Wie sieht das eigentlich in Russland aus?Gibt es dort eigentlich ein ähnliches Sozialversicherungssystem und Rentensystem wie in Deutschland- oder ist es gänzlich anders?
russisches Sozialversicherungssystem?
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Sanja
russisches Sozialversicherungssystem?
Nachdem ich gestern einen Bericht über die Katastrophalen Zustände für mittelose Kranke in Amerika gelesen habe, (daß Notoperierte Obdachlose bei Nacht und Nebelaktionen auf die Strasse gesetzt werden, weil eine weitere Versorgung zu teuer ist....)mußte ich schon griemeln
,denn am Ende wurde erwähnt, daß Amerika der einzige Industriestaat mit einem so schlechtem Sozialsystem ist.
Wie sieht das eigentlich in Russland aus?Gibt es dort eigentlich ein ähnliches Sozialversicherungssystem und Rentensystem wie in Deutschland- oder ist es gänzlich anders?
Wie sieht das eigentlich in Russland aus?Gibt es dort eigentlich ein ähnliches Sozialversicherungssystem und Rentensystem wie in Deutschland- oder ist es gänzlich anders?
- Zejtnot
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Re: russisches Sozialversicherungssystem?
Es ist ähnlich, aber auf niedrigem Niveau.
Rente: Die Minimalrente liegt irgendwo bei 100 Euro, die Zuschläge, die viele bekommen, sind nicht sonderlich hoch. Zwar haben fast alle Rentner aus Sowjetzeiten eine Eigentumswohnung, müssen also nicht die horrenden russischen Mieten zahlen. Aber die Nebenkosten und Lebensmittelpreise steigen, vor allem letztere sind zum Teil schon höher als in deutschen Supermärkten. Insofern sind viele auf die Hilfe aus der Verwandtschaft angewiesen. Auch die Gartenlaube, wo man seine Kartoffeln, Gurken und Tomaten selbst anbaut, spielt eine wichtige Rolle.
Bettelnde Rentner sieht man ab und zu, meine russischen Freunde haben dazu aber eine gespaltene Meinung - man glaubt nicht so recht, dass diese Personen es so dringend notwendig haben. Eine objektive Einschätzung traue ich mir aber nicht zu.
Krankenkasse: Erstbehandlungen sind in jedem staatlichen Krankenhaus für jeden kostenlos. Selbst ich aus Ausländer habe meinen Gips plus Röntgenbild kostenlos bekommen. Für weitere Behandlungen braucht man eine Krankenversicherung (über den Arbeitgeber) - allerdings sind die Ärzte, die man damit zur Auswahl hat, überlastet und nicht immer auf dem Stand der Zeit. Lange Wartelisten und wenig Technik.
Es gibt private Kliniken wie Sand am Meer, das ist aber alles teuer.
Was mir noch subjektiv auffällt: In Russland stirbt man viel häufiger eines natürlichen Todes - also nicht an Krebs oder irgendwelchen Krankheiten. Dies ist vielleicht indirekt auch ein Zeichen, dass die medizinische Vorsorge geringer ist und viele Krankheiten als Altersschwäche gedeutet werden.
Rente: Die Minimalrente liegt irgendwo bei 100 Euro, die Zuschläge, die viele bekommen, sind nicht sonderlich hoch. Zwar haben fast alle Rentner aus Sowjetzeiten eine Eigentumswohnung, müssen also nicht die horrenden russischen Mieten zahlen. Aber die Nebenkosten und Lebensmittelpreise steigen, vor allem letztere sind zum Teil schon höher als in deutschen Supermärkten. Insofern sind viele auf die Hilfe aus der Verwandtschaft angewiesen. Auch die Gartenlaube, wo man seine Kartoffeln, Gurken und Tomaten selbst anbaut, spielt eine wichtige Rolle.
Bettelnde Rentner sieht man ab und zu, meine russischen Freunde haben dazu aber eine gespaltene Meinung - man glaubt nicht so recht, dass diese Personen es so dringend notwendig haben. Eine objektive Einschätzung traue ich mir aber nicht zu.
Krankenkasse: Erstbehandlungen sind in jedem staatlichen Krankenhaus für jeden kostenlos. Selbst ich aus Ausländer habe meinen Gips plus Röntgenbild kostenlos bekommen. Für weitere Behandlungen braucht man eine Krankenversicherung (über den Arbeitgeber) - allerdings sind die Ärzte, die man damit zur Auswahl hat, überlastet und nicht immer auf dem Stand der Zeit. Lange Wartelisten und wenig Technik.
Es gibt private Kliniken wie Sand am Meer, das ist aber alles teuer.
Was mir noch subjektiv auffällt: In Russland stirbt man viel häufiger eines natürlichen Todes - also nicht an Krebs oder irgendwelchen Krankheiten. Dies ist vielleicht indirekt auch ein Zeichen, dass die medizinische Vorsorge geringer ist und viele Krankheiten als Altersschwäche gedeutet werden.
Re: russisches Sozialversicherungssystem?
Keine Angst, sowas gibt es hier in Russland nicht.Sanja hat geschrieben:Nachdem ich gestern einen Bericht über die Katastrophalen Zustände für mittelose Kranke in Amerika gelesen habe, (daß Notoperierte Obdachlose bei Nacht und Nebelaktionen auf die Strasse gesetzt werden, weil eine weitere Versorgung zu teuer ist....)mußte ich schon griemeln
...hier wuerde niemand einen Obdachlosen notoperieren, sondern gleich auf der Strasse liegen lassen.
EIn Freund meines Mannes hat in Moskau eine ganze Nacht erfolglos (!) damit verbracht, seine kranke Mutter (Rentnerin) in irgendein Krankenhaus zu bringen. Er hat es dann irgendwann aufgegeben, weil er überall die gleiche Antwort bekam: "Nein, die ist zu alt/zu krank, die nehmen wir nicht." Eine andere Bekannte meines Mannes ist im Krankenhaus an Lungenentzündung gestorben - man hatte sie zwar aufgenommen, aber dann drei Tage lang einfach ohne Behandlung liegen lassen.
Du erntest, was du säst.
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StefanKlein
Ich kann meinen Vorrednern nur beipflichten. Die oeffentliche Krankenversorgung ist fuer den Ar.... Es kuemmert keine Sau was mit den Kranken oder Patienten geschieht. Ich koennte auch 2 Beispiele erzaehlen, aber das ist nur das Gleiche wie die schon beschrieben Situationen. Kurz gesagt: Verlaesst du dich auf das Krankensystem, bist du verlassen.
Gruss
Stefan
Gruss
Stefan

