Prinzipiell muss man darauf hinweisen, dass inzwischen auch der Altai touristisch sehr erschlossen ist, wenn auch vor allem durch russische Touristen aus Westsibirien. Das Gebirge ist nicht so günstig erreichbar, wie andere Ziele (Baikal), deswegen gibt es weniger Ausländer.
Anfahrt: Fast alle Touren in den Altai führen durch Bijsk, 130 km südwestlich von Barnaul bzw. 330 km südlich von Novosibirsk. Die letzte große Stadt vor der Wildnis ist Gorno-Altaisk, 100 km südlich von Bijsk. Nach Bijsk fahren Busse und Züge von Novosibirsk, nach Gorno-Altaisk nur Busse. Es gibt auch einen Direktbus nach Tschemal, noch ein wenig weiter in den Bergen. Von Gorno-Altaisk fahren mehr oder weniger regelmäßig Busse auch in die entlegensten Bergdörfer.
Natur: Der Altai ist natürlich einfach nur schön. Hohe Berge, tiefe Schluchten, schöne Bergseen. Die Berge sind viel grüner, als in den Alpen. Zwischen den Bergen gibt es auch ausgestreckte Hochplateaus, vor allem im hinteren Bereich. Der höchste Berg ist der Belucha, über 5000 m hoch. Der wichtigste Fluss ist die Katun, die in zwei großen Schleifen durch den Altai fließt und ab Bijsk zusammen mit der Bija den Ob bildet.
Touristisch erschlossene Gebiete: Ein Großteil der Massentouristen, ich würde sie auch Banausen nennen, tummelt sich am Telezkoe Osero und am Ufer der Flüsse Katun (Unterlauf) und Tschemal. Dort reiht sich Turbasa an Turbasa. Alle diese Basen bieten Tagesausflüge oder Mehrtagestouren an - zu Fuß, auf dem Pferd, mit dem geländefähigen Laster GAS66 oder im Raftingboot (Katun).
Weniger erschlossene Gebiete: Quasi alles außerhalb der genannten zwei Zonen ist mehr oder weniger unerschlossen. Hier und da ist eine Turbasa, manche haben auch noch einen GAS66 für Touren zum nächsten Bergsee. Ich war dieses mal an den Multinskije Osera, das ist 500 Kilometer hinter Bijsk, über drei Pässe, teils nur Schotterstraßen.
Reiten: Keine Erfahrung, aber sicher schön.
Rafting: Die Tagestouren auf der unteren Katun sind langweilig. Drei 3er Stromschnellen oder so. Man braucht ehrlich Wodka um nicht durchzufrieren. Ich habe vor ein paar Jahren eine Mehrtagestour auf der mittleren Katun gemacht, da gibt es auch 5er Stromschnellen. Toll, auch wenn man manchmal einen halben Tag nur dahintreibt.
GAS66: Sicher ein Erlebnis, allerdings wird oft auch ohne Rücksicht auf die Natur der Waldboden in Schlamm verwandelt.
Kosten: Turbasa kosten rund 300 pro Nacht (Hütte) und Nase, Zelten meist 70 bis 100. Vollverpflegung macht 300 Rubel. Für eine Tour muss man 500 bis 1000 Rubel pro Tag und Person rechnen, je nach Tour. An manchen Seen verlangen Förster eine Zeltgebühr, in unserem Fall 41 Rubel pro Tourist.
Müll: Naja, die GAS66 bringen leider vielen Banausen in die Berge, die ihren Müll nicht wieder mitnehmen. Es hält sich im Vergleich zum sonstigen Russland in Grenzen, aber die Zahl der Idioten nimmt zu.
So, das ist alles, was mir auf die Schnelle einfällt!

