Putin: Ein lupenreiner Demokrat?
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Boris
Putin: Ein lupenreiner Demokrat?
Seid ich mich mit russischer Politik beschäftige, weiss ich immer noch nicht genau, was ich von Putin zu halten habe. Auf der einen Seite hat er viel erreicht und viel bewegt, auf der anderen Seite ist er mitverantwortlich für das töten unschuldiger Zivilisten in Tschetschenien.
Soll man seine Regentschaft nun positiv oder negativ beurteilen?
Soll man seine Regentschaft nun positiv oder negativ beurteilen?
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schlaudi
Der Krieg hat wohl wenig mit der Demokratie zu tun. Der angeblich mit demokratischste Staat der Welt führt auch an allen Ecken und Enden Krieg und das schon seit Jahrzehnten.
Aus meiner Sicht ist es Putin gelungen Rußland einen ganzen Schritt nach vorne zu bringen. Letztendlich ist es egal wieviel Demokratie dabei im Spiel ist. Irgendwo stand mal, in Rußland gäbe es so viel Demokratie wie nötig sei und an den Stellen wo es nicht erforderlich ist. Aus meiner Sicht eine sehr interessante Sache.
In Deutschland herrscht viel Demokratie. Das heißt hier kann jeder zu allem und jedem seinen Senf dazugeben und wird auch noch gehört. Selbst für den Bau eines kleinen Autohauses müssen unzählige Bedenkenträger gehört und deren Hinweise beachtet werden. Das führt dann natürlich dazu, dass die Geschichten unnötig teuer werden, eventuell wegen fadescheiniger Umweltbedenken garnicht zur Ausführung kommen, letztendlich dass die Investoren ins Ausland gehen und sich Länder suchen, in denen sie nicht mit so viel "Demokratie" kämpfen müssen. Hier im Land gerät dadurch alles in Stagnation, egal ob es der Bau von Verkehrswegen oder die Ansiedlung von Arbeitsplätzen ist. Also Demokratie ist gut, aber wenn es zu demokratisch wird, kann ein Land auch dadurch gelähmt werden...
Aus meiner Sicht ist es Putin gelungen Rußland einen ganzen Schritt nach vorne zu bringen. Letztendlich ist es egal wieviel Demokratie dabei im Spiel ist. Irgendwo stand mal, in Rußland gäbe es so viel Demokratie wie nötig sei und an den Stellen wo es nicht erforderlich ist. Aus meiner Sicht eine sehr interessante Sache.
In Deutschland herrscht viel Demokratie. Das heißt hier kann jeder zu allem und jedem seinen Senf dazugeben und wird auch noch gehört. Selbst für den Bau eines kleinen Autohauses müssen unzählige Bedenkenträger gehört und deren Hinweise beachtet werden. Das führt dann natürlich dazu, dass die Geschichten unnötig teuer werden, eventuell wegen fadescheiniger Umweltbedenken garnicht zur Ausführung kommen, letztendlich dass die Investoren ins Ausland gehen und sich Länder suchen, in denen sie nicht mit so viel "Demokratie" kämpfen müssen. Hier im Land gerät dadurch alles in Stagnation, egal ob es der Bau von Verkehrswegen oder die Ansiedlung von Arbeitsplätzen ist. Also Demokratie ist gut, aber wenn es zu demokratisch wird, kann ein Land auch dadurch gelähmt werden...
Ich glaube, Putins Politik wird zu positiv eingeschätzt, insbesondere seit Beginn seiner zweiten Amtszeit, in der wirtschaftspolitische Reformen hinter Machtpolitik zurückgetreten sind, besonders seit Beslan. Mir ist bis heute noch nicht klar, was das auf den Terrorakt folgende Programm (Ernennung der Gouverneure, Wahlrechtsreform...) mit der Bekämpfung des tschetschenischen Terrors zu tun hat.Schlaudi hat geschrieben:Aus meiner Sicht ist es Putin gelungen Rußland einen ganzen Schritt nach vorne zu bringen. Letztendlich ist es egal wieviel Demokratie dabei im Spiel ist. Irgendwo stand mal, in Rußland gäbe es so viel Demokratie wie nötig sei und an den Stellen wo es nicht erforderlich ist. Aus meiner Sicht eine sehr interessante Sache.
Der Weg des "bürokratischen Autoritarismus" ist m.E. nicht der richtige. Auch die vielen nationalen Programme sind zwar zur kurzfristigen Abminderung materieller Mängel geeignet, werden aber keinen nachhaltigen Effekt haben. Strukturell ändert sich nur wenig. Das Land kann nicht nur seine Rohstoffe verkaufen, die Wertschöpfung durch Weiterverarbeitung müsste auch innerhalb des Landes gesteigert werden.
Ich denke, der Eindruck trügt, Russland sei zu einem mittel- bis langfristige stabilen Staat geworden.
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Sportsfreund
Putin und sein Russland
http://www.aktuell.ru/russland/politik/ ... _3162.html
Der G8-Gipfel ist vorbei, aber einige G8-Gegner sitzen als Folge beinahe
weißrussischer Verhältnisse noch im Gefängnis.
Einer von ihnen ist der Schweizer Greenpeace-Aktivist Adrian Sauter.
Vor und während des G8-Gipfels in St. Petersburg wurden dort 140 bis 150
Personen festgenommen und zu Haftstrafen von bis zu 15 Tagen verurteilt,
erklärten am Mittwoch Vertreter des „Legal Team“ der G8-Gegner bei
einer Pressekonferenz des Petersburger IRP (Instituts der egionalpresse).
Rechtlicher Ausnahmezustand in Petersburg
Dies seien jedoch nur die Fälle, von denen die Juristen-Initiative zur
Verteidigung der Rechte der Demonstranten erfahren habe.
„Faktisch herrschte in der Stadt Ausnahmezustand, ohne dass dieser
offiziell erklärt wurde“, meint der junge Jurist Dmitri Makarow.
Menschenrechte und Gesetze, so das Fazit des „Legal Team“,
hätten in diesen Tagen in Petersburg einfach nicht gegolten.
Man könnte sagen- es ist immerhin besser als im US KZ auf Kuba, aber wäre ein schwacher Trost
http://www.aktuell.ru/russland/politik/ ... _3162.html
Der G8-Gipfel ist vorbei, aber einige G8-Gegner sitzen als Folge beinahe
weißrussischer Verhältnisse noch im Gefängnis.
Einer von ihnen ist der Schweizer Greenpeace-Aktivist Adrian Sauter.
Vor und während des G8-Gipfels in St. Petersburg wurden dort 140 bis 150
Personen festgenommen und zu Haftstrafen von bis zu 15 Tagen verurteilt,
erklärten am Mittwoch Vertreter des „Legal Team“ der G8-Gegner bei
einer Pressekonferenz des Petersburger IRP (Instituts der egionalpresse).
Rechtlicher Ausnahmezustand in Petersburg
Dies seien jedoch nur die Fälle, von denen die Juristen-Initiative zur
Verteidigung der Rechte der Demonstranten erfahren habe.
„Faktisch herrschte in der Stadt Ausnahmezustand, ohne dass dieser
offiziell erklärt wurde“, meint der junge Jurist Dmitri Makarow.
Menschenrechte und Gesetze, so das Fazit des „Legal Team“,
hätten in diesen Tagen in Petersburg einfach nicht gegolten.
Man könnte sagen- es ist immerhin besser als im US KZ auf Kuba, aber wäre ein schwacher Trost
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Zeppelin
- Zar/iza

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- Registriert: 25 Jun 2006, 14:12
- Wohnort: Berlin, Gartenhaus 2 Treppen rechts
Einige der auch für mich wichtigsten Kritikpunke hat "Waldmeister" bereits beschrieben.
Mir selbst ist Putin über die Jahre kontinuierlich immer unsympathischer geworden. Heute sehe ich in ihm nur noch einen Diktator der ganz offenkundig die Absicht hat, sich überall im In- und Ausland Feinde zu machen.
Ausbaden müssen das die Bürger der RF. Inzwische schätze ich die politische Situation aufgrund derer Putin so fest im Sattel sitzt nur noch als Resignation der Wählerinnen und Wähler ein. Sehr oft habe ich schon das Argument gehört, das mangels Alternativen Putin lediglich als das geringste Übel eingestuft wird.
Die Propaganda und das Ausschalten aller relevanten Konkurrenten haben funktioniert und ihre Wirkung voll entfaltet. Von einer sozial-liberalen Zivilgesellschaft, auf die man Ende der 1990er noch zuversichtlich hoffen konnte, ist das Land wieder weit weit entfernt.
Regelrecht in Wut bringt mich Putins politische Linie gegenüber den ausländischen NGO's.
Wenn ich nur daran denke, wie viel kostenlose Unterstützung die RF von denen allein aus D vor allem im Sozial-, Umwelt-, Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsbereich erhalten hat, ist es mehr als ein Faustschlag ins Gesicht, deren Tätigkeit unter den Geeneralverdacht des subversiven Agierens gegen die russischen Interessen zu stellen.
Unserem Ex-Kanzler Schröder sollte man schon deshalb die dt. Staatsbürgerschaft aberkennen - was leider das dt. Recht nicht zulässt.
Ein m.E. hoch aktueller Vergleich zu der gegenwärtigen Situation in der RF ergibt sich aus dem vom Sommer 1918 stammenden Artikel Max Webers "Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland", darin besonders das erste Kapitel: "Das Erbe Bismarks".
Die übergroße Mehrheit in der RF befürchtet chaotische Zustände, das eine verantwortungsbewusste und fähige politische Klasse sich bislang hat nicht entwickeln können und ja auch mit allen Mitteln verhindert wird.
Die Konsequenz aus diesen Verhältnissen in Deutschland nach der Ära Bismark war dann Hitler. Weber sagte die bereits 1917 - als er erste Entwurf des Aufsatzes erschien - mit äußerster Präzision voras.
Es wäre wohl überzogen, einen Vergleich zwischen diesen Diktatoren anstrengen zu wollen, aber ich möchte an die Haltung einer übergroßen Mehrheit der Deutschen bis weit nach 1940 erinnern, die durch die "Wohltaten" Hitlers und den infantil-tötlichen Satz: "So schlimm kann es ja nicht werden..." erinnern.
Entsprechend wird die Weimarer Republik in D auch mit der Ära Jelzin in der RF verglichen (wobei jeder Vergleich natürlich hinkt).
Den Vergleich zwisch den "Supermächten" RF und USA lehne ich ingegen aus strukturellen Gründen ab. Dies ändert aber nichts daran, dass ich lieber George W. Bush in dem Gefangenenlager sehen würde, wo heute leider Michail Chodorkowskij festgehalten wird.
(Natürlich wurde Chodorkowskij 'rechtmäßig' verurteilt - ebenso rechtmäßig war aber auch die Anwendung der Rassengesetze im Nazireich.)
Den Krieg in Tschetschenien sehe ich allerdings weit anders als die breite Masse (im Westen). Das Verhalten der RF kann ich zwar nicht akzeptieren, aber dass dieser Krieg entstand und wie er verlief / verläuft kann ich der RF nun wirklich nicht anlasten. Siehe dazu z.B. "Tschetschenien und Tatarstan - nicht zu vergleichen"
Weit schlimmer ist hingegen die Nuklearpolitik - selbst die "zivile" - der RF.
Überall auf der Welt bietet die RF sich als Abnehmer atomarer Abfälle an. Aber was damit geschieht, kann man den Berichten über die "Entsorgung" der ausgedienten Atomflotte oder über Majak/Tscheljabinsk entnehmen.
Von den Zuständen in der russischen Armee ganz zu schweigen, ebenso wie über die Lage Behinderter, Alter, Waisen etc. etc.
Aber was soll's Kritik an Putin und seinen Apparatschiks allein riecht nicht, um die Probleme zu lösen. Da müssten kompetente politsche Persönlichkeiten in größerer Zahl zu Verfügung stehen sowie ein Mediensystem, mittels dessen diese sich um die ausübung der exekutiven Gewalt bewerben können. Am stärksten bedürfte es jedoch eines Wählervolkes, das überhaupt ein Interesse jenseits des Datschazauns hat...
Mir selbst ist Putin über die Jahre kontinuierlich immer unsympathischer geworden. Heute sehe ich in ihm nur noch einen Diktator der ganz offenkundig die Absicht hat, sich überall im In- und Ausland Feinde zu machen.
Ausbaden müssen das die Bürger der RF. Inzwische schätze ich die politische Situation aufgrund derer Putin so fest im Sattel sitzt nur noch als Resignation der Wählerinnen und Wähler ein. Sehr oft habe ich schon das Argument gehört, das mangels Alternativen Putin lediglich als das geringste Übel eingestuft wird.
Die Propaganda und das Ausschalten aller relevanten Konkurrenten haben funktioniert und ihre Wirkung voll entfaltet. Von einer sozial-liberalen Zivilgesellschaft, auf die man Ende der 1990er noch zuversichtlich hoffen konnte, ist das Land wieder weit weit entfernt.
Regelrecht in Wut bringt mich Putins politische Linie gegenüber den ausländischen NGO's.
Wenn ich nur daran denke, wie viel kostenlose Unterstützung die RF von denen allein aus D vor allem im Sozial-, Umwelt-, Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsbereich erhalten hat, ist es mehr als ein Faustschlag ins Gesicht, deren Tätigkeit unter den Geeneralverdacht des subversiven Agierens gegen die russischen Interessen zu stellen.
Unserem Ex-Kanzler Schröder sollte man schon deshalb die dt. Staatsbürgerschaft aberkennen - was leider das dt. Recht nicht zulässt.
Ein m.E. hoch aktueller Vergleich zu der gegenwärtigen Situation in der RF ergibt sich aus dem vom Sommer 1918 stammenden Artikel Max Webers "Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland", darin besonders das erste Kapitel: "Das Erbe Bismarks".
Die übergroße Mehrheit in der RF befürchtet chaotische Zustände, das eine verantwortungsbewusste und fähige politische Klasse sich bislang hat nicht entwickeln können und ja auch mit allen Mitteln verhindert wird.
Die Konsequenz aus diesen Verhältnissen in Deutschland nach der Ära Bismark war dann Hitler. Weber sagte die bereits 1917 - als er erste Entwurf des Aufsatzes erschien - mit äußerster Präzision voras.
Es wäre wohl überzogen, einen Vergleich zwischen diesen Diktatoren anstrengen zu wollen, aber ich möchte an die Haltung einer übergroßen Mehrheit der Deutschen bis weit nach 1940 erinnern, die durch die "Wohltaten" Hitlers und den infantil-tötlichen Satz: "So schlimm kann es ja nicht werden..." erinnern.
Entsprechend wird die Weimarer Republik in D auch mit der Ära Jelzin in der RF verglichen (wobei jeder Vergleich natürlich hinkt).
Den Vergleich zwisch den "Supermächten" RF und USA lehne ich ingegen aus strukturellen Gründen ab. Dies ändert aber nichts daran, dass ich lieber George W. Bush in dem Gefangenenlager sehen würde, wo heute leider Michail Chodorkowskij festgehalten wird.
(Natürlich wurde Chodorkowskij 'rechtmäßig' verurteilt - ebenso rechtmäßig war aber auch die Anwendung der Rassengesetze im Nazireich.)
Den Krieg in Tschetschenien sehe ich allerdings weit anders als die breite Masse (im Westen). Das Verhalten der RF kann ich zwar nicht akzeptieren, aber dass dieser Krieg entstand und wie er verlief / verläuft kann ich der RF nun wirklich nicht anlasten. Siehe dazu z.B. "Tschetschenien und Tatarstan - nicht zu vergleichen"
Weit schlimmer ist hingegen die Nuklearpolitik - selbst die "zivile" - der RF.
Überall auf der Welt bietet die RF sich als Abnehmer atomarer Abfälle an. Aber was damit geschieht, kann man den Berichten über die "Entsorgung" der ausgedienten Atomflotte oder über Majak/Tscheljabinsk entnehmen.
Von den Zuständen in der russischen Armee ganz zu schweigen, ebenso wie über die Lage Behinderter, Alter, Waisen etc. etc.
Aber was soll's Kritik an Putin und seinen Apparatschiks allein riecht nicht, um die Probleme zu lösen. Da müssten kompetente politsche Persönlichkeiten in größerer Zahl zu Verfügung stehen sowie ein Mediensystem, mittels dessen diese sich um die ausübung der exekutiven Gewalt bewerben können. Am stärksten bedürfte es jedoch eines Wählervolkes, das überhaupt ein Interesse jenseits des Datschazauns hat...
kann mich nur anschließen. Ich glaube, uns erwarten noch einige Kataklismen. In der letzten Zeit wird wieder gern die Muskelstärke demonstriert, russische Bevölkerung sieht das im allgemeinen positiv - "das Land ist wieder stark geworden", und irgendwie kommt das einem bekannt vor. Was die Wirtschaft angeht, hatte Putin nur Glück, dass die Energiepreise so hoch gestiegen sind, und sonst hat sich nicht viel geändert. Das ist alles andere als stabil. Sie schaffen nicht einmal, die Steuern einzunehmen; trotz einheitlicher Lohnsteuer wird fast überall schwarz bezahlt. und so weiter...waldmeister hat geschrieben: Ich denke, der Eindruck trügt, Russland sei zu einem mittel- bis langfristige stabilen Staat geworden.
Gruß
Oletsch
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Boris
@ Oletsch: Trotz deiner sehr richtigen Argumente gibt es doch auch beispiele, die auf ein erstarken der russischen Wirtschaft hindeuten. Ich denke hierbei besonders an die russischen Waffenindustrie, die mit ihrem "Flaggschiff" Robosonexport viele Arbeitsplätze schafft und der Welt positive Signale hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit russischer Unternehmen zeigt.
Mit der neuen Gesetzgebung hinsichtlich der Kreditvergabe an kleine und mittelständische Unternehmen ist ein weiterer Schritt zur Stabilität getan.
Als letztes wäre noch zu erwähnen, dass die Wirtschaft in der RF allemal stabiler als zu Zeiten des "Zaren" Boris Jelzin ist, der mit seiner verkorksten Vorstellung von Demokratie und Marktwirtschaft das Land ins Chaos gestürzt hat.
Gruß
Boris
Mit der neuen Gesetzgebung hinsichtlich der Kreditvergabe an kleine und mittelständische Unternehmen ist ein weiterer Schritt zur Stabilität getan.
Als letztes wäre noch zu erwähnen, dass die Wirtschaft in der RF allemal stabiler als zu Zeiten des "Zaren" Boris Jelzin ist, der mit seiner verkorksten Vorstellung von Demokratie und Marktwirtschaft das Land ins Chaos gestürzt hat.
Gruß
Boris
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Paul
Was ist von Putin zu halten?
Seiner Herkunft nach stammt er aus der Unterschicht und hat sich im Laufe seines Lebens emporgearbeitet. Seiner Ausbildung und vorherigen Tätigkeit nach ist er Bürokrat und Verwaltungsspezialist - recht farblos, dafür mit Fleiß und Spürsinn ausgestattet und nicht (wie Jelzin) dem Alkohol verfallen. Er ist mit Sicherheit kein charismatischer Führer - aber von denen hatten die Russen in den vergangenen 80 Jahren auch genug. Sein Schwerpunkt dürfte in der Wirtschaftspolitik zu verorten sein, verbunden mit der (m.E. notwendigen und richtigen) Konsolidierung der Staatsgewalt als Voraussetzung für eine positive Entwicklung des Landes.
Putin scheint mir ein Präsident der aufstrebenden Mittelschicht zu sein, nicht der Armen und auch nicht der Superreichen. Er steht für Arbeitsamkeit, Ordnung, einen gewissen Wohlstand und einen eher westlichen Lebensstil bei gleichzeitiger Bejahung eigener Interessen der RF.
Er ist kein Diktator, dazu fehlt ihm das Charisma und die ausschließlich auf ihn konzentrierte Staatsorganisation. Gleichwohl weist seine Regentschaft autoritäre Züge auf - was allerdings in meinen Augen nichts schlechtes sein muß (im Gegensatz zu Zeppelins Meinung). Wie erfolgreich autoritäre Regime gerade wirtschafts- und wachstumspolitisch sein können, zeigen diverse Beispiele in Südostasien.
Putin ist Pragmatiker zur Lösung von Problemen statt Ideologe in Verfolgung letztgültiger Ziele (insoweit eher "unrussisch").
Putin hat - natürlich mit Hilfe hoher Rohstoffpreise (aber ein Quentchen Glück braucht jeder Staatsmann) - Wirtschaft und Staatshaushalt einigermaßen konsolidiert. In seiner Regierungszeit hat sich die Anzahl der Personen, die unter der Armutsgrenze leben, nahezu halbiert. Der Staat wurde konsolidiert und das Gespenst des Separatismus geht nicht mehr um (der Tschetschenienkrieg ist der Preis dafür). Im Vergleich zur Jelzin-Ära also durchaus positives, auch wenn man sicher nicht von einer langfristigen Stabilität sprechen kann (so haben aber auch die bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Frankreich während des Herbstes 2005 gezeigt, wie fragil auch die Stabilität westeuropäischer Staaten sein kann).
In der Außenpolitik steht Rußland heute so gut da wie in den letzten 50 Jahren nicht. Der große offene Konflikt mit den USA ist beendet, der kleine offene Konflikt mit China ebenso, man verfügt über gute Beziehungen zu den meisten EU-Staaten, zu den Staaten des Mittleren Ostens und auch Südostasiens und Lateinamerikas. Selbst mit Japan bestehen, trotz fehlendem Friedensvertrag, intensive Handelsbeziehungen.
Insgesamt ist m.E. Putins Politik als Folge der Probleme unter Jelzin sehen. Viele Kritiker im Westen neigen zwecks Dämonisierung Putins zu einer Verklärung seines Amtsvorgängers, die sicherlich unangebracht ist.
Schließlich muß zur Beantwortung der Frage, ob Putin ein "lupenreiner Demokrat" ist, als Vorfrage unbedingt der Demokratiebegriff geklärt werden.
Seiner Herkunft nach stammt er aus der Unterschicht und hat sich im Laufe seines Lebens emporgearbeitet. Seiner Ausbildung und vorherigen Tätigkeit nach ist er Bürokrat und Verwaltungsspezialist - recht farblos, dafür mit Fleiß und Spürsinn ausgestattet und nicht (wie Jelzin) dem Alkohol verfallen. Er ist mit Sicherheit kein charismatischer Führer - aber von denen hatten die Russen in den vergangenen 80 Jahren auch genug. Sein Schwerpunkt dürfte in der Wirtschaftspolitik zu verorten sein, verbunden mit der (m.E. notwendigen und richtigen) Konsolidierung der Staatsgewalt als Voraussetzung für eine positive Entwicklung des Landes.
Putin scheint mir ein Präsident der aufstrebenden Mittelschicht zu sein, nicht der Armen und auch nicht der Superreichen. Er steht für Arbeitsamkeit, Ordnung, einen gewissen Wohlstand und einen eher westlichen Lebensstil bei gleichzeitiger Bejahung eigener Interessen der RF.
Er ist kein Diktator, dazu fehlt ihm das Charisma und die ausschließlich auf ihn konzentrierte Staatsorganisation. Gleichwohl weist seine Regentschaft autoritäre Züge auf - was allerdings in meinen Augen nichts schlechtes sein muß (im Gegensatz zu Zeppelins Meinung). Wie erfolgreich autoritäre Regime gerade wirtschafts- und wachstumspolitisch sein können, zeigen diverse Beispiele in Südostasien.
Putin ist Pragmatiker zur Lösung von Problemen statt Ideologe in Verfolgung letztgültiger Ziele (insoweit eher "unrussisch").
Putin hat - natürlich mit Hilfe hoher Rohstoffpreise (aber ein Quentchen Glück braucht jeder Staatsmann) - Wirtschaft und Staatshaushalt einigermaßen konsolidiert. In seiner Regierungszeit hat sich die Anzahl der Personen, die unter der Armutsgrenze leben, nahezu halbiert. Der Staat wurde konsolidiert und das Gespenst des Separatismus geht nicht mehr um (der Tschetschenienkrieg ist der Preis dafür). Im Vergleich zur Jelzin-Ära also durchaus positives, auch wenn man sicher nicht von einer langfristigen Stabilität sprechen kann (so haben aber auch die bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Frankreich während des Herbstes 2005 gezeigt, wie fragil auch die Stabilität westeuropäischer Staaten sein kann).
In der Außenpolitik steht Rußland heute so gut da wie in den letzten 50 Jahren nicht. Der große offene Konflikt mit den USA ist beendet, der kleine offene Konflikt mit China ebenso, man verfügt über gute Beziehungen zu den meisten EU-Staaten, zu den Staaten des Mittleren Ostens und auch Südostasiens und Lateinamerikas. Selbst mit Japan bestehen, trotz fehlendem Friedensvertrag, intensive Handelsbeziehungen.
Insgesamt ist m.E. Putins Politik als Folge der Probleme unter Jelzin sehen. Viele Kritiker im Westen neigen zwecks Dämonisierung Putins zu einer Verklärung seines Amtsvorgängers, die sicherlich unangebracht ist.
Schließlich muß zur Beantwortung der Frage, ob Putin ein "lupenreiner Demokrat" ist, als Vorfrage unbedingt der Demokratiebegriff geklärt werden.
An dieser Stelle möchte ich einen Literaturhinweis geben auf Gernot Erlers Buch "Russland kommt", welches exemplarisch an den Fällen Chodorkovski, Beslan und Orangene Revolution die Politik Putin beschreibt. Zuletzt wird eine russisch-deutsche Partnerschaft skizziert.
Ich fand das Buch leicht zu lesen, informativ und relativ unparteiisch (sofern man das von einem Regierungsmitglied erwarten kann).
link zu näheren Informationen
Ich fand das Buch leicht zu lesen, informativ und relativ unparteiisch (sofern man das von einem Regierungsmitglied erwarten kann).
link zu näheren Informationen