Kirchliche Trauung in Deutschland
-
Detonatorxyz
- Grünschnabel
- Beiträge: 16
- Registriert: 25 Apr 2014, 14:24
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
Im Prinzip wäre eine kirchliche Trauung bei meiner RK Kirche kein Problem, ich wollte es halt vorher mit der RO Kirche absegnen, um später keine Probleme zu bekommen. Mein RK Pfarrer sagte, es gibt keine Probleme zwecks Heirat...
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
Was soll es dafür Probleme geben? Dass ihr nicht in den Himmel kommt? Vorm Staat zählt eh weder die RK- noch RO-Heirat sondern nur das Standesamt, ob die RO-Kirche die Ehe anerkennt ist doch Wurst?Detonatorxyz hat geschrieben:ich wollte es halt vorher mit der RO Kirche absegnen, um später keine Probleme zu bekommen. Mein RK Pfarrer sagte, es gibt keine Probleme zwecks Heirat...
- Wladimir30
- Globaler Moderator

- Beiträge: 6625
- Registriert: 07 Okt 2014, 11:14
- Wohnort: Celle / Wladimir
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
So kann man es natürlich auch sehen. Die kirchliche Trauung ist für viele in der Tat mittlerweile nur ein schönes Ritual, wobei sich über den Sinn der krichlichen Trauung nur wenige Gedanken machen. Es geht nicht drum, ob man in den Himmel kommt. Das ist eine Vorstellung, die man so kleinen Kindern erzählt, mehr nicht.m5bere2 hat geschrieben:Was soll es dafür Probleme geben? Dass ihr nicht in den Himmel kommt?
Für jemanden, für den die kirchliche Trauung wirklich nur ein Ritual ist, das sehr schön ist und halt mit dazugehört, ist es wurscht, ob römisch-katholisch oder russisch-orthodox. Für jemanden, der mit innerem Bedacht kirchlich heiratet, ist das aber schon wichtig.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
Ich glaub bei Euch Beiden treffen zwei unterschiedliche Welten aufeinander :-)
- Norbert
- Globaler Moderator

- Beiträge: 14555
- Registriert: 30 Jun 2006, 11:25
- Wohnort: Nowosibirsk, Dresden
- Kontaktdaten:
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
In jedem Fall ist die Frage, welche Art von Segen man sich von der "hintergangenen" Kirche wünscht. Logischerweise wird es keine Glaubensgemeinschaft mögen, wenn man die Hochzeit bei der Konkurrenz macht. Siehe die Bedingungen, welche auch die römisch-katholische Kirche stellt (egal, ob sie angesprochen wurden oder nicht). Nun könnte man es mathematisch-wissenschaftlich sehen, und sagen: Wir sagen es denen einfach nicht und fertig. Aber es geht ja gerade nicht darum, was die Kirche nicht weiß, sondern darum, dass man sich an die Regeln der eigenen Religionsgemeinschaft hält. (Ob diese Regeln zeitgemäß sind, ist eine andere Frage. Aber eine Anhänger der Polyamorie findet Standesämter vermutlich genauso albern, wie ein Mathematiker die Kirche.)
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
Das hat, glaube ich, wenig mit Mathematikern zu tun. Ich kenne einige (gegenwärtige) Mathematiker, die sehr religiös sind. Prominentestes historisches Beispiel ist wahrscheinlich Georg Cantor, Begründer der Mengenlehre, der meinte, seine Beweise über unendliche Mengen würden ihm unmittelbar von Gott diktiert, der als einzig unendliches Wesen ja über unendliche Mengen Bescheid wissen müsste.Norbert hat geschrieben:Aber eine Anhänger der Polyamorie findet Standesämter vermutlich genauso albern, wie ein Mathematiker die Kirche.)
Dummerweise stellte sich Cantors Begriff "Menge" schnell selbst als widersprüchlich heraus. ;-)
- Wladimir30
- Globaler Moderator

- Beiträge: 6625
- Registriert: 07 Okt 2014, 11:14
- Wohnort: Celle / Wladimir
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
Klar, das ist wohl mehr als offensichtlich. Bloss bin ich der Meinung, dass jemand, der mit der kirchlichen Hochzeit nichts anfangen kann, keine albernen Sprüche der Art "Kommste dann nicht mehr in den Himmel?" machen sollte. kamensky z.B. hat offen gesagt, dass es ihm als Atheist wurscht ist. Klare Aussage, Punkt. Aus.fugen hat geschrieben:Ich glaub bei Euch Beiden treffen zwei unterschiedliche Welten aufeinander :-)
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
Das ist gar kein so alberner Spruch, sondern eigentlich eine philosophische oder theologische Frage. Selbst als Atheist habe ich in meinen Studentenjahren Interesse halber regelmäßig an Bibeldiskussionsklubs teilgenommen. Da saßen gläubige Mathematiker, Biologen die nicht an Evolutionstheorie glauben, Physiker, querbeet alles. Aber sie, also die von der Richtigkeit der Bibel und des christlichen Glaubens überzeugt waren, waren auch davon überzeugt, dass ihr Gott ihnen sowieso alles vergibt, wenn sie es ehrlich bereuen.Wladimir30 hat geschrieben:Klar, das ist wohl mehr als offensichtlich. Bloss bin ich der Meinung, dass jemand, der mit der kirchlichen Hochzeit nichts anfangen kann, keine albernen Sprüche der Art "Kommste dann nicht mehr in den Himmel?"fugen hat geschrieben:Ich glaub bei Euch Beiden treffen zwei unterschiedliche Welten aufeinander :-)
Demzufolge wäre die Kirchenzugehörigkeit sowieso nur ein Stempel, man kann einfach konvertieren, aus der Kirche austreten, sein Ding machen (z.B. interkonfesionell heiraten und keine Kirchensteuer zahlen), und es sollte ok sein? Das ist jedenfalls auch der Eindruck, den ich beim Lesen der ganzen zahlreichen Jesusgeschichten aus der Bibel gekriegt habe, in denen er argumentiert, dass man diese ganzen Pharysäer-"Kirchenbeamten" sowieso nicht braucht, solange man richtig glaubt und handelt.
Das haben die modernen Pharysäer ja dann vor den Leuten geheimgehalten, indem es keine Bibelübersetzungen in die jeweiligen Muttersprachen gab. Den Originalansatz von Jesus hat doch dann erst Luther wieder ausgegraben, indem er anprangerte, dass die moderne Kirche genau das ist, was Jesus nicht wollte...
- Wladimir30
- Globaler Moderator

- Beiträge: 6625
- Registriert: 07 Okt 2014, 11:14
- Wohnort: Celle / Wladimir
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
Löblich, wenn ein Atheist dennoch versucht, sich zumindest etwas in Fragen des Glaubens einzuarbeiten.
Ich habe keine Ahnung, was das für "Bibeldiskussionsklubs" waren. Was jedoch immer und überall sehr gefährlich (und ich denke, dies gilt auch für die Mathematik) ist, ist Halbwissen, erweitert mit scheinbar logisch daraus folgenden Schlüssen. Wenn die Grundlage schon oberflächlich oder zumindest nicht wirklich fundiert ist, können die Schlüsse daraus nicht hieb- und stichfest sein. Also Sätze wie "Demzufolge wäre die Kirchenzugehörigkeit sowieso nur ein Stempel" sind demnach von vornherein nicht haltbar.
Dies gilt noch viel mehr für Fragen des (christlichen) Glaubens. Einer der wesentlichen und grundlegendsten Unterschiede zwischen der römisch geprägten Kirche (in erster Linie der katholischen) und der byzantinischen Ostkirche (so eben auch russisch-orthodoxen) ist, dass die katholische Kirche versucht, den Glauben über die Logik zu erschließen. Dabei gab es dann wahre Urgesteine und Heroen wie Thomas von Aquin. In der Ostkirche jedoch wird seit jeher das Hauptgewicht auf den intuitiv erfahrbaren Glauben gelegt. Jesus hat vieles gesagt, was sich nach einfacher Logik komplett widerspricht. Das wird von vielen Gegnern gerne als schlagendes Argument angesehen, dass das ganze Humbug ist. Glauben in Logik zu fassen ist zum Scheitern verurteilt.
Ich habe keine Ahnung, was das für "Bibeldiskussionsklubs" waren. Was jedoch immer und überall sehr gefährlich (und ich denke, dies gilt auch für die Mathematik) ist, ist Halbwissen, erweitert mit scheinbar logisch daraus folgenden Schlüssen. Wenn die Grundlage schon oberflächlich oder zumindest nicht wirklich fundiert ist, können die Schlüsse daraus nicht hieb- und stichfest sein. Also Sätze wie "Demzufolge wäre die Kirchenzugehörigkeit sowieso nur ein Stempel" sind demnach von vornherein nicht haltbar.
Dies gilt noch viel mehr für Fragen des (christlichen) Glaubens. Einer der wesentlichen und grundlegendsten Unterschiede zwischen der römisch geprägten Kirche (in erster Linie der katholischen) und der byzantinischen Ostkirche (so eben auch russisch-orthodoxen) ist, dass die katholische Kirche versucht, den Glauben über die Logik zu erschließen. Dabei gab es dann wahre Urgesteine und Heroen wie Thomas von Aquin. In der Ostkirche jedoch wird seit jeher das Hauptgewicht auf den intuitiv erfahrbaren Glauben gelegt. Jesus hat vieles gesagt, was sich nach einfacher Logik komplett widerspricht. Das wird von vielen Gegnern gerne als schlagendes Argument angesehen, dass das ganze Humbug ist. Glauben in Logik zu fassen ist zum Scheitern verurteilt.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
Re: Kirchliche Trauung in Deutschland
Nun, das ist doch schon interessant, was Biologen dazu bringt, die Evolutionstheorie abzustreiten. Meiner Lesart nach widersprechen sich Bibel und Evolution nämlich nicht. Also ein gläubiger Biologe hätte mich nicht überrascht, aber ein gläubiger Biologe der Evolution abstreitet ist interessant. Da ich gläubige gute Freunde habe, wollte ich außerdem gerne wissen, was sie zum Glauben bringt...Wladimir30 hat geschrieben:Löblich, wenn ein Atheist dennoch versucht, sich zumindest etwas in Fragen des Glaubens einzuarbeiten.
Und plötzlich machte auch der Bekehrungsdrang mancher Leute Sinn: nehmen wir an, ich bin Christ und meine Frau und Kinder sind Atheisten. Dann kommen die ja in die Hölle. Würde ich nach dem Tod alleine ohne Familie im Himmel sein wollen? Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich würde ich meine Familie bekehren. ;-)
Das war von einer Kirchengemeinde in Jena organisierter Studentenstammtisch, indem Gleichnisse und Verse aus der Bibel diskutiert wurden. So habe ich als Atheist wahrscheinlich schon deutlich mehr von der Bibel gelesen als mancher Christ.Ich habe keine Ahnung, was das für "Bibeldiskussionsklubs" waren.
Gläubig bin ich dadurch nicht geworden. Selbst wenn ich plötzlich erkennen würde, dass es einen Gott gibt, hätte ich ja immer noch das Problem, mich für die richtige Religion zu entscheiden. Dann müsste ich mich vorbeugend ja für die strengstmögliche Religion mit dem rachsüchtigsten Gott entscheiden, da liberalere Religionen mit nachgiebigeren Göttern mir den Fehler der falschen Religionswahl ja eher verzeihen würden.
Aber wenn ich glauben würde, was in der Bibel steht, wäre ich wahrscheinlich Protestant, scheint mir am "logischsten", denn in der Tat scheint mir das Beamtentum der katholischen und orthodoxen Kirche genau das zu sein, wogegen Jesus eingetreten ist.
Ich hatte öfter den Eindruck, dass seine Aussagen tautologisch sind. Nach dem Motto "wenn deine Gebete nicht erhört werden, hast du nur nicht lange genug gebetet".Jesus hat vieles gesagt, was sich nach einfacher Logik komplett widerspricht.
