germanisator hat geschrieben:...Bloß es gibt Länder, in denen es eine überethnische Bezeichnung für die Bevölkerung gibt (Neu Seeländer) und es gibt solche wo es keine, bzw. noch keine, gibt (Deutschländer). Doch in letzter Zeit Tauchen solche Begriffe wie Fremddeutsche (Mola Adabesi) auf. Ich glaube, man kann Deutschland und Russland nicht ohne weiteres miteinander vergleichen. Russland ist schon immer ein multiethnisches Land gewesen, und Deutschland nicht (von den Sorben mal abgesehen)...
Hinsichtlich Russland finde ich Deine Meinung ja völlig richtig, wie Du ja sicher schon gelesen hast.
Aber was Du hier über Deutschland geschrieben hast, erscheint mir etwas unklar, weil sich zwei Aussagen offenbar widersprechen.
Einen Begriff wie etwa "Deutschländer" halte ich genau deshalb für überflüssig, weil es unangefochtener Konsens ist, dass Deutsche sich mit dieser Bezeichnung identifizieren und es sich hierbei auch um eine quasi überethnische Bezeichnung handelt.
Denn das Wort wurde ja als Oberbegriff für die verschiedenen Volksstämme des westlichen Teils des Karolingerreiches gewählt, um die Befindlichkeiten der Sachsen, Bayern, Hessen etc. zu berücksichtigen.
Und heute ist es offenkundig so, dass auch hier eingebürgerte Zuwanderer sich durchaus als Deutsche betrachten und bezeichnen, weil ihnen ja damit nicht aufgezwungen wird, ihre ethnischen Wurzeln zu verbergen.
Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass z.B. der Spezialitätenhändler an der Ecke, der ursprünglich aus dem Iran stammt, es vielleicht nicht witzig finden würde, wenn man ihn als Preußen bezeichnet.
Weil es leider wirklich in der Praxis wenig gebräuchlich ist, das Wort russländisch zu verwenden, habe ich mir angewöhnt, von selbst zu erfragen, welche Formulierung den entsprechenden Personen am liebsten ist.
So beleidigt man niemanden und tritt auch nicht ins Fettnäpfchen. Nur tatsächliche Russen sind manchmal eingeschnappt, wenn man sie nach der ethnischen Zuordnung fragt. Aber das ist auch
einer der Gründe, warum einige davon
hier nicht so wahnsinnig beliebt sind.
Sympathischer sind mir da schon Leute, die sich einfach und offen dazu bekennen, dass sie Russen sind, weil sie kein Problem mit der Frage haben.
Aber irgendwie ist das Thema auch erschöpft.
Zeppelin
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)