Russische Industrie

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kamensky
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Re: Russische Industrie

Beitrag von kamensky »

Wladimir30 hat geschrieben:Ich vermute einen anderen Grund.

Einer der großen "Mafiosi" wurde nach seiner Festnahme gefragt, warum ein so intelligenter und gebildeter Mensch wie er Verbrecher und nicht Unternehmer geworden ist. Antwort: Es ist als, wenn du mit dem Staat 17 und 4 spielst. Du hast auf der Hand gerade 21 Augen, der Staat hat 23. Verloren. Nein, das Spiel heißt nun plötzlich 17 und 6, und zwar RÜCKWIRKEND. Und so die ganze Zeit, und du kannst nichts dagegen machen, bist der Willkür des Staates ausgesetzt.
Super Vergleich ;) und sicherlich nicht falsch.

Grundlegend ist es doch so, dass das Vertrauen auf Gegenseitigkeit beruhen sollte, denn Alles andere schuert Misstrauen gegen den anderen.
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Dietrich
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Re: Russische Industrie

Beitrag von Dietrich »

Der Mafiosi trifft es doch schon ganz richtig.
Darauf, dass das Spiel eben heute so und morgen anders heißt, fußt doch der gesamte Apparat, die gesamte Macht der Putinschen Oligarchie.
Ohne diese Regeländerungen, gegen die kein Privater etwas tun kann, würde doch die ganze Sache ruckzuck in sich zusammenstürzen.

Wenn morgen der ganze Schmuh bei den Vergaben der staatlichen Aufträge aufgedeckt wird, wenn morgen Alle und nicht nur Ausgewählte wegen Korruption belangt werden, wenn morgen die Gerichte nur noch nach dem Gesetz und nicht mehr nach Weisungen von oben Urteile sprechen, dann funktioniert das ganze System von "Geld gegen Loyalität" doch nicht mehr.

Wenn morgen keine Leute mehr verhaftet werden, weil sie mit roten Luftballons durch die Stadt laufen oder Wahlwerbung verteilen....
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saransk
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Re: Russische Industrie

Beitrag von saransk »

Steht heute in der FAZ

"Der Abfluss von Menschen und Kapital aus Russland verliert nicht an Fahrt. Ausländische Investoren haben im vergangenen Quartal mehr als anderthalb Milliarden Dollar aus russischen Aktien abgezogen. Und während kremltreue Medien eine stabile Zustimmungsrate zu Präsident Putin von achtzig Prozent vermelden, möchten, so fand das staatliche Umfrageinstitut WZIOM heraus, zugleich rund zehn Prozent der Bewohner das Land verlassen. Unter den Jüngeren, Gebildeteren soll es bis zu einem Viertel sein. "

Auch wenn ich noch keine zweite Quelle gefunden habe, um diese Meldung zu überprüfen, so scheint doch der verdeckte wirtschaftliche Abschwung weiterzugehen.
Schade, denn Russen können viel mehr, wenn man sie denn mal lassen würde, wie von wladimir in der Geschichte mit dem Mafiosi wunderbar erklärt.
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Re: Russische Industrie

Beitrag von kamensky »

Betreffend Kapital

http://www.finmarket.ru/news/4566043

Verschlechterte Einkommenssituation

http://www.finmarket.ru/main/article/4565739
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Re: Russische Industrie

Beitrag von kamensky »

saransk hat geschrieben:Und während kremltreue Medien eine stabile Zustimmungsrate zu Präsident Putin von achtzig Prozent vermelden
Betreffend Erhebung:

WZIOM, Lewada und einige andere Institute kaufen sich Telefonnummern ( wer ein Mobile Vertrag abschliessen will braucht zwingend einen Pass, ID), welche fuer ein Thema geeignet sein koennten. Es wird selektioniert nach Bspw. Alter, Geschlecht, Wohnort (Registration). Auf alle diese Informationen hat der Kreml indirekten Zugriff bei den Telefonanbieter MTS, Beeline, Megaphone usw. Nun will man also eine Erhebung machen zum Popularitaetsgrad fuer den "Zar" zu Moskau, pickt man sicherlich mehrheitlich Telefunnummern von Rentnern und in laendlichen Gebieten, denn obwohl in den groesseren Staedten mehr Personen wohnhaft sind, ist der Popularitaetgrad fuer den "Zar" im Verhaeltnis zu den Einwohnern der Stadt eher geringer. Ich erinnere mich in 2012 machte Putin in Eburg keine, oder nur ganz knapp ueber 40%. In Moskau waren es meinte ich gar unter 40%.

Erhebungen sind also problemlos vom Staat manipulierbar und somit nicht wirklich exakt in der Auswertung.
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Re: Russische Industrie

Beitrag von Zejtnot »

saransk hat geschrieben:FAZ: "... so fand das staatliche Umfrageinstitut WZIOM heraus, zugleich rund zehn Prozent der Bewohner das Land verlassen. Unter den Jüngeren, Gebildeteren soll es bis zu einem Viertel sein. "
Hä? Ist mit "das Land" Russland gemeint oder ländliche Gegenden? Die Formulierung klingt eher nach Russland, aber was soll denn der Quark, dass 10 bis 25 % das Land verlassen? In meinem Bekanntenkreis, der in der IT-Branche die seltene Möglichkeit dazu gibt, habe in der Tat in den letzten Jahren 3 von 60 Leuten das Land verlassen. Aber doch niemals landesweit und über alle Branchen?!
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Re: Russische Industrie

Beitrag von kamensky »

Und da war doch noch, ich meinte ziemlich zu Ende der Praesidialzeit von Medwedew eine "Rueckrufaktion" lanciert vom Kreml fuer Ingenieure mit Lockangeboten, wie glaube ich mich noch zu erinnern monatliches Gehalt von 120000 Rubel und ein Haeuschen als Eigentum, oder nur kostenfrei zur Logie. Hat jemand mal Etwas ueber Erfolg, oder Misserfolg dieser Aktion gelesen?
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Re: Russische Industrie

Beitrag von m5bere2 »

saransk hat geschrieben:so fand das staatliche Umfrageinstitut WZIOM heraus, zugleich rund zehn Prozent der Bewohner das Land verlassen. Unter den Jüngeren, Gebildeteren soll es bis zu einem Viertel sein.
Wenn ich mir angucke, wo die in Deutschland promovierten Wissenschaftler landen ... bei Zalando, als Taxifahrer, oder im Ausland. Nur in der deutschen Wissenschaft, da bleiben wenige.
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Re: Russische Industrie

Beitrag von Zejtnot »

Also in meinem Freundeskreis sind alle nach dem Studium in gutbezahlten deutschen Jobs gelandet. Liegt aber vielleicht daran, dass sie schlicht praxisnahe Sachen studiert haben, welche von der deutschen Wirtschaft auch benötigt werden.

Beim Klassentreffen hat mir ein Schulkamerad erzählt, dass er den Job wechseln wollte - auf sieben Bewerbungen bekam er fünf Einladungen zu Gesprächen und wäre bei allen genommen worden. Wenn man also das richtige studiert, braucht man danach weder zu Zalando noch ins Ausland.

Wer natürlich freiwillig Soziologie oder vielleicht auch theoretische Mathematik studiert, sollte sich nicht wundern, dass die Wirtschaft nicht gerade danach lechzt.

Und auch eine Promotion ist nicht zwingend (!) ein Qualifikationsmerkmal, so ehrlich muss man sein. Denn als Arbeitgeber stellt man sich schon die Frage: Warum Promotion? Ist dies ein Kandidat der noch ein wenig länger auf der Uni rumgeigeln und jeden Morgen ausschlafen wollte oder ist dies ein Kandidat, der schnell spannende Ziele erreichen möchte?
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Re: Russische Industrie

Beitrag von m5bere2 »

Zejtnot hat geschrieben:Also in meinem Freundeskreis sind alle nach dem Studium in gutbezahlten deutschen Jobs gelandet.
Mir ging es in meinem Beitrag um das Verfolgen einer wissenschaftlichen Karriere.
Wer natürlich freiwillig Soziologie oder vielleicht auch theoretische Mathematik studiert, sollte sich nicht wundern, dass die Wirtschaft nicht gerade danach lechzt.
Auch theoretische Mathematiker finden in der Wirtschaft ganz gut Arbeit. Stichwort "Data Science", was jetzt der letzte Schrei ist. Also irgendwelches Konsumverhalten analysieren und prognostizieren, Marktentwicklungen prognostizieren usw.
Und auch eine Promotion ist nicht zwingend (!) ein Qualifikationsmerkmal, so ehrlich muss man sein.
Da stimme ich mit dir überein. Aber da es mir in meinem Beitrag um eine wissenschaftliche Laufbahn ging, ist die Promotion da nunmal eine Zwangsvoraussetzung. Und da bleibt es dabei: wenn man eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebt, dann haut man aus Deutschland besser ab, und sehr viele tun das auch. Noch kann Deutschland das ausgleichen mit wissenschaftlichem Zuzug aus Osteuropa...
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