Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Die These, dass die "Krim" den Krieg erst hervorbrachte, und dass Girkin&Co. oder gar RUS diesen ausgelöst hätte, halte ich für völlig realitätsverfälschend ... Kiews Verbrecher begannen den Krieg gegen das eigene Volk und schickten die Panzer und mordeten als es im Osten nichts anderes gab als auf dem Maidan. Janukowitsch hatte der Westen noch jede Gewalt gegen Volksproteste verboten ... und der musste sich dran halten, wollte er die UKR nicht blockieren lassen ... den neuen Machthabern aber gab der Westen die Freigabe zum Morden.
Ich bin immer noch der Meinung, dass RUS die Separation der Krim hätte sichern, diese aber weder so aktiv unterstützen noch die Krim (sofort) in die RF aufnehmen dürfen. Die USA+ sind bei ihren Interventionen meist geschickter, sie bezahlen, bewaffnen, bilden die Umstürzler aus, lassen die aber die Drecksarbeit machen ... zumindest scheinbar.
Ich bin immer noch der Meinung, dass RUS die Separation der Krim hätte sichern, diese aber weder so aktiv unterstützen noch die Krim (sofort) in die RF aufnehmen dürfen. Die USA+ sind bei ihren Interventionen meist geschickter, sie bezahlen, bewaffnen, bilden die Umstürzler aus, lassen die aber die Drecksarbeit machen ... zumindest scheinbar.
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Das endet dann aber meistens in jahrelangen bewaffneten Konflikten mit vielen Toten. Dann doch lieber das plumpe Krim-Szenario...Berlino10 hat geschrieben:Die USA+ sind bei ihren Interventionen meist geschickter, sie bezahlen, bewaffnen, bilden die Umstürzler aus, lassen die aber die Drecksarbeit machen ... zumindest scheinbar.
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Klar, wenn die USA+ halt andauernd selbst die übelsten Kräfte entfalten, um ihre Interesse durchzusetzen, ohne dass es die entsprechende Entwicklung in den jeweiligen Ländern oder Völkern gibt, dann destabilisiert und zerstört man nur, aber das reicht den USA+ ja oft auch - lieber ein destabilisiertes, zerstörtes als ein lebendiges, gegnerisches Land. Hunderttausende Tote? Den USA+ völlig egal.m5bere2 hat geschrieben: Das endet dann aber meistens in jahrelangen bewaffneten Konflikten mit vielen Toten. Dann doch lieber das plumpe Krim-Szenario...
Ich bin halt der Meinung, dass die Großmächte nicht so entscheidend und mit ihren eigenen Interessen in die Konflikte eingreifen bzw. die gar erst initiieren dürfen. Es hätte auf der Krim ausreichend sein müssen, sich die regionale Bewegung natürlich entfalten zu lassen ... erst wenn die UKR Armee eingegriffen hätte (was ich allerdings bezweifle, ob die Soldaten das mitgemacht hätten) hätte auch die RUS Armee eine Schutzfunktion ausüben dürfen. Warum hat man nicht separatistische Einheiten der UKR Krim-Armee machen lassen?
Der Westen hat zum Umsturz auch Polizei-Hundertschaften aus Lemberg nach Kiew geschickt.
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Moin Moin,
Lieber Zejtnot,
Die Entscheidung der Krimbewohner ist in etwa deckungsgleich mit den Interessen der Donbass-Bewohner.
Wenn man sich aber bei der Argumentation auf Girkin stützt, dann sollte man sein berühmtes Interview nicht außer acht lassen, wo klar wird warum der Krieg ausgebrochen ist (=aggressiver Vormarsch der Nationalgarde).
Und JA, man hat alles perfekt gemacht, denn die Zahl der Toten, aufgrund von militärischen Auseinandersetzungen, hält sich bei der Krim in Grenzen.
Wäre es dort nicht zu einer Sezession gekommen, so hätte man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dieselben Bestrebungen gehabt sich gegen die nicht legitime Regierung zu widersetzen (vor allem weil der Krim bereits in jüngerer Geschichte seitens der Ukraine sämtliche Autonomie genommen wurde und sie daher ein gebranntes Kind ist).
Die Bilanz der Toten spricht Bände: 0 auf der Krim - Tausende im Donbass (viele Zivilisten und Unschuldige, die auf die Kappe der blau-gelben Lappen gehen)
Lieber Berlino10,
Gruß
Haya
Lieber Zejtnot,
Du meinst: ohne den Putsch in Kiew wäre es nicht zum Krieg gekommen, denn das war der Auslöser warum sich das Volk im Donbass gegen die nicht legitime Regierung widersetzen wollte!?Aber ohne die Krim hätte es auch keinen Krieg im Donbass gegeben, weil sich Typen wie Girkin nicht animiert gefühlt hätten, so ein Abenteuer auszurufen. Absurd? Meiner Meinung nach nicht, denn 2004 gab es ja auch keinen Krieg, bei nahezu identischer Ausgangslage.
Die Entscheidung der Krimbewohner ist in etwa deckungsgleich mit den Interessen der Donbass-Bewohner.
Wenn man sich aber bei der Argumentation auf Girkin stützt, dann sollte man sein berühmtes Interview nicht außer acht lassen, wo klar wird warum der Krieg ausgebrochen ist (=aggressiver Vormarsch der Nationalgarde).
Aus meiner Sicht wäre der Krieg so oder so ausgebrochen. Man kann jetzt nicht den Volksentscheid der Krimbewohner als Kausalität für den Vormarsch der Kiewer Truppen und Nationalgarden nehmen. Warum ja auch?Damit will ich den Willen der Krim-Bewohner nicht in Frage stellen. Nur die These, man hätte alles perfekt gemacht. Aus Sicht der Krim vielleicht, aber man hat hingenommen, dass es direkt in der Nachbarschaft zum Krieg kommt
Und JA, man hat alles perfekt gemacht, denn die Zahl der Toten, aufgrund von militärischen Auseinandersetzungen, hält sich bei der Krim in Grenzen.
Wäre es dort nicht zu einer Sezession gekommen, so hätte man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dieselben Bestrebungen gehabt sich gegen die nicht legitime Regierung zu widersetzen (vor allem weil der Krim bereits in jüngerer Geschichte seitens der Ukraine sämtliche Autonomie genommen wurde und sie daher ein gebranntes Kind ist).
Die Bilanz der Toten spricht Bände: 0 auf der Krim - Tausende im Donbass (viele Zivilisten und Unschuldige, die auf die Kappe der blau-gelben Lappen gehen)
Lieber Berlino10,
Man kann es aber auch nicht ausschließen, dass es so gekommen wäre, wie im Donbass, wo man die Nationalgarde vorlaufen ließe und dann entsprechend ja nur auf diese Auseinandersetzungen reagiert hätte bis man dann zu der jetzigen Situation gekommen wäre, wie Wir sie jetzt haben.erst wenn die UKR Armee eingegriffen hätte (was ich allerdings bezweifle, ob die Soldaten das mitgemacht hätten) hätte auch die RUS Armee eine Schutzfunktion ausüben dürfen.
Gruß
Haya
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Ob .. wie ... was passiert wäre ... in meinem Empfinden ist es halt so, dass die nationale Souveränität ein hohes Gut ist, in das auch RUS sich nicht so ohne weiteres hätte einmischen dürfen ... erst dann, wenn die UKR-Faschisten versucht hätten, den Volkswillen der Krim zu unterdrücken ... so bleibt es historisch einfach so, dass RUS das, was auf der Krim geschehen ist, gesteuert und bestimmt hat, ... dadurch war es halt kein überschäumender Volkswillen mehr ... auch wenn es den so oder so ähnlich auch ohne die Intervention gegeben hätte.
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Moin Moin,
Lieber Berlino10,
Welche nationale Souveränität? Diese hat es beim Referendum nicht gegeben, da die "Übergangsregierung" vollkommen illegal gewesen ist.
Janukovich war nun mal der rechtmäßige Präsident der UA gewesen. Daran gibt es de jure nichts zu rütteln.
Wenn morgen Nationalsozialisten den Bundestag stürmen und unsere Regierung absetzen, um dann ihren politischen Willen zu bestimmen, könnte man dann noch von "nationaler Souveränität" sprechen?
Eben!
Bei Aussagen bzw. Auswahlmöglichkeiten, wie: "Вы за восстановление действия Конституции Республики Крым 1992 года и за статус Крыма как части Украины?" sehe Ich auch keine Steuerung seitens Russland, da dort die Möglichkeit eingeräumt wird den Russen den Rücken zu bieten und wieder als eine autonome Republik (vor Annexion 1995) als "Teil der UA" zu verbleiben.
Gruß
Haya
Lieber Berlino10,
Welche nationale Souveränität? Diese hat es beim Referendum nicht gegeben, da die "Übergangsregierung" vollkommen illegal gewesen ist.
Janukovich war nun mal der rechtmäßige Präsident der UA gewesen. Daran gibt es de jure nichts zu rütteln.
Wenn morgen Nationalsozialisten den Bundestag stürmen und unsere Regierung absetzen, um dann ihren politischen Willen zu bestimmen, könnte man dann noch von "nationaler Souveränität" sprechen?
Eben!
Bei Aussagen bzw. Auswahlmöglichkeiten, wie: "Вы за восстановление действия Конституции Республики Крым 1992 года и за статус Крыма как части Украины?" sehe Ich auch keine Steuerung seitens Russland, da dort die Möglichkeit eingeräumt wird den Russen den Rücken zu bieten und wieder als eine autonome Republik (vor Annexion 1995) als "Teil der UA" zu verbleiben.
Gruß
Haya
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Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Ich habe wirklich keine Zweifel, dass die Krim-Bevölkerung zu Russland wollte, aber das ist nun auch wieder ein Schönreden. Als hätte man 1989 die Ostdeutschen gefragt: Wollt Ihr Deutschland in den Grenzen von 1936 oder wollt Ihr Teil der BRD werden, ohne die Option eines Fortbestands der DDR.Haya hat geschrieben:Bei Aussagen bzw. Auswahlmöglichkeiten, wie: "Вы за восстановление действия Конституции Республики Крым 1992 года и за статус Крыма как части Украины?" sehe Ich auch keine Steuerung seitens Russland, da dort die Möglichkeit eingeräumt wird den Russen den Rücken zu bieten und wieder als eine autonome Republik (vor Annexion 1995) als "Teil der UA" zu verbleiben.
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Moin Moin,
Lieber Zejtnot,
a) wäre es aus meiner Sicht de jure nicht vereinbar, da eben die Krim 95 annektiert wurde und einseitig sämtliche Autonomierechte der Krim aufgehoben wurden.
aber wichtiger ist b), dass es 03/2014 keine souveräne Ukraine gegeben hat, da die Übergangsregierung verfassungswidrig regiert hatte bzw. die legitimie Regierung rechtswidrig abgesetzt wurde.
Wenn morgen Nationalsozialisten, ISIS, Feministen, Homos oder wie sie sonst alle heißen den Bundestag stürmen würden und die rechtmäßige Regierung absetzen würden und eines der Bundesländer dann ein Referendum abhalten würde, würde es dann ebenso die Tatsache implizieren, dass die 3. Auswahlmöglichkeit unabdingbar ist, damit das Volk die Wahl hat in einer illegalen Regierung zu verbleiben?
Eben!
Gruß
Haya
Lieber Zejtnot,
Wenn Ich es richtig interpretiere (bitte um Berichtigung, wenn nicht), dann deutest Du an, dass es ne 3. Auswahlmöglichkeit hätte geben müssen ala: "wollen sie weiterhin in der Ukraine verbleiben, so wie seit 1995 besteht bzw. in der jetzigen "Übergangsregierung"?"ohne die Option eines Fortbestands der DDR
a) wäre es aus meiner Sicht de jure nicht vereinbar, da eben die Krim 95 annektiert wurde und einseitig sämtliche Autonomierechte der Krim aufgehoben wurden.
aber wichtiger ist b), dass es 03/2014 keine souveräne Ukraine gegeben hat, da die Übergangsregierung verfassungswidrig regiert hatte bzw. die legitimie Regierung rechtswidrig abgesetzt wurde.
Wenn morgen Nationalsozialisten, ISIS, Feministen, Homos oder wie sie sonst alle heißen den Bundestag stürmen würden und die rechtmäßige Regierung absetzen würden und eines der Bundesländer dann ein Referendum abhalten würde, würde es dann ebenso die Tatsache implizieren, dass die 3. Auswahlmöglichkeit unabdingbar ist, damit das Volk die Wahl hat in einer illegalen Regierung zu verbleiben?
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Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Ja, es wäre in meinen Augen für die Glaubwürdigkeit der Befragung deutlich besser gewesen, eine in dieser Art formulierte Option anzubieten. (Vor allem ohne Risiko, denn diese Option hätte sowieso keine Mehrheit gefunden.)Haya hat geschrieben:Wenn Ich es richtig interpretiere (bitte um Berichtigung, wenn nicht), dann deutest Du an, dass es ne 3. Auswahlmöglichkeit hätte geben müssen ala: "wollen sie weiterhin in der Ukraine verbleiben, so wie seit 1995 besteht bzw. in der jetzigen "Übergangsregierung"?"
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Moin Moin,
das wäre aber sowohl, als auch de jure falsch, da sowohl die "Übergangsregierung", als auch die Annexion 1995 verfassungswidrig waren.
Gruß
Haya
das wäre aber sowohl, als auch de jure falsch, da sowohl die "Übergangsregierung", als auch die Annexion 1995 verfassungswidrig waren.
Gruß
Haya
