Reise nach Russland

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HJ52
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von HJ52 »

2016 bin ich, kurz vor Schliessung der Grenze BY-RUS, ueber Brest. Chaotisch war da nichts.

Im Februar gehts von Russland nach Weissrussland, leider sind die Grenzen fuer die meisten in Russland lebenden Deutschen (in Verbindung Landgrenze zu EU+in RUS zugelassenes Kfz) zu, daher werd ich nix dazu Aufklaerung beitragen koennen.
Je stärker die Nato, desto sicherer der Weltfrieden.
Jobst
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von Jobst »

Bzgl. P S 2:
Facebook ist in Russland nicht mehr ohne VPN erreichbar. Mit VPN funktioniert es noch. Wie sehr häufig der Fall in RU werden Verbote nicht unbedingt immer befolgt. Somit kenne ich noch sehr viele Russen mit aktivem Facebook Account.
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Wladimir30
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von Wladimir30 »

Kolot hat geschrieben: 02 Feb 2025, 13:50 entspricht das den Tatsachen?
Ja.
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Wladimir30
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von Wladimir30 »

Jobst hat geschrieben: 02 Feb 2025, 16:22 Bzgl. P S 2:
Facebook ist in Russland nicht mehr ohne VPN erreichbar. Mit VPN funktioniert es noch. Wie sehr häufig der Fall in RU werden Verbote nicht unbedingt immer befolgt. Somit kenne ich noch sehr viele Russen mit aktivem Facebook Account.
Jein, der Kampf gegen VPN wird immer härter. Ich kenne genauso viele, die auf Facebook mittlerweile verzichten, weil es immer schlimmer wird mit VPN. Heute läuft ein Programm gut, morgen so la la, übermorgen fast nicht mehr. Dann lädt man ein neues drauf, mit dem dann dasselbe passiert. Es gibt welche, für deren Nutzung man bezahlen muss, da geht das dann nicht so schnell.
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Bobsie
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von Bobsie »

Wladimir30 hat geschrieben: 02 Feb 2025, 18:57
Jein, der Kampf gegen VPN wird immer härter. Ich kenne genauso viele, die auf Facebook mittlerweile verzichten, weil es immer schlimmer wird mit VPN. Heute läuft ein Programm gut, morgen so la la, übermorgen fast nicht mehr. Dann lädt man ein neues drauf, mit dem dann dasselbe passiert. Es gibt welche, für deren Nutzung man bezahlen muss, da geht das dann nicht so schnell.
Da geht es aber um das kostenlose VPN. Das Problem gibt es aber schon länger. Deshalb habe ich mir vor einigen Monaten das kostenpflichtige Kasperski VPN zugelegt. Etwa 30 Euro frür ein Jahr.
Und alles funktioniert fehlerfrei. In Russland.
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HJ52
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von HJ52 »

Das AA hat die Reiseinformationen für die RF aktualisiert. Aufgenommen wurde die gegenseitige Anerkennung des Visums und die genehmigten Grenzübergänge. Auf das E Visum wurde nicht eingegangen.
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willi
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von willi »

Hoffi hat geschrieben: 02 Feb 2025, 13:24 @Jobst , Danke für den Hinweis, macht die Sache zwischen den zwei Staaten viel einfacher, mal sehen.
Bin stark am überlegen, ob ich über Polen nach Brest einreise, dort ggfs. auch wieder raus oder über Estland / Lettland.
Hat jemand hier Erfahrungen zu den Grenzübertritten ?
Sofern mich meine Erinnerung nicht täuscht ist Evgenij dort letztes oder vorletztes Jahr ausgereist von Russland kommend, aber mit russischem Pass.
Wenn da die Einreise möglich wird wäre das eine verdammte Erleichterung für mich.

Anfang März muss ich wieder nach Deutschland, mal schauen vielleicht probier ichs, 550 km weniger

@HJ52, kannst du den Ticker von der Grenze Brest mal hier verlinken, nicht nur als screen shot bitte. Danke!
In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von Jobst »

Vielen Dank Stefan Heilemann für den Bericht:

Erster Erfahrungsbericht nach Inkrafttreten der "Visa-Union" zwischen Belarus und Russland - von Ostwestfalen über Polen und Belarus nach Moskau!

Dienstagnachmittag ist es endlich soweit! Wir starten um 16:30 Uhr aus unserem ostwestfälischen Domizil. Zunächst geht es über die Bundesstraßen 252 und 64 Richtung A7 (also quer durchs Weserbergland). Bereits 4 Stunden und 7 Minuten später überqueren wir nach 440 km die Bundesgrenze zu Polen bei Frankfurt/ Oder. Noch 665 km werden es bis zur EU-Außengrenze von polnisch Terespol zu belarussisch Brest sein. Über top ausgebaute - zum Teil mautpflichtige - Autobahnen geht es zügig voran. Trotz aller Eile besuchen wir einmal mehr gerne die polnischen Autobahntankstellen und nutzen die Gastronomie. Diese sind – anders als in Deutschland - durchweg sehr positiv zu bewerten. Sowohl Sauberkeit als auch Preis-/Leistungsverhältnis stimmen. Um 02:22 Uhr erreichen wir bereits das Ende der Warteschlange am polnischen Grenzposten bei Terespol. 1.098 km liegen hinter uns und noch warten 1.068 km bis zu unserer Wohnung im Nordwesten von Moskau auf uns. Ca 25 Fahrzeuge sind vor uns in der PKW-Schlange und harren auf die Dinge, die da kommen. Die Spannung steigt. Wie lange wird es dieses Mal dauern, klappt wirklich alles. Ich habe kein eigenes Visum für Belarus (seit ein paar Wochen gilt ja endlich die „Visa-Union“ zwischen Russland und Belarus). Außerdem durfte ich letztes Mal später die Grenze von Belarus nach Russland nicht passieren (meine Frau musste mich dann ins Taxi setzen und ist dann alleine mit den Kindern weitergefahren, während ich von Minsk aus nach Moskau geflogen bin).
Das Passieren des polnischen Grenzposten besteht für uns quasi nur aus Warten. Die Passkontrolle findet im Auto statt, nur Julia als "reine" Russin muss zum Fotomachen. Kein Gepäck raus oder so. Von 4 Stunden bis zum Erreichen des "Niemandslandes" (der „Brücke“) sind 3 Stunden 45 Minuten reine Warterei. Leider kann ich nicht im „Standby“-Modus schlafen, wie andere Fahrer das beherrschen.
Im "Niemandsland" stehen wir dann noch einmal gut eine Stunde. Wir werden von drei Bussen überholt. Diese haben – wie an allen Grenzen - Vorrang. An dieser Stelle müssen wir unsere Uhren um zwei Stunden vorstellen.
Auf der belarussischen Seite der Grenze geht es dann zügig los. Am ersten Schlagbaum wird man freundlich begrüßt und dann direkt zur Passkontrolle weitergeschickt. Der Fahrer muss dort neben seinem Reisepass und dem Fahrzeugschein auch eine belarussische KFZ-Haftpflichtversicherung (Osago) und eine Quittung für die Begleichung der Desinfektionsgebühr vorweisen. Osago kann man vor Ort kaufen. Kostet für 15 Tage 25 Euro in cash. Desinfektion bezahlt man an einem der zahlreichen Automaten. Diese kostet 2 belarussische Rubel. Es werden nur belarussische Karten oder russische MIR-Karten akzeptiert (unsere MIR liegen irgendwo im Auto). Gut, dass es wie so oft viele hilfsbereite Menschen gibt, die uns anbieten, mit ihrer Karte zu bezahlen. Wir nehmen das Angebot gerne an und geben „cash“ 2 Euro zurück (richtig ist eher 1 Euro nur wir haben es nicht passender, aber das ist uns gerade egal). Die Migrationskarte muss man selbst ausfüllen.
Nach kurzer Warterei habe ich meinen Einreisestempel und meine Migrationskarte. Ohne Visum ist scheinbar noch exotisch (die Beamtin telefoniert und funkt in kurzer Zeit mehrfach – aber alles ok). Nach dem auch meine Frau und dann die Kinder im (!) Auto „besichtigt“ worden sind, dürfen wir zum nächsten Teil der Abfertigung - zum Zoll. Hier ordnen wir uns erst bei der grünen Linie (nichts zu verzollen) ein. Es kommt eine Beamtin erklärt uns, dass dies nach belarussischer Auffassung falsch sei, da wir ja temporär unser deutsches Auto einführen wollen würden. Also kein Problem. Spurwechsel in die Poolposition der anderen Schlange. Unser Aufruf erfolgt zeitnah auf einer Digitalanzeige mit Kennzeichen.
Wir haben die Zollerklärung bereits fertig ausgefüllt dabei (gibt es online). Wir müssen unser Auto komplett ausladen. Jeder Koffer und Karton wird kurz inspiziert und Geld wird nachgezählt.
Nach insgesamt 2,5 Stunden sind wir auf der belarussischen Seite fertig.
Der gesamte Grenzübertritt inklusive Warterei hat also 7,5 Stunden gedauert.
Nun müssen wir als nächstes Maut bezahlen. Die Verkaufsshops sind gut sichtbar an dem „Toll“-Zeichen zu erkennen!
Auch werden wir vom ersten Blitzer hinter der Grenze prompt "verewigt" (da war mein Handy leider noch „offline“). Es bleibt dann aber auf der gesamten Passage durch Belarus der einzige "Vorfall" dieser Art und die rund 10 Euro waren zu verschmerzen. Durch die sowjetische Heldenstadt Brest und an der sowjetischen Heldenstadt Minsk vorbei geht es Richtung der sowjetischen Heldenstadt Smolensk.
Nach etwas mehr als 24 Stunden erreichen wir über die Autobahn M1 endlich die belarussisch-russische Grenze und zwar bei Krasnaja Gora (606 km sind es insgesamt in Belarus gewesen). Nun trennen uns "nur" noch ein (!!!) weiterer Schlagbaum und 462 km von der Hauptstadt der Russischen Föderation.
Aber erst mal üben wir uns wieder einmal unfreiwillig in Geduld. Nach ca. 25 Minuten sind wir vorne am Schlagbaum. Nach Pass- und Sichtkontrolle des „Bagaschik“ (Kofferraums) kommt die Ernüchterung. Aufgrund meines nicht-russischen (und auch weder belarussischen noch kasachischen) Reisepasses muss ich hinterm Schlagbaum rechts parken und zum Interview. Vor mir sind 5 Usbeken bzw. Moldawier. Jeder benötigt ca. 10 Minuten. Also nach 50 Minuten Warten im Kalten und Windigen bin ich dran. In dem Bürocontainer herrschen tropische Temperaturen. Wie geht das trotz ständig offener Tür und 2 Grad plus Außentemperatur - frage ich mich - und ziehe meine Jacke aus.
Ein junger freundlicher - keine Fremdsprachen beherrschender - Beamter führt das Gespräch. Die üblichen Fragen. Irgendwann verstehe ich etwas nicht und er möchte es „Deepl“ auf meinem Handy diktieren. Funktionierte aber irgendwie nicht. Ich biete dann an, meine Frau anzurufen, damit diese mal eben übersetzt. Schlussendlich ist dann meine ganze Familie im Container und insbesondere Maxi hat großen Spaß an den dort auf Bearbeitung wartenden Pässen anderer Reisender. Der Beamte erzählt uns, dass alles immer neu gefragt wird, weil es keine zentrale Speicherung bisher gibt und wenn überhaupt die Systeme nicht miteinander verbunden seien. Daher immer diese Wiederholungen.
Neu: Ich muss nun erstmals Abdrücke abgeben und zwar gleich von allen (!) Fingern (bisher noch nie) und die IMEI von meinem neuen Handy wurde auch abfotografiert.
Übrigens: man nutzt tatsächlich WhatsApp zur internen Rücksprache mit anderen Dienststellen bzw. Vorgesetzten.
Draußen am Fenster des zweiten Containers gibt es dann meinen Pass wieder.
Achtung! Es gibt keinen Einreisestempel (anders als beim Flug von Minsk nach Moskau)! Ich soll bei der Ausreise sagen, dass ich über Krasnaja Gora eingereist bin.
Nach gut 2,5 Stunden sind wir endlich im Kernland der Russischen Föderation.
Wie bereits in weiten Teilen von Polen und Belarus geht es oft über lange Strecken schnurstracks geradeaus. Nach 1.822 km Fahrt übergebe ich das Steuer an Julia. Es ist mittlerweile 22:42 Uhr Ortszeit und wir sind also schon 28 Stunden unterwegs! Laut Navi liegen noch 329 km und 4 Stunden und 04 Minuten vor uns!
Es kommt wie es kommen muss. In einer Autobahnbaustelle („Kapitalny Remont“) fahren wir uns einen Platten. Julia reagiert schnell und souverän und wir halten auf einem relativ gut befestigten Seitenstreifen. Nach dem wir unsere Panne bei Google und Yandex hinterlegt haben, fahren die passierenden Fahrzeuge auch rücksichtsvoller an uns vorbei. Julia hat die Nummer vom Reifen Doktor (Schino Doktor) dabei. Der ist nach 45 Minuten da. Bestens ausgerüstet hat dieser nach wenigen Sekunden das Rad demontiert. Anstelle der Montage des Reserverades schlägt er eine Reparatur vor. Wir willigen ein, da wir so zu einen keinen verschlammtes Rad transportieren und zum anderen da wir so nicht am nächsten Tag direkt einen neuen Reifen aufziehen lassen müssen.
Der Reifen Doktor hat das komplette Equipment fürs Vulkanisieren dabei.
Fasziniert schaue ich dem Mechaniker beim Abziehen, den Vorarbeiten, dem Flicken, dem Vulkanisieren und den Nacharbeiten zu. So etwas habe ich noch nie live gesehen.
20 Minuten später ist der Reifen wie neu und wird wieder aufgezogen. 15.000 Rubel hat dieser „Pannendienst“ gekostet! Ein Fall für unseren Schutzbrief in Deutschland.
Nun ist es natürlich so, dass man in Deutschland die Innenseite nicht flickt. Dies ist uns in dieser Nacht jedoch zunächst einmal egal. Wir werden natürlich den Reifen nun zeitnah gegen einen neuen tauschen.
Um 04:43 Uhr Ortszeit und somit 34 Stunden nach unserem Aufbruch sind wir endlich in Moskau! Die Gesamtstrecke dieses Mal: 2.182,7 km.

Fazit:
- mindestens 500 km kürzer als über das Baltikum (Terehova in Lettland oder Luhamaa bzw. Koidula in Estland),
- keine Terminbuchungspflicht (in Estland keine Termine vor Anfang März i d R),
- durchgehend deutlich bessere Straßen (insbesondere im Vergleich zur Situation im Baltikum),
- angenehmeres Reisen, da durchgehend Autobahnraststätten,
- die Hälfte der Strecke in „Billigtreibstoff-Ländern“.

www.iwir.de // www.iwir.ru

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kamensky
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von kamensky »

@Jobst

Besten Dank fuer den interessanten, ausfuehrlich und informativen Bericht.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Norbert
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Re: Reise nach Russland

Beitrag von Norbert »

Ebenso von mir vielen herzlichen Dank.

(Subjektiv: Wäre mir zu viel hinter dem Steuer. Bis 4 Stunden fahre ich gern, bis 8 Stunden ist ok, alles darüber hasse ich. Aber gut zu wissen, was so geht.)
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