Wahlen in Weissrussland

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Oletsch
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Beitrag von Oletsch »

waldmeister hat geschrieben:Wie auch immer: Ab heute abend wird es interessant.
Denn falls es im Anschluss totz Praeventionsmassnahmen gegenueber der Opposition zu Protestkundgebungen kommen wird und die weissrussische Staatsgewalt entsprechend reagiert, dann wird sich zumindest die europaeische Staatengemeinschaft womoeglich unter Zugzwang gesetzt fuehlen.
Was für ein Zugzwang? Die Welt toleriert auch schlimmere Diktaturen. Es gibt vielleicht einen Ruf in der Richung Menschenrechte, aber mehr - glaube ich nicht. Ausserdem, wie hier schon gesagt wurde, eine von außen eingesetzte Demokratie gleicht der im Irak. Es muss schon im Land selbst aufwachsen.

Gruß
Oletsch
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Na ja, ich meine mit "unter Zugzwang gesetzt fuehlen" folgendes: Wenn die Sache eskalieren sollte, werden vielleicht Forderungen seitens der (westlichen) Oeffentlichkeit an die Regierungen gestellt werden, nun muesse etwas unternommen werden.
Wie gesagt, ich denke zwar, ausser Russland wird kaum ein anderer Staat Einfluss nehmen koennen. Man koennt folglich versuchen, ueber diesen Umweg Druck auszuueben.

Aber das ist alles (natuerlich) bislang spekulativ und theoretisch.
Bephep

Beitrag von Bephep »

Russland wird keinen Einfluss nehmen das waere dann auch Einmischung wie in der Ukraine.Und wenn sich Russland einmischt wuerde das nur dann als gut empfunden wenn sich Russland im Sinne des Westens einmischt.

Ausserdem,nach dem Wechseln in Georgien und der Ukraine war die Opposition gegen die,zugegeben nicht besonders guten und demokratischen Regierungen,aber nur dagegen.Als sie an der Macht waren zerfiel die Einheit.Und ist es alles besser und demokratischer geworden ???

Einen Fehler aber macht Russland.Die Politik der USA zu kopieren.Nach dem Motto meines Feindes Feind ist mein Freund und dabei auch Freundschaft mit Diktatoren zu schliessen.
Edik

Beitrag von Edik »

Michael hat geschrieben:
CSB_Wolf hat geschrieben:
Im übrigen bezeichne ich die USA nicht als Staatengemeinschaft. Das sind für mich selbsternannte und selbstgefällige Sherrifs. Das kann man in deren Geschichte ablesen. Und das Volk will das ja anscheinend so. Also können die das innerhalb ihrer Grenzen machen. Gehen die damit nach aussen, ist für mich wieder die Staatengemeinschaft gefragt. Aber das interessiert die Amis herzlich wenig.
Wenn die EU sich in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischt, ist sie kein selbsternannter Sheriff? Möchte sie ihre Interessen etwa nicht in Weißrussland durchsetzen? Wer bestimmt über Recht und Unrecht, wenn nicht das eigene Volk?

Bürger können sich sehr wohl in totalitären Staaten wehren! Das hat die Geschichte immer wieder gezeigt. Dazu muss nur eine bestimmte Grenze erreicht sein!

Frankreich 1789 ist eines der älteren Beispiele.
Aber dann haben wir auch die DDR 1990. "Wir sind das Volk!" - durch ständig wiederholte Demonstrationen konnte ein Regime, wie die DDR (ich war mal zu Besuch in einem Stasi-Gefängnis, da habe ich einiges gesehen und gehört!!!) abgeschafft werden.
Die Sowjetunion 1991, wer hätte fünf Jahre (ach was rede ich da, sogar noch viel später!) zuvor auch nur daran Gedacht, dass das klappt? Gut, Reagen hatte das behauptet, aber hat das auch nur einer wirklich geglaubt? Fast ohne Blutvergießen und der Apparat einer Supermacht war hilflos. Dazu müssen alle bereit sein.

Erst wenn man sich einmal die Freiheit selbst erkämpft hat, erst dann weiß man, was sie bedeutet.

Und was hat der Umsturz in Georgien (wohlgemerkt, auch vom Volk erlangt!) gebracht? Gegenüber einem Seitenwechsel aus Moskaus in Washingtons Arme hat es nichts bewirkt.

Ich finde, dass Bephep Recht hat. Russland sollte sich nicht so verhalten, wie die Amerikaner,
die EU sollte das aber auch nicht!

Schließlich ist es das selbe Spiel, beide wollen europäische Staaten unter ihren Fittichen haben. Oder wieso interessiert sich niemand ernsthaft für Afrika?
Michael

Beitrag von Michael »

Edik,

ich glaube Du hast mich immer noch nicht verstanden. Vielleicht solltest Du etwas genauer lesen und nicht einzelne Zitate aus dem Zusammenhang reißen.

Es geht nicht darum, dass die EU eigene Interessen durchsetzen soll. Sie, oder eine andere multinationale Institution soll sicherstellen, dass das jeweilige Volk in freier Selbstbestimmung abstimmen kann, was es will.

Die USA sind ein Staat und keine multinationale Institution. Vielleicht verstehst Du ja den Unterschied.

Mit Afrika solltest Du ddich auf den neuesten Stand bringen, Du kannst auf der Seite der EU einmal nachforschen, wieviele Gelder dort hingehen. Die UN wird mit Sicherheit auch zahlen dafür liefern können.

Was machen die ganzen Mitarbeiter und Projektleiter der GTZ in Afrika ?
Fazit: Der Vorstoss von Dir geht ins leere.

Jetzt zur französischen Revolution und auch zu den Umbrüchen in der ehemaligen DDR.

Die französische Revolution wurde von diversen Fürstenhäusern in Europa unterstützt. Das kannst Du alles in einem Geschichtsbuch nachlesen.
Über die Unterstützung von aussen bei der ehemaligen DDR habe ich schon geschrieben. Daneben kannst Du dich eventuell auch mal über den sogenannten Swing informieren. Den hat Franz Josef Strauss damals mit der DDR ausgehandelt. Nachgewiesener Massen hat das die Situation für das Volk der DDR wesentlich verbessert (und zwar die Ernährungslage).

Also sprich doch nicht davon, dass der Umbruch nur vom Volk, ohne Einwirkung von aussen stattgeffunden hat.

Alles auf dieser Welt ist nicht von Einzelschicksalen, sondern von Gemeinschaften abhängig. Und genau deshalb vertrete ich meine Meinung .

Gruß
Michael
Bephep

Beitrag von Bephep »

Wenn wir schon bei der Einmischung sind,das Kaiserliche Deutschland hat sich auch eingemischt als sie Lenin ermoegtlicht hat nach Russland zu reisen.

Das wichtigste ist auch nicht die Staatsform sondern das einhalten der Menschenrechte.

In der EU sind auch Staaten unterschiedlicher Systeme,Monarchien,zentralistische Staaten,foerderale Staaten.Es gibt Konservative oder Sozialistische Regierungen oder alles gemischt.
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Hallo Edik,

jetzt hast Du glaube ich so ziemlich alles miteinander verwurstelt, was nur geht. Sorry, ich muss da gerade etwas verwirrt den kof schuetteln.

Wenn die EU sich in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischt, ist sie kein selbsternannter Sheriff? Möchte sie ihre Interessen etwa nicht in Weißrussland durchsetzen? Wer bestimmt über Recht und Unrecht, wenn nicht das eigene Volk?
Das ist m.E. eine einseitige Sichtweise. Andererseits gibt es auch eine Verpflichtung der Voelker, sich gegenseitig fuer Freiheit, menschenwuerde etc. einzusetzen.
OK, wenn die Mehrheit sich auch ohne beeinflussung einen Autokraten wuenscht - bitte. "Das Volk" kann in diesem Falle nur sehr eingeschraenkt ueber "Recht und Unrecht" bestimmen.
Bürger können sich sehr wohl in totalitären Staaten wehren! Das hat die Geschichte immer wieder gezeigt. Dazu muss nur eine bestimmte Grenze erreicht sein!

Frankreich 1789 ist eines der älteren Beispiele.
Aber dann haben wir auch die DDR 1990. "Wir sind das Volk!" - durch ständig wiederholte Demonstrationen konnte ein Regime, wie die DDR (ich war mal zu Besuch in einem Stasi-Gefängnis, da habe ich einiges gesehen und gehört!!!) abgeschafft werden.
Die Sowjetunion 1991, wer hätte fünf Jahre (ach was rede ich da, sogar noch viel später!) zuvor auch nur daran Gedacht, dass das klappt? Gut, Reagen hatte das behauptet, aber hat das auch nur einer wirklich geglaubt? Fast ohne Blutvergießen und der Apparat einer Supermacht war hilflos. Dazu müssen alle bereit sein.
Es gibt auch genung Gegenbeispiele, dafuer, dass man mit Demonstrieren gar nichts erreicht, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen:

VR China 1989
DDR 1953

Noch mehr Beispiele fuer "funktionierende" Dikaturen noetig?
Kuba
Nordkorea
Irak
Kongo bis 1997
Nepal
Und was hat der Umsturz in Georgien (wohlgemerkt, auch vom Volk erlangt!) gebracht? Gegenüber einem Seitenwechsel aus Moskaus in Washingtons Arme hat es nichts bewirkt.
Was ist deine Aussage in diesem Zusammenhang? Welche These willst Du damit untermauern?
Die Sowjetunion 1991, wer hätte fünf Jahre (ach was rede ich da, sogar noch viel später!) zuvor auch nur daran Gedacht, dass das klappt?
Das ist, finde ich, ein sehr schlechtest Beispiel.
1. Weil das letztendlich eine "Revolution von oben" war
2. in diesem Fall auch Separatismus eine grosse Rolle gespielt hat
Ich finde, dass Bephep Recht hat. Russland sollte sich nicht so verhalten, wie die Amerikaner,
die EU sollte das aber auch nicht!
Ich finde, Russland nimmt bereits gehoerigen Einfluss. Aber das russische Brudervolk darf das ja auch, so ist doch die offizielle Lesart?
Schließlich ist es das selbe Spiel, beide wollen europäische Staaten unter ihren Fittichen haben.
Bestimmt gibt es dieses strategische Denken; ich bezweifele aber, dass die Sachlage so einfach ist. Auch in der Politik gibt es mehr als nur Feindbilder, es gibt auch das Ideal eines freiheitlichen, demokratischen und Bruederlichen Zusammenlebens in Europa... Ich bin eigentlich nicht so ein Spruecheklopfer, wer lacht: Ich werde nicht boese sein :wink:
Oder wieso interessiert sich niemand ernsthaft für Afrika?
Finde ich nur teilweise zutreffend.
1. Geradeeben wird eine Militaerintervention im Kongo diskutiert
2. Als die Amis in Somalia eins auf den Deckel bekommen haben, hat man bei uns z.t. schadenfreudig applaudiert (motivationen der Amis mal ungeachtet)
3. Die ehem. Kolonialmaechte haben ein groesseres Interesse an Afrika als Deutschland (z.B. Franktreich --> Elfenbeinkueste)
4. Arfika ist uns ferner als Europa, Weissrussland liegt "vor unserer Haustuere". Dass uns Weissrussland mehr bewegt, ist doch voellig nachvollziehbar
5. und um Dir doch noch Recht zu geben: Mit Arfika wird kaum gehandelt
6. besonders USA , aber nicht nur die mischen sich ganz kraeftig ein, leider aber keineswegs fuer die ueberall verbreiteten Wertideale, sondern um Stabilitaet herbeizufuehren (sprich: Diktaturen zu stuetzen).

Die Welt kann eben ganz schoen schizophren sein. Aber den Europaern nun einen Strick daraus zu drehen, dass sie sich nicht ueberall auf der Welt engagieren - das finde ich unangebracht.
Zuletzt geändert von Xottabych am 20 Mär 2006, 14:12, insgesamt 2-mal geändert.
Edik

Beitrag von Edik »

Michael hat geschrieben:Edik,
Es geht nicht darum, dass die EU eigene Interessen durchsetzen soll. Sie, oder eine andere multinationale Institution soll sicherstellen, dass das jeweilige Volk in freier Selbstbestimmung abstimmen kann, was es will.
Mir geht es aber genau darum, dass die EU dabei auch eigene Interessen durchsetzt unabhängig vom Wohlwollen für den jeweiligen Staat! Russland möchte das vielleicht auch, aber hier achten plötzlich alle auf die eigenen Interessen Russlands und nicht mehr auf andere Faktoren.
Michael hat geschrieben: Die USA sind ein Staat und keine multinationale Institution. Vielleicht verstehst Du ja den Unterschied.
Du scheinst mich aber für ziehmlich dumm zu halten, oder?
Michael hat geschrieben: Mit Afrika solltest Du ddich auf den neuesten Stand bringen, Du kannst auf der Seite der EU einmal nachforschen, wieviele Gelder dort hingehen. Die UN wird mit Sicherheit auch zahlen dafür liefern können.
Das mag sein, dass für Afrika Gelder und Mittel fließen. Das ist auch durchaus lobenswert, aber auf die Ukraine, Georgien und Weißrussland hat die EU "eigenartiger" Weise ein weitaus höheres Augenmerk, dabei sind die Zustände in Afrika weitaus ernster...
Und die Sache mit "du solltest dich auf den neuesten Stand bringen" solltest du lassen, schließlich bin ich nicht so beleidigend, dir Unwissenheit vorzuwerfen. :wink:

Michael hat geschrieben: Jetzt zur französischen Revolution und auch zu den Umbrüchen in der ehemaligen DDR.

Die französische Revolution wurde von diversen Fürstenhäusern in Europa unterstützt.
Auch wenn sie das gewesen sein mag, hatte sich immernoch das Volk aufgerafft den König zu stürzen. Und "eigenartiger" Weise haben sich die Franzosen wenige Jahre später dafür entschieden, ganz Europa zu bekehren :lol:. Da geriet die Revolution in das Gegenteil von dem, was sich die Fürsten Europas von ihr erhofft hatten.
Alles auf dieser Welt ist nicht von Einzelschicksalen, sondern von Gemeinschaften abhängig. Und genau deshalb vertrete ich meine Meinung.
Und genau deswegen vertrete ich die Meinung, dass nicht ein Einzelner oder Einzelne im Volk aufbegehren müssen, sondern dass es einer grossen Gemeinschaft von Menschen erfordert, damit das Ganze erfolgreich ausgeht. Hilfe von Außen kann die Bewegung selbstverständlich unterstützen, aber das ist nicht das Wesentliche. Das gilt auch für Josef Strauss und die DDR...

Und bitte, nicht mehr beleidigend werden, ok? :wink:

Warum gehst du eigentlich nicht auf die Beispiele mit der UdSSR 1991 und dem russischen Bürgerkrieg 1918-1922 ein?
Michael

Beitrag von Michael »

Edik,

wenn Du dich von mir beleidigt fühlst, so nimm auf diesem Weg meine Entschuldigung :blumen2: :blumen2: an. Nichts liegt mir erner, als jemanden zu beleidigen. Provozieren ja, aber nicht beleidigen.

Gruß
Michael

PS: Zu den anderen Themen antworte ich dir später, wenn ich etwas mehr Zeit habe.

Aber in vielem hat Waldmeister schon das geschrieben, was ich auch geschrieben hätte.
Sportsfreund

Beitrag von Sportsfreund »

interessant...

http://www.aktuell.ru/russland/kommenta ... t_272.html


Stimmen für Lukaschenko – Idiotie des Landlebens?

Die Masse der weißrussischen Wähler auf dem Lande und in den Kleinstädten,
so scheint es, zieht aus diesem Lebensgefühl die Konsequenz,
für Lukaschenko zu stimmen.
Der Ex-Kolchosvorsitzende muss sie nicht einmal dazu zwingen.
Man mag das als Idiotie des Landlebens bezeichnen,
aber das Recht, so abzustimmen, kann ihnen ernsthaft niemand streitig machen.





Wo man Recht hat, hat man Recht...

z.B. Palestina.
Demokratisch gewählt sind die Jungs die nicht ganz koscher sind...


Irak.
Was hat man gewählt?
auch das womit keiner so richtig etwas anfangen kann...


Warum in Weissrussland nicht etwas wählen, was keine Sau haben will?

Die Welt ist kompliziert
(alles ist nicht so einfach, wie es in der Tischbibel von Georg Junior steht)
Antworten

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