Hallo William, bitte nicht gleich beleidigt sein!
Ich lasse jetzt die obige Diskussion aussen vor und versuche auf Deine ursprüngliche Frage im ursprünglichen Sinne zu antworten.
Einen Eindruck vom Petersburg des 19. Jahrhunderts bekommt man m.E. noch ganz gut in folgenden Stadtvierteln:
Quartale innerhalb des Gebietes Nevskij pr., Ligovskij pr., Razyezshaya ul., ul. Marata, insbesondere die Pushkinskaya ul. Richtung Kolomenskaya ul..
weiterhin zw. ul. Marata, ul. Kolokolnaya, Zagorodnyj pr., Zvenigorodskaya ul.
Vassilij-Insel: ul. Repina (hier war ich aber selbst schon lange nicht mehr) und div. Linien, die noch nicht renoviert wurden.
Einige Straße zwischen Universität, Nab. Makarova und Syezdovskaya/1-ya liniya.
Dann gibt es noch das sog. Dostojevskij-Viertel um den Sennaya pl. westlich der Gorokhovaya ul., je weiter es zum Handelshafen geht, desto ursprünglicher.
Natürlich hat sich in den letzten zwanzig Jahren viel verändert, was zuvor fast konseviert erschien (abgesehen vom Verfall durch Vernachlässigung sowie Verunstaltung aus Ignoranz oder vermeintlichem Mangel, der wahrscheinlich bei vielen Objekten bei anderem Geschichtsverlauf so nicht eingetreten wäre).
Das schöne an St. Petersburg ist, das das gesamte historische Zentrum in seiner Struktur und im allgemeinen Stil erhalten geblieben ist (im Gegensatz z,B, zu Moskau, wo ein chaotischer Stilmix herrscht und man vor Abbruch kaum Scheu hatte bzw. hat). Moderne Nutzungen in zentraleren Lagen halte ich für legitim und unausweichlich für eine lebendige Großstadt. Ein Abendspaziergang an den Ufern von Moika, Fontanka oder Kanal Griboedova läßt manches Moderne und das bunte Treiben am Nevskij pr. zurücktreten und vermittelt im Prachtvollen wie im Vernachlässigten seinen eigenen Charme.
Viel Spaß!
P.S.: evtl. kann Dir mit Informationen zu einzelnen Objekten, Straßenzügen und Quartalen im Gestern und Heute folgendes Supplement der Zeitschrift spb.sobaka.ru helfen:
http://kn.sobaka.ru/arc.php