Berlino10 hat geschrieben:Die Frage, die sich aktuell aber stellt, ist doch eher die, ob es heute weniger gut ist als vor 20-30 Jahren und warum?
20 oder 30 Jahre bin ich noch nicht dabei. Weiß aber von meinem ehemaligen Berliner Professor, das vor 20-30 Jahren bei Konferenzbesuchen eine Eigenbeteiligung an der Dienstreise gefordert war, während sich in Deutschland heute kaum noch einer einen Kopf darüber macht, ob er Geld dafür hat, zu einer Tagung zu reisen. Das schließt mich nicht aus, darüber habe ich in Deutschland nie nachgedacht.
In dieser Hinsicht stelle ich mir das in Deutschland vor 20-30 Jahren vor wie in Russland heute: hier spendiert die Uni nur eine Konferenzteilnahme pro Jahr, und auch nur, wenn man einen Vortrag dort hält, und auch nur, wenn die Konferenz recht groß und populär ist (produktiver sind aber eigentlich oft kleinere Konferenzen). Aus eigenen Projektmitteln besuche ich ein paar wissenschaftliche Veranstaltungen mehr, muss aber abwägen. Die Projektmittel sind für Russland recht üppig, aber im Westen damit prahlen kann man nicht. :-)
Auf der anderen Seite ist, glaube ich, heutzutage der Konkurrenzdruck in der deutschen Wissenschaft wesentlich höher als vor 20 oder 30 Jahren, sodass ich gehört habe, dass der ein oder andere den Denkprozessen auch mal mit ein paar Mittelchen nachhilft, um mithalten zu können. Aber das ist nunmal auch darin begründet, dass Deutschland da recht attraktiv ist und Leute aus aller Welt in die deutschen Unis und Institute ziehen, denen Familie vielleicht nicht so wichtig ist wie den Deutschen, die aus familiären Gründen oft abhauen, weil sie im Ausland einfach so gefragt sind, dass man das da regeln kann: in China z.B.