paramecium hat geschrieben: 21 Mär 2022, 18:26
Was wäre denn dein Vorschlag für eine Deeskalation und ein Ende des Krieges? Wenn ich dich recht verstehe schließt du wirtschaftliche Sanktionen und militärisches Unterstützung komplett aus.
Ja, Sanktionen, Lieferung von Waffen, ... sind Mittel, um Krieg anzuheizen. Eine militaerische Macht, wie Ru, kann natuerlich niemals so gezwungen werden, klein beizugeben. Im Gegenteil - die russischen Falken haben so die Oberhand gewonnen und auch den groessten Teil des russischen Volkes hinter sich gebracht.
Tauglich waere eine Rueckkehr zur Politik der friedlichen Koexistenz mit Steigerung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und gegenseitigen Abhaengigkeit, wie sie zuletzt Schroeder mit Erfolg zeigte. Man sollte sich erinnern: Vor dem Putsch in Kiew hatte D mit Ru ein Handelsvolumen von ueber 70 Mrd und ein Ziel von 100 Mrd - 2021 noch rund 40 Mrd - und jetzt?!
Nur so ist wohl auch eine friedliche Loesung der beginnenden riesigen wirtschaftlichen Probleme der EU durch die total verfehlte Energiewende und jetzt noch den Wirtschaftskrieg mit Ru denkbar.
Ein geringer Rest rationalen Denkens ist noch verblieben: Nach unseren Staatsmedien erklaerte ja gestern wohl sogar der Chef von Naftogaz, dass die Gaslieferungen nach Europa ungemindert erfolgen - Angriffe auf die Pipeline gab es bisher von keiner Seite.
Doch auch in der EU haben die transatlantischen Falken jetzt das Sagen, und die Ampel-Koalition hat sich opportunistisch dem angeschlossen. Die Hetze in den Medien nimmt nicht ab. Alles bewegt sich in Richtung Krieg.
Der Westen hat auch nie wirkliche "diplomatische" Anstrengungen unternommen, den ukrainischen Konflikt zu bewaeltigen, sondern nur immer wieder seine Forderungen wiederholt und Ru "gewarnt", diese nicht zu befolgen. Die russischen Interessen wurden einfach ignoriert. Kriegstreiberei in Reinform.
Oder glaubst du tatsächlich allein durch gutes Zureden und eine Auflösung der ukrainischen Armee würde Putin abziehen und eine demokratische Ukraine vor der Haustür tolerieren?
Nein, ich glaube, dass die gewissenlose, menschenverachtende Politik der Kiewer Machthaber in spuerbaren Nachteilen resultieren wird, viel bitterer als in den Minsker Vereinbarungen vorgesehen war.
Und dass eine direkte Beteiligung an diesem Krieg fuer die sogenannte "Elite" des Westens immer akzeptabler wird.