Anna Politkovskaja

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shkelda

Beitrag von shkelda »

Ich gebe Karsten Packeiser recht ! Gerade in einer weltpolitischen Lage wie im Moment, muss es doch eigentlich klar sein, dass nicht alles so schwarz und weiß sein kann, wie man es gerne möchte.
cirro hat geschrieben:Die Leute die Putin in Dresden als Mörder beschimpften sind bestimmt nicht einfach gestrickt sondern sehen ganz einfach Fakten die ihr gerne überseht.
Wo sind den diese Fakten ?
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Kultgrieche
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Beitrag von Kultgrieche »

shkelda hat geschrieben:Wo sind den diese Fakten ?
Oh neiiiiin, das war ja eine ideale Steilvorlage für cirro. Gleich geht es los...
barthez

Beitrag von barthez »

http://www.taz.de/pt/2006/10/11/a0055.1/text

mal ganz wertfrei, nur als Anmerkung
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Danke, Barthez.

Kommentar: Ich bin sicher kein Putinist, aber die Überschrift "Leichen pflastern seinen Weg" impliziert schon ein gewisses Bild.

Und allgemein: Putin ist "nur" Präsident eines Landes. Er ist sicher nicht dazu in der Lage, alle Missstände der Nation auf einmal zu beheben; d.h., selbst wenn er ernsthaft verhindern wollte, dass Journalisten (aus teilweise völlig verschiedenen Gründen übrigens) ermordet werden - er könnte es wahrscheinlich gar nicht unterbinden. Er kann schließlich auch nicht verhindern, dass immernoch Auftragsmorde an Firmendirektoren oder Vize-Chefs der russischen Zentralbank durchgeführt werden, richtig?

Kurz gesagt: Putin ist sehr mächtig, aber nicht allmächtig.

Übrigens: Wenn nun gefordert wird (zurecht, natürlich), dass Putin diese Zustände beendet, was müsste dann geschehen? Noch mehr Zentralgewalt? :roll:

Nein, ich denke, in diesem Fall ist eher das Umfeld gefordert. Was ist denn mit dem Innenminister zum Beispiel?

Wobei, fällt mir gerade noch ein: Wenn sich herausstellen sollte, dass der Mord an Politkovskaja tatsächlich durch Kadyrows Leute durchgeführt wurde, dann müssen zwingend auch Konsequenzen erfolgen.
Edik

Beitrag von Edik »

shkelda hat geschrieben:Ich gebe Karsten Packeiser recht ! Gerade in einer weltpolitischen Lage wie im Moment, muss es doch eigentlich klar sein, dass nicht alles so schwarz und weiß sein kann, wie man es gerne möchte.
Ganz eurer Meinung. Es kann eigentlich niemand wissen, was ihre wirklichen Beweggründe waren. Ich möchte da nichts ausschließen, weil weder die einen noch die anderen Nachrichten alles völlig objektiv wiedergeben.
Was man allerdings festhalten kann, dass es in Tscheteschenien nicht gerade rosig aussschaut und darüber auch berichtet werden muss.
Mag auch sein, dass sie da einige Dinge übertrieben dargestellt hat oder sich einen Namen machen wollte...

Aber hinter jedem Mord den Kreml zu vermuten? Es wird dort ganz sicher einige schwarze Schafe geben, denn "normale" Menschen kommen in den Laden nicht rein.
Wie stellt sich Cirro das vor? Denkt er Putin hätte seine Augen überall und würde alles mitbekommen, was um ihn herum passiert? Ach da fällt mir auf, das hat Waldmeister schon geschrieben.

@Mike: das Geschriebene in deinem Link ist in höst skandalöser Form geschrieben. Schon allein deswegen muss man dem Link misstrauisch gegenüberstehen.
"Anna starb im Eingangsbereich, nach dem sie umsonst ihr Geld für Produkte verschwendet hatte(...)" Das schreibt man doch nicht über Tote.
_Mike_

Beitrag von _Mike_ »

Karsten Packeiser hat geschrieben:
_Mike_ hat geschrieben:Im Westen heult man, weil "die mutige Journalistin von dem Regime ermordet wurde". Das ist ja auch logisch, denn ihre Auftraggeber und ihr Auditorium sich dort befanden. In RU empfindet man das Gefühl, was sich viel mehr der Schadenfreude ähnelt.
Ich fände es angemessen, wenn bei Diskussionen - selbst in diesem unscheinbaren Forum - Anschuldigungen auch belegt werden können. Gerade, wenn sie sich gegen Menschen richten, an deren charakterlicher Integrität es keine Zweifel gibt. Den Vorwurf, Anna Politkowskaja habe für Auftraggeber im Westen geschrieben, halte ich für dreist und an den Haaren herbeigezogen.
Hier ist eine Liste der Grants und Prämien, die sie während des zweiten Krieges erhalten hat. Es werden nur die Prämien aufgeführt, die offiziell und frei zugänglich in der Presse bestätigt sind. Innerhalb nur ein Paar Jahren 'intensiver' Journalistik hat sie ca. $300 000 aus ausländischen (amerikanischen und europäischen) Quellen bekommen, fast alle mit ausdrücklicher Formulierung 'für Tschetschenien Krieg'. Das ist ohne ihr normales Gehalt und Honoraren in der 'Novaja Gazeta', Radio 'Echo Moskvy', ohne Reisekostenzuschüsse, die sie im Rahmen des Programms von 'George Soros Fund für offene Gesellschaft' und 'Novaja Gazeta' -- 'Journalisten in Regionalkonflikten' -- bekommen hat, ohne ihre Honorare für Bücher, die in RU keiner kauft, dafür aber viele im Ausland etc. Wenn man z. B. blogs.yandex.ru benutzt, kann man auch viel krassere Dinger finden. Noch mal die russische Sicht der Dinger, sehr schön von einer Userin auf PF zusammengefasst:

ich hab mir mal angeschaut, wieviel sie in Russland/GUS-Raum verkauft hat und war schon sehr erstaunt:
http://www.ozon.ru/context/detail/id/1276517/
also ihr hauptmachwerk "der 2. tschetschenische (krieg)" (deutscher titel: die wahrheit über den tschetschenischen krieg")- den gibts noch in der 2. auflage. die stammt aus dem jahr 2002.
von dieser auflage gibts insgesamt 5000 exemplare. und die ist noch immer nicht ausverkauft.
dh: in 4 jahren hat sie, in einer Region mit über 200 Millionen russischsprachigen Menschen(GUS), weniger als 5000 exemplare dieses buches verkauft.

genaugenommen ist diese tante doch noch weniger als total unbedeutend. wenn jemand einfach unbedeutend ist, das ist eine sache. wenn jemand unbedeutend ist, obwohl für ihn penetranteste werbung gemacht wird, obwohl ihm dauernd radio-sendezeit zur verfügung gestellt wird, obwohl er im ausland massiv hofiert wird- dann ist das wohl die ultimative unbedeutung.
barthez hat geschrieben: http://www.taz.de/pt/2006/10/11/a0055.1/text

mal ganz wertfrei, nur als Anmerkung
Die TAZ bleibt der Parteilinie immer treu. Alles, was irgendwie passend aussieht, wird auch benutzt. Hab mir die Liste bis zur 3. Position angeguckt und dann aufgehört. 3. ILIA ZIMINE, der Kameramann von HTB wurde von seinem homosexuellen Freund, einem Einwanderer aus Moldavien, in eigener Wohnung umgebracht. Der Typ ist gleich nach Moldaven geflohen, wurde dort gefasst, hat ein Geständnis gemacht und wurde anschließend an die ru. Staatsanwaltschaft übergeben. Die TAZ Version lautet: 'Staatsanwaltschaft bestreitet Zusammenhang'.
Edik hat geschrieben:das Geschriebene in deinem Link ist in höst skandalöser Form geschrieben. Schon allein deswegen muss man dem Link misstrauisch gegenüberstehen.
Ich habe auch nicht behauptet, dass sich dort Annas Bejubeler und treusten Anhänger versammelt haben.

Tausendmal sorry für den Riesenposting...
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Beitrag von Xottabych »

Mike hat geschrieben:Noch mal die russische Sicht der Dinger
Ob es DIE russische Sicht der Dinge gibt, würde ich zu bezweifeln wagen.

Und zur Sache selber: Ich kann nicht beurteilen, ob P. westliche "Auftraggeber" hatte. Aber wenn Du auf diese Agentur verweist, auf welcher einige ihrer Prämien aufgeführt sind: Diese Seite scheint mir eindeutig parteiisch zu sein.
Prämien und Preisgelder z.B. für "Zivilcourage" (nicht "für Tschetschenien") zu erhalten heißt doch nicht, dass man im Auftrag handelt.

Auch wenn er die Meinung einiger (paranoider?) Russen treffen mag, so halte ich diesen ganzen Artikel für unseriös, nicht zuletzt wegen der gewagten Schlüsse, die dem Leser impliziert werden sollen (Vergleich Gehalt Poltitkowskaja vs. Gehalt eines tschetschenischer Kämpfers; Verbindung von "Finanzierung des Terrors durch ausländische Kräfte" und den ausländischen Prämien der Journalistin...). Da drängt sich mir der starke Verdacht auf, dass diese Agentur in den Methoden, die sie P. vorwirft, in keinster Weise nachsteht.
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Beitrag von Kultgrieche »

Anna Politkovskaja war auch US-Bürgerin!

http://www.aktuell.ru/russland/news/bot ... 16097.html

Ist ja interessant, kein Wunder, wenn die Amis so laut auf Aufklärung des Verbrechens pochen.
Dieser Umstand schürt ja auch wahrscheinlich in Russland Gerüchte, sie sei deshalb "Nestbeschmutzerin", weil sie von den USA instumentalisiert worden ist.
Die Amis sollen lieber mal zweifelsfrei feststellen, wer J.-F.-Kennedy erschossen hat, ehe sie den Dreck vor anderer Leute Tür fegen.
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Beitrag von Xottabych »

Mich hat übrigens interessiert, was es mit der 5000er Auflage ihres Tschetschenienbuches auf sich hat.

Die Information, das Buch sei "immer noch nicht ausverkauft" ist sehr zweifelhaft, da bei ozon.ru gleichzeitig darauf hingewiesen wird, dass das Buch "zur Zeit nicht verfügbar" sei.

Dazu noch die Information (ob sie stimmt, kann ich natürlich nicht überprüfen), dass das Buch praktisch bereits am Folgetag nach seinem Erscheinen "verschwunden" sei.
http://www.shokhin.ru/forum/messages/461.htm

Klar, P. war bestimmt nicht populär in Russland. Aber ein besserere Maßstab wäre z.B. die Auflage der Novaja Gazeta.
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