Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
- Lonya Grelik
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Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
Hallo ihr Lieben,
wollte euch mal fragen, wie es medizinisch hier in Russland abläuft und ob man hier besser versorgt wird als in Deutschland?
wollte euch mal fragen, wie es medizinisch hier in Russland abläuft und ob man hier besser versorgt wird als in Deutschland?
Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her...
- Norbert
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Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
Wir hatten das Thema mehrfach.
Vereinfacht gesagt:
Vereinfacht gesagt:
- Die privatärztliche Versorgung für alltägliche Dinge ist ähnlich gut. Wer also bereit ist, für den Arzt privat zu zahlen oder eine sehr gute private Krankenversicherung hat, der wird in Russland ebenso gut behandelt wie ein deutscher Privatpatient.
- Bei komplizierten OPs ist es eine Glückssache, ob es die nötige Technik in Russland gibt. Vor vielen Jahren hatte ich einen Fall, wo eine befreundete Studentin sich in Omsk den Knöchel gebrochen hat und der Arzt empfahl ihr, nach Deutschland auszureisen, weil er außer Gips nichts anbieten könne. Als eine Verwandte in Novokusnetsk einen komplizierten Bruch im Unterschenkel hatte, bekam sie eine exzellente OP mit Schweizer Implantaten, bezahlt von der russischen gesetzlichen Krankenkasse.
- Die Versorgung, welche die russische gesetzliche Krankenkasse zahlt, ist meist schlechter als vergleichbare Leistungen in Deutschland. Die Einrichtungen sind selten schön, die Termine meist rar, die Möglichkeiten begrenzt. Da bröckelt von der Decke auch mal der Putz, was ich in Deutschland (noch) nicht erlebt habe. Aber man wird versorgt, so gut es geht, sogar als Ausländer ist die Erstversorgung kostenfrei.
- Notfallversorgung ist definitiv schlechter. Herzinfarkt oder Schlaganfall bedeuten oft den Tod, weil 40 Minuten Wartezeit für den Notarztwagen selbst in Großstädten nichts ungewöhnliches sind.
- Lonya Grelik
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Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
Oh, nun bin ich doch sehr überrascht, habe etwas ganz anderes gehört und zwar, das die Versorgung speziell was Operationen angeht viel besser sein soll, als in Deutschland, die Kliniken sollen erstklassige Ärzte haben.
Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her...
- Norbert
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Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
Aus der Praxis in 15 Jahren Russland mit zwei kleinen Kindern kann ich dies nicht bestätigen. Wie gesagt, bis zu einer gewissen Komplexität und vorausgesetzt man hat genug Geld, ist die Versorgung gleich gut. Privatversicherte in Deutschland können sich ja auch nicht beklagen ... ;-)
Wenn Du in Deutschland privatversichert zum Kinderarzt gehst, ist das super. In Russland ebenso.
Wenn Du in Deutschland gesetzlich versichert bist, dann wartest Du zwar oft lange auf Termine, aber die Kinderarzt-Praxis ist dieselbe hübsche wie für die Privatversicherten. In Russland sitzt zwar oft auch derselbe Arzt, aber zu einer anderen Zeit in der staatlichen Polyklinik. Deren Zustand kann ok sein, aber auch wirklich lausig. Bei uns war es ein hässlicher langer Gang, wo die Kabel offen an der Decke hingen. Die Ärztin war hochmotiviert, aber ihre Ausstattung stammte zum Teil noch aus Sowjetzeiten.
Und wie geschrieben: Ich will keinen komplizierten Tumor, keinen Schlaganfall und keinen Herzinfarkt in Russland haben. Ich habe einen entsprechenden Todesfall in Novosibirsk betreut, als der Krankenwagen zu spät kam. Und eine Verwandte ist in Novosibirsk an einer einfachen Gangräne gestorben. Sie lag eine halbe Woche im Gang vom Krankenhaus, weil keine Zimmer frei waren. Im Krankenhaus haben wir das Essen vorbeigebracht und die Körperpflege übernommen. Das Bett hatte auch keinerlei Ausstattung für die Betreuung einer bettlägrigen Person.
Wenn Du in Deutschland privatversichert zum Kinderarzt gehst, ist das super. In Russland ebenso.
Wenn Du in Deutschland gesetzlich versichert bist, dann wartest Du zwar oft lange auf Termine, aber die Kinderarzt-Praxis ist dieselbe hübsche wie für die Privatversicherten. In Russland sitzt zwar oft auch derselbe Arzt, aber zu einer anderen Zeit in der staatlichen Polyklinik. Deren Zustand kann ok sein, aber auch wirklich lausig. Bei uns war es ein hässlicher langer Gang, wo die Kabel offen an der Decke hingen. Die Ärztin war hochmotiviert, aber ihre Ausstattung stammte zum Teil noch aus Sowjetzeiten.
Und wie geschrieben: Ich will keinen komplizierten Tumor, keinen Schlaganfall und keinen Herzinfarkt in Russland haben. Ich habe einen entsprechenden Todesfall in Novosibirsk betreut, als der Krankenwagen zu spät kam. Und eine Verwandte ist in Novosibirsk an einer einfachen Gangräne gestorben. Sie lag eine halbe Woche im Gang vom Krankenhaus, weil keine Zimmer frei waren. Im Krankenhaus haben wir das Essen vorbeigebracht und die Körperpflege übernommen. Das Bett hatte auch keinerlei Ausstattung für die Betreuung einer bettlägrigen Person.
- Lonya Grelik
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Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
Oh je, sorry dieses alles wußte ich nicht, dann wurden wir sehr schlecht beraten, es ging und geht mir immer noch um eine erneute Hüft OP, die in Deutschland leider versaut wurde.
Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her...
- Wladimir30
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Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
Mal eine andere Sicht. Also, na ja, nur in Nuancen anders.
Grundsätzlich stimme ich Norbert voll und ganz zu.
Zwei Punkte sehe ich allerdings etwas anders.
Das Aussehen der Gänge und Zimmer in den üblichen Kliniken. Ja, es stimmt, hier weht noch oft der gute alte sowjetische Wind, grüne Farbe an den Wänden, die stark abblättert, Kabel hängen frei rum. Was noch hinzu kommt, ist die, na, sagen wir es mal so, gewöhnungsbedürftige Verpflegung bei Krankenhausaufenthalten. Aber ist das wirklich wichtig? Ich ear nun wirklich oft beim Arzt, und ich lag zweimal in solch einem öffentlichen Krankenhaus. Die Wände, Decken etc. warenund sind mir - nach einer gewissen Eingewöhnungszeit - ziemlich wurscht. Mit der OP nach dem doppelten Knöchelbruch hatte ich zugegebenermaßen Glück. Aber hier ging es jetzt um das Äußere. Und die Verpflegung, na ja, Buchweizenpampf ist nun wirklich nicht jedermanns Sache, aber er macht satt und ist zudem gesund. Andere Länder, andere Sitten. Und Rezepte.
Weiterhin war es zumindest bis vor kurzem eindeutig so (im großen und ganzen wohl immer noch), dass man den Arztberuf nicht wählt, weil man reich werden will. Ärzte und Lehrer sind die Stiefkinder der russischen Personalpolitik. Arzt wird man in der Regel, weil man sich dazu berufen fühlt. Der Aspekt, dass ein Patient nicht nur eine durchlaufende Nummer ist, sondern ein Mensch, der (auch) innere Zuwendung braucht (vielleicht mehr als die ärztlichen Tricks), wird hier sehr oft noch hoch gehalten. Das habe ich oft erlebt, und das ist ein sehr positiver Effekt. Klar, in den Privatkliniken geht dies zurück, aber es ist in der Regel auch dort anzutreffen.
Kurzum, es ist schon eine Portion Glück dabei.
Was aber wirklich sehr negativ ins Gewicht fällt, ist die von Norbert beschriebene Versorgung bei Notfällen. Nun kannst du dich ja auch in Deutschland nicht auf eine sofortige Ankuft des Notarztes verlassen. Aber das kann in Russland wirklich dauern. Sehr oft (und jedes Mal ist es dann einmal mehr zu oft) kommt er dann einfach zu spät.
Grundsätzlich stimme ich Norbert voll und ganz zu.
Zwei Punkte sehe ich allerdings etwas anders.
Das Aussehen der Gänge und Zimmer in den üblichen Kliniken. Ja, es stimmt, hier weht noch oft der gute alte sowjetische Wind, grüne Farbe an den Wänden, die stark abblättert, Kabel hängen frei rum. Was noch hinzu kommt, ist die, na, sagen wir es mal so, gewöhnungsbedürftige Verpflegung bei Krankenhausaufenthalten. Aber ist das wirklich wichtig? Ich ear nun wirklich oft beim Arzt, und ich lag zweimal in solch einem öffentlichen Krankenhaus. Die Wände, Decken etc. warenund sind mir - nach einer gewissen Eingewöhnungszeit - ziemlich wurscht. Mit der OP nach dem doppelten Knöchelbruch hatte ich zugegebenermaßen Glück. Aber hier ging es jetzt um das Äußere. Und die Verpflegung, na ja, Buchweizenpampf ist nun wirklich nicht jedermanns Sache, aber er macht satt und ist zudem gesund. Andere Länder, andere Sitten. Und Rezepte.
Weiterhin war es zumindest bis vor kurzem eindeutig so (im großen und ganzen wohl immer noch), dass man den Arztberuf nicht wählt, weil man reich werden will. Ärzte und Lehrer sind die Stiefkinder der russischen Personalpolitik. Arzt wird man in der Regel, weil man sich dazu berufen fühlt. Der Aspekt, dass ein Patient nicht nur eine durchlaufende Nummer ist, sondern ein Mensch, der (auch) innere Zuwendung braucht (vielleicht mehr als die ärztlichen Tricks), wird hier sehr oft noch hoch gehalten. Das habe ich oft erlebt, und das ist ein sehr positiver Effekt. Klar, in den Privatkliniken geht dies zurück, aber es ist in der Regel auch dort anzutreffen.
Kurzum, es ist schon eine Portion Glück dabei.
Was aber wirklich sehr negativ ins Gewicht fällt, ist die von Norbert beschriebene Versorgung bei Notfällen. Nun kannst du dich ja auch in Deutschland nicht auf eine sofortige Ankuft des Notarztes verlassen. Aber das kann in Russland wirklich dauern. Sehr oft (und jedes Mal ist es dann einmal mehr zu oft) kommt er dann einfach zu spät.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
- Wladimir30
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Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
Eine gute Bekannte hat lange mit beiden Hüften Probleme gehabt. Sie fährt in 2 Wochen zur nächsten OP hierzu nach Nizhnij Novgorod, dort soll eine der führenden Kliniken für Hüft OPs sein. Und da die Gutste nun wirklich nicht zu den vom Dukatenscheißer wohlwollend Bedachten gehört, ist sie auf die sog. staatliche Quote angewiesen, die die OPs umsonst werden lässt. Hierfür musste sie dann in der Tat einige Monate warten, aber bislang ist sie äußerst zufrieden.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
- Lonya Grelik
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Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
OH; das ist ja mal eine positive Antwort, aber was darf ich bitte unter staatlicher Quote verstehen? Und sprechen die dort denn wenigstens etwas englisch, da ich der russischen Sprache nicht mächtig bin .
Zuletzt geändert von Lonya Grelik am 20 Nov 2025, 20:55, insgesamt 1-mal geändert.
Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her...
- Norbert
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Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
Genau so ist es. Man sollte sich aber dessen bewusst sein.Wladimir30 hat geschrieben: 20 Nov 2025, 18:51 Das Aussehen der Gänge und Zimmer in den üblichen Kliniken. Ja, es stimmt, hier weht noch oft der gute alte sowjetische Wind, grüne Farbe an den Wänden, die stark abblättert, Kabel hängen frei rum. Was noch hinzu kommt, ist die, na, sagen wir es mal so, gewöhnungsbedürftige Verpflegung bei Krankenhausaufenthalten. Aber ist das wirklich wichtig? Ich ear nun wirklich oft beim Arzt, und ich lag zweimal in solch einem öffentlichen Krankenhaus. Die Wände, Decken etc. warenund sind mir - nach einer gewissen Eingewöhnungszeit - ziemlich wurscht. Mit der OP nach dem doppelten Knöchelbruch hatte ich zugegebenermaßen Glück. Aber hier ging es jetzt um das Äußere. Und die Verpflegung, na ja, Buchweizenpampf ist nun wirklich nicht jedermanns Sache, aber er macht satt und ist zudem gesund. Andere Länder, andere Sitten. Und Rezepte.
Ich hatte genau deine Hinweise mit der hochmotivierten Kinderärztin versucht auszudrücken. Wie Du schreibst, ihr Beruf war ihre Berufung. (Wobei ich das auch bei deutschen Ärzten erlebt habe, und ebenso russische Ärzte, bei denen ich dieses Gefühl nicht hatte.)
Re: Ist die ärztliche Versorgung in Russland besser als in Deutschland?
In D wurde mir (wie allen anderen) der Krankenversicherungsbeitrag von der Rente abgezogen. 150 Euro unde mehr.
Ich habe in meinen bisher 8Jahren Russland 15000 Euro "eingespart".
In RUS bezahle ich keine Krankenversicherung. Wie das aber fürf "noch nicht Rentner" ist, weiss ich nicht.
Jetzt war ich mal krank, da der Arzt nach Hause kam, mussten wir ihn selbst bezahllen, 3000 Rubel/33 Euro. Dann noch 8 Euro für die Apotheke.
Gegenüber Deutschland sind die Kosten für einen (deutschen) Rentner in Russland doch ganz erträglch.
Ich habe in meinen bisher 8Jahren Russland 15000 Euro "eingespart".
In RUS bezahle ich keine Krankenversicherung. Wie das aber fürf "noch nicht Rentner" ist, weiss ich nicht.
Jetzt war ich mal krank, da der Arzt nach Hause kam, mussten wir ihn selbst bezahllen, 3000 Rubel/33 Euro. Dann noch 8 Euro für die Apotheke.
Gegenüber Deutschland sind die Kosten für einen (deutschen) Rentner in Russland doch ganz erträglch.
