Berufliche Integration von Ehepartnern / innen

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!
germanisator

Beitrag von germanisator »

Na ja,

ein russisches Gehalt muss nicht unbedingt klein sein. Insbesondere in Moskau. Ich war letzten Sommer im Ural (keine Großstadt). So verdient meine Tante (als angestellte Zahnärztin) 1000$. Meine Mutter verdient zwar mehr, aber nach den Abzügen wie Miete, GEZ usw, hat sie sogar etwas weniger Geld als ihre Schwester im Ural. Mir ist schon klar, dass 1000$ in Russland nicht gerade der Durchschnitt ist. Bloß 1992 waren unglaubliche 70$ das Durchschnittsgehalt in Moskau, 20$ im Land. Kein Wunder, dass ein durchschnittlicher Deutscher damals in Russland als reich angesehen wurde. Meine Freunde verdienen so zwischen 600 und 2000$ und einer ist sogar zum Millioner mit eigener Baufirma aufgestigen (mit 27!!!). Ich komme aus dem Moskauer Umland. Die Vorstellung von Deutschland ist bei manchen Russen etwas komisch. Ich wurde schon öfter gefragt was man so in D verdient. Auf die Gegenfrage was man so vermutet als Durchschnitt in D, sagen die meisten 5000 Euro (Netto)!!!! Soviel ich weiß liegt der Durchschnitt in Deutschland bei 2500 Euro (Brutto). Aus einer deutschen Quelle weiß ich, dass 2006 der Durchschnitt in Russland bei 304 Euro(Netto) lag. Mit statistischen Zahlen muss man aber vorsichtiger sein, denn man nicht weiß wie sie berechnet werden.
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manuchka
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Beitrag von manuchka »

Mit 1000$ kommt man aber als Ausländer mit Familie in Moskau nicht weit, wenn man Miete, Essen etc. finanzieren muss - denn das ist nicht billiger als DE - und noch zusätzlich Ausgaben wegen Visum, Fliegerei, Versicherungen etc. hat.
Du erntest, was du säst.
Zeppelin
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Beitrag von Zeppelin »

germanisator hat geschrieben:...Mit statistischen Zahlen muss man aber vorsichtiger sein, denn man nicht weiß wie sie berechnet werden.
Man nehme 1 Person mit 1 Mrd. Jahreseinkommen und 4599 Menschen mit dem theoretischen Jahreseinkommen O.
Statistisch beträgt dann das durchschnittliche Jahreseinkommen all dieser 4600 Personen 217.438,57 (Währung ist dabei egal)
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Beitrag von Dave »

Statistisch gesehen wird ein Statist selten zum Sadisten...
"Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht."
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germanisator

Beitrag von germanisator »

@Zeppelin: Mit Vorsicht bei statistischen Zahlen meinte ich eher, dass meine Tante 400$ aufs Konto bekommt und 600$ im Briefumschlag. Das ist gängige Praxis in Russland. Ob die Statistiken solche Aspekte wie Schwarzkassen berücksichtigen usw. Laut Statistik lieg 40% der Wirtschaft im Schattenbereich. Ob sich das irgendwie erfassen lässt? Durch indirekte Indikatoren oder so...


@Manunuchka: 1000$ im Ural ist natürlich nicht dasselbe wie 1000$ in Moskau. Keine Frage!!! Besonders wenn man Miete zahlen muss.
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Zejtnot
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Beitrag von Zejtnot »

germanisator hat geschrieben:1000$ im Ural ist natürlich nicht dasselbe wie 1000$ in Moskau. Keine Frage!!! Besonders wenn man Miete zahlen muss.
Dennoch sind 1000 Euro im Ural nicht (!) mehr als 1000 Euro in Deutschland. Außer Brot, Eiern, Busfahrscheinen und Handykosten ist in Novosibirsk alles teurer als in Deutschland. Brot, Eier, Busfahrscheine und Handy machen bei mir im Monat etwa 100 Euro aus - in Deutschland wären es vielleicht 150. Der Rest ist teurer.

Mir scheint, subjektiv wahrgenommen: Die Erwartungen in Russland sind aber niedriger, in der Disco wird weniger konsumiert (1 Bier für 1 Abend) und man geht auch seltener in die Disco. Man kauft kein neues Auto, sondern allenfalls ein gebrauchtes. Man begnügt sich mit einer kleinen Wohnung und erwartet keinen italienischen Designermöbel ...
Dietrich hat geschrieben:
_Zejtnot hat geschrieben: Sein Russisch ist nicht sooo wichtig, weil Deutschsein Russland manchmal eher ein Karrierevorteil ist.
Schoen waer's! Wenn du als Expatriat von deiner Firma nach Russland geschickt wirst - dann ja.
Bei der Jobsuche hatte ich durch meine Sprache weniger Probleme. Hier war die Problematik Arbeitsgenehmigung die Hürde. Und im Leben (beim Arzt, im Laden, ...) bringt mir mein leichter Akzent inzwischen eher Vorteile. Meine Freunde schicken mich immer vor: "Frage mal mit deinem prekrasny Akzent."
Andy
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Beitrag von Andy »

Vielleicht ist Deutschland auch ein besonders schwieriges Land fuer Auslaender. Eine Verwandte beschaeftigt sich zur Zeit wissenschaftlich mit dem Schicksal der tuerkischen Mitbuerger in Deutschland. Dabei werden Lebensbiographien untersucht und intensiv das Seelenleben erforscht (u.v.a.). Ihre Ergebnisse erschrecken mich. Wenn man mit einem auslaendischen Partner zusammen ist, muss man sich mit dem Problem der Auslaenderfeindlichkeit in Deutschland intensiv auseinandersetzten.
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Zejtnot
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Beitrag von Zejtnot »

Andy, in Fragen der Migrationsfolgen muss man aber zwischen Migranten, die als komplette Familie gekommen sind, und eingereisten Ehepartnern unterscheiden. Letztere sind meist viel besser integriert als die türkischen Gastarbeiter. Dies ist kein Vorwurf, dies ist eine natürlich Entwicklung, da viel mehr Freunde bei der Integration des Partners helfen können.
Andy
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Beitrag von Andy »

Zejtnot, da hast Du natuerlich voellig Recht.
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