Gescheiterte Ehen wegen Trennung
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Anonymous
Gescheiterte Ehen in der DDR und heute
Seit einigen Woche beobachte ich dieses Forum und habe mich heute entschlossen, nun doch aktiv mitzumachen.
Zum Thema habe ich einiges zu sagen, obwohl ich dieses Gezänk über Bildchen und persönliche Befindlichkeiten etwas kleinkariert finde.
Ich habe Erfahrungen damit gemacht, für meinen damaligen Ehemann nicht nur durch die ehemalige DDR kreuz und quer gezogen zu sein. Er war Offizier der NVA und wurde, wie das so üblich war, mit jeder neuen Dienststellung an einen anderen Standort versetzt.
Natürlich zog die Familie immer mit, Ihr könnt Euch vorstellen, mit welchen Problemen ich mit den Kindern immer wieder neu zu kämpfen hatte. Gemeinsam hatten wir zwei Töchter, die inzwischen längst ihre eigenen Wege gehen.
1984 wurde mein damaliger Mann zur Militärakademie nach Leningrad geschickt, was er natürlich selber wollte, da er den „Traum vom General“ träumte und dafür diese Qualifikation benötigte. Nach einem Jahr Trennung durfte ich mit den Kindern nach Leningrad ziehen. Wir bekamen dort eine Wohnung, die Kinder gingen in die Schule beim deutschen Konsulat bzw. in den russischen Kindergarten. Soweit so gut.
Was bereits in diesem einen Jahr der Trennung an Belastung für die Ehefrauen zu bewältigen war, kann nicht hoch genug eingeschätzt werde. Zu Hause musste ja alles allein durch uns organisiert und entschieden werden. Die Männer waren nur für ihre Aktentaschen verantwortlich und viele hatten bereits in dieser Zeit Freundinnen an den jeweiligen Studienorten. Die schlimmste Zeit für uns Ehefrauen, die zwar „freiwillig“ mit nach Leningrad gezogen waren, begann aber erst mit unserem Eintreffen dort. Wir waren gut ausgebildete und immer berufstätige Frauen, die von einem Tag auf den andern „arbeitslos“ wurden, und das Mitten im Sozialismus. Diese unglaubliche Belastung hat in vielen Familien zu nicht unerheblichen Spannungen geführt, obwohl ja alle wieder „beisammen“ waren.
Mein damaliger Mann war auch in Leningrad in Führungsposition, „Nationalitätenältester“, Vorgesetzter für die anderen Offiziere der NVA an dieser Akademie. Ich wurde Parteisekretärin im sogenannten „Stützpunkt“, das war das Wohngebiet aller Offiziersfamilien aus der ehemaligen DDR. Dort wurden alle Frauen, auch Nichtmitglieder der SED parteipolitisch organisiert, d.h. aus heutiger Sicht auf Linie gebracht. Diese „Arbeit“ bekam ich zwar mit einer relativ hohen Auszeichnung als „Aktivist“ belohnt, aber materiell waren wir, wie auch viele andere Familien, nach diesen 4 Jahren am Ende. Viele hatten bei Verwandten Schulden gemacht, aber es war ja die Hoffnung auf den Karrieresprung des „Ernährers“, der sich im laufe der Zeit immer weiter von der Familie entfernt hatte. 1988 die Rückkehr in die DDR, er hatte natürlich mit „Auszeichnung“ abgeschlossen und gleich folgte der nächste Umzug. Es hat niemanden interessiert, wie ich als Frau und die Kinder sowie alles was damit zusammenhing (Schule, Arbeit, Bekanntenkreis usw.) damit zurechtgekommen sind.
Ein Jahr später kam die Wende und der Karriereknick. Natürlich fiel es ihm besonders schwer, die Welt zu verstehen und in Würde seinen hohen Posten (inzwischen Oberstleutnant und auf dem Wege nach ganz oben) in Würde zu räumen. Ich glaube fertig ist er damit bis heute nicht geworden. Was macht man also in so einer Situation?
Russisch konnte er recht gut, also wieder auf nach Russland, Vertretung deutscher Firmen, eigene Firma in Sankt Petersburg, Familie natürlich wieder allein in Deutschland.
Das Ende vom Lied, Scheidung, Firmenpleite, seine Rückkehr nach Deutschland, jetzt mit neuer, junger Frau, inzwischen mit zwei kleinen Kindern in Berlin-Marzahn. Zuletzt war er Kraftfahrer in Berlin. Jetzt lese ich, dass er sich wieder aus dem Staube macht, als Firmenvertreter in Russland. Die junge russische Ehefrau mit den Kindern in Berlin, er über 50 und wieder nicht zu Hause. Ich glaube, Ragnar Schluchtmann, Du bist kein Familienmensch, auch wenn Du es immer vorgegeben hast und weiter vorgeben wirst.
Wenn ich dann die guten Ratschläge und den ganzen Sülz mit „Pünktchen“ und Co. lese, wird mir einfach schlecht.
Deine Familie ist Dir - wie immer - völlig egal.
Zitat: Verfasst am: Do Feb 23, 2006 12:03 am Titel: Re: Russische Songtexte übersetzen?
Uebrigens, die Sprache eines Landes lernt mann am besten auf den Kopfkissen der Maedchen.
Ragnar
In diesem Sinne, weiter so.
Dagmar
Zum Thema habe ich einiges zu sagen, obwohl ich dieses Gezänk über Bildchen und persönliche Befindlichkeiten etwas kleinkariert finde.
Ich habe Erfahrungen damit gemacht, für meinen damaligen Ehemann nicht nur durch die ehemalige DDR kreuz und quer gezogen zu sein. Er war Offizier der NVA und wurde, wie das so üblich war, mit jeder neuen Dienststellung an einen anderen Standort versetzt.
Natürlich zog die Familie immer mit, Ihr könnt Euch vorstellen, mit welchen Problemen ich mit den Kindern immer wieder neu zu kämpfen hatte. Gemeinsam hatten wir zwei Töchter, die inzwischen längst ihre eigenen Wege gehen.
1984 wurde mein damaliger Mann zur Militärakademie nach Leningrad geschickt, was er natürlich selber wollte, da er den „Traum vom General“ träumte und dafür diese Qualifikation benötigte. Nach einem Jahr Trennung durfte ich mit den Kindern nach Leningrad ziehen. Wir bekamen dort eine Wohnung, die Kinder gingen in die Schule beim deutschen Konsulat bzw. in den russischen Kindergarten. Soweit so gut.
Was bereits in diesem einen Jahr der Trennung an Belastung für die Ehefrauen zu bewältigen war, kann nicht hoch genug eingeschätzt werde. Zu Hause musste ja alles allein durch uns organisiert und entschieden werden. Die Männer waren nur für ihre Aktentaschen verantwortlich und viele hatten bereits in dieser Zeit Freundinnen an den jeweiligen Studienorten. Die schlimmste Zeit für uns Ehefrauen, die zwar „freiwillig“ mit nach Leningrad gezogen waren, begann aber erst mit unserem Eintreffen dort. Wir waren gut ausgebildete und immer berufstätige Frauen, die von einem Tag auf den andern „arbeitslos“ wurden, und das Mitten im Sozialismus. Diese unglaubliche Belastung hat in vielen Familien zu nicht unerheblichen Spannungen geführt, obwohl ja alle wieder „beisammen“ waren.
Mein damaliger Mann war auch in Leningrad in Führungsposition, „Nationalitätenältester“, Vorgesetzter für die anderen Offiziere der NVA an dieser Akademie. Ich wurde Parteisekretärin im sogenannten „Stützpunkt“, das war das Wohngebiet aller Offiziersfamilien aus der ehemaligen DDR. Dort wurden alle Frauen, auch Nichtmitglieder der SED parteipolitisch organisiert, d.h. aus heutiger Sicht auf Linie gebracht. Diese „Arbeit“ bekam ich zwar mit einer relativ hohen Auszeichnung als „Aktivist“ belohnt, aber materiell waren wir, wie auch viele andere Familien, nach diesen 4 Jahren am Ende. Viele hatten bei Verwandten Schulden gemacht, aber es war ja die Hoffnung auf den Karrieresprung des „Ernährers“, der sich im laufe der Zeit immer weiter von der Familie entfernt hatte. 1988 die Rückkehr in die DDR, er hatte natürlich mit „Auszeichnung“ abgeschlossen und gleich folgte der nächste Umzug. Es hat niemanden interessiert, wie ich als Frau und die Kinder sowie alles was damit zusammenhing (Schule, Arbeit, Bekanntenkreis usw.) damit zurechtgekommen sind.
Ein Jahr später kam die Wende und der Karriereknick. Natürlich fiel es ihm besonders schwer, die Welt zu verstehen und in Würde seinen hohen Posten (inzwischen Oberstleutnant und auf dem Wege nach ganz oben) in Würde zu räumen. Ich glaube fertig ist er damit bis heute nicht geworden. Was macht man also in so einer Situation?
Russisch konnte er recht gut, also wieder auf nach Russland, Vertretung deutscher Firmen, eigene Firma in Sankt Petersburg, Familie natürlich wieder allein in Deutschland.
Das Ende vom Lied, Scheidung, Firmenpleite, seine Rückkehr nach Deutschland, jetzt mit neuer, junger Frau, inzwischen mit zwei kleinen Kindern in Berlin-Marzahn. Zuletzt war er Kraftfahrer in Berlin. Jetzt lese ich, dass er sich wieder aus dem Staube macht, als Firmenvertreter in Russland. Die junge russische Ehefrau mit den Kindern in Berlin, er über 50 und wieder nicht zu Hause. Ich glaube, Ragnar Schluchtmann, Du bist kein Familienmensch, auch wenn Du es immer vorgegeben hast und weiter vorgeben wirst.
Wenn ich dann die guten Ratschläge und den ganzen Sülz mit „Pünktchen“ und Co. lese, wird mir einfach schlecht.
Deine Familie ist Dir - wie immer - völlig egal.
Zitat: Verfasst am: Do Feb 23, 2006 12:03 am Titel: Re: Russische Songtexte übersetzen?
Uebrigens, die Sprache eines Landes lernt mann am besten auf den Kopfkissen der Maedchen.
Ragnar
In diesem Sinne, weiter so.
Dagmar
Zuletzt geändert von Anonymous am 01 Jul 2006, 13:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Ragnar Schluchtmann
Ich antworte nur ein einziges mal darauf.
1. Was mit einer Luege anfaengt (Profil) kann nicht gut enden.
2. Wahrscheinlich bist du zu alledem "gezwungen" wurden ueber 19 Jahre (incl. Parteisekretaer)
3. Russisch habe ich in erster Linie gelernt durch Margarita Konstantinovna Melnikova (heute ueber 70), meine Russischlehrerin. Es handelt sich um ein Sprichwort, nicht um eine Erfahrung
Ohne Blumen, Reiter und LOL
weil ohne Emotionen
1. Was mit einer Luege anfaengt (Profil) kann nicht gut enden.
2. Wahrscheinlich bist du zu alledem "gezwungen" wurden ueber 19 Jahre (incl. Parteisekretaer)
3. Russisch habe ich in erster Linie gelernt durch Margarita Konstantinovna Melnikova (heute ueber 70), meine Russischlehrerin. Es handelt sich um ein Sprichwort, nicht um eine Erfahrung
Ohne Blumen, Reiter und LOL
weil ohne Emotionen
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Zeppelin
- Zar/iza

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Re: Gescheiterte Ehen in der DDR und heute
Hallo Dagmar!dagmar_sch hat geschrieben:...
Wenn ich dann die guten Ratschläge und den ganzen Sülz mit „Pünktchen“ und Co. lese, wird mir einfach schlecht.
Deine Familie ist Dir - wie immer - völlig egal. ...
Dagmar
Ich kapiere ehrlich gesagt nicht so genau, was Du sagen wolltest.
- Dass Männer potenziell untreu sind?
- Dass man nicht auf (Militär-)Karrieristen setzen sollte?
- Dass der Wechsel zwischen oben und unten sehr schnell gehen kann?
- Dass Du vermutlich ganz zufrieden gewesen wärest, wenn Dein Ex-OSL General geworden wäre?
Wenn Dir angesichts selbstbewusster und kompetenter Frauen "schlecht" wird, gibt es wohl keinen sinnvollen Rat mehr.
Zeppelin,
auf der anderen Seite frage ich mich, was wiederum dieser kommentar von Dir bedeuten soll:
Jeder, der schon eine lange Fernbeziehung hatte, wird diese Sorgen nachvollziehen können, und die Schmerzen, die durch Untreue entstehen, und zwar umso mehr, wenn man sich voll Vertrauen freiwillig in die Abhängigkeit des anderen begeben hat!
Ich glaube, insbesondere bei binationalen Ehen dürfte das evtl. sogar die Regel sein, noch ernster, wenn Kinder mit ins Spiel kommen.
Dass Du, Zeppelin, in diese Geschichte hineininterpretierst, dass es Dagmar bei "selbstbewussten und kompetenten Frauen" schlecht würde (wo hast Du das denn eigentlich gelesen?), zeugt m.E. erstens von wenig Feingefühl, und zweitens von Naivität. Du bist wohl selber noch nie vor der Wahl gestanden, entweder den Partner oder Deinen Job aufgeben zu müssen?
Oder?
Dachte ich mir doch.
Nichts für ungut, Zeppelin. Aber sei doch froh, dass hier jemand auch mal eine ernsthafte Geschichte erzählt. Außerdem geht es hier darum, was Untreue anrichtet, und nicht um in erster Linie um Frauenbilder.
Edit: Sorry, ich habe den Text entfernt, da ich vermeiden möchte, dass meine Identität von jedem ermittelt werden kann, der sich darum bemüht. Bitte um Verständnis. Waldmeister
auf der anderen Seite frage ich mich, was wiederum dieser kommentar von Dir bedeuten soll:
Hier erzählt jemand - ziemlich glaubhaft, wie ich finde - eine traurige Geschichte über enttäuschte Hoffnungen. Man hat sich voll und ganz auf den anderen verlassen, und steht am Ende trotz der vielen Strapazen und Mühen mit leeren Händen da!Waren es zufällig Soldaten, die Euch bei den zahlreichen Umzügen (gratis) die Möbel geschleppt haben?
Wenn Dir angesichts selbstbewusster und kompetenter Frauen "schlecht" wird, gibt es wohl keinen sinnvollen Rat mehr.
Jeder, der schon eine lange Fernbeziehung hatte, wird diese Sorgen nachvollziehen können, und die Schmerzen, die durch Untreue entstehen, und zwar umso mehr, wenn man sich voll Vertrauen freiwillig in die Abhängigkeit des anderen begeben hat!
Ich glaube, insbesondere bei binationalen Ehen dürfte das evtl. sogar die Regel sein, noch ernster, wenn Kinder mit ins Spiel kommen.
Dass Du, Zeppelin, in diese Geschichte hineininterpretierst, dass es Dagmar bei "selbstbewussten und kompetenten Frauen" schlecht würde (wo hast Du das denn eigentlich gelesen?), zeugt m.E. erstens von wenig Feingefühl, und zweitens von Naivität. Du bist wohl selber noch nie vor der Wahl gestanden, entweder den Partner oder Deinen Job aufgeben zu müssen?
Oder?
Dachte ich mir doch.
Nichts für ungut, Zeppelin. Aber sei doch froh, dass hier jemand auch mal eine ernsthafte Geschichte erzählt. Außerdem geht es hier darum, was Untreue anrichtet, und nicht um in erster Linie um Frauenbilder.
Edit: Sorry, ich habe den Text entfernt, da ich vermeiden möchte, dass meine Identität von jedem ermittelt werden kann, der sich darum bemüht. Bitte um Verständnis. Waldmeister
Zuletzt geändert von Xottabych am 24 Dez 2007, 17:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Zeppelin
- Zar/iza

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Es ist schon bedauerlich, was Dagmar wiederfahren ist.waldmeister hat geschrieben:Zeppelin,
auf der anderen Seite frage ich mich, was wiederum dieser kommentar von Dir bedeuten soll:
Waren es zufällig Soldaten, die Euch bei den zahlreichen Umzügen (gratis) die Möbel geschleppt haben?
Wenn Dir angesichts selbstbewusster und kompetenter Frauen "schlecht" wird, gibt es wohl keinen sinnvollen Rat mehr.
Aber (siehe auch den Beitrag von Ragnar) hält sich mein Mitleid für die Schicksale der abgestürzten DDR-Führungskader in sehr engen Grenzen.
Ganz besonders was das Miltär angeht, kann und werde ich nur in ganz wenigen Fällen Absolution erteilen. Ich vermute mal, das Du selbst nie die NVA live erlebt hast, denn dann hättest Du meinen Beitrag eher verstanden. Allerdings hatte ich durchaus diese zweifelhafte Ehre und "durfte" in diesem Zusammenhang sehr häufig die privaten Umzüge von hohen Offizieren und deren Familien ausführen.
Glaubst Du, da gab es mal ein Dankeschön?
Womöglich tue ich Dagmar persönlich an dieser Stelle unrecht, aber ihre Geschichte ertfüllt leider genau das bittere Bild jener Opportunisten, die ihr Privatleben für eine mehr als zweifelhafte Karriere geopfert haben.
Ferner geht aus der ganzen Geschichte nicht ein einziges selbstkritisches Wort hervor.
Ebenfalls nichts für ungut Adrian, aber diese Geschichten kenne ich zur genüge und kein Schw... ist so hart wie das Leben.waldmeister hat geschrieben:Dass Du, Zeppelin, in diese Geschichte hineininterpretierst, dass es Dagmar bei "selbstbewussten und kompetenten Frauen" schlecht würde (wo hast Du das denn eigentlich gelesen?),zeugt m.E. erstens von wenig Feingefühl, und zweitens von Naivität. Du bist wohl selber noch nie vor der Wahl gestanden, entweder den Partner oder Deinen Job aufgeben zu müssen?Dagmar hat geschrieben:Wenn ich dann die guten Ratschläge und den ganzen Sülz mit „Pünktchen“ und Co. lese, wird mir einfach schlecht.
Oder?
Dachte ich mir doch.
Nichts für ungut, Zeppelin. Aber sei doch froh, dass hier jemand auch mal eine ernsthafte Geschichte erzählt. Außerdem geht es hier darum, was Untreue anrichtet, und nicht um in erster Linie um Frauenbilder.
Adrian
Natürlich ist die "Was wäre wenn"-Frage recht spekulativ.
Aber ich kann die u.a. den Roman "Neue Herrlichkeit" von Günter de Bruyn empfehlen, der sich mit dem Selbstbild der Kaste der Funktionseliten in der DDR in den Frühen 1980ern beschäftigt.
Gruß,
Zeppelin
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Ragnar Schluchtmann
Ich weiss ja nicht, wo ihr das mit der Untreue gelesen habt. Ich hatte mich in Russland verliebt. Genau das habe ich ehrlich meiner Frau gesagt und Scheidung vorgeschlagen. Hat meiner Meinung nach mit Untreue oder Betrug nichts zu tun. Und kommt sowohl in Fernbeziehungen als auch in "normalen" Ehen vor.
Es ist auch einseitig gedacht, dass nur einer der Partner bei einer raeumlichen Trennung Schwierigkeiten auf sich nimmt. Fuer jeden der beiden entstehen Probleme, die man am besten gemeinsam ueberwindet. Am besten heisst fuer mich, dass man die Trennung moeglichst schnell beendet.
Dasselbe gilt fuer haeufige Umzuege. Auch hier verlieren doch beide Partner ihren Freundeskreis und nicht nur einer. Also muss sich gemeinsam neue Freunde suchen. Ist uns eigentlich auch immer gelungen.
Im uebrigen bin ich der Meinung, dass jemand, der einen Offizier, Beamten, Piloten, Matrosen etc. heiratet, weiss, was auf ihn zukommt. Egal, ob er maennlich oder weiblich ist. Das ist mit Umzuegen, Trennung und anderen aussergewoehnlichen Belastungen verbunden, vollkommen unabhaengig vom Gesellschaftssystem.
Andererseits, wenn ein Berufssoldat davon traeumt General zu werden, oder ein Matrose davon Kapitaen zu werden, dann hat das mit Karrieristentum wenig zu tun. Und ein Oberstleutnant der NVA, noch dazu bei den Rueckwaertigen Diensten, gehoerte noch lange nicht zur "Fuehrungskaste" der DDR. Das ist stark uebertrieben.
Es ist auch einseitig gedacht, dass nur einer der Partner bei einer raeumlichen Trennung Schwierigkeiten auf sich nimmt. Fuer jeden der beiden entstehen Probleme, die man am besten gemeinsam ueberwindet. Am besten heisst fuer mich, dass man die Trennung moeglichst schnell beendet.
Dasselbe gilt fuer haeufige Umzuege. Auch hier verlieren doch beide Partner ihren Freundeskreis und nicht nur einer. Also muss sich gemeinsam neue Freunde suchen. Ist uns eigentlich auch immer gelungen.
Im uebrigen bin ich der Meinung, dass jemand, der einen Offizier, Beamten, Piloten, Matrosen etc. heiratet, weiss, was auf ihn zukommt. Egal, ob er maennlich oder weiblich ist. Das ist mit Umzuegen, Trennung und anderen aussergewoehnlichen Belastungen verbunden, vollkommen unabhaengig vom Gesellschaftssystem.
Andererseits, wenn ein Berufssoldat davon traeumt General zu werden, oder ein Matrose davon Kapitaen zu werden, dann hat das mit Karrieristentum wenig zu tun. Und ein Oberstleutnant der NVA, noch dazu bei den Rueckwaertigen Diensten, gehoerte noch lange nicht zur "Fuehrungskaste" der DDR. Das ist stark uebertrieben.
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Paul
Zustimmung. Nur wollen das heute viele Landes- und Bundesbeamte in D nicht wahrhaben (Bsp.: geplanter BKA-Umzug nach Berlin).Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:Im uebrigen bin ich der Meinung, dass jemand, der einen Offizier, Beamten, Piloten, Matrosen etc. heiratet, weiss, was auf ihn zukommt. Egal, ob er maennlich oder weiblich ist. Das ist mit Umzuegen, Trennung und anderen aussergewoehnlichen Belastungen verbunden, vollkommen unabhaengig vom Gesellschaftssystem.
Na ja, aber zu den privilegierten Kreisen gehörte er sicherlich schon. Und zum Parteisekretär ist man auch nicht aus Langeweile gemacht worden, da mußte schon eine gewisse (insbesondere weltanschauliche) Basis vorhanden sein.Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:Und ein Oberstleutnant der NVA, noch dazu bei den Rueckwaertigen Diensten, gehoerte noch lange nicht zur "Fuehrungskaste" der DDR. Das ist stark uebertrieben.
BTW: An welcher Leningrader Akademie hast Du denn studiert? Transporttruppen?
MfG Paul
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Zeppelin
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So allgemein mag das stimmen, aber anhand der Schilderung von "Dagmar" hat der Herr OSL alles seiner Karriere untergeordnet. Mag auch sein, das ein OSL noch nicht zur oberen Kaste gehörte, aber da wollte er ja lt. Schilderung unbedingt hin.Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:...Andererseits, wenn ein Berufssoldat davon traeumt General zu werden, oder ein Matrose davon Kapitaen zu werden, dann hat das mit Karrieristentum wenig zu tun. Und ein Oberstleutnant der NVA, noch dazu bei den Rueckwaertigen Diensten, gehoerte noch lange nicht zur "Fuehrungskaste" der DDR. Das ist stark uebertrieben.
Dass der bei den RD gewesen sein soll, ist mir entgangen. Für mich klang das eher nach LSK/LV mit der ständigen Präsenz der "Abteilung 2000" des MfS.
Träume sind die eine Seite, aber sie entbinden nicht von der gebotenen Orientierung an der Realität.
Und bislang ist nicht erwähnt woren, wie viele Leute unter den Karrierewünschen des Herrn OSL zu leiden hatten. (Bestimmt nicht ein einziger?) Es gab aauch weder Strahlenopfer bei den Angehörigen der FutT, noch Tote an der Mauer.
Die Seifenoper a la "Good bye Lenin" mag zwar schön populistisch sein, aber die Wirklichkeit sah anders aus.
Gruß,
Zeppelin
Deine Abneigung gegen Karrieristen in der DDR... von mir aus. Aber was spielt das für eine Rolle?Zeppelin hat geschrieben:Aber (siehe auch den Beitrag von Ragnar) hält sich mein Mitleid für die Schicksale der abgestürzten DDR-Führungskader in sehr engen Grenzen.
Wahrscheinlich könnte man aus Westdeutschland tausende, ach was - Millionen solcher Geschichten erzählen, nur unter anderen Vorzeichen.
Ich will Dir ja nicht unterstellen, dass diese Entscheidung nicht angemessen war. Aber ich glaube (allgemein!), dass so etwas nicht passieren darf, wenn eine Beziehung/Ehe in Ordnung ist. Man muss für den anderen auch kämpfen! Und dazu gehört es, gar nicht zuzulassen, sich in eine andere Person zu verlieben.Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:Ich hatte mich in Russland verliebt. Genau das habe ich ehrlich meiner Frau gesagt und Scheidung vorgeschlagen. Hat meiner Meinung nach mit Untreue oder Betrug nichts zu tun. Und kommt sowohl in Fernbeziehungen als auch in "normalen" Ehen vor.
Auch, wenn Sprichwörter anderes sagen, aber man kann es auch verhindern, sich in eine(n) andere(n) zu verlieben. Das ist meine Überzeugung.
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Ragnar Schluchtmann