbst beschrieben hat (Judo, die Ratte in der Ecke, usw.).
So einer kriegt nie den Hals voll, so einer muss sich (und den anderen) immer noch einen Schritt mehr beweisen. Die die das geil finden haben selbst ein Geltungsdefizit. In Russland ist das offenbar eine breite Mehrheit.
Die meisten Machthaber im Westen haben hingegen kein Geltungsproblem, sie haben ein Wahrnehmungsproblem. Sie denken, alle Menschen dieser Welt würden nach unseren Werten leben wollen, man müsse sie nur lassen. Tatsächlich wollen wollen die meisten wohl mit unseren Werten leben (Rolex, Mercedes, Apple), nicht aber nach unseren Werten.
So einer kriegt nie den Hals voll, so einer muss sich (und den anderen) immer noch einen Schritt mehr beweisen. Die die das geil finden haben selbst ein Geltungsdefizit. In Russland ist das offenbar eine breite Mehrheit.
Die meisten Machthaber im Westen haben hingegen kein Geltungsproblem, sie haben ein Wahrnehmungsproblem. Sie denken, alle Menschen dieser Welt würden nach unseren Werten leben wollen, man müsse sie nur lassen. Tatsächlich wollen wollen die meisten wohl mit unseren Werten leben (Rolex, Mercedes, Apple), nicht aber nach unseren Werten.
Re: Russlands Aussenpolitik
Es gibt keine westliche "Werte" die für alle Menschen der Welt gelten, es gibt "Werte" für westliche Gesellschaft, und andere "Werte" für die Andere, so was wie Doppelmoral.. Und ich vermute das manche so egoistisch sind, das diese Doppelmoral nicht mal merken, Egoismus erlaubt es nicht..
Re: Russlands Aussenpolitik
ja, das ist die russische Position des Nihilsmus, die Putin in seiner Propaganda pflegt: "alles ist nur interessengelenkt".Alex KA hat geschrieben:Es gibt keine westliche "Werte" die für alle Menschen der Welt gelten, es gibt "Werte" für westliche Gesellschaft, und andere "Werte" für die Andere, so was wie Doppelmoral.. Und ich vermute das manche so egoistisch sind, das diese Doppelmoral nicht mal merken, Egoismus erlaubt es nicht..
Da kann ich nur sagen :Irrtum
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Re: Russlands Aussenpolitik
Genau wie bei der EU, die ihre Interessen gerade neu austariert. Die EU ist doch die letzte Mätresse geworden, legt sich quasi mit Erdogan nun ins Bett.
Was hat sie den Russen in den letzten Jahren für einen Ohrenkrebs beschert mit dem ewigen dümmlichen: "Wie wollen nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern eine Wertegemeinschaft mit Russland eingehen". Und nun? Partnerschaft mit der Türkei, in der die Pressefreiheit und die Menschenrechte mit Füßen getreten werden sowie Christen drangsaliert werden und die Islamisierung vom Sultan persönlich befeuert wird. Nur weil die EU die Türkei nun braucht wie der Fisch das Wasser, gibt es Visaerleichterungen, Geld und einen beschleunigten Aufnahmeprozess der Türkei in die EU. Vorbei der Hochmut der EU. Vorbei das Menschenrechtsgedöns.
Noch ein Hammer, wo ich mir noch die Augen reibe: Auf einmal wollen Frankreich - vorher knallharter Assad-Gegner- und unsere Drei Wetter Taft-Lady mit Assads Truppen gemeinsam gegen den IS kämpfen. Ich komme da aus dem Lachen nicht mehr raus.
Putin steht für eine Kontinuität seiner Außenpolitik, die man gut finden oder verteufeln kann. Die EU ist aber eine wankelmütige Chaostruppe geworden, die bei Türkei, Syrien und Flüchtlingsfragen wir ein kakophoner Hühnerhaufen wirkt und plan- und ziellos in alle Himmelsrichtungen irrlichtert.
Was hat sie den Russen in den letzten Jahren für einen Ohrenkrebs beschert mit dem ewigen dümmlichen: "Wie wollen nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern eine Wertegemeinschaft mit Russland eingehen". Und nun? Partnerschaft mit der Türkei, in der die Pressefreiheit und die Menschenrechte mit Füßen getreten werden sowie Christen drangsaliert werden und die Islamisierung vom Sultan persönlich befeuert wird. Nur weil die EU die Türkei nun braucht wie der Fisch das Wasser, gibt es Visaerleichterungen, Geld und einen beschleunigten Aufnahmeprozess der Türkei in die EU. Vorbei der Hochmut der EU. Vorbei das Menschenrechtsgedöns.
Noch ein Hammer, wo ich mir noch die Augen reibe: Auf einmal wollen Frankreich - vorher knallharter Assad-Gegner- und unsere Drei Wetter Taft-Lady mit Assads Truppen gemeinsam gegen den IS kämpfen. Ich komme da aus dem Lachen nicht mehr raus.
Putin steht für eine Kontinuität seiner Außenpolitik, die man gut finden oder verteufeln kann. Die EU ist aber eine wankelmütige Chaostruppe geworden, die bei Türkei, Syrien und Flüchtlingsfragen wir ein kakophoner Hühnerhaufen wirkt und plan- und ziellos in alle Himmelsrichtungen irrlichtert.
"Eines der zentralen Probleme heutzutage ist, dass die Politik so eine Schande ist. Gute Menschen gehen nicht in die Politik." (Donald Trump)
Re: Russlands Aussenpolitik
Das ist ganz klar das Problem eines solchen losen Staatenverbundes, der einerseits aneinandergekettet ist und andererseits jeden intern sein Süppchen kochen lässt. In echten Krisen, wo sich Nationen sonst hinter ihren Führern zusammenscharen, kann Europa nur von Krisengipfel zu Krisengipfel eilen und den Hühnerhaufen zusammenzuhalten.Kultgrieche hat geschrieben: Die EU ist aber eine wankelmütige Chaostruppe geworden, die bei Türkei, Syrien und Flüchtlingsfragen wir ein kakophoner Hühnerhaufen wirkt und plan- und ziellos in alle Himmelsrichtungen irrlichtert.
Re: Russlands Aussenpolitik
Der Westen lebt doch nicht einmal selbst nach seinen eigenen Werten, geschweige denn richtet sich seine Politik in Europa oder in der Welt danach aus.
Ja, andere Menschen in anderen Ländern haben andere Prioritäten, zB Soziale Menschenrechte vor Bürgerlichen Freiheitsrechten, vor allem wenn erstere nicht ausreichend realisiert sind. Da geht es meist nicht um Rolex, Mercedes, Apple, sondern um Essen, Medizin, Bildung, Wohnen ...
Und andere Länder haben auch ganz andere Lebensanschauungen oder -realitäten. Wo Regionalfürsten oder Klans bestimmen, ... käme man mit dezentraler Demokratie nicht weit.
Ja, andere Menschen in anderen Ländern haben andere Prioritäten, zB Soziale Menschenrechte vor Bürgerlichen Freiheitsrechten, vor allem wenn erstere nicht ausreichend realisiert sind. Da geht es meist nicht um Rolex, Mercedes, Apple, sondern um Essen, Medizin, Bildung, Wohnen ...
Und andere Länder haben auch ganz andere Lebensanschauungen oder -realitäten. Wo Regionalfürsten oder Klans bestimmen, ... käme man mit dezentraler Demokratie nicht weit.
Re: Russlands Aussenpolitik
Hat aber bei der Bankenrettung ganz gut geklappt, nur jetzt, wo es "lediglich" um Menschen geht, wird alles ein wenig schwieriger..., wie viele Krisengipfel es bei den Banken gab und wie schnell man sich da geeinigt hat...Gunnar hat geschrieben: Das ist ganz klar das Problem eines solchen losen Staatenverbundes, der einerseits aneinandergekettet ist und andererseits jeden intern sein Süppchen kochen lässt. In echten Krisen, wo sich Nationen sonst hinter ihren Führern zusammenscharen, kann Europa nur von Krisengipfel zu Krisengipfel eilen und den Hühnerhaufen zusammenzuhalten.
Re: Russlands Aussenpolitik
Hier ein docu-Film mit Putin
[youtube]ZNhYzYUo42g[/youtube]
Ob es deutsche Übersetzung existiert ist mir nicht bekannt
[youtube]ZNhYzYUo42g[/youtube]
Ob es deutsche Übersetzung existiert ist mir nicht bekannt
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Re: Russlands Aussenpolitik
das ist aber nicht das alleinige Privileg des "Westens". Diese Werte sind bestenfalls theoretische Idealvorstellungen, die gelegentlich, insbesondere im Wahlkampf, herausgekramt und rhetorisch präsentiert werden.Berlino10 hat geschrieben:Der Westen lebt doch nicht einmal selbst nach seinen eigenen Werten, geschweige denn richtet sich seine Politik in Europa oder in der Welt danach aus.
Einentlich haben alle normalen Menschen diese Prioritäten, aber wenn sie an die Macht kommen, überwiegen deutlich die eigenen Interessen. Bestenfalls decken sich die Ansichten der herrschenden Interessengruppen.Ja, andere Menschen in anderen Ländern haben andere Prioritäten, zB Soziale Menschenrechte vor Bürgerlichen Freiheitsrechten, vor allem wenn erstere nicht ausreichend realisiert sind. Da geht es meist nicht um Rolex, Mercedes, Apple, sondern um Essen, Medizin, Bildung, Wohnen ...
Die Lebensanschauungen sind nicht mal so unterschiedlich, sicherlich aber die Realitäten. Dazu gehören nun mal regionale Gegebenheiten, Kultur, Glaube, historisches Erbe usw.Und andere Länder haben auch ganz andere Lebensanschauungen oder -realitäten. Wo Regionalfürsten oder Klans bestimmen, ... käme man mit dezentraler Demokratie nicht weit.
Auch bei den (alten) Griechen, "Erfinder" der Demokratie, zählte nur die Stimme der Etablierten. Das gemeine Volk, Frauen, Sklaven und Fremde hatten nichts zu sagen, nur zu schuften und blind zu gehorchen.
Das Problem ist, dass "wir" (das internationale Establishment, die Großmächte) zu gerne unsere Weltanschauung den Anderen mit Gewalt aufpropfen wollen. Haben wir die Wahrheit gepachtet?
Irgendwann war es mal das sowjetische Modell, das für Frieden, Völkerfreundschaft, Gerechtigkeit und Wohlstand stand. Die Realität war so unglaubwürdig, dass dieses Modell nach sehr langer Experimentierphase begraben wurde.
Inzwischen wurde es durch "Demokratur" abgelöst und offensichtlich scheint die breite russische Masse das zu akzeptieren und sogar dem zuzustimmen.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.