Preis-Apartheid: Strafe für den falschen Pass?

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Michael

Beitrag von Michael »

Kultgrieche hat geschrieben: @Michael: Du meintest, Westeuropäer müssten russische Kulturgüter mitsponsorn? Aber gerne doch, nur zum gleichen Tarif wie die Russen.
Jetzt wende ich mal russiche Denke auf D. an: Norweger, Schweitzer und Japaner haben mehr Geld als Deutsche. Also sollte man demnach in D. von Ausländern mehr Knete beim Museumseintritt verlangen...???
Kultgrieche,

das hat für mich nichts mit sponsern zu tun. Die Fragestellung ist relativ einfach:

Ist mir das, was ich zu sehen bekomme, den Eintritt wert ?
Wenn ja, gehe ich rein, wenn nicht, blaibe ich einfach draußen. Mir persönlich ist es egal, was andere zu bezahlen haben.

Bekomme ich für mein Geld eine equivalente Gegenleistung ?
Das ist die einzige Frage, die ich mir stelle. Und die wird jeder für sich unterschiedlich beantworten, weil die Interessen nunmal unterschiedlich sind und damit auch die Wertschätzung für einzelne Dinge anders ausfällt.

Da ich so an die Dinge herangehe, schone ich meine Nerven und rege mich nicht darüber auf, das andere weniger bezahlen. Weil ich einen Gegenwert für mein Geld ermitteln kann.

Und wenn Du persönlich Kosteneinsparungen über Deine Frau erreichen kannst, nimm es in Kauf und freue dich.

Gruß
Michael
Paul

Beitrag von Paul »

Glider, es geht mir nicht um Verständnis für Korruption (die wurde im Preussen des 18. Jahrhunderts - in dem der Satz "suum cuique" reaktiviert worden war - mit harten Strafen sanktioniert!), sondern darum, daß es den
Glider hat geschrieben:... Grundsatz gleiches Recht für alle (unabhängig vom Pass, von der Hautfarbe und so weiter), ...
nun einmal nicht gibt. An unterschiedliche Tatbestände (z.B. verschiedene Staatsbürgerschaften) können unterschiedliche Rechtsfolgen geknüpft werden (was auch auf der ganzen Welt geschieht!).
Glider
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Beitrag von Glider »

Paul, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Du gehst in ein Geschäft in Deutschland, wo etwas fü 5 EUR angeboten wird. Nun, da du als In dianer erkannt wirst, soll das gleiche Teil aufeinmal 10 EUR kosten.

Das ist doch wohl komplett plem, plem!

Auch die Gutmenschenphlosophie ist doch wohl fehl am PLatze, zusagen: Was soll es, ich kann es mir ja leisten und ich will es auch, weswegen ich es auch bezahle.

Würde einer der hier vetretenen, dies mit Verständnis aufnehmen? Ich glaube wohl kaum. Jeder würde hier in Deutschland wegen dieser schikanösen Diskriminierung Zeter und Mordio schreien! Nur, wenn es um gespaltene Preislisten in Russland und der Türkei geht, dann geben sich einige verständnisvoll. Nun gut, jedem das seine.

Für mich liegt abder die Akzeptanz dieser gespaltenen Preislisten, der latent vorhandenen Schmiergeldmentalität, der Korruption und damit einer Rechtsunsicherheit in einer Folge. In Kaliningrad bedauern sie das mangelnde Engagement westlicher Investoren! Ja, warum denn wohl? Denen ist das ganze System zu unsicher. Wenn schon der Markt von seinen vermuteten Ergebnissen erher mau ist, geht eine Investitionsentscheidung halt vollends in das Nagative, wenn ein deratiges Rechtsumfeld und -Verständnis vorhanden ist. Und so ist denn mal wieder eine Chance vertan. Schade eigentlich.
Paul

Beitrag von Paul »

Hallo Glider,

welche Preisdifferenzierungen hälst Du denn überhaupt für zulässig? Sollen - auch in D - Erwerbstätige, Arbeitslose, Schüler, Studenten, Wehrdienstleistende, Behinderte und Rentner immer und überall die gleichen Preise zahlen? Faktisch findet eine solche totale Gleichbehandlung auch in D nicht statt.

Ferner ist mir der Zusammenhang zwischen Preisdifferenzierung und Korruption, den Du herstellst, völlig unverständlich.
Bei ersterer werden vom Anbieter einer Leistung völlig offen und legal für unterschiedliche Kundengruppen unterschiedliche Preise festgelegt. Oder individuell betrachtet: Wenn man etwa in einem Geschäft in Preisverhandlungen eintritt und dabei einen geringeren Preis erzielt als ein anderer, weniger begabter/geschickter Kunde - ist das schon unzulässige Diskriminierung? Es ist eine, in meinen Augen banale, Realität des (Geschäfts-)Lebens, daß nicht alle für alles das Gleiche bezahlen müssen. (Sofern man nicht dem Sozialismus anhängt.)
Korruption hingegen ist die (illegale) Vorteilsnahme von Angehörigen der öffentlichen Verwaltung, womit sich diese in ein anderes Abhängigkeitsverhältnis als das zu ihrem Dienstherrn begeben und so ihre Stellung als zuverlässige Vertreter der unabhängigen und überparteilichen Staatsgewalt beeinträchtigen.

MfG Paul
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Paul,

Gesetze sind doch kein Selbstzweck. Selbst, wenn die hier besprochene Praxis de juro zulässig ist, dann ändert sich nichts daran, dass das Diskriminierung ist (Du bist Ausländer - alleine deshalb musst Du mehr bezahlen). Was soll denn Diskriminierung sonst noch sein, wenn nicht genau das?

Das einzige, was Du machen kannst ist, die Dinge so pragmatisch und unverkrampft zu betrachten wie z.B. Michael.

Schönen Gruß,
Waldmeister

Edit zur Anonymisierung. Sorry. Waldmeister
Zuletzt geändert von Xottabych am 24 Dez 2007, 17:58, insgesamt 1-mal geändert.
Paul

Beitrag von Paul »

Hallo Waldmeister,

richtig, es ist Diskriminierung, zu deutsch "Unterscheidung". Für mich ist dieser Begriff aber nicht negativ besetzt. Jeder von uns diskriminiert zu jeder Zeit und an jedem Ort, was PC-Anhänger mit ihrer Utopie der totalen Gleichheit gern übersehen. Bsp.: Jeder Mann, der eine bestimmte Frau ehelicht, diskriminiert damit Millionen anderer Frauen, die ja - zumindest theoretisch - ebenfalls zur Verfügung stünden. That's Life!

Mit dem Diskriminierungsvorwurf allein sind meine Einwände noch nicht entkräftet. "Gesetze sind doch kein Selbstzweck" - richtig, sie sollen eine gute Ordnung ermöglichen. Aber woher holt man sich die Kriterien für die Beurteilung von Gesetzen? Wenn man nicht in Subjektivismus verfallen will (der nicht per se schlecht ist, mit dem man aber kaum argumentieren kann), dann müssen die Gesetze mit anderem Recht verglichen bzw. daran gemessen werden. Der hier behauptete (Natur- ?)Rechtssatz, daß alle für alles das Gleiche bezahlen müßten, existiert jedoch nicht. (Auf den Gegenbeweis bin ich gespannt. 8) ) Mithin kann man die russische Praxis auch nicht als "Unrecht" einstufen. (Man kann sich gleichwohl darüber ärgern.)

Rationalistische Grüße,
Paul
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