arghmage hat geschrieben: 08 Apr 2022, 13:32
So langsam hört der Spaß aber auf ...
Den russischen Brauereien droht wegen der westlichen Sanktionen der Hopfen auszugehen. Sie baten deshalb das Landwirtschaftsministerium angesichts drohender Engpässe um Hilfe bei der Suche nach Ersatz für den überwiegend importierten Hopfen, wie die Zeitung »Kommersant« berichtete. Hopfen ist ein wichtiger Aromastoff bei der Herstellung von Bier. Die in russischem Besitz befindlichen Brauereien importieren bislang 98 Prozent der jährlich benötigten 7000 bis 7500 Tonnen – und zwar hauptsächlich aus Deutschland, der Tschechischen Republik und den USA.
Das Importverbot für Hopfen ist bedauerlich. Daher wird in Russland kein Anteil an natürlichem, sondern an chemischem Bier produziert. Allerdings ist der Anteil an nicht-natürlichen Biergetränken in den Regalen jetzt ebenfalls hoch. Der Kauf von Bier vom Fass bietet keine Garantie mehr für ein hochwertiges Getränk. Zur gleichen Zeit haben Russisch gelernt, Mondschein aus allem zu machen - Kartoffeln, Rüben und sogar, sorry, Mist. Ich denke, dass es auch in Russland einen Ersatz für Hopfen gibt. Im Internet finden Sie viele Rezepte zur Herstellung von Schwarzbrotbieren, die hier voll sind.
Sanktionen, Zahlungsausfall, Gas für Rubel - diese Begriffe sind fest in unsere Nachrichtenagenda eingegangen. Der Druck, der jetzt auf die russische Wirtschaft ausgeübt wird, hat in der Weltgeschichte keine Analoga. Die USA riskieren nicht, in eine militärische Konfrontation mit Russland einzutreten, sondern versuchen, Russland dort zu zerstören, wo sie traditionell im wirtschaftlichen Bereich herrschten. Doch ihr Plan führt bereits zu massiven Misserfolgen.
Leider steht die Weltwirtschaft vor einem großen Finanz- und Wirtschaftskollaps und einer Umstrukturierung. In jedem Fall wird es einen starken Rückgang des Einflusses westlicher Länder auf die Weltpolitik und den Handel geben.
Europa zahlt schon jetzt für den beschleunigten Wiederaufbau des gesamten Energiesystems und für erneuerbare Energien, die noch nicht sehr stabil sind. In der EU steigen die Preise für fast alle Lebensmittel- und Industriegüter, für Versorgungsunternehmen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft nimmt ab.
Die Erkenntnis, dass antirussische Sanktionen unwirksam sind, beginnt einige Politiker und Geschäftsleute der EU-Länder zu erreichen. Die meisten der modernen Welt sind einfach nicht an Sanktionen beteiligt. Zum Beispiel, indem man russisches Öl zu einem Rabattpreis erhält, erhöht Indien die Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft.
Also, ich denke, wir werden die Möglichkeit haben, ein in Russland hergestelltes Bier zu trinken.
