Frage zu geplanter Schulreform

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m1009

Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von m1009 »

Hi Axel,

genau das ist mein Eindruck... 3-Schicht ist wohl eher selten. Ich kenne mehrere Schulen in Nizhny und Kirov, ueberall 2-Schicht Betrieb. Tochter 1.0 geht 3x die Woche auf ein лицей in кстово.... auch dort, troz extremen Andrang (etwa 40% der Antraege werden aufgenommen) nur 2-Schicht.

3- Schicht ist, in unserer Region, selten.
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Wladimir30
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von Wladimir30 »

3-Schicht kenne ich hier gar nicht. In einigen 2-Schicht, in einigen überhaupt nur vormittags.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
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GIN
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von GIN »

Alex KA hat geschrieben:In Russland heutzutage Wissenschaft wird kaum finanziert, so wie ich gehört habe. Außerdem es machte kein Sinn, die Wissenschaftler wandern dann nach USA und verkaufen dort die Ergebnisse in Russland bezahlte Arbeit
Es sieht so aus als ob Augenblick für Bildungsreform bewusst gewählt, die USA in der Zukunft werden auch wenig Geld für Wissenschaft haben, wegen FED Politik. Aber wir in Russland werden Geld dafür haben, ich hoffe es..
der US Staat hat traditionell nie wirklich viel Geld in die Forschung gesteckt. Der Grossteil der Forschung wurde und wird privat finanziert. Ich denke auch in der Zukunft werden bei den sehr guten Bedingungen in den USA sehr viele Patente produziert werden.
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von klaupe »

GIN hat geschrieben:der US Staat hat traditionell nie wirklich viel Geld in die Forschung gesteckt. Der Grossteil der Forschung wurde und wird privat finanziert. Ich denke auch in der Zukunft werden bei den sehr guten Bedingungen in den USA sehr viele Patente produziert werden.
Offensichtlich hat sich diese Methode bewährt. Wissenschaft, Kunst, Kultur, da beteiligt sich der Staat nur indirekt durch ansehnliche Steuerermäßigungen.

Offensichtlich funktioniert das System gut, denn die Erfolge sprechen für sich.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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saransk
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von saransk »

Habe gerade noch mal die Ergebnisse aus Pisa gegoogelt.
Man kann von diesen Test ja halten was man will, aber wenn alle beteiligten Länder nach einem einheitlichen Schema getestet werden, sollten die Ergebnisse schon glaubwürdig sein, auch wenn vielleicht der ein oder andere sein Weltbild erschüttert sieht.

Denke aber auch, daß dies, vielleicht auch nur im Unterbewusstsein, berücksichtigung findet, wenn sich jemand aus den schlechteren Ländern irgendwo im Ausland bewirbt.

Nach diesen Ergebnissen (aus 2010) liegt Russland in Mathematik auf Platz 38, in Naturwissenschaften auf 39 und im Fach Leseverständnis "nur" auf Platz 42 von insgesamt 74 getesteten Ländern.

Mich würde jetzt natürlich interessieren, ob sich daran in der Zwischenzeit wirklich etwas gebessert hat.
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Bluewolf
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von Bluewolf »

Mein Eindruck ist, dass in russischen Schulen in der gleichen Zeit viel mehr Wissen vermittelt wird als in Deutschland.
Ich kann es zwar nicht 1:1 vergleichen, da mein Stiefsohn von der 8. Klasse eines russischen Gymnasiums auf eine deutsche Realschule gewechselt ist (ebenfalls 8.), aber bis zum Halbjahr der 9. Klasse (also ca. 16 Monate) hat er sich schwer gelangweilt in Mathematik und Physik. Leider hat er gedacht er könnte seinen Vorsprung locker beibehalten. War spätestens in der 10. ein Irrtum, aber er hat immerhin gerade so den Abschluss geschafft. Und nach knapp 5 Jahren in Deutschland jetzt dann das Fachabi zu haben finde ich eine tolle Leistung. Wenn auch bezahlt mit Blut, Schweiß und Tränen der Mutter ;)
Da ich 1982 zwischendurch ebenfalls mal diesen "Umweg" machen musste, kann ich immerhin sagen, dass der Unterschied in (West-) Deutschland bei einem Wechsel bei Weitem nicht so groß war.

Auf Grund dieser Erfahrung glaube ich nicht, das bei Pisa tatsächlich immer einheitliche Standards gelten.
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Dietrich
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von Dietrich »

Bluewolf hat geschrieben:da mein Stiefsohn von der 8. Klasse eines russischen Gymnasiums auf eine deutsche Realschule gewechselt ist
Erstmal wäre das bei einem Wechsel von einem deutschen Gymnasium auf eine deutsche Realschule wahrscheinlich ganz ähnlich.
Klar ist die Sprache da auch ein Faktor, aber weniger in Physik und Mathe.
Unbestritten ist aber trotzdem, dass in einigen Bereichen viel mehr gepaukt wird. Oft sind das aber Bereiche, in denen das Wissen entweder schnell wieder weg oder aber nicht so ohne weitere Leistung gleich nützlich ist.
Außerdem wird in RU ja auch quasi ein Jahr eher angefangen mit Lernen. Was die Kinder schon nach dem Kindergarten können, das lernen sie hier gerade mal in der ersten Klasse. Und wenn russische Kinder in der 4. Klasse schon mit Brüchen rechnen, dann kommt das in D auch erst in der fünften. Der Vorsprung bleibt also zumindest bis dahin erhalten.

Dafür geht in RU aber doch auch kaum ein Kind schon mit 5 oder gerade so 6 geworden in die Schule, oder? Zumindest ahbe ich das aus den Erzählungen meiner Frau so rausgehört.

In D würde man ja am Liebsten noch viel weniger streng lehren und die Kinder quasi bis zur Volljährigkeit aus der Kiste mit der weichen Watte gar nicht rausholen wollen. Und dann wundert man sich, dass die in der Lehre oder beim ersten Job plötzlich aus dem Staunen nicht mehr rauskommen, weil man plötzlich das machen muss, was der Chef sagt...
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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Bluewolf
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von Bluewolf »

Bluewolf hat geschrieben:
da mein Stiefsohn von der 8. Klasse eines russischen Gymnasiums auf eine deutsche Realschule gewechselt ist
Dietrich hat geschrieben:
Erstmal wäre das bei einem Wechsel von einem deutschen Gymnasium auf eine deutsche Realschule wahrscheinlich ganz ähnlich.
Wie gesagt, wie es heute ist weiß ich nicht. Zu meiner Schulzeit aber definitiv nein, zumindest bezogen auf B.-W.
Es gab sogar die Begründung bei der Erstellung des Lehrplans, dass die Durchlässigkeit gegeben sein müsse. Bis auf ganz wenige Ausnahmen erarbeitete man sich also den Stoff für die Uni in den Klassen 11 bis 13. Mit ein Grund warum G8 eher ein Misserfolg war/ ist.
siehe auch http://www.focus.de/finanzen/karriere/b ... 26650.html
Baden-Württemberg hat 44 Modell-Gymnasien die Rückkehr zur 13. Klasse erlaubt, diese Schulen sind völlig überlaufen. Die SPD verlangt, dass noch mehr Gymnasien zum alten Modell zurückkehren dürfen, was die Grünen als Regierungspartner bisher verhindern.
Was das betrifft
Dafür geht in RU aber doch auch kaum ein Kind schon mit 5 oder gerade so 6 geworden in die Schule, oder? Zumindest ahbe ich das aus den Erzählungen meiner Frau so rausgehört.
Ja, deckt sich mit meinen Erfahrungen. Deshalb ist auch mein zweiter Sohn erst in der 5. Gymnasium und meine deutsche Tochter in der 6. Realschule obwohl gerade mal drei Monate auseinander. Wenn meine Frau gekonnt hätte wäre Vasia noch ein Jahr später eingeschult worden^^

Natürlich stimme ich Dir aber zu was die "Verweichlichung" in D angeht. Das Thema Gemeinschaftsschule geht ja auch in diese Richtung. Generell bin ich eigentlich aus diversen Gründen ein Fan von dieser Idee, aber es ist tatsächlich so, dass eine Gemeinschaft meist durch ihr schwächstes Mitglied eingebremst wird, statt sich an den Stärksten aufzubauen und auszurichten. Und selbstständiges Lernen ist auch nicht Jedermanns Sache. Grundsätzlich bin ich aber dafür erst einmal alternative Lernwege zu testen, sofern konservative Methoden beibehalten werden. Die Wahl liegt dann bei den Eltern mit Blick auf das Kindeswohl.

Da beide Ex - Schwiegereltern meiner Frau als Rektor und Professorin in Universitäten in Nischni tätig sind, bekomme ich dem gegenüber den Wandel in der russischen Bildungspolitik hautnah mit, weniger in den Unis selbst, als in den hinführenden Schulen. Fehlende Mittel sind dabei nur ein Teil des Problems.
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von Zejtnot »

Dietrich hat geschrieben:Dafür geht in RU aber doch auch kaum ein Kind schon mit 5 oder gerade so 6 geworden in die Schule, oder? Zumindest ahbe ich das aus den Erzählungen meiner Frau so rausgehört.
Genau. Hier ist laut Gesetz ab Anfang 6 bis Ende 7 möglich, wobei Ende 6 bis Ende 7 eher normal ist. Mein Sohn wird im September 6 Jahre und 10 Monate sein, wenn er in die Schule kommt - in seiner Kindergartengruppe ist aber auch ein Mädchen, was auf den Tag genau ein Jahr älter ist. In Deutschland wäre man in diesem Alter in der zweiten Klasse.

Zugleich ist es wirklich so, dass die Kinder entweder im Kindergarten oder in den Kursen vor der Grundschule schon extrem viel lernen. Mein Sohn kann nach dem Kindergarten langsam lesen, die Zahlen bis 1000, addieren von einstelligen Zahlen und lauter solche Sachen, die an sich im ersten Schuljahr dran wären.
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zimdriver
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Re: Frage zu geplanter Schulreform

Beitrag von zimdriver »

Bluewolf hat geschrieben:Mein Eindruck ist, dass in russischen Schulen in der gleichen Zeit viel mehr Wissen vermittelt wird als in Deutschland.
Ich kann es zwar nicht 1:1 vergleichen, da mein Stiefsohn von der 8. Klasse eines russischen Gymnasiums auf eine deutsche Realschule gewechselt ist (ebenfalls 8.), aber bis zum Halbjahr der 9. Klasse (also ca. 16 Monate) hat er sich schwer gelangweilt in Mathematik und Physik. Leider hat er gedacht er könnte seinen Vorsprung locker beibehalten. War spätestens in der 10. ein Irrtum, aber er hat immerhin gerade so den Abschluss geschafft. Und nach knapp 5 Jahren in Deutschland jetzt dann das Fachabi zu haben finde ich eine tolle Leistung. Wenn auch bezahlt mit Blut, Schweiß und Tränen der Mutter ;)
Da ich 1982 zwischendurch ebenfalls mal diesen "Umweg" machen musste, kann ich immerhin sagen, dass der Unterschied in (West-) Deutschland bei einem Wechsel bei Weitem nicht so groß war.

Auf Grund dieser Erfahrung glaube ich nicht, das bei Pisa tatsächlich immer einheitliche Standards gelten.
... unsere Tochter ist von russischer 9 auf deutsches Gymnasium 10 gewechselt. Mit Mathe hatte sie in D bis zum Abi schwer zu kämpfen, in Russland war sie 5,0er Schülerin.
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