Ein klein wenig Frust

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!
Michel_Löneberger

Ein klein wenig Frust

Beitrag von Michel_Löneberger »

Hi all,

ich habe vor meine Verlobte zu heiraten und werde bald wahnsinnig.
Jede Behörde mit der ich oder meine Süße kommunizieren gibt uns andere Infos.

Mein Standesamt sagt was völlig anderes als das deutsche Konsulat, das OLG sagt was anderes als das Standesamt....

Ich glaube ich habe mich in meinem Leben noch nie so hilflos gefühlt,
und die Willkür die einem widerfährt ist wirklich lächerlich, und das lustige ist, das ganze nicht von russischer Seite, das hätte ich noch verstanden, sondern von deutscher, meiner Heimat, wo ich mal dachte alles ginge seinen Gang, ich habe ernsthaft mal geglaubt das ganze Thema wäre in drei Monaten über der Bühne.
Wie kann es sein dass es bei uns nirgendwo ein belastbares Dokument gibt dass ich das und das brauche und nicht mehr und nicht weniger.
Nein jede Behörde weist die Verantwortung weit von sich, und gibt praktisch nur Tipps.
Das kann alles nicht sein, hat das nie ein Ende?
Ich weis, wir müssen uns da alleine duch, meine Einzige ist mir Gott sei Dank eine grosse Stütze, obwohl sie eigendlich die Ungeduldigere ist in unserer Beziehung :-)

Wollte nur mal meine Wut rausschreien, danke für eure Aufmerksamkeit.

Liebe Grüsse
Michel
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Zejtnot
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Beitrag von Zejtnot »

Schnappt Euch die Infos einer Behörde und fangt an. Dann immer brav sagen: "Aber der hat gesagt!" Und mal schauen. Nicht aufregen, alles hat irgendwann ein Ende! Regelmäßig entspannen, brav lächeln!

Die Welt ist ungerecht und gemein - aber pfeif drauf!

(Ist wirklich mein Rat, anders hätte ich die vier Monate auch nicht überstanden.)
Michel_Löneberger

Beitrag von Michel_Löneberger »

Es sind diese Kleinigkeiten

Das Standesamt will alles mit Apostille (klar) UND Legalieiserung.
Das Konsulat sagt Legalisierung nicht notwendig.
Das OLG sagt alle Übersetzungen von einem vereidigten und vom OLG zugelassenen Übersetzer. Das Aussenministerium sagt kann auch von einem Übersetzer und Notar in Ru gemacht werden. Das Standesamt sagt die Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis kann nur von meiner Verlobten beantragt werden, ich habe aber (verflucht ich find es nicht mehr) irgendwo gelesen dass ich das auch mit einer Vollmacht von ihr erledigen kann.... usw usw usw

Und das beste ist dass sich die jeweiligen Behörden beharrlich weigern direkt miteinander zu kommunizieren und zu einem Schluss zu kommen.
Das Mädel vom Standesamt meinte nur dass meine Verlobte schon etwas Zeit mitbringen muss wenn sie mich heiraten will (so zwei Monate), meinen Einwand dass meine Angebetete nun auch einen Beruf hat hat die Dame mit einem Schulterzucken quittiert.

Spinnen die denn die Germanen?

Ich hatte eigendlich bisher die Einstellung dass solche Sachen wie heiraten in Dänemark für uns nicht in Frage kommen, weil das irgendwo ein bitteres Geschmäckle hat. Aber so ganz allmählich habe ich echt die Schnauze von dem Irrsinn voll.


Ich glaube langsam wir kommen schneller ans Ziel wenn ich kurzzeitig Russe werde :-)
Ralph
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Beitrag von Ralph »

Michel_Löneberger hat geschrieben:Es sind diese Kleinigkeiten
..........Ich glaube langsam wir kommen schneller ans Ziel wenn ich kurzzeitig Russe werde :-)
oder Däne :twisted:
Du weißt so lange nichts von einer Frau, bis du ihr vor Gericht begegnest... (Zitat: Norman Mailer, Norman Kingsley Mailer, amerikan. Schriftsteller, 1969 u. 1980 Pulitzer-Preis, 1923 - 2007)
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Beitrag von manuchka »

Michel - warum heiratet ihr eigentlich nicht in Russland? Wenn deine Liebste in Moskau lebt, ist alles ganz unkompliziert... ihr Pass und dein Pass mit notariell beglaubigter Übersetzung und deine Meldebescheinigung mit Apostille und notariell beglaubigter Übersetzung... und wenn nicht, ist es trotzdem vermutlich einfacher als dieser ganze Aufwand in DE (schreib ich das wirklich? es ist eine Behördenangelegenheit in RUS mal einfacher als in DE zu erledigen? aber es ist wahr...)
Zur Not habt ihr immer noch Dänemark als Option, und glaub mir, der Beigeschmack verfliegt ganz schnell, wenn ihr dann dafür ohne große Nervenaufreiberei eure Heiratsurkunde in den Händen haltet...

Lass nicht locker!
Du erntest, was du säst.
achim

Beitrag von achim »

Ich schliesse mich Manu an, heiratet in Moskau. Das ist relativ unkomplziert. Zumindest war es das vor 4 Jahren.
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Zejtnot
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Beitrag von Zejtnot »

Michel_Löneberger hat geschrieben:Ich glaube langsam wir kommen schneller ans Ziel wenn ich kurzzeitig Russe werde :-)
Dann fange mal an: TBC-Test, Aidstest, Hautarzt, Drogenüberprüfung, Führungszeugnis ... zwei Monate wären da garnichts!

Ich finde es verständlich, dass Du nicht in Dänemark heiraten willst. Wo bleibt da die schöne Seite der Hochzeit, wenn man sich im quasi rechtsleeren Raum sein Ja-Wort geben muss?! Vor allem wenn es auch andere (viel umständlichere) Wege gibt!

Eine Legalisierung braucht ihr in keinem Fall, für keines der Dokumente. Russland und Deutschland haben beide dieses eine Abkommen zur vereinfachten Anerkennung von Dokumenten unterzeichnet - und wenn zwei Länder beide unterzeichnet haben ersetzt die Apostille die Legalisierung. Notfalls google mal zum Thema Apostille - da findest Du definitiv etwas dazu. Würde ich dem Standesbeamten dann unter die Nase halten.

Die Übersetzung muss - soweit ich weiß - in der Tat von einem vereidigten und vom OLG zugelassenen Übersetzer sein. In der Praxis sehen viele Ämter aber darüber hinweg - frei nach dem Motto: Wir sind ja nicht doof und sehen, dass die Übersetzung gut ist. (Ich übersetze daher aber immer selbst, damit es auch wirklich deutsch klingt. Das Übersetzungsbüro "prüft" es dann nur und gibt den Stempel.)

Die Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis muss meiner Meinung nach wirklich persönlich gemacht werden. Denn de facto gibt es keine Befreiung. Die Regelung ist wohl, dass, wenn kein Nachweis gebracht werden kann, eine eidesstattliche Erklärung ausreichen kann. Eidesstattlich bedeutet aber schon "persönlich", wer nimmt sonst den Eid ab?

Aber wie schon in anderen Threads hier geschildert: Man kann sich auch in Russland im Auslandspass einen Eintrag zur Ledigkeit erstellen lassen - das wird in Deutschland meist als Ledigkeitsnachweis akzeptiert.

Und meine zwei Vorredner haben natürlich auch Recht: Heiraten in Russland ist auch schick! Auch wenn es nicht viel einfacher ist - meiner Meinung nach. Aber dafür mit großer Feier und viel Tamtam! Meine Familie war total begeistert.
maladietz01

Hochzeit in Russland

Beitrag von maladietz01 »

Hallo Michel!

All deine Ausführungen kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich bin zwar aus Österreich aber mein Entschluss stand schon nach dem ersten behördenbesuch fest: Geheiratet wird in Russland und ich kann mich meinen Vorpostern da nur anschliessen. In Moskau brauchte ich eine Handvoll Zettel, von meiner Frau nur noch den Reisepass und schwupps waren wir verheiratet. Die richtigen Laufereien kommen erst danach, also geniesse die Hochzeit. Zejtnot hat übrigens absolut recht, die Laufereien und der Dokumentenkram ist der selbe, nur hat man bei einer Hochzeit in Duetschland vorher den Behördenstress, bei Hochzeit in Russland i.d.R. danach. Nur: Wenn ich meine Partnerin schon mal als Ehefrau bezeichnen kann stehen die Sterne völlig anders.

Viel Glück und lass dich nicht unterkriegen. Lass alle Dokumente brav apostillieren und gerichtlich beeidigt übersetzen und dir kann nichts passieren. Mit in Russland übersetzten Dokumenten kannst du in Deutschland übrigens höchstens den Ofen anheizen. Wenn du in Russland heiraten solltest gilt: Alle deine (apostillierten) Dokumente drüben übersetzen lassen, kostet nur einen Bruchteil.

Weiterer Grund für eine Hochzeit in Russland: Ihre Familie und Freunde können auch live dabei sein und das Erlebnis ist wirklich einzigartig.

Greetings,

Wolfgang
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Aetschi
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Beitrag von Aetschi »

Also wir haben heute vor 9 Jahren geheiratet.

Erst wollten wir auch in Deutschland heiraten, haben aber, nachdem wir das mit den Dokumenten in Deutschland nicht geregelt bekommen haben, in Moskau geheiratet.

Wir sind auf das Zentralstandesamt in Moskau gegangen und haben uns dort die Papiere von einem Paar zeigen lassen die eben geheiratet haben.

So hatten wir auch keine Probleme damit das das Standesamt Ledigkeitszeugnis sagt und es in wirklichkeit nur eine Meldebescheinigung ist.

Hab mir dort einfach alles aufgeschrieben was wir brauchen und die Sachen in Deutschland vorbereiten lassen.

Die ganze Geschichte hat dann nachher nochmal 2 Tage gedauert, alles abgeben.

Also viel Spass bei der Hochzeit und die ist in Russland wirklich nicht schlecht.

So mit Tamadar usw.

Gruß
Uwe
Zar/iza
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Beitrag von Uwe »

Ich lach mich tot. Apostille und Legalisierung. Der Typ soll sich mal wieder auf die Schulbank setzen.

Deutschland ist sehr einfach, wenn man keine Schlafmütze als Standesbeamten erwischt. Recht hat hier das OLG.

Ich hatte keine Probleme. Mit einer Beitrittserklärung meiner Frau habe ich alles in D erledigt, die Eheschließung angemeldet und wir brauchten dann nur noch zu heiraten, als sie herkam.

Zeitablauf nach Vorliegen der apostillierten und übersetzen Urkunden:

Standesamt: 1 Tag
OLG Koblenz: 10 Tage
Visum zur Familienzusammenführung: 2 Wochen

Wo ist das Problem?

Gruß

Uwe
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