Marco hat geschrieben: 04 Mai 2021, 20:26
Das würde ich mal bezweifeln. Im großen und ganzen ist die Präsenz doch vielen Deutschen gleichgültig oder nehmen sie nicht wahr, außer die Atomwaffen sind mal wieder in den Medien oder irgendwelche Operationen der Amis. Danach verschwindet doch das in der Versenkung
Und ich denke vor Ort wollen die Leute die AMis auch nicht missen, denn häufig sind sie auch in strukturschwachen Regionen, wo die Amis dann doch direkt oder indirekt für Jobs sorgen, indem die Soldaten dort eben auch ihr Geld ausgeben. Man denke nur mal an die Pfalz.
Prinzipiell sehe ich das natürlich ähnlich. Was mich stört ist ist die doppeldeutige Bewertung von Militär. Einerseits wird die Militärparade
der Russen verhöhnt bzw. kritisiert, anderseits wird bei mindestens vergleichbarem Militäraufwand in D wohlwollend genickt, weil
es ja gut für die angegliederte Wirtschaft ist. Also gehts wieder nur um "gut" oder "böse" am Ende! Daher konnte ich mir die Spitze zum
Karneval natürlich nicht verkneifen. Trotzdem kenne ich einige Leute die es auch begrüßen würden. Aber kann natürlich am "Osten" liegen ...
Meine Erfahrungen mit der russischen Armee - wir hatten auch eine große Kaserne hier in Grimma. Als Kinder haben wir gelegentlich
aufm Dorf am Strassenrand die Autos der Militärtransporte gezählt. Wir durften sogar manchmal mit helfen, wenn was kaputt war.
Gegenüber Kindern waren alle richtig cool drauf. Später dann mal mit der Schule ein Besuch in der Kaserne. Da habe ich richtig "Angst"
vorm Wehrdienst bekommen, obwohl die versucht haben uns nur gute Sachen zu zeigen. Aber 30 Mann in einem Schlafsaal war schon
heftig. Da habe ich die erste Bekanntschaft mit Rotfront-Mischka Waffeln gemacht. Fanden wir damals ebenso uncool wie Schlagersüßtafel.
Wenn Not am war, waren auch Soldaten im Produktionseinsatz bei uns im Porzellanwerk in Colditz. Aber richtigen Kontakt gabs da nicht.
Außerdem wurden da meist die Jungs aus Mittelasien abkommandiert und das waren eh die ärmsten Schweine in der russ. Armee!
Genau das hat mich später während meiner Armeezeit noch stärker beschäftigt. Denn die o.g. Soldaten wurden wohl manchmal wirklich
so drangsaliert, das die bei der nächsten Gelegenheit in Versuchung kamen abzuhauen. Das war dann meistens bei Manövern und die
Folge war, die Jungs waren mit Waffe und Taschen voller "Mumpeln" unterwegs. Natürlich gabs da bei den Russen eine MP die die gesucht
hat, aber für alle Militäröbjekte im Umkreis von ca. 100 km hieß das "erhöhte Gefechtsbereitschaft". Das hieß für mich damals -
ohne Hund und mit Stahlhelm statt Schiffchen durch den Wald. Kam nur einmal vor, trotzdem hab ich die "Deppen" damals verflucht.
Möchte auch nicht wissen, was mit denen passiert ist, wenn die MP die erwischt hat, denn das war Fahnenflucht...
Meine Erfahrungen mit den "Amis" - erstmal auch aus militärischer Sicht. Unsere Ausbildungskompanie war 89 in der Nähe von
Potsdam. Die Alliierten bzw. deren MP durften sich ja innerhalb Berlins frei bewegen. Außerhalb Berlins unter gewissen Auflagen,
also z.B. Militärobjekte durften nicht fotografiert bzw. ausspioniert werden, Die fuhren häufig bei uns vorbei u. die Engländer
und Franzosen haben sich auch daran gehalten. Die Amis mußten häufig mal "Cowboy" spielen, d.h. schlichen auch mal nachts
ums Objekt und versuchten Fotos zu machen. Besonders gut schienen sie aber nicht informiert gewesen zu sein, denn bei uns
gabs zwar viele Hunde aber wenig Waffen. Und 2-3 gute Hunde an kulminanten Punkten plaziert, halfen relativ gut das Problem
zu beheben

Fanden wir damals als Dachse in Ausbildung noch richtig aufregend...
Später bei meinem kurzen Intermezzo bei der Bundeswehr gabs gelegentlch dienstlich Kontakt mit den Amis. Da bestätigte sich
in etwa mein "Vorurteil" über das amerkanische Militär. Und zwar - nimm ihnen die Technik weg und die Jungs sind völlig
aufgeschmissen. Null Improvisation... und das war vor ca. 30 Jahren, wer weiß wie das heute ist. Kein Wunder das die in
Vietnam Zweiter geworden sind
So, jetzt hat der Militarist aber fertig !
