Minder- und höherwertige Arbeiten

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papasha

Beitrag von papasha »

Oletsch hat geschrieben:Quatsch, Papasha. Leichte Sprachschwierigkeiten und ein Akzent sind kein Problem. Man muss sich gut verständigen können, vor allem fachlich, und das war's. Ich habe noch nie gehört, jemand wurde die Stelle verweigert, nur weil er/sie Deutsch mit Akzent spricht. Da hätten die Bayern ja gar keine Chancen im Rest der Republik ;-)

Gruß
Oletsch
doch, ist sehr wohl ein problem. dir wird natürlich nicht gesagt, dass es wegen der sprache ist. gibt genug andere gründe zum ablehnen. es ist nunmal so, dass akzent ein makel ist, gerade osteuropäischer.
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Kultgrieche
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Beitrag von Kultgrieche »

Und wie das ein Problem ist, da hat papascha völlig recht. Als Beispiel nehme ich meine Ehefrau (war in Russland Grundschul- und Englischlehrerin), kam Ende 2000 nach Deutschland, und außer "Hände hoch" und "Guten Tag" konnte sie kein deutsch.
So, Mitte 2005 hatte sie das große Deutsche Sprachdiplom in der Tasche mit Note 2, Anerkennung ihrer Abschlüsse aus RUS als 1. Staatsexamen und ihr in Deutschland erfolgreich absolviertes 2. Staastexamen mit 1,6 sowie einem Zertifikat "Deutsch als Fremdsprache" vom Studienseminar Wiesbaden.
Seit Beginn des Schuljahres August 2006 hat sie eine Planstelle und in Funktion einer Klassenlehrerin eine 1. Klasse an einer wiesbadener Grundschule. Nachdem sie drei Wochen alle Fächer - außer Religion - unterrichtet hat, wurde ihr der Deutschunterricht höchstpersönlich von der Rektorin abgenommen. Begründung: Ihr "L" und "R" würde sie zu Russisch aussprechen. Der Einwand meiner Frau, dass die Franken auch das Zungen-R sprechen würden und ihre Ausbildunsgschule in Wiesbaden auch kein Problem damit hatte, ließ sie nicht gelten. Folge: Gesichtsverlust für meine Frau, Peinlichkeit vor der Elternschaft, Heruntergeputzt von der Rektorin. Vermutlich hat ein Russe in Deutschland in ihrem Weltbild nur zu putzen und Hartz-IV kassieren zu gehen statt Schüler zu unterrichten.
Vladislav

Das ist wirklich so

Beitrag von Vladislav »

Von allem der Anfang war gut.... GUS-Ausländer ..... was sind wir ?

Gut wenn mann überhaupt ein Vorstellungsgespräch bekommt..auch noch mit meinem Namen...

Ich habe als Bauleiter gearbeitet mit 27 mir unterstellten Mitarbeitern.
Ihr könnt gar nicht vorstellen wie das so ist ..ein Russe als Schefe ?
Am Anfang haben manche MA sich quergestellt , aber nach 3 Jahren haben die geweint ....weil ich gegangen bin.
Ich wurde akzeptiert .. und ich bin ein gute Vorgesetze ABER zuerst mußte ich beweisen : "Ich bin ein normale Mensch" kein Verbrecher, kein Säufer , kein Dieb.....

Das geht so auf dem Sack !!!! [frust]
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Kultgrieche
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Re: Das ist wirklich so

Beitrag von Kultgrieche »

Vladislav hat geschrieben:Das geht so auf dem Sack !!!! [frust]
Am meisten geht meiner Frau auf ihren nicht-vorhandenen Sack, dass sie immer wieder von Deutschen als erstes auf russische Alltagspolitik angesprochen wird "Was sagst du zu Politkovskaja?", "Findest du auch, dass der Kremel Litvinenko ermordet hat?", "Schlimm, wie die Polizisten die Demonstranten verprügelt haben"... Wieso muss sie immer solche Treffen/Gespräche aus der Position der Verteidigung beginnen? Demnächst will sie bei solchen Gesprächen in die Offensive gehen "Schlimm, wie in Deutschland asoziale Typen Babys ermorden und in Kühklschränke packen", "Hälst du alle deutschen Politiker für Nazis? Schlimm, was dieser Oettinger sagt..". Manchen kann man nur mit plumper Keule kommen.
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Dietrich
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Re: Das ist wirklich so

Beitrag von Dietrich »

Kultgrieche hat geschrieben:Am meisten geht meiner Frau auf ihren nicht-vorhandenen Sack, dass sie immer wieder von Deutschen als erstes auf russische Alltagspolitik angesprochen wird
Das sehe ich aber weniger als Zeichen von Boeshaftigkeit des Gegenueber. Im Gegenteil. Meist ist es eher ein "Ach du kommst aus Russland. Schau mal! Ich weiss auch was ueber dein Land."
Wenn in D irgendwas "passiert" fragen mich hier die Russen auch immer, was ich davon halte.
Letztens hat mich sogar jemand gefragt, was dass denn mit diesem "Nuut" auf sich haette. Als ich dann ganz bloed schaute, meinte er "Na dieser Eisbaer".....

Da habe ich ihm erzaehlt, dass aufgrund des guten Wetters und der guten Wirtschaftslage das Sommerloch schon da sei. Und da die Leute keine anderen Sorgen haetten.....
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Oletsch
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Beitrag von Oletsch »

@Kultgrieche:

ich vermute, dass der Fall Deiner Frau etwas spezifisch ist. Deutschen Schülern Deutsch unterrichten soll meiner Meinung nach ein Deutsche, sorry. Und wenn ich als Schuldirektor zwischen Muttersprachler und gut sprechendem Ausländer entscheiden müsste, hätte ich auch den Muttersprachler gewählt.
Ansonsten - wie gesagt, ich hatte nie Probleme wegen der Aussprache. Ich möchte auch nie meinen Akzent verlieren, abgesehen davon, dass es nicht möglich ist. Ich behielt nach der Heirat meinen russischen Nachnamen und bin stolz, eine Russin zu sein. Klar wenn man irgendwo neu ist, hat man mit Fragen zu kämpfen, ob in Russland tatsächlich im ewigen Winter Balalajka spielende Bären über die Straßen laufen, und wieviel Liter Wodka ein Russe am Abend trinkt; aber das ist doch einfacher Neugier und Mangel an Information; nach ein paar Wochen bist du einfach ein Kollege/Kollegin.
Ich möchte nichts verallgemeinern, es ist alles nur meine persönliche Erfahrung.

Gruß
Oletsch
Dave
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Beitrag von Dave »

Oletsch hat geschrieben:Quatsch, Papasha. Leichte Sprachschwierigkeiten und ein Akzent sind kein Problem. Man muss sich gut verständigen können, vor allem fachlich, und das war's. Ich habe noch nie gehört, jemand wurde die Stelle verweigert, nur weil er/sie Deutsch mit Akzent spricht.
100%ig siehe z.B. Ackermann / Deutsche Bank...
Da hätten die Bayern ja gar keine Chancen im Rest der Republik ;-)
:D :D :D

Dave
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Zejtnot
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Re: Das ist wirklich so

Beitrag von Zejtnot »

Kultgrieche hat geschrieben:... dass sie immer wieder von Deutschen als erstes auf russische Alltagspolitik angesprochen wird ...
Eine Freundin hat es in Deutschland bei Partys u.ä. immer so gemacht: "Ich bin gar keine Russin, sondern Soziologin. Ich prüfe die Wirkung von Akzenten - heute ist Russisch dran." 8)
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Kultgrieche
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Re: Das ist wirklich so

Beitrag von Kultgrieche »

Zejtnot_ hat geschrieben:
Kultgrieche hat geschrieben:... dass sie immer wieder von Deutschen als erstes auf russische Alltagspolitik angesprochen wird ...
Eine Freundin hat es in Deutschland bei Partys u.ä. immer so gemacht: "Ich bin gar keine Russin, sondern Soziologin. Ich prüfe die Wirkung von Akzenten - heute ist Russisch dran." 8)
Hey, der war echt gut. Dumm nur, dass die Leute, die meine Frau ansprechen, wissen, dass sie keine Soziologin ist, sondern waschechte Russin. Sie sieht auch aus wie eine Russin, sogar mein zweijähriger Bub. War ich doch letztens mit ihm in Wiesbaden spazieren, fing der Kleine an zu schreien, kam ein Op vorbei und fragte direkt auf Russisch: "Nu schto, maltschik, tschevo ty kritschisch?" War ich aber da platt...
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Beitrag von manuchka »

Kultgrieche, der Opa hätte genau so gefragt, wenn ein kleiner Schwarzer geschrieen hätte, kannste glauben :) Was will denn ein russischer Opi auch sonst sagen, wenn ein Kind schreit? :wink:
Du erntest, was du säst.
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