Ich will auch einen Freund aus Deutschland finden.

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!
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manuchka
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Beitrag von manuchka »

waldmeister hat geschrieben:Ist nicht genau das der Punkt? Eine Heirat sollte m.E. etwas endgültiges bleiben. Das ist natürlich eine wertkonservative Haltung, aber ich denke tatsächlich, solche Entscheidungen sollte man letztlich auch sich selbst zuliebe nicht leichtfertig fällen.
Tut man ja auch nicht. Es gibt genug Leute, die auch in binationalen Beziehungen erst lange ohne Trauschein zusammen sind, man muss nämlich nicht gleich heiraten, auch wenn das z.B. Voraussetzung dafür ist, dass die/der Liebste nach Deutschland ziehen kann, wenn sie/er nicht schon da ist.
Andererseits - wenn wir schon bei wertekonservativer Haltung sind - muss ich sagen, dass ich auch nichts von diesem jahrelangen "Prüfen, bis man sich ewig bindet" halte. Ich hätte zwar selber nie gedacht, dass ich mich mal sooo schnell entscheide, und viele meiner Freunde und Bekannten hatten ihre Bedenken, aber ich bereue es nicht, und meine "Bedenkenträger" sind inzwischen auch alle beruhigt. Ich finde, eine Beziehung braucht Verbindlichkeit, eine Entscheidung, auf deren Grundlage sie auch dann standhält, wenn die rosaroten Gefühle plötzlich nicht mehr da sind, und eine Ehe ist da nun mal das Verbindlichste, weil sie es halt nicht mehr so leicht möglich macht, dass einer mal eben sagt, er oder sie hat genug und er oder sie geht jetzt. Und das finde ich gerade auch in binationalen Partnerschaften wichtig, weil das doch einen gewissen Schutz davor bietet, 1. einfach "in der Fremde hängengelassen" zu werden oder 2. ausgenutzt zu werden, eben weil man in der Regel nicht mal einfach so heiratet.
Ob eine Beziehung hält oder nicht, ist sicher nicht Frage des Trauscheins, aber wenn man geheiratet hat, überlegt man sich es vielleicht doch eher, ob man die Beziehung einfach leichtfertig aufs Spiel setzt oder beendet.
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miwka

Beitrag von miwka »

Manu spricht mit aus der Seele. Eine Ehe ist immer eine Investition der beiden Partner, nicht (nur) finanziell, sondern emotional. Genau daran krankt eben die heutige Gesellschaft, niemand möchte mehr in eine Beziehung investieren. Jeder ist sich selbst der Nächste und so lebt man ein paar Jahre zusammen, ohne sich fest zu binden, da fällt es ja dann auch wieder viel leichter getrennte Wege zu gehen. Je mehr man investiert, desto größer ist der Effort, die Motivation, dass aus der Beziehung auch eine glückliche und möglichst nicht endende wird. Auch ich hab vor ein paar Jahren das alles noch als super konservativ abgestempelt, aber man lernt ja nie aus, wa?
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Mit dem folgenden link möchte ich niemandem hier widersprechen, sondern lediglich auf ein paar Zahlen aufmerksam machen, die im Zusammenhang interessant sein dürften:

http://www.verband-binationaler.de/zahl ... /index.htm

Anm.: Man sollte sich insbesondere beim Abscnitt "scheidungen" nicht irritieren lassen (da mehr dt.-dt. Ehen geschlossen werden, werden auch mehr dt.-dt. Ehen geschieden, die Prozente der Scheidungen entsprechen etwa den Prozenten der Eheschließungen).

Außerdem ist das hier vielleicht noch spannend (Quelle: http://www.eltern-bildung.at/eb/downloa ... Eltern.pdf Seite 96):

"Scheidungsrate Bundesrepublik Deutschland auf 1000 Einwohner
1976: 1,7
1991: 1,68

Scheidungsrate in UdSSR/Russische Föderation
1976: 3,1
1991: 4,02

Es bestehen sehr große internationale Differenzen in den Scheidungsraten:
Das Risiko für ein Ehepaar, irgendwann geschieden zu werden, ist in manchen Ländern und Regionen viermal so hoch wie in anderen. In Italien und anderen südeuropäischen Ländern entfallen auf 1.000 Einwohner weniger als 0,5 Scheidungen (das Scheidungsrisiko für ein heiratendes Paar liegt hier wohl unter 10%), in Österreich und vielen anderen westeuropäischen Ländern rund 2, in Schweden, Großbritannien und Australien 2,5 bis 3, in Rußland und den USA über 4; hier lassen sich bis zu 40% aller Heiratenden irgendwann wieder scheiden. Mit dem Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf, einem sehr aussagekräftigen Indikator für das sozioökonomische Entwicklungsniveau, korrelieren die Scheidungsraten praktisch überhaupt nicht."(S.96f)

Ich finde das überraschend. Bliebe zu spekulieren, woran dies liegt. Atheimus in der UdSSR? Berechnungsmethode? Untersuchungsmethode? Und wie ist die Lage heute, 15 Jahre später?

Edit:
Nach diesem Artikel aus der AiF beträgt diese heute etwa 60%
http://www.aif.ru/online/health/326/09_01?print
Aber auch in D. steigt die Scheidungsrate weiterhin an auf heute etwa 40% http://www.bpb.de/wissen/NHXRDM,0,Entwi ... srate.html

Irgendwie krass, oder?
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manuchka
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Beitrag von manuchka »

waldmeister hat geschrieben:Scheidungsrate in UdSSR/Russische Föderation
1976: 3,1
1991: 4,02
...
Ich finde das überraschend. Bliebe zu spekulieren, woran dies liegt. Atheimus in der UdSSR? Berechnungsmethode? Untersuchungsmethode? Und wie ist die Lage heute, 15 Jahre später?
Die Scheidungsrate hat sicher viele und komplexe Gründe, ich nenne mal aus meiner Sicht paar:
1. Es wird jung geheiratet, oft mit 18-20 Jahren (zumindest war das früher so, heute leben viele Paare auch nur so zusammen) - und nach 2-3 Jahren trennt man sich eben wieder (das 1. Mal).
2. Heiraten ist einfach, eine große Fete kein Muss.
3. Einvernehmliche Scheidung, wenn keine minderjährigen Kinder vorhanden sind, geht auch ganz einfach und ganz schnell - Antrag im Standesamt, das war's. Ansonsten - wenn nicht einvernehmlich oder wenn Kinder vorhanden sind - geht das übers Gericht, aber auch recht schnell, meine ich.
4. Sicher spielt auch staatliche Ideologie und mangelnde religiöse Prägung der in der UdSSR nach 1917 aufgewachsenen Generationen ein Rolle.

PS: Waldmeister - danke für die interessanten Zahlen.
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Uwe
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Beitrag von Uwe »

Irgendwie krass, oder?
Warum krass Waldmeister?

Man muss doch erst einmal Ehe definieren. Was war Sie früher und was ist sie heute.

Die frühere Funktion - Versorgungsehe- ist doch heute nicht mehr in.
"Bis das der Tot euch scheidet" ist ein Auslaufmodell.

Was meinst Du wieviel Ehen früher geschieden worden wären, wenn die Frauen nicht in einer Abhängigkeit zum Alleinverdiener gestanden hätten.

Für mich ist der Trauschein ein Stück Papier im Schrank, das rechtliche Angelegenheiten regelt (Unterhalt bei Trennung, Erbrecht, usw.). Das vergessen diese Leute sehr oft, die "nur" zusammenleben (viele leben jahrelang zusammen, heiraten und lassen sich sehr schnell wieder scheiden. Dürfte nach Deiner Theorie nicht sein!).

Aber eine Ehe nur aufrechterhalten der Ehe wegen wäre nicht mein Ding. Wenn man sich auseinandergelebt hat, dann sollte man sich trennen und den Rest seines Lebens anders verbringen. Wenn es nicht mehr passt dann passt es eben nicht mehr.

Eine Heiratsurkunde war noch nie ein Freifahrtsschein für Harmonie und Glück.

Gruß

Uwe
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Beitrag von Zejtnot »

Uwe hat geschrieben:Aber eine Ehe nur aufrechterhalten der Ehe wegen wäre nicht mein Ding. Wenn man sich auseinandergelebt hat, dann sollte man sich trennen und den Rest seines Lebens anders verbringen. Wenn es nicht mehr passt dann passt es eben nicht mehr.
Stimmt. Aber dennoch hat meiner Meinung nach auch Waldmeister Recht. Irgendwie wollen alle locker leicht ohne alle Verbindlichkeiten alle Vorteile bekommen.

In einer Ehe verspricht man sich aber Liebe auch in schlechten Zeiten. Schlechte Zeiten müssen ja nicht Jahre andauern - da würde ich auch die Scheidung einreichen. Aber die Grundidee - gemeinsam auch Schwierigkeiten zu überstehen - finde ich schon schön!
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Uwe hat geschrieben:Für mich ist der Trauschein ein Stück Papier im Schrank, das rechtliche Angelegenheiten regelt (Unterhalt bei Trennung, Erbrecht, usw.). Das vergessen diese Leute sehr oft, die "nur" zusammenleben (viele leben jahrelang zusammen, heiraten und lassen sich sehr schnell wieder scheiden. Dürfte nach Deiner Theorie nicht sein!).
Klar ist eine Ehe in erster Linie eine juristische Angelegenheit, durch die der Familienstand sich ändert. Ich finde es nur traurig, wenn die Ehe darauf reduziert wird.
Ich gebe Dir natürlich recht damit, dass die traditionelle Ehe heute in unserer Gesellschaft (oder mit Einbezug Russlands: in unseren Gesellschaften) eine viel geringere Bedeutung hat. Ich habe tatsächlich vielleicht etwas eine unmoderne oder auch romantisierende Erwartungshaltung daran. Und ich mache auch keine Hehl daraus, dass mir unsere moderne Lebensweise diesbezüglich nicht zusagt.

Wer sind die uns nächsten Menschen? Unsere Eltern und Geschwister. Richtig? Nun ja, in der Regel überleben wir unsere eigenen Eltern, und Geschwister haben wir heutzutage auch nicht viele. Der große Wert einer Ehe und gemeinsamer Kinder besteht m.E. eigentlich darin, dass nur auf diese Weise solch enge Bindungen neu geschaffen werden können, die denen zu unseren Eltern oder Geschwistern entsprechen.
Und die Ehe ist für mein Empfinden eben genau dieses Versprechen dem anderen gegenüber, wortwörtlich bis zum Lebensende für den anderen da zu sein. Unsere modernen Vorstellungen von "Lebensabschnittsgefährten" etc. macht dem leider einen Strich durch die Rechung. Wie soll man da auf eine Zukunft bauen können, wenn eine Ehe problemlos geschieden werden kann? Na ja, und darum finde ich diese Entwicklungen "krass".
Nicht, dass es nicht auch Menschen gibt, denen eine zeitgemäße Lebensweise entgegenkommt. Mir nicht. Aber gut, dann gehöre ich eben zu einer Minderheit, macht ja nichts :wink:

Übrigens bin ich kein religiöser Mensch, sondern schreibe das als Agnostiker.
Uwe
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Beitrag von Uwe »

Waldmeister,

das Meiste was Du hier als Gründe für eine Ehe anführst betrifft nicht die Institution Ehe an sich sondern das Zusammenleben von Menschen, Paaren, Paaren mit Kindern, unabhängig von dem "Stück Papier".

Ich weiß nicht wie alt Du bist. Aus Deinen Äußerungen hier im Board aber um einige Jahrzente jünger als ich.:)
Rede doch mal mit Männern, Frauen und deren Kinder, wo dei Partner die Ehe nur der Ehe wegen (meisten der Kinder wegen) aufrecht erhalten hatten, obwohl es nur noch ein Krieg war.
Falle bitte von dem Frust, der Dir entgegenschlägt nicht gleich um.
Kinder z.B. sehr feinfühlig und können sehr gut differenzieren. Denen macht man keinen Gefallen, wenn man meint, eine Ehe der Kinder wegen aufrechterhalten zu müssen.

Eine Scheidung ist in Deutschland relativ einfach doch die Folgen können sehr schwerwiegend sein. Für den besser verdienenden Partner ist das oft ein Bankkrott. Trotzdem wird es gemacht. Warum wohl?

Das Leben ist zu kurz um es im Kampf oder in Gleichgültigkeit zu verbringen.


Gruß

Uwe
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Beitrag von Xottabych »

Uwe hat geschrieben:Ich weiß nicht wie alt Du bist. Aus Deinen Äußerungen hier im Board aber um einige Jahrzente jünger als ich.
Hätte nicht gedacht, dass Du so alt bist! :D Nein, Spaß. Ich denke, nachdem was Du geschrieben hast, müsstest ca. 10 Jahre älter sein als ich. Du hast eben die Erfahrung von ein paar Jahren Ehe angesammelt, ich nur die von einigen Jahren mehr oder weniger loser Beziehungen, aber das waren auch nicht so wenige. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass ich in Deinem Alter auch eine weniger idealistischere Einstellung dazu haben werde, das ist klar.
Uwe hat geschrieben:Rede doch mal mit Männern, Frauen und deren Kinder, wo dei Partner die Ehe nur der Ehe wegen (meisten der Kinder wegen) aufrecht erhalten hatten, obwohl es nur noch ein Krieg war.
Das glaube ich Dir, denn ich habe auch bereits mit solchen Leuten geredet. Mein Eindruck ist eben: Diese Leute haben entweder zu früh geheiratet (u.a. weil das Kind schon auf dem Weg war*), oder einer der Ehepartner war "schwierig" und zum Zusammenleben eher ganz allgemein nicht fähig. So wurde es mir zumindest von den Kindern (meine Altersstufe) geschildert.

Ganz ehrlich: Bevor ich von zuhause weggezogen bin, kannte ich auch nicht einen einzigen Menschen, dessen Eltern sich getrennt hatten. Und das lag sicher nicht daran, dass ich keine Bekannten gehabt hätte. :wink: Das gilt ebenso für den näheren Verwandtenkreis. Darum kannst Du sicher auch nachvollziehen, dass meine Einstellung nicht nur von meinen persönlichen (auch negativen) Erfahrungen herrührt. Nein, es sind ebenso Erfahrungen anderer Menschen, unter anderem die "Weisheiten", die meine eigenen Eltern mir mit auf den Weg gegeben haben. Daher auch meine allgemeine Einstellung zum Heiraten: Erst dann, wenn man weiß, was man tut, wenn man also sicher sein kann, dass der andere die gleiche Grundeinstellung hat. Das können natürlich auch völlig andere liberalere Grundeinstellungen sein; Hauptsache, es passt zueinander.

Ich persönlich denke, es hängt wahrscheinlich stark vom Milieu ab, welche Werte man traditionellen Familienwerten beimisst.

*daher wahrscheinlich auch das katholische "bloß nicht vor der Ehe..."
Uwe
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Beitrag von Uwe »

Waldmeister,

deine Schätzung ehrt mich. Es sind aber doch schon ein paar Jahrzente. Ich bin über 60zig und habe Kinder erheblich älter als Du sind. :D

Familienwerte, das beziehe ich auf die einzelne Lebensgemeinschaft, sind sehr individuell. Mit der Institution Ehe hat das aber wenig zu tun, mehr mit dem Umgang miteinander. Denn auf Familienwerte haben heutzutage auch die Kinder schon einen Einfluß.

Heiraten soll man natürlich nur dann, wenn man sich sicher ist. Die wirtschaftlichen und emotionalen Auswirkungen einer Scheidung haben schon so Einige aus dem Orbit geschmissen.

Gruß

Uwe
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