Friedensmarsch Ukraine
- Zejtnot
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Re: Friedensmarsch Ukraine
Wir haben im Georgien-Urlaub Ukrainer aus Kharkov getroffen und eine ganze Nacht lang Eindrücke ausgetauscht. Wahr hoch spannend. Musste auch einige meiner "pro-russischen" Ansichten korrigieren.
Deren Fazit: "Russland wollte eigentlich Kharkov, aber wir waren klug genug, uns nicht instrumentalisieren zu lassen. Bei den einfachen Metalurgen und Bergwerksarbeitern im Donbass ist es dann leider kurz darauf gelungen, Chaos zu stiften."
Mit so einer Aussage hatte ich aus Kharkov nicht gerechnet, muss ich ehrlich zugeben.
Deren Fazit: "Russland wollte eigentlich Kharkov, aber wir waren klug genug, uns nicht instrumentalisieren zu lassen. Bei den einfachen Metalurgen und Bergwerksarbeitern im Donbass ist es dann leider kurz darauf gelungen, Chaos zu stiften."
Mit so einer Aussage hatte ich aus Kharkov nicht gerechnet, muss ich ehrlich zugeben.
Re: Friedensmarsch Ukraine
Vertraut man der deutschen Berichterstattung, sind die Ukrainer, mit sehr wenigen Ausnahmen, einfach nur bettelarm. Wie kann man da in Georgien eigentlich Urlaub machen? Wenn ich in DE erzähle, dass Bekannte aus dem Ural im Frühjahr durch Mexiko tourten und im Sommer nochmal eine Woche in Paris waren, glauben alle, ich hätte in RU Kontakte zu Oligarchen oder zur Mafia...Zejtnot hat geschrieben:Wir haben im Georgien-Urlaub Ukrainer aus Kharkov getroffen und eine ganze Nacht lang Eindrücke ausgetauscht.
Aber zurück nach Charkow. Auch wir trafen eher zufällig Urlauber aus dieser Stadt im vergangenen Jahr in Bulgarien. Für mich besonders interessant, da ich die Ukraine von West nach Ost mehrfach bereist habe vor den schweren Erschütterungen im Jahr 2014.
Deren wichtigstes Fazit: „Wir sind froh, dass es in Charkow zu keinen kriegerischen Handlungen gekommen ist!“
Welche sind das?Zejtnot hat geschrieben:... Musste auch einige meiner "pro-russischen" Ansichten korrigieren.
Sagten das wirklich zum Beispiel einfache Arbeiter des Charkower Traktorenwerkes über die einfachen Arbeiter des Donbass?Zejtnot hat geschrieben: "Russland wollte eigentlich Kharkov, aber wir waren klug genug, uns nicht instrumentalisieren zu lassen. Bei den einfachen Metalurgen und Bergwerksarbeitern im Donbass ist es dann leider kurz darauf gelungen, Chaos zu stiften."
Mit so einer Aussage hatte ich aus Kharkov nicht gerechnet, muss ich ehrlich zugeben.
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Re: Friedensmarsch Ukraine
... weil sie alle nur abschreiben und nicht recherchieren, vermutlich. Klingt auch besser.Jenenser hat geschrieben:.... Vertraut man der deutschen Berichterstattung, sind die Ukrainer, mit sehr wenigen Ausnahmen, einfach nur bettelarm. Wie kann man da in Georgien eigentlich Urlaub machen? Wenn ich in DE erzähle, dass Bekannte aus dem Ural im Frühjahr durch Mexiko tourten und im Sommer nochmal eine Woche in Paris waren, glauben alle, ich hätte in RU Kontakte zu Oligarchen oder zur Mafia...
....
Bei mir auf dem Hof steht ab und zu ein nagelneuer 5er mit Kiewer Kennzeichen. In München waren anlässlich der bauma im April nicht wenige Ukrainer zu Gast.
Das Urlaubsprogramm meiner Kollegen hat sich schon etwas geändert, währungsbedingt. Der Eine oder die Andere fuhren im Laufe der letzten 12 Monate nach Kambodscha, Kuba, Vietnam, Italien.
- Zejtnot
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Re: Friedensmarsch Ukraine
Auch in Ländern wie der Ukraine gibt es eine gewisse Mittelschicht, die sich einmal im Jahr einen einfachen Urlaub leisten kann.Jenenser hat geschrieben:Vertraut man der deutschen Berichterstattung, sind die Ukrainer, mit sehr wenigen Ausnahmen, einfach nur bettelarm. Wie kann man da in Georgien eigentlich Urlaub machen?
Die Gruppe war über den Flughafen Kutaissi eingereist, wo vor allem Billigflieger landen. Die Unterkunft, wo wir sie getroffen haben, kostete 10 USD pro Person und Nacht, Essen haben sie selber gekocht, für die Reise haben sie Marschrutkas genutzt. Für diese Art von Urlaub muss man nicht Oligarch oder Mafiosi sein, auch nicht in der Ukraine.
Über deren Meinung zur Ukraine möchte ich nicht urteilen. Ein faires Urteil über die Ukraine halte ich schon lange für unmöglich. Ich wollte Euch einfach an meiner Erfahrung teilhaben lassen. Sicher wäre ein ähnliches Treffen mit aus Donetsk geflohenen Personen genauso herzlich, aber mit einer ganz anderen politischen Meinung verlaufen.
Re: Friedensmarsch Ukraine
Das ist natürlich eine solch begründet, fundierte Analyse aus 1. Hand - da würde ich auch meine eig. Einschätzungen ändernZejtnot hat geschrieben: Deren Fazit: "Russland wollte eigentlich Kharkov, aber wir waren klug genug, uns nicht instrumentalisieren zu lassen. Bei den einfachen Metalurgen und Bergwerksarbeitern im Donbass ist es dann leider kurz darauf gelungen, Chaos zu stiften."
Die West-Ukrainer "waren klug genug, (sich) nicht instrumentalisieren zu lassen"
Ich vertraue meinen eig. Eindrücken aus der UKR - und "meinem" Wirtschaftsanwalt aus dem Türkei-Urlaub, Dnjepopetrowsk, Maidan-Befürworter, der RUS nicht gut wegkommen ließ, aber Kiew und der asozialen, korrupten und demokratiefeindlichen Entwicklung ein vernichtendes Urteil ausstellte.
Re: Friedensmarsch Ukraine
Siehst du Zejtnot... nur eigene Erfahrungen zählen, es sei denn, man trifft zufällig die Falschen. Haste wohl Pech gehabt ;-)
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Re: Friedensmarsch Ukraine
Schwarz-weiß Malerei, vermengt mit Zynismus? Ist doch sonst nicht so Dein Stil?
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Re: Friedensmarsch Ukraine
Ja, vielen Dank! Das macht doch dieses Forum interessant! Wo kann ich denn den Georgien-Reisebericht lesen?Zejtnot hat geschrieben:Ich wollte Euch einfach an meiner Erfahrung teilhaben lassen...
Auch in Charkow hat(te) sich ein ukrainisches Bewusstsein herausgebildet, vor allem bei jüngeren Leuten. Mein Eindruck, es handelte sich mehr um eine Art Trotzreaktion gegenüber dem gut bekannten und großen Nachbarn Russland. Was gänzlich fehlte in der Ostukraine ist der übertriebene Nationalismus, zum Beispiel in der Überbetonung des Trennenden gegenüber Russland, welchen ich aus der Lemberger Gegend persönlich unangenehm in Erinnerung habe.Zejtnot hat geschrieben:Ein faires Urteil über die Ukraine halte ich schon lange für unmöglich.
Um mal auf den Titel des Themas zurück zu kommen. Dieser Friedensmarsch passt natürlich nicht ins Konzept der deutschen Leitmedien, die seit 2014 krampfhaft versuchen, dem deutschen Konsumenten ihr ganz spezielles Ukrainebild aufzudrängen.
Sotschi, Fußgängerzone, vor ein paar Wochen: Ein taubstummer Junge verkaufte Souvenirs. Stolz und glücklich präsentierte er mir seinen Pass oder Ausweis mit der Aufschrift Новороссия. ausgestellt in Donezk….Zejtnot hat geschrieben:Sicher wäre ein ähnliches Treffen mit aus Donetsk geflohenen Personen genauso herzlich, aber mit einer ganz anderen politischen Meinung verlaufen.
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Re: Friedensmarsch Ukraine
... das Stück Pappe dürfte den gleichen Wert haben wie die käuflichen Dokumente auf dem Izmailovski- Basar. Null, aber gut, um Touristen zu beeindrucken.Jenenser hat geschrieben:...Stolz und glücklich präsentierte er mir seinen Pass oder Ausweis mit der Aufschrift Новороссия. ausgestellt in Donezk….
Re: Friedensmarsch Ukraine
etwas begründet sollte etwas wie "Die Russen wollten eigentlich Charkow" schon sein ... so ist es doch nur offensichtliches Propaganda-GelaberDietrich hat geschrieben:Siehst du Zejtnot... nur eigene Erfahrungen zählen, es sei denn, man trifft zufällig die Falschen. Haste wohl Pech gehabt ;-)
Von Nationalisten beider Lager ist nichts Interessantes zu erwarten ... deshalb ist für mich ein Statement - sei es Kritik über das Regime in den Volksrepubliken oder das in Kiew aus den eigenen Reihen - tausend Mal relevanter als das schwachsinnige Nachplappern der jeweiligen Propaganda - sei es "Kiewer Faschisten-Regime" oder "Russische Invasoren".
Das sollte selbst dein verseuchtes Hirn noch hin kriegen zu verstehen.
