Geschäftsmann in Botschaft
- Zejtnot
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Geschäftsmann in Botschaft
https://www.spiegel.de/ausland/russland ... eef673c0ae
Kurzfassung: Deutscher Geschäftsmann wurde von ehemaligem Geschäftspartner angezeigt, bei einem internen Verkauf wäre der Partner unrechtmäßig benachteiligt worden. Die Anzeige wurde ewig nicht beachtet, dann hat der Geschäftspartner noch irgendwas mit Nawalny ergänzt und ein Prozess kam ins Rollen. Nach längerer U-Haft war der Angeklagte dann im Hausarrest. Auf der Fahrt zur finalen Urteilsverkündung ist er abgebogen, zur Botschaft gefahren und da über den Zaun geklettern. Nach mehrstündigen Gesprächen mit den Diplomaten ist er wieder raus aus der Botschaft, hat sich gestellt und wurde nun zu Haft und Geldstrafe verurteilt. Die Botschaft musste ihm klar machen, dass er in dieser Situation keinen diplomatischen Schutz bekommen kann. Er sagt nun, er war aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gericht.
Ich fand diese Meldung aus mehreren Aspekten interessant:
1. Eine deutsche Botschaft liefert angeklagte Deutsche nach Russland aus. Ich dachte immer, Deutschland liefert eigene Staatsbürger maximal in befreundete Länder aus - dies gilt wohl aber nur bei Aufenthaltsort in Deutschland, nicht jedoch in einer deutschen Botschaft. Im Artikel heißt es, ein Botschaftsasyl gäbe es in dieser Form nicht.
2. Dieser Fall ist der erste Fall eines Deutschen, der in meinen Augen wirklich ein "Opfer" der russischen Rechtswillkür sein könnte. Beim Cannabis-Gummibärchen-Deutschen war ja aktive Dummheit im Spiel. Hier hingegen klingt es mir danach, dass sich irgendein ehemaliger Geschäftspartner nicht ausreichen gewürdigt fühlte und nun die Muskeln spielen lässt. Das ist natürlich reine Spekulation, aber die Beschreibung klingt in diese Richtung.
Der zweite Punkt hat mich wirklich nachdenklich gemacht. So eine Anklage ist ganz schnell geschrieben, da reicht ein Vorwurf, man hätte eine Ausschreibung falsch gemacht, einen Vertrag unrechtmäßig geschlossen, bei der Übertragung von Anteilen unter Geschäftspartnern den Marktpreis bewusst falsch geschätzt, etc. pp. Da muss nicht einmal ein ehemaliger Geschäftspartner verärgert sein - das kann jede beliebige Person, die ein Zeichen setzen will, in die Wege leiten.
Kurzfassung: Deutscher Geschäftsmann wurde von ehemaligem Geschäftspartner angezeigt, bei einem internen Verkauf wäre der Partner unrechtmäßig benachteiligt worden. Die Anzeige wurde ewig nicht beachtet, dann hat der Geschäftspartner noch irgendwas mit Nawalny ergänzt und ein Prozess kam ins Rollen. Nach längerer U-Haft war der Angeklagte dann im Hausarrest. Auf der Fahrt zur finalen Urteilsverkündung ist er abgebogen, zur Botschaft gefahren und da über den Zaun geklettern. Nach mehrstündigen Gesprächen mit den Diplomaten ist er wieder raus aus der Botschaft, hat sich gestellt und wurde nun zu Haft und Geldstrafe verurteilt. Die Botschaft musste ihm klar machen, dass er in dieser Situation keinen diplomatischen Schutz bekommen kann. Er sagt nun, er war aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gericht.
Ich fand diese Meldung aus mehreren Aspekten interessant:
1. Eine deutsche Botschaft liefert angeklagte Deutsche nach Russland aus. Ich dachte immer, Deutschland liefert eigene Staatsbürger maximal in befreundete Länder aus - dies gilt wohl aber nur bei Aufenthaltsort in Deutschland, nicht jedoch in einer deutschen Botschaft. Im Artikel heißt es, ein Botschaftsasyl gäbe es in dieser Form nicht.
2. Dieser Fall ist der erste Fall eines Deutschen, der in meinen Augen wirklich ein "Opfer" der russischen Rechtswillkür sein könnte. Beim Cannabis-Gummibärchen-Deutschen war ja aktive Dummheit im Spiel. Hier hingegen klingt es mir danach, dass sich irgendein ehemaliger Geschäftspartner nicht ausreichen gewürdigt fühlte und nun die Muskeln spielen lässt. Das ist natürlich reine Spekulation, aber die Beschreibung klingt in diese Richtung.
Der zweite Punkt hat mich wirklich nachdenklich gemacht. So eine Anklage ist ganz schnell geschrieben, da reicht ein Vorwurf, man hätte eine Ausschreibung falsch gemacht, einen Vertrag unrechtmäßig geschlossen, bei der Übertragung von Anteilen unter Geschäftspartnern den Marktpreis bewusst falsch geschätzt, etc. pp. Da muss nicht einmal ein ehemaliger Geschäftspartner verärgert sein - das kann jede beliebige Person, die ein Zeichen setzen will, in die Wege leiten.
Re: Geschäftsmann in Botschaft
Ist doch auch logisch, Zejtnot.
Ist doch ähnlich wie die hier beschlagnahmten Pkw, als erstes Beispiel fällt es mir so ein.
Ist doch ähnlich wie die hier beschlagnahmten Pkw, als erstes Beispiel fällt es mir so ein.
- Zejtnot
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Re: Geschäftsmann in Botschaft
Deswegen würde ich mit einem russischen Auto nicht mehr nach Deutschland fahren. Willst Du mit Deiner Antwort sagen, dass deutsche Unternehmer in Russland nun sicherheitshalber das Land verlassen sollten? Ich frage für mehrere gute Freunde ...
Re: Geschäftsmann in Botschaft
Das hat jetzt zwar nicht direkt mit deiner Fragestellung zu tun, die folgende Reportage vom Schweizer Fernsehen finde ich aber dennoch sehenswert.
https://m.youtube.com/watch?v=DmpfZ92myV8
https://m.youtube.com/watch?v=DmpfZ92myV8
Re: Geschäftsmann in Botschaft
Soweit würde ich nicht gehen, aber man sollte ein wenig mehr aufpassen was man macht.
Zumal man ja nicht weiß wie es weitergeht, siehe die Entscheidungen von g7… ewig lassen die Russen sich auch nicht triezen
Zumal man ja nicht weiß wie es weitergeht, siehe die Entscheidungen von g7… ewig lassen die Russen sich auch nicht triezen
- bella_b33
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Re: Geschäftsmann in Botschaft
Sehe ich auch so. Zumal niemand von uns weiss, was da wirklich abgelaufen istfugen hat geschrieben: 15 Jun 2024, 02:02 Soweit würde ich nicht gehen, aber man sollte ein wenig mehr aufpassen was man macht.
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
Re: Geschäftsmann in Botschaft
Klingt vielleicht hart, ist aber meiner Meinung nach richtig.
Bei den Russen ist man als Westeuropäer hoch angesehen, auch wenn diese schon versucht haben die zu unterjochen, und als Russe in Westeuropa ist man eher der Sklave. Ganz salopp ausgedrückt.
Bei den Russen ist man als Westeuropäer hoch angesehen, auch wenn diese schon versucht haben die zu unterjochen, und als Russe in Westeuropa ist man eher der Sklave. Ganz salopp ausgedrückt.
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paramecium
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Re: Geschäftsmann in Botschaft
Keine Ahnung in welchem Umfeld oder wo du lebst, aber in meinem russisch/ukrainischen Bekanntenkreis (der mehr als ein Dutzend Leute betrifft) hier in Deutschland hat niemand diese Erfahrung gemacht. Alle in Lohn und Brot (von den Altenpflegerin über Buchhalter, Laborantin, Lehrer bis hin zu IT-Experten, teils mit Personalverantwortung) oder Rentner. Keiner wurde irgendwie auf Grund seiner Herkunft beleidigt, anderweitig schlecht behandelt oder "unterjocht".fugen hat geschrieben: 15 Jun 2024, 19:20 Klingt vielleicht hart, ist aber meiner Meinung nach richtig.
Bei den Russen ist man als Westeuropäer hoch angesehen, auch wenn diese schon versucht haben die zu unterjochen, und als Russe in Westeuropa ist man eher der Sklave. Ganz salopp ausgedrückt.
Re: Geschäftsmann in Botschaft
Schön für dich… und natürlich für deine Bekannten.
Was hälst du denn davon deine Blase mal zu verlassen und das richtige Leben kennenzulernen?
Was hälst du denn davon deine Blase mal zu verlassen und das richtige Leben kennenzulernen?
Re: Geschäftsmann in Botschaft
Das halte ich für ziemlichen Unsinn. Wo und wann sollen denn z.B. "Westeuropäer" Russen "unterjocht" haben? Oder denkst du an die Verhältnisse während des 2. Weltkriegs unter der Nazi-Diktatur? Mit Zwangsarbeitern und der sog. Lebensraumpolitik in Osteuropa.fugen hat geschrieben: 15 Jun 2024, 19:20 Klingt vielleicht hart, ist aber meiner Meinung nach richtig.
Bei den Russen ist man als Westeuropäer hoch angesehen, auch wenn diese schon versucht haben die zu unterjochen, und als Russe in Westeuropa ist man eher der Sklave. Ganz salopp ausgedrückt.