Ich "flüchte" alljährlich kurz vor Weihnachten Richtung RUS. Mittlerweile genieße ich das sogar. Diesmal am Freitag.
Ich ordne mich dann meinem russischen Umfeld unter. Deutsche Tradionen zu Weihnachten wie Essen oder
Weihnachtsschmuck werden jedoch auch gern gesehen. Diesmal wurde ich sogar wieder gefragt, ob ich mal
wieder grüne Klöße mache. Sehr verdächtig... allerdings steht das Fleisch dazu noch nicht fest. Ente oder Gans
ist nicht so meins. Kaninchen wäre gut, da weiß ich aber noch nicht ob das in Novgorod aufzutreiben ist.
Gutes Fleisch ist immernoch sowas wie Mangelware bei uns in der Provinz.
Am 24. gut essen und ein bißchen zur Ruhe kommen. Lange wirds nicht werden, da der 25. ja für das Weibchen
wieder ein normaler Arbeitstag ist. Und ich habe eine "to do" Liste für ein paar Reparaturen bekommen.
Am Neujahrstag hat die SchwieMu Geburtstag d.h. Anwesenheit erforderlich! Dann gehts am 03. für ein paar Tage
nach Moskau. Ich war noch nie länger als 1 Tag in RUS Hauptstadt und Madam wollte mal im Gorkipark Schlittschuhlaufen.
Hoffentlich wirds nicht zu stressig.
Über die Weihnachtsfeiertage bin ich eigentlich gern in den Bergen mit Schnee und dem ganzen Flair. Allerdings bekommt
meine Freundin in der Woche vor Neujahr keinen Urlaub. Dann gehts halt nicht.
Die schönsten Erinnerungen hat wohl jeder an Weihnachten in Kindertagen. Jedenfalls ist das bei mir so.
kurze Anekdotensammlung aus Klein-Okis Kindertagen gefällig
Eine gute Woche vor Weihnachten stand bei Papa-Oki

das obligatorische Christbaumschlagen im
Colditzer Forst an. Standesgemäß mit reichlich Alolol, war ja kalt. Dementsprechend war das Maß für
die Größe des Baumes immer Pi mal Daumen. Aber - es war jedes Jahr aufs neue die schönste
Hallelujastaude die wir je hatten. Allerdings bis Heiligabend im Keller gelagert. Dann kam die
Nagelprobe am 24. vormittags. Baum wie immer zu groß. Die Säge mußte immer ran.
Wenn das Ding stand, kam die nächste Hürde - die Beleuchtung! Eigentlich sollte die Lichterkette ja
im November auf Funktion geprüft werden, wurde aber wie immer vergessen und irgendeine Birne
war auch immer kaputt. Also war mein Vater im Wohnzimmer dem Wahnsinn nahe.
Meine Mutter war in der Küche mit dem Karnickel und echten handgerieben Kartoffelklößen
beschäftigt. Allerdings mußte sie schon teilweise Leib und Leben riskieren um das Tierchen bis dahin zu
bringen. Kennt jemand den Duft von kurz angebratenem Kaninchen? Ein Gedicht! Wenn meine Mutter
das Kaninchen am 23. abends angebraten hat, wurden mein Vater und ich willenlos. Da kam es
sehr häufig vor das wir nicht mehr an uns halten konnten und das Karnickel schon Fleisch lassen
mußte. Allerdings gabs dann gewaltigen Ärger mit der Herrin der Küche
Abends nach der Bescherung erinnere ich mich an ellenlange Romme`-Abende bei denen immer
irgendwie meine Oma alle abgezockt hat.
Kein Mensch brauchte den ganzen Technik-Schnickschnack auf den wir heute so alle abfahren.
Wie wir das wohl überlebt haben?
Hohoho Oki!