Kein dt. Versicherungsschutz in Asien ??

Die "Trassa E95" Moskau-Piter kennst Du wie Deine Westentasche und willst dieses Wissen mit anderen teilen, dann verewige Dich hier. Anfragen zum Thema Autofahren in Russland sind hier ebenso willkommen.
Frank

Beitrag von Frank »

Super -vielen Dank, das hilft mir ein gewisses Verständnis zu entwickeln. Eine bitte nicht als rhetorisch zu verstehende Frage: Macht aus deiner Sicht eine Versicherung in Kasachstan überhaupt Sinn oder zahlt die sowieso nicht ...

Abacus hatte im Forum dazu geschrieben: Bei einem Unfall darf man nicht erwarten, dass einem irgendwer irgendwas bezahlt. Und wenn man einen verschuldet muss man halt sehen, dass man das irgendwie ohne Versicherung geregelt bekommt.

Wenn an der Grenze ein Versicherungshai sitzt, gibt es für mich keinen Zweifel. Aber wenn nicht, muss man sich halt überlegen, welchen Aufwand betreibt und ob eine kasachische Police unter Umständen nur einen Placebo-Effekt hat.

Es wäre jedenfalls toll, wenn du die Adresse in Berlin noch finden tätest könntest tun :lol:

Frank
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zimdriver
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Beitrag von zimdriver »

Nun mag ich als altmodisch gelten, aber:
Ohne Haftpflicht würde ich keinen Meter fahren.
Kleines Beispiel: Unfall eines ausländischen Fahrzeuges in einem Land in Mittelasien, natürlich vollversichert, Schuld beim einheimischen Unfallgegner (Übermüdung und schlimmeres), der dies wegen Todesfolge nicht mehr diskutieren kann.

Folge 1: Ausländer hat keine Chance, seinen Schaden ersetzt zu bekommen, da der Andere keine Versicherung und kein Geld hat.
Folge 2: Familie des Unfallverursachers sorgt dafür, daß der Ausländer nicht vom Fleck kommt, da die Beerdigungskosten zu übernehmen sind. Auländer denkt, mit seinen 1500 USD etwas Gutes getan zu haben.
Folge 3: Familie des Unfallverursachers ist imer noch nicht zufrieden, da er als einziger Ernährer nicht mehr da ist. Sie fordert ein neues Auto, ist jedoch mit 5000 USD auch zufrieden.
Folge 4: Nach einer Woche, alle staatlichen Papiere erledigt, nichts gezahlt, Ausländer muß sich noch immer am Ort des Geschehens aufhalten. Er kann noch nicht mal die Stadtgrenzen verlassen, da er sonst der Flcht verdächtigt würde. Da findet die Familie auf einmal jemanden, der eine halbvolle Wodka-/ Bier-, Schnaps- oder sonstwas Flasche im Ausländerauto gesehen hat. Neue Ermittlungen wegen Trunkenheit des Ausländers beginnen. Ausländer hat Rechtsanwalt beauftragt, der mit vielen Freunden auch dieses Problem löst. Gegen Zahlung von 5000 USD an die Familie des Unfallverursachers darf unser Ausländer nun das Land ohne sein ebenfalls absolut schrottreifes Fahrzeug verlassen.
Folge 5: Das Auto wird wieder aufgebaut. Die Familie des Unfallverursachers hat nun wieder ein Auto, der Ausländer ist froh, die Sache gelöst zu haben und mit ein paar ernsten Prellungen davongekommen zu sein.

Zweifel? Tatsächlich geschehen. Und wenn dann noch die Haftpflichtversicherung (oder irgendein anderes Papier) fehlen, kommen endlose Geldforderungen und milde Erpressungsversuche dazu, die diesen Trip unvergeßlich machen werden.
Frank

Beitrag von Frank »

Keine weiteren Fragen Euer Ehren - das hat mich restlos überzeugt!

Frank
abacus

Beitrag von abacus »

Michael hat geschrieben:bei der Einreise nach Russland kannst Du nicht wählen, ob Du eine russische Haftpflichtversicherung abschließt, oder nicht. Die ist obligatorisch. Deine Grüne Versicherungskarte aus Deutschland nützt Dir da auch nichts.
Hallo,

richtig, die grüne Karte bringt nichts, aber ein Schreiben deiner Versicherung, dass diese auch Russland mit abdeckt, dann wird die russische Versicherung an der Grenze nicht notwendig.

@zimdriver
sowas ist natürlich eine Horrorvorstellung.
Ich wundere mich aber doch arg drüber, dass eine zentralasiatische Haftpflichtversicherung für den Schaden und die Forderungen des Unfallverursachers (bzw. dessen Hinterbliebenen) aufkommt. Das ist für mich entgegen jeglicher Logik einer Haftpflichtversicherung.

Grüße
sven
Frank

Beitrag von Frank »

Stimmt. Logisch ist das nicht, aber der ganze Vorfall an sich ist schon für Außenstehende kaum nachvollziehbar.

Das Schreiben meiner Versicherung (R+V) würde im konkreten Fall ja auch nur die Deckung für den europäischen Teil beinhalten. Keine Ahnung, ab wann "Asien" dann gilt. Insofern ist es bei mir wurscht, werde ich doch sowieso eine russische Police kaufen.

Frank
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zimdriver
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Beitrag von zimdriver »

abacus hat geschrieben:...
Ich wundere mich aber doch arg drüber, dass eine zentralasiatische Haftpflichtversicherung für den Schaden und die Forderungen des Unfallverursachers (bzw. dessen Hinterbliebenen) aufkommt. ...
Dann habe ich mich falsch ausgedrückt. Niemand kam für nichts auf, selbst die Versicherung des Unfallverursachers hat das Ausländer- Auto nicht ersetzt. Neben dem Unfallverursacher, der das mit seinem Leben teuer bezahlt hat, hat der Ausländer den Schaden alleine zu tragen bzw. zu regulieren.
Was ich damit sagen wollte, ist:
Wer in solchen Staaten ohne Haftpflichtpolice fährt, ist recht sorglos. Ebenso leicht kann der Ausländer auch schuld sein am tragischen Geschehen- und dann? Geldforderungen ohne Ende, der Ausländer hat's ja.
Michael

Beitrag von Michael »

[quote="abacusHallo,

richtig, die grüne Karte bringt nichts, aber ein Schreiben deiner Versicherung, dass diese auch Russland mit abdeckt, dann wird die russische Versicherung an der Grenze nicht notwendig.

Grüße
sven[/quote]

Hallo Sven,

dir wird auch ein Schreiben deiner deutschen Versicherung (selbst mit Übersetzung und Apostille) nichts nutzen. Das ist so, Du wirst an der Grenze eine Haftpflichtversicherung kaufen müssen.

Also pack lieber die Rubel mehr ein, Du wirst die zu 100 % brauchen.

Keine grüne Versicherungskarte aus westeuropa wird in Russland anerkannt, weil nämlich die russischen grünen Verischerungskarten in westeuropa auch nicht anerkannt werden.

Für Frank,

ich würde die Hatpflichtversicherung für KAZ nicht abschliessen. Das ist wie damals in Russland. Es gibt keinerlei Grundlagen für eine Einheitliche Haftung. Dementsprechend kannte keiner diese Versicherungen. Ob Du dann mit deinem "Versicherungswisch" herumgewedelt hast oder nicht, hat keinen interessiert. Da gab es nur Cash.

Seit Russland einheitliche Versicherungsbedingungen und die Pflichtversicherung hat, kennt diese jeder. Und man mag es kaum glauben, es funktioniert sogar mit Rossgostrakh, die zahlen sogar.
Ich war auch verwundert.

Aber da KAZ keine Pflichtversicherung hat, würde ich bei keinem Agenten an der Grenze irgendetwas kaufen. Es sei denn, Du möchtest für später eine Kasachische Versicherungspolice für den Bilderrahmen haben.
Im Schadensfall wird dir die Police kaum helfen.

Gruß
Michael
abacus

Beitrag von abacus »

Hallo Michael,

ich widerspreche dir ungern, aber das klaptt mit dem Wisch von der Versicherung. Ein guter Freund hat das schon 2 Mal gemacht, und ich habe mich sehr ausführlich mit ihm über dieses Thema ausgetauscht, da ich es auch nicht glauben wollte.

Grüße
sven
Glider
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Beitrag von Glider »

Sven, das muss aber schon lange her sein. Ende 2003 hatte ich mit so einem Wisch meiner deutschen Versicherung schon Pech und musste eine russische Versicherung direkt an der Grenze kaufen. Das wurde dann auch unmittelbar nach der Ausfahrt aus der Grenzanlage vom GAI kontrolliert (Grenze Gronowo/Mamonowo).
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Beitrag von Zejtnot »

abacus hat geschrieben:Bei einem Unfall darf man nicht erwarten, dass einem irgendwer irgendwas bezahlt. Und wenn man einen verschuldet muss man halt sehen, dass man das irgendwie ohne Versicherung geregelt bekommt.
Also in Russland ist die Haftpflicht obligatorisch für jeden. Die haftet aber nur bis 100.000 Rubel oder so ... nicht gerade viel.
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