Nikolaus hat geschrieben: 04 Mär 2022, 20:42Gibt es denn wirklich keine Ecke an der Kaffeebar, wo man sich ueber den Gasbericht austauschen kann?!
Na was willst du dazu groß noch sagen ... Was man machen kann, steht alles drinn. Was explizit Deutschland macht, sehen wir in den letzten paar Jahren, Hausaufgaben nicht gemacht, selbst gestellte Aufgaben nicht ansatzweise erfüllt, im Gegenteil, wirksame Maßnahmen werden erschwert, sogar behindert, weil es die Lobbyisten so wollen.
Photovoltaik und Windkraft z.B. sind absichtlich so überreguliert, dass diese Techniken zumindest im individuellen Bereich kaum greifen ...
Siehe nur die 10H Regel (10facher Abstand der Höhe) in Bayern. Wo willst du noch Windkraft, ausser im Norden noch installieren.
Siehe Photovoltaik ... Alte Anlagen, wo die Förderung/Einspeisevergütung ausgelaufen ist, dürfen nicht weiter verwendet werden, völliger Blödsinn, weil die ja auch noch weiter produzieren könnten, wenn auch etwas weniger ..., aber man will ja Neues verkaufen. Balkonkraftwerke dürfen hier nur 600Watt ins Netz einspeisen, im Rest Europas 800 Watt. U.a. inNiederlande dürfen dabei die Zähler auch rückwärts laufen, was hier strengstens verboten ist, sogar als Starftat/Betrug geahndet werden kann. Klar, daß Geschäftsmodell der Energieversorger wird ja so gestört. Das man es anmelden muss, wenn man ins öffentliche Netz einspeisen, kann ich ja verstehen, weil eben auch Schieflasten entstehen, wenn gerade um die Mittagszeit viele Anlagen viel und auf einer Phase einspeisen, mussten Energieversorger das ingwie managen. Aber die Anmeldung führt eben teilweise auch zu riesigen notwendigen Investitionen, wie neue Schaltschränke, Zweirichtungszähler in alten Häusern, die eben die individual-Rechnung ins Minus laufen lassen, weil die Investition viel höher ist als der Ertrag. Diese Regeln sind natürlich von den Energieversorgern erdacht und durch Lobbyisten mit der Politik durchgesetzt.
Auf der anderen Seite läuft auch der Plan, auf alle Neubauten, Fabrik- und Sporthallen Photovoltaikanlagen zu installieren, nicht richtig an. Klar, auch die scheuen alle die Investitionen, wenn Sie sich nicht zeitnah, also 10-15 Jahre, reinvestieren.
Weiter müssten groß Kampanien gestartet werden und die Menschen in ihrem Umfeld abgeholt werden. Im Moment gilt wohl in der EU die 22° Regel für Wohnraum ...schriftlich fixiert wohl eher nicht ... Allein mit 1° weniger würde die EU nach Berechnungen 10Mrd m3 Gas einsparen, Wärmepumpen, weitere Isolierung bis 5 Mrd m3, BioGas würde 2stellige Mill. Einsparungen an Gas bringen, allerdings auch mit wieder neuen Problemen wie Zerstörung der Natur durchMonokultur, Erhöhung der Pacht-Preise für Ackerflächen etc. ...
Aber ich denke mal bis 2030 stehen die Zeichen eigentlich noch für Russisches Gas. Dieses Jahr laufen Verträge aus und der Rest mit Gasprom 2030. Bis dahin muss die EU sich kümmern. Bis jetzt haben sie laut dem Gasbericht die Hälfte des benötigten Gases aus Russland ersetzt, dafür müssen Sie aber die im Bericht erwähnten Aufgaben erfüllen, mit allen dazu nötigen Investitionen. Nicht unmöglich, aber sehr ambitioniert ...
Naja und wenn Sie jetzt, in diesem Jahr, sofort auf russisches Gas verzichten wollen, kostet das, wie ich kürzlich las, 70 Mrd Euro. Also 58 Mrd.mehr, als die momentane Abhängigkeit von Russland. Eingerechnet ist da auch die komplette LNG - Thematik, die wohl jetzt so, oder so floriert ...
-ah-