Weichen bei den Trolleybussen
Weichen bei den Trolleybussen
Ein Beitrag zum Thema "die Geheimnisse des Alltags"....
weiss von euch zufaellig jemand, wie bei den Trolleybussen die Weichen funktionieren?
Schliesslich gibt es ja solche Stellen, an denen eine Spur ankommt und 2 weitergehen. Aber woher weiss die Weiche, wohin der naechste Bus moechte? Schaltet das der Fahrer per Fernsteuerrung? Oder gibt es da ein mechanisches System?
Dietrich
weiss von euch zufaellig jemand, wie bei den Trolleybussen die Weichen funktionieren?
Schliesslich gibt es ja solche Stellen, an denen eine Spur ankommt und 2 weitergehen. Aber woher weiss die Weiche, wohin der naechste Bus moechte? Schaltet das der Fahrer per Fernsteuerrung? Oder gibt es da ein mechanisches System?
Dietrich
Dietrich, ich glaube, so richtig Weichen, die hin und her bewegt werden gibt es da nicht. Ich meine, da sind "offenen Übergänge", die quasi mehrere Ausgänge haben, und je nach Geschick des Fahrers fädelt er halt gleich in die richtige Bahn ein, oder der Kontakt flutscht raus und der Fahrer muss dann von Hand mit den Stricken die Kontaktstäbe wieder an die Leitung klemmen.
Manu
Manu
Du erntest, was du säst.
- Zejtnot
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Also hier spricht ein studierter Verkehrsingenieur, der natürlich immer gleich alles Details studieren muss. Diese Weichen haben mich natürlich auch schon interessiert.
Zuerst: ES SIND WEICHEN! Wenn man sich darunter stellt (Bitte nicht direkt darunter, bitte auf dem nächstgelegenen Fußweg positionieren!) und genau hinschaut, sieht man die kleinen Hebelchen, die bestimmen, wohin die "roga" (Hörner) gehen.
Aber: Wie die gesteuert werden, habe ich auch noch nicht entdeckt. Sie springen erst kurz bevor die Roga die Weiche passieren um. Es kann also nicht per Funk sein, so genau könnten die Russen das nie funken! Einen Sensor kann ich aber auch nicht finden.
Fazit: Da neugieriger Verkehrsingenieur werde ich diese tierisch wichtige Frage weiter erörtern. Ich werde nun zeitnah im Novosibirsker Trolleybus-Depot anrufen und mir die Weichen erklären lassen. Oder hinfahren.
Sehr lustig sind übrigens auch die Kreuzungen von Trolleybussen und Straßenbahnen. Aber das ist wieder ein anderes schrecklich interessantes Thema!
Zuerst: ES SIND WEICHEN! Wenn man sich darunter stellt (Bitte nicht direkt darunter, bitte auf dem nächstgelegenen Fußweg positionieren!) und genau hinschaut, sieht man die kleinen Hebelchen, die bestimmen, wohin die "roga" (Hörner) gehen.
Aber: Wie die gesteuert werden, habe ich auch noch nicht entdeckt. Sie springen erst kurz bevor die Roga die Weiche passieren um. Es kann also nicht per Funk sein, so genau könnten die Russen das nie funken! Einen Sensor kann ich aber auch nicht finden.
Fazit: Da neugieriger Verkehrsingenieur werde ich diese tierisch wichtige Frage weiter erörtern. Ich werde nun zeitnah im Novosibirsker Trolleybus-Depot anrufen und mir die Weichen erklären lassen. Oder hinfahren.
Sehr lustig sind übrigens auch die Kreuzungen von Trolleybussen und Straßenbahnen. Aber das ist wieder ein anderes schrecklich interessantes Thema!
Hallo Zejtnot,
endlich jemand der mich versteht!
Alle Russen, denen ich die Frage gestellt haben, zuckten nur mit den Schultern nach dem Motto "interessiert mich nicht". Aber gerade solche kleinen Geheimnisse des Alltags faszinieren mich immer besonders.
Waere echt nett, wenn du berichten koenntest, sobald du was rauskriegst!
Auf Wikipedia steht uebrigens:
Dietrich
endlich jemand der mich versteht!
Alle Russen, denen ich die Frage gestellt haben, zuckten nur mit den Schultern nach dem Motto "interessiert mich nicht". Aber gerade solche kleinen Geheimnisse des Alltags faszinieren mich immer besonders.
Waere echt nett, wenn du berichten koenntest, sobald du was rauskriegst!
Auf Wikipedia steht uebrigens:
Also scheinbar ueber Funk oder so!Die Weichen der Stromleitungen werden per Knopf vom Fahrersitz aus geschaltet.
Dietrich
-
schlaudi
Hi, vielleicht erfolgt das änlich wie früher bei Straßenbahnen (aus wikipedia):
Steuerung bei Straßenbahnen
Straßenbahnen haben in der Regel eine vom Triebwagenfahrer kontrollierte Weichensteuerung. Normalerweise wird die Weiche dabei mittels einer im Führerstand angebrachten Fernsteuerung geschaltet, im Notfall oder bei Rangierfahrten können die Weichen von Hand mittels einer in der Straßenbahn mitgeführten Eisenstange umgestellt werden.
Bis Mitte der 1990er wurde häufig die Steuerung mittels Oberleitungskontakten für die Stromabnehmer gesteuert, wobei über die Stromaufnahme der Straßenbahn die Weichenstellung beeinflusst werden konnte. Je nachdem, ob die Straßenbahn mit Strom gefahren oder ohne Strom gerollt ist, konnte die Stellung der Weiche geändert werden (wie genau, unterschied sich zwischen den einzelnen Betrieben). Dies führte jedoch häufig zu fehlerhaften Weichenstellungen, weil beispielsweise die Heizung im Winter, die Klimaanlage im Sommer, oder auch die Fahrstromrückspeisung beim Bremsen die Steuerung falsch beeinflussen konnte. Auch kann dies problematisch sein, wenn eine Straßenbahn vor einer Weiche zum Stehen gekommen ist, wie dies an Haltestellen oder vor gesicherten Abschnitten (z. B. Straßenkreuzungen) vorkommt, da eine anfahrende Straßenbahn nur schwer "ohne Strom" fahren kann, um die Weiche zu schalten. Hier war dann der Einsatz von Vorsortierweichen nötig.
Seit 1996 darf in Deutschland die Weichensteuerung wegen der Fehleranfälligkeit daher nicht mehr von der Stromaufnahme des Wagens abhängen. Moderne Steuerungen arbeiten mit induktiver Meldeübertragung, Funk- oder Infrarotsteuerung.
Steuerung bei Straßenbahnen
Straßenbahnen haben in der Regel eine vom Triebwagenfahrer kontrollierte Weichensteuerung. Normalerweise wird die Weiche dabei mittels einer im Führerstand angebrachten Fernsteuerung geschaltet, im Notfall oder bei Rangierfahrten können die Weichen von Hand mittels einer in der Straßenbahn mitgeführten Eisenstange umgestellt werden.
Bis Mitte der 1990er wurde häufig die Steuerung mittels Oberleitungskontakten für die Stromabnehmer gesteuert, wobei über die Stromaufnahme der Straßenbahn die Weichenstellung beeinflusst werden konnte. Je nachdem, ob die Straßenbahn mit Strom gefahren oder ohne Strom gerollt ist, konnte die Stellung der Weiche geändert werden (wie genau, unterschied sich zwischen den einzelnen Betrieben). Dies führte jedoch häufig zu fehlerhaften Weichenstellungen, weil beispielsweise die Heizung im Winter, die Klimaanlage im Sommer, oder auch die Fahrstromrückspeisung beim Bremsen die Steuerung falsch beeinflussen konnte. Auch kann dies problematisch sein, wenn eine Straßenbahn vor einer Weiche zum Stehen gekommen ist, wie dies an Haltestellen oder vor gesicherten Abschnitten (z. B. Straßenkreuzungen) vorkommt, da eine anfahrende Straßenbahn nur schwer "ohne Strom" fahren kann, um die Weiche zu schalten. Hier war dann der Einsatz von Vorsortierweichen nötig.
Seit 1996 darf in Deutschland die Weichensteuerung wegen der Fehleranfälligkeit daher nicht mehr von der Stromaufnahme des Wagens abhängen. Moderne Steuerungen arbeiten mit induktiver Meldeübertragung, Funk- oder Infrarotsteuerung.
- Zejtnot
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- Wohnort: Sibirien, Sachsen
Ich hab's!
Dietrich, ich hab's!
Meine Kollegen meinten, "wozu willst Du das wissen". Na klar. Ich habe sie dann erst einmal davon überzeugen müssen, dass man das wissen muss. Dann meinten sie, das wird per "Radiosvjas" gemacht. Das überzeugt mich aber nicht. Wie schon geschrieben: Die Weiche springt so kurz vor den Hörnern um, so genau funkt kein russisches Funkgerät!
Und siehe da, die russische Wikipedia weiß Abhilfe:

Es ist so simpel, man glaubt es kaum! An der Weiche hängen zwei Elektromagnete, die diese kleinen Weichenhebelchen in die Abbiegerichtung ziehen. Diese Elektromagnete springen aber nur an, wenn ein geschlossener Stromkreis vorliegt.
Fährt der Bus mit angeschaltetem Motor durch die Weiche, ist der Stromkreis geschlossen und er biegt ab. Schaltet der Fahrer den Motor ab, ist der Stromkreis nicht geschlossen, die Magnete gehen nicht an, die Weichenhebelchen springen nicht an und der Bus fährt folglich geradeaus.
Meine Güte, wieder etwas schlauer geworden. Wahnsinn. Danke Dietrich, ich wollte das seit Jahren wissen, habe mich aber nie aufraffen können, der Frage nachzugehen! :idea:
Meine Kollegen meinten, "wozu willst Du das wissen". Na klar. Ich habe sie dann erst einmal davon überzeugen müssen, dass man das wissen muss. Dann meinten sie, das wird per "Radiosvjas" gemacht. Das überzeugt mich aber nicht. Wie schon geschrieben: Die Weiche springt so kurz vor den Hörnern um, so genau funkt kein russisches Funkgerät!
Und siehe da, die russische Wikipedia weiß Abhilfe:

Es ist so simpel, man glaubt es kaum! An der Weiche hängen zwei Elektromagnete, die diese kleinen Weichenhebelchen in die Abbiegerichtung ziehen. Diese Elektromagnete springen aber nur an, wenn ein geschlossener Stromkreis vorliegt.
Fährt der Bus mit angeschaltetem Motor durch die Weiche, ist der Stromkreis geschlossen und er biegt ab. Schaltet der Fahrer den Motor ab, ist der Stromkreis nicht geschlossen, die Magnete gehen nicht an, die Weichenhebelchen springen nicht an und der Bus fährt folglich geradeaus.
Meine Güte, wieder etwas schlauer geworden. Wahnsinn. Danke Dietrich, ich wollte das seit Jahren wissen, habe mich aber nie aufraffen können, der Frage nachzugehen! :idea:
Danke!!!
Dem Ingenioer ist nichts zu schwoer!
Da wird der Fahrer ja noch richtig gefordert, wenn der unter der Weiche jedesmal herrollen muss...
Aber witzig ist die Einfachheit der Technik schon. Und vor allem, bis auf den Elektromagnet, nur sehr gering fehleranfaellig.
Irgendwo habe ich auch was von Induktionsschleifen in der Strasse gelesen.... gibt bestimmt mehrere Arten, aber diese hier ist wohl die beste fuer Russland/Moskau. Zumindest solange, bis im Winter der Weichenhebel festgefroren ist :-)
Dietrich
Dem Ingenioer ist nichts zu schwoer!
Da wird der Fahrer ja noch richtig gefordert, wenn der unter der Weiche jedesmal herrollen muss...
Aber witzig ist die Einfachheit der Technik schon. Und vor allem, bis auf den Elektromagnet, nur sehr gering fehleranfaellig.
Irgendwo habe ich auch was von Induktionsschleifen in der Strasse gelesen.... gibt bestimmt mehrere Arten, aber diese hier ist wohl die beste fuer Russland/Moskau. Zumindest solange, bis im Winter der Weichenhebel festgefroren ist :-)
Dietrich
- Zejtnot
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Induktionsschleifen werden meist nur für bedarfsgerechte Ampelsteuerungen genutzt. Sie könnten ja nicht zwischen Auto und Trolleybus unterscheiden. Und auch wenn: Ich bezweifle, dass die bei den russischen Schneeverhältnissen besser funktionieren, als diese schöne Skizze da oben.
Ampelvorrangschaltungen für Busse und Bahnen (in Deutschland) gehen wiederum über Infrarot.
Ampelvorrangschaltungen für Busse und Bahnen (in Deutschland) gehen wiederum über Infrarot.
-
schlaudi

